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Traurige Nachrichten aus dem Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet: Bei einer heftigen Sturzflut kamen mindestens 162 Menschen ums Leben. Noch immer werden Hunderte Personen vermisst, darunter auch viele Tourist:innen.

Heute ist ausserdem wichtig: Umweltminister Albert Rösti beantragt Hilfsgelder für Wälder und die Landwirtschaft. Und «Meteo»-Chef Thomas Bucheli moderierte gestern seine letzte Sendung.

Schweiz · Klima

Bundesrat beantragt kurzfristig mehr Mittel für Wald und Landwirtschaft

Albert Rösti betonte gestern, dass die Schweiz bereits viel im Kampf gegen den Klimawandel unternehme. (Screenshot: 20 Minuten)

Umweltminister und Bundesrat Albert Rösti (SVP) informierte gestern zu den Massnahmen nach dem Hitzesommer in der Schweiz, schreibt 20 Minuten. «Der Bundesrat hat die Situation von Anfang an sehr ernst genommen», betonte Rösti an der Medienkonferenz und reagierte damit auf Kritik der Grünen, die seit Wochen stärkere Klimamassnahmen fordern.

Der UVEK-Vorsteher wurde Anfang August für die Entscheidung kritisiert, Gelder für eine klimataugliche Aufforstung der Schweizer Wälder gestrichen zu haben. Diesen Entscheid macht Rösti nun teilweise rückgängig: Als eine von zwei Sofortmassnahmen beantragt der Bundesrat für 2027 zusätzlich 17,5 Millionen Franken für den Wald.

Mit der zweiten Massnahme reagiert der Bund auf schlechte Ernten und höhere Kosten in der Landwirtschaft. Mit zinslosen Krediten im Umfang von 54 Millionen Franken, die von Landwirt:innen später zurückgezahlt werden müssen, will der Bund Bauern und Bäuerinnen unter die Arme greifen.

Rösti betonte, dass die Verantwortung nicht alleine beim Bund liege – etwa beim Schutz von vulnerablen Personen. «Altersheime und Spitäler hitzetauglich» zu machen, sei «nun wirklich mal Aufgabe der Kantone und vor allem der Gemeinden.»

Die Grünen, die SP und die GLP zeigten sich über die beschlossenen Massnahmen unzufrieden und bewerteten die Vorschläge teils als «ungenügend».

Schweiz · TV-Abschied

«Wetterfrosch der Nation»
moderierte zum letzten Mal

Thomas Bucheli moderierte gestern zum letzten Mal «Meteo».
(Screenshot: Tages-Anzeiger / SRF)

Sorry, so herzig: Der «Wetterfrosch der Nation» und «Meteo»-Chef Thomas Bucheli verabschiedete sich gestern nach 34 Jahren mit einem emotionalen Abschluss vom SRF-Publikum. Noch einmal erklärte er Tiefdruckgebiete und Regenfronten, bevor die Wetterprognose zur rührenden Abschiedsshow wurde, berichtet der Tages-Anzeiger.

1992 hatte Bucheli der Schweiz zum ersten Mal das Wetter prophezeit – in der letzten Sendung, die er moderierte, tauchten gestern auf der eingeblendeten Schweizer Wetterkarte plötzlich persönliche Abschiedsgrüsse seiner Arbeitskolleg:innen auf. «Lieber Thomas, vielen Dank für alles, dein ‹Meteo›-Team», hiess es statt der eingeblendeten Ortschaften.

Und dann überraschten ihn Gaudenz Flury, sein Nachfolger als «Meteo»-Chef, und das ganze «Meteo»-Team. Als Abschiedsgeschenk überreichte Flury ihm eine Nebelmaschine – als Anspielung auf Buchelis Lieblingswetter, der grauen Suppe über dem Mittelland. Eine Torte mit einem kleinen «Meteo»-Dach aus Marzipan gab es auch noch. 🥹

«Ich bin nervöser als bei meiner ersten Sendung», sagte der sichtbar gerührte Meteorologe und bedankte sich beim Publikum für die jahrelange Treue.

