Guten Morgen {{vorname}}
Nach der Hitzewelle sorgen nun also Unwetter für Probleme. Und Gesprächsstoff – schwacher Trost, aber immerhin gibts in der Kafipause sicher genug Stoff für Smalltalk.
Dabei muss ich an eine besonders tolle Folge des Podcasts «This American Life» denken. In der Episode schildert die Mutter der Produzentin auf sehr lustige Art, welche Smalltalk-Themen sie bei anderen sterbenslangweilig findet, und die Redaktion versucht für jedes der Themen dennoch eine packende Story zu finden. Zu ihren No-Gos zählen etwa:
Träume anderer Menschen, in denen man selbst nicht vorkommt
Wie das Gegenüber geschlafen hat
Detailverliebte Beschreibungen von Krankheiten/Wunden
Teilweise stimme ich zu. 🌝 Was sind eure Smalltalk-No-Gos?
Schweiz · Wetter
Überflutungen und Ausfälle wegen Gewittern

Das Konzert von Linkin Park musste wegen des starken Regens unterbrochen werden. (Screenshot: SRF)
Die starken Regenfälle brachten etwas Abkühlung, führten aber in der Schweiz auch zu Chaos. Im Kanton Zürich kam es laut SRF zu mehr als 700 Feuerwehreinsätzen: Besonders betroffen waren die Stadt Zürich sowie die Gemeinden Wallisellen, Dübendorf und Rafz. Dort überflutete Starkregen Strassen, Unterführungen und Keller und liess Gewässer über die Ufer treten.
Schutz & Rettung Zürich ging wegen der vielen Notrufe in den Unwettermodus und bot zusätzliche Einsatzkräfte auf. Eine Unterführung in Wallisellen wurde wegen des Unwetters gemäss 20 Minuten so schnell überflutet, dass ein Autofahrer mit seinem Van darin steckenblieb.
Auch der Luftraum war beeinträchtigt: Ab kurz nach 21 Uhr gab es am Flughafen Zürich für rund zwei Stunden keine Landungen und Starts mehr. Flüge wurden nach Basel, Genf und Mailand umgeleitet.
Im Urnerland musste die A2 zwischen Bolzbach und Seedorf wegen Überflutungen gesperrt werden. Im Kanton Obwalden unterbrach ein Unwetter den Bahnverkehr der Linien IR und S5 zwischen Alpnach Dorf und Alpnachstad.
Und im Zürcher Letzi wurde das Konzert der Rockband Linkin Park wegen des starken Regens unterbrochen. Nach etwa 40 Minuten konnte die Band wieder weiterspielen.
Schweiz · Wirtschaft
Wir sind die reichste Bevölkerung der Welt

Die Vermögensungleichheit in der Schweiz wächst, beim Durchschnittsvermögen sind wir dafür auf Platz 1. (Foto: Unsplash / Claudio Schwarz)
Die Vermögensschere ist im letzten Jahr weiter aufgegangen: Die Schweiz hat gemäss dem neuen «Global Wealth Report 2026» der UBS das höchste Durchschnittsvermögen der Welt. Das weltweite Vermögen wächst insgesamt, nur sind die Zuwächse stark ungleich verteilt.
Laut dem am Dienstag publizierten Report besitzt jede volljährige Person in der Schweiz im Schnitt umgerechnet 910'382 Dollar (was ca. 736’259 Franken entspricht). Auf Platz zwei folgen die USA (696'277 USD), auf Platz 3 Luxemburg mit 654'732 USD.
Das Vermögen definiert die UBS als Summe aller Finanzanlagen und Sachwerte wie Immobilien im Besitz von Privatpersonen abzüglich ihrer Schulden, eingerechnet wird auch das Vermögen privater Pensionsfonds.
13 Prozent (oder: knapp 944'000 Erwachsene) halten in der Schweiz 69 Prozent des gesamten Privatvermögens. So landet die Schweiz beim Medianvermögen mit 145'555 US-Dollar pro Person nur auf Rang 8. Der Median ist der statistische Zentralwert, der eine Datenreihe exakt in der Mitte teilt. Dieser Wert ist im Vergleich zum Jahr 2024 laut Blick um rund 20 Prozent zurückgegangen.
Heisst: Die Reichen trieben den Wert des Schweizer Durchschnittsvermögens nach oben, während die Vermögensentwicklung in typischen Haushalten schwächer war.
Schweiz · Littering
Warum nach Festivals immer so viel Abfall liegen bleibt

Nicht cool, aber Realität: Littering nach Musik-Festivals. (Foto: Unsplash / Negley Stockman)
Sommer ist Festivalzeit – und auch als das OpenAir St.Gallen vor wenigen Tagen zu Ende ging, offenbarte sich wie jedes Jahr das gleiche Bild: Nach der Party bleiben allerhand Müll, Flaschen, kaputte Zelte oder Verpackungen liegen, obwohl Abfalleimer bereitstehen. Aber warum eigentlich? Watson hat bei Mirjam Hauser nachgefragt, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz.
«Man handelt aus Bequemlichkeit oder im Kontext, weniger rational.»
Sie sagt, dass Littering an Musikfestivals weniger mit fehlendem Umweltbewusstsein zu tun hat, sondern stark durch die Situation geprägt sei. Gerade an einem Festival sei man in einer spontanen Haltung: «Es ist eine ausgelassene Stimmung – Musik und Alkohol. Dann ist es nicht zwingend ein bewusster Entscheid für oder gegen die Umwelt. Sondern man handelt aus Bequemlichkeit oder im Kontext, weniger rational», so Hauser.
Auch der Einfluss der Gruppe verändere das Verhalten. Heisst: «Es ist weniger sichtbar, ob ich die Person bin, die Abfall liegen lässt. Wenn andere Abfall liegen lassen, dann ist das wie ein stilles Signal, dass man seinen eigenen Abfall auch eher liegen lässt.»
Das sei auch ein Symptom unseres extrem schnelllebigen Konsums zu tiefen Preisen. Hat man ein billiges Zelt bei Temu bestellt, schmerzt es kaum, es wegzuschmeissen. Was gegen die Abfallberge helfen könnte: Zum Beispiel visuelle Reize wie blinkende Abfalleimer.
Kurioses
Spinnen lösen Brandalarm aus

