Guten Morgen {{vorname}}
Alles ist politisch. Auch Genesungswünsche. Zumindest dann, wenn sie der spitzen Feder Gerhard Pfisters (Mitte) entstammen.

Nachdem bekannt wurde, dass Bundesrat Albert Röstis (SVP) Rückenoperation erfolgreich verlaufen sei, twitterte der Nationalrat: «Schön, dass die Operation gut ging. Und schön, dass zu seiner Genesung wohl manche engagierte Personen aus dem Ausland beigetragen haben und werden. #justsaying»

Nun meldet sich auch der Migros-Chef Mario Irminger zu Wort. Und bezieht ungewöhnlich pointiert Stellung zur 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP: Ein Ja führe zu kürzeren Öffnungszeiten, weniger Filialen, weniger Auswahl und weniger Fleisch.

Schweiz · 🗳️

Baume-Schneider und der Migros-Chef warnen vor 10-Millionen-Initiative

Zuwanderung helfe, das Prämienwachstum zu dämpfen, sagt Elisabeth Baume-Schneider. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Franziska Rothenbühler)

Am 14. Juni stimmen wir über die 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP ab. Auf dem Spiel steht bei einem Ja auch das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU.

Heute betont Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) im Tages-Anzeiger die zentrale Rolle der Zuwanderung für die Schweizer Sozialwerke: «Die ausländische Bevölkerung zahlt mehr in die AHV ein, als sie bezieht.» Diese Gruppe entlaste die Gesellschaft massgeblich.

Zudem warnt sie vor den Folgen einer Annahme für das Gesundheitswesen. Ausländisches Personal sei in Spitälern und Heimen unverzichtbar. «Die Zuwanderung hilft, das Prämienwachstum zu dämpfen», so die Bundesrätin, da Zuwanderer:innen im Schnitt jünger und gesünder seien.

«Weniger Fleisch, weniger Filialen.»

Mario Irminger, Migros-Chef

Einem «Bevölkerungsdeckel» skeptisch gegenüber steht auch Migros-Chef Mario Irminger. Er warnt auf Watson vor den Folgen für die Grundversorgung.

Ohne Migration könne der heutige Servicelevel kaum gehalten werden: «Kürzere Öffnungszeiten, weniger Filialen – oder allenfalls auch weniger Fleisch, weniger Auswahl» seien die Konsequenz.

Die Lebensmittelindustrie sei besonders betroffen, da grundlegende Tätigkeiten mit inländischen Arbeitskräften nicht zu bewältigen seien.

Schweiz · Kriminalität

Taskforce gegen Autodiebe

«Schöne Autos, keine Schlüssel, gute Heimreise»: Botschaft an angehende Diebe. (Screenshot: Limmattaler Zeitung/Kantonspolizei St. Gallen)

Bund und Kantone reagieren auf die anhaltende Serie von Einbrüchen in Schweizer Autogaragen und haben eine nationale Taskforce gegründet. Ziel ist es, die kriminellen Strukturen hinter den Diebstählen zu zerschlagen.

Laut Bundesamt für Polizei (Fedpol) gab es seit 2025 rund 380 Delikte. Meist handelt es sich bei den Tätern um junge Männer aus französischen Vororten, die von Hintermännern via Social Media rekrutiert werden, schreibt die Limmattaler Zeitung.

Das Fedpol koordiniert die Zusammenarbeit, während die Kantone die Fahndung forcieren. «Der Fokus liegt dabei ausdrücklich auf der Identifikation, Aufklärung und Zerschlagung der dahinterstehenden Täterstrukturen», sagt ein Sprecher des Fedpol. Ein Erfolg gelang bereits in Neuenburg, wo eine Organisation mit acht Mitgliedern ausgehoben wurde, die für 56 Taten verantwortlich sein soll.

Neben der Repression spielt die Prävention eine zentrale Rolle. Die Kantonspolizei St. Gallen setzt auf Abschreckung direkt in der Muttersprache der Diebe. Mit französischen Plakaten wie «Hier hat es schöne Autos, aber keine Schlüssel – Einbruch lohnt sich nicht» sollen Täter gewarnt werden.

Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau betont zudem die Eigenverantwortung der Betriebe: Diese müssten dafür sorgen, dass Fahrzeugschlüssel nicht greifbar sind. Bei sinkenden Erfolgsaussichten werde die Dynamik dieser Delikte unweigerlich abflauen.

Fussball · 🏆

Das Wunder von Thun

Dreamteam: Präsident Andreas Gerber und Trainer Mauro Lustrinelli.