Auf der Kapellbrücke dirigieren Spinnen gerade fleissig die Brandmelder. (Foto: Unsplash/Flora Hon)
Die Luzerner Feuerwehr verzweifelt gerade – wegen Spinnen: Zehn Mal rückte sie im Juni wegen Feueralarms bei der Kapellbrücke aus, berichtet SRF. Glücklicherweise handelte es sich stets um Fehlalarme. Einmal ertönten die Feuerwehrsirenen sogar zweimal in derselben Nacht.
Dahinter stecken weder Streichspieler:innen, noch Geister oder ein technischer Defekt, sondern die gute alte Brückenkreuzspinne. Die ist vorwiegend an Brücken in der Nähe von Gewässern, auch auf der Kapellbrücke, zu Hause, nachtaktiv und baut ihr Netz am liebsten neben Lichtquellen. Vorzugsweise offenbar auch bei Brandmeldern. «Wir stellen immer wieder fest, dass Spinnen in den Brandmeldern drin sind und so den Alarm auslösen», sagt der Luzerner Feuerwehrkommandant Thomas Lang.
Wegen der hohen Temperaturen sind die Tiere aktiver als sonst und durchbrechen mit ihren Netzen den Lichtstrahl im Rauchmelder. Dieser registriert fälschlicherweise, dass Rauch entstanden ist. Die Brücke werde übrigens regelmässig von den Spinnen befreit. Bringt leider nix: Sie kommen immer wieder zurück. Oh well! 🕸️
Kurz-News
E-ID verspätet sich · Die Einführung der E-ID verzögert sich. Statt wie geplant im zweiten Halbjahr 2026 kommt sie später, ein neues Datum gibt es nicht. Grund sind zusätzliche Sicherheitsmassnahmen gegen Deepfakes, KI-Risiken und Schadsoftware, teilt der Bund mit.
22-Jähriger wegen Mordes verurteilt · Der 22-Jährige, der im April 2023 in Bellach SO eine ihm unbekannte 17-Jährige ermordet hat, wird zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafe wird zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben, wie das Amtsgericht Solothurn-Lebern am Dienstag bekannt gab.
Badeverbot in Bergseen · Fachleute fordern gemäss Nau ein Badeverbot in alpinen Bergseen wie dem Blauen See von Arolla im Wallis. Grund sind Sonnencrèmes: Chemische UV-Filter gelangen ins Wasser und können empfindliche Ökosysteme sowie Fauna, Flora und die Wasserqualität beeinträchtigen.
International
US-Geburtsortsprinzip bleibt · Niederlage für Donald Trump: Der Supreme Court hat gegen sein Dekret zur Einschränkung des Geburtsortsprinzips entschieden, wie The Guardian berichtet. In den USA geborene Kinder erhalten damit weiterhin automatisch die US-Staatsbürgerschaft.
Proteste in Südafrika · Tausende Menschen haben in mehreren südafrikanischen Grossstädten gegen illegale Migranten demonstriert. Es kam zu gewaltsamen Übergriffen gegen Ausländer aus anderen afrikanischen Staaten, mehrere Personen wurden festgenommen. Insgesamt sind über 25’000 Migranten ausgereist oder abgeschoben worden.
🔧 Nützliches des Tages
Tausche Lesefaulheit gegen Tradwife-Geschichte
Der innere Schweinehund wollte und wollte sich einfach nicht zähmen lassen. Immer wieder doomscrollte ich mich jüngst lieber durch irgendwelche Apps, statt meinen Stapel ungelesener Bücher abzuarbeiten. An dieser Stelle darum eine Buchempfehlung, die meine Leselust glücklicherweise schlagartig wiederbelebte: In «Yesteryear» von Caro Claire Burke geht es um die fünffache Mutter Natalie Heller Mills, die ein makelloses Leben auf einer Farm in Idaho führt.
Natürlich mit Sauerteigbrot, einer perfekten Vorzeigefamilie, Cowboy-Boots und Kühen. Auf Instagram lässt sie als Influencerin Millionen Menschen an der vermeintlichen Idylle teilhaben – Natalie ist eine #Tradwife. Bis sie eines Tages plötzlich in einer anderen Realität im Jahr 1855 aufwacht und lernen muss, ganz anders zu leben.
Ich fand «Yesteryear» einen echten ✨Pageturner✨: gesellschaftskritisch, spannend und unterhaltsam geschrieben. Vielleicht gefällts dir ja auch, lass es mich gerne wissen.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen! Und hoffentlich bis morgen,
Vanja
|