Der FC Thun ist zum ersten Mal in seiner 128-jährigen Geschichte Schweizer Meister. Da St. Gallen gegen Sion 0:3 verlor, stand der Titel gestern Nachmittag um 15.53 Uhr fest. Tausende Fans feierten in der Stockhorn Arena und später auf dem Rathausplatz. Die Bilder gibt es zum Beispiel bei Watson.

Trainer Mauro Lustrinelli machte mit Schampus auf einem Brunnen Party, die Stadt bewilligte eine Freinacht. Verteidiger Michael Heule sagte: «Das ist unglaublich. Diese Mannschaft, dieser Verein. Einfach Weltklasse.» Die offizielle Feier folgt dann am 15. Mai auf dem Stadthofplatz.

«Was soll ich noch sagen. Es gibt nichts Schöneres als das.»

Andreas Gerber, Präsident

Noch mehr Stimmen zum historischen Triumph sammelte das SRF. Bei Thun-Präsident Andres Gerber nahmen kurz nach dem Schlusspfiff die Emotionen überhand. «Es holt mich gerade viel ein», sagte der Präsident. «Sechs Jahre, die wir gekämpft haben. Es ist aber der Lohn für viel mehr als diese sechs Jahre. Das ist jetzt wirklich unbeschreiblich.»

Gerber, der dem Klub seit über 20 Jahren (zunächst als Spieler) die Treue hält, war den Tränen nahe. «Was soll ich noch sagen. Es gibt nichts Schöneres als das.» Ein Stück weit fühle sich der Titel auch nach Gerechtigkeit an. «Mir fehlen die Worte.»

Auch bei Captain Marco Bürki blieben die Augen nicht trocken: «Es bedeutet mir extrem viel. Es ist unglaublich, was für eine Geschichte. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als mit diesem Team einen Titel zu gewinnen.»

🥫 Zitat des Tages

«Ein Keller voller Vorräte und ein Kopf voller Ängste.»

Julian Genner, Prepperflüsterer. (Screenshot: Blick)

Kulturwissenschaftler Julian Genner hat sechs Jahre lang mit Preppern gesprochen. Daraus entstanden ist das Buch «Im Prepperkeller», seine Habilitation. Im SonntagsBlick gibt der 41-Jährige nun Einblick in eine Szene, die fasziniert und verstört.

«Prepper haben einen Keller voller Vorräte und einen Kopf voller Ängste», sagt Genner im Interview. Wer sich absichern will, verbringe zwangsläufig mehr Zeit mit seinen Sorgen. «Wenn man 400 Konserven hat, stellt sich die Frage: Reicht das? Oder bräuchte man nicht 800? Und was, wenn der Strom ausfällt? Oder wenn es zu Plünderungen kommt? Die Angstspirale dreht sich – bis hin dazu, dass manche Schusswaffen ausserhalb des Hauses verstecken.»

Prepper bereiteten sich gemäss Genner auf den Moment vor, in dem sie die Hauptrolle übernehmen würden. Das Gefühl von Kontrolle komme Preppern im Alltag oft abhanden. «Sie fühlen sich von der Gesellschaft gegängelt, mit gendergerechter Sprache, Tempolimits oder bürokratischen Vorschriften. Die Krise wird dann zum Befreiungsschlag.»

Es seien tatsächlich überwiegend Männer, die preppen, so Genner. «Preppen erfüllt ja auch das Männlichkeitsideal des Ernährers und Beschützers. Und heutzutage ist es nicht mehr leicht, dieses Ideal zu erreichen. Einfach zu arbeiten genügt oft nicht, zumal die Arbeitswelt wahnsinnig im Umbruch ist und es schwieriger geworden ist, sozial aufzusteigen.»

Gegen einen Notvorrat, wie ihn etwa der Bund empfiehlt, sei nichts einzuwenden. Genner sagt dazu: «Dahinter steckt ein solidarischer Gedanke: dass wir als Gesellschaft gemeinsam eine Krise bewältigen, indem wir uns für ein paar Tage selbst versorgen und dadurch die Einsatzkräfte entlasten. Prepper aber wollen sich vor der Gesellschaft schützen, weil sie annehmen, dass diese im Krisenfall zerfällt und der Staat versagt.»

Das Bild vom bärtigen Kauz im Welt treffe nicht zu. Prepper seien meist relativ gewöhnliche Durchschnittsbürger, die sich in ihren Zukunftssorgen verlieren würden. «Ihre Ängste nehmen immer mehr Raum ein, bis sie die Lust aufs Leben erdrücken. Das hat etwas Trauriges. Es gibt ja nicht nur böse Überraschungen, sondern auch schöne Zufälle im Leben. Prepper aber verlieren den Bezug dazu, sie bleiben gefangen in ihren Befürchtungen.»

Kurz-News

Tödlicher Bergunfall · Ein 69-jähriger Mann ist gestern Mittag am Zürcher Uetliberg tödlich verunglückt. Er stürzte gemäss SRF im Gebiet der «Fallätsche» aus ungeklärten Gründen in die Tiefe, während er in Begleitung eines anderen Mannes unterwegs war. Die Flugrettung Rega barg den Verunfallten kurz nach 12:30 Uhr, doch er erlag seinen Verletzungen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln; derzeit wird von einem Unfall ausgegangen.

Sterben für die Mullahs · Die iranische Botschaft in Bern ruft Iraner:innen zur «Selbstaufopferung» gegen den «amerikanisch-zionistischen Feind» auf. Dies berichtet die NZZ am Sonntag. Die weltweite Kampagne «Janfada» fordert die Registrierung zur Verteidigung der Islamischen Republik. Westliche Behörden reagieren besorgt auf den Aufruf zum Märtyrertum; Grossbritannien bestellte den Botschafter ein. Auch das EDA habe die Aktion bei der iranischen Vertretung in Bern bereits thematisiert, heisst es im Artikel.

Prix Walo für Fäh, Eicher und Hecht · Am Samstag wurde zum 50. Mal der Prix Walo verliehen. Zu den Gewinnern der Trophäe gehören die Band Hecht, Schlagersängerin Linda Fäh und Musiker Stephan Eicher. Zoë Më wurde als beste Newcomerin geehrt, während Nik Hartmann vom Publikum zum Liebling gewählt wurde. Der Ehren-Prix-Walo für das Lebenswerk ging gemäss Swissinfo an Freddy Burger. Die Auszeichnung gilt als wichtigster Preis im Schweizer Showbusiness.

International

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff · Nach einem mutmasslichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» sind drei Passagiere gestorben. Ein Fall wurde laut WHO bereits bestätigt. Drei weitere Personen sind infiziert, eine davon wird in Südafrika intensivmedizinisch betreut. Das Schiff war von Argentinien nach Kap Verde unterwegs und liegt nun vor Praia, berichtet die deutsche Tagesschau. Hantaviren verursachen schwere Atemwegserkrankungen und werden meist durch Nagetiere übertragen.

Giuliani im Spital · Rudy Giuliani, der ehemalige Bürgermeister von New York, liegt in kritischem Zustand in einem Spital in Florida. US-Präsident Donald Trump zeigte sich besorgt und bezeichnete den 81-Jährigen gemäss Tages-Anzeiger als treuen Weggefährten. Über den Grund der Einlieferung ist bisher nichts bekannt. Giuliani, nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 als «Bürgermeister Amerikas» gefeiert, kämpfte zuletzt mit juristischen und finanziellen Problemen sowie dem Entzug seiner Anwaltslizenz.

❤️ Nützliches des Tages

Stofftierli

Urteilt nicht: Teddy. (Foto: Unsplash/Tamás Szabó)

Studien zufolge besitzen zwischen 20 und 50 Prozent der Erwachsenen ein Stofftier (🙋‍♂️). Zu ihnen gehören gemäss Tages-Anzeiger auch der SRF-Moderator Ralph Wicki und der pensionierte Bankkaufmann Dieter Bornemann.

Wicki wird seit über 30 Jahren von seinem «Lämmli» begleitet, im Radiostudio wie auf Reisen. Für ihn ist das Schäfchen ein wichtiger Anker: «Es wirkt schneller als jede Beruhigungspille – jeder Ärger, jeder Frust ist wie weggeblasen». Er ist überzeugt, dass eine «Stofftier-Aufrüstung» der Welt guttun würde.

Dieter Bornemann teilt seine Wohnung in Zürich sogar mit 20 Teddybären, die für ihn treue Wegbegleiter sind: «Sie enttäuschen mich nie, sie sind immer für mich da.»

Psychologisch ist das unbedenklich. Laut Markus Kiefer, Psychologe am Uniklinikum Ulm, spenden Stofftiere Trost, Geborgenheit und helfen beim Einschlafen. Sie dienen als Projektionsfläche für Wünsche und urteilen nicht. «Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen.»

Hast du ein Stofftierli?

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🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und einen guten Start in die Woche!

Peter 🦁

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