Schweiz · Politik

Andreas Glarner tritt zurück

Andreas Glarner macht jüngeren Generationen Platz.
(Screenshot: 20 Minuten / Matthias Spicher)

Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner gab gestern seinen Rücktritt auf Ende Jahr bekannt, wie die SVP Aargau in einer Mitteilung schreibt. Laut NZZ kündigte er seinen Rückzug am Kantonalparteitag an seinem Wohnort Oberwil-Lieli an. Wie der, gelinde gesagt, äusserst streitbare Politiker gegenüber Tele M1 sagt, sei die Entscheidung ausschliesslich von ihm getroffen worden. Druck aus der Partei habe es nicht gegeben.

Glarner wolle laut eigenen Aussagen jüngeren Politiker:innen Platz machen und tritt nicht nur als Nationalrat, sondern auch als Präsident der SVP Aargau zurück. Dabei spielt auch die Altersregelung eine Rolle, die die SVP Aargau 2017 einführte. Es heisst: «Personen, welche am Wahltag 63 Jahre alt sind oder Ende Legislatur 16 Amtsjahre aufweisen, müssen im Kantonalvorstand und am Parteitag zwei Drittel der Stimmen auf sich vereinen.» Andreas Glarner wird im kommenden Wahljahr 64 Jahre alt.

«Politik ist kein Besitz, sondern ein Auftrag auf Zeit. Es ist Zeit, beide Ämter in jüngere, kraftvolle Hände zu legen», so Glarner laut 20 Minuten. Christoph Hagenbuch, der Präsident des Bauernverbands Aargau, gilt als sein möglicher Nachfolger im Nationalrat.

Schlagzeile des Tages

162 Tote und Hunderte Vermisste nach Sturzflut in Nepal

Ein Kind im zerstörten Distrikt Nuwakot in Nepal: Mindestens 162 Personen kamen bei der Sturzflut ums Leben.
(Screenshot: Guardian / Niranjan Shrestha / AP)

Hunderte von Menschen werden nach einer heftigen Sturzflut und Schlammlawinen am Mittwochvormittag (Ortszeit) im Grenzgebiet von Nepal und Tibet vermisst. Die nepalesischen und chinesischen Behörden meldeten bislang 162 Todesfälle, wie die BBC und der Spiegel berichten. Von einer höheren Zahl ist auszugehen: Allein in Nepal sollen rund ein Dutzend Orte getroffen worden sein. Auf Aufnahmen des nepalesischen Fernsehens und in den sozialen Medien ist zu sehen, wie ganze Dörfer und Distrikte überflutet wurden.

Nach Zahlen der nepalesischen Regierung gab es zunächst keinen Kontakt mehr zu 391 ausländischen Tourist:innen sowie 93 nepalesischen Reisenden. Ausserdem seien 44 Angehörige der nepalesischen Armee und 31 Polizeibeamte unauffindbar. Die Gegend ist besonders bei Pilger:innen und Wander:innen beliebt.

Die Überschwemmung ereignete sich laut einem Bericht der Zeitung «The Kathmandu Post», nachdem eine Eislawine auf der chinesischen Seite der Grenze zu Nepal einen Nebenfluss des Bhotekoshi blockiert hatte. Dadurch habe sich ein vorübergehender See gebildet, der anschliessend über die Ufer getreten sei.

Gemäss der US-Erdbebenwarte USGS wurden in der Grenzregion zu Tibet durch einen Erdrutsch erzeugte Erschütterungen der Stärke 5,2 verzeichnet. Zunächst sei man fälschlicherweise von einem Erdbeben ausgegangen. Möglicherweise sei ein riesiger Eisbrocken von einem Berg abgestürzt und habe dabei Felsen mitgerissen. Expert:innen warnen nun laut Guardian vor einer möglichen zweiten Überschwemmung.

Kurz-News

Massenentlassung bei Manor · Manor hat 38 Büro-Mitarbeiter:innen an ihrem Hauptsitz in Basel entlassen, wie eine Mediensprecherin der Warenhauskette bestätigte. Das Unternehmen unterstütze die Betroffenen «sozialverträglich mit Sozialplan und individueller Unterstützung», schreibt Watson. Die Warenhausgruppe wolle die Verantwortlichkeiten «schärfen» und «ausgewählte Strukturen vereinfachen».

Richterwahlen wegen Beziehung am Bundesgericht verschoben · Die Gerichtskommission hat sich entschieden, die Erneuerungswahlen des Bundesgerichts in die Wintersession zu vertagen, wie das Sekretariat in einer Mitteilung bekannt gab. Grund dafür ist der Skandal um eine Beziehung zwischen einem Bundesrichter und einer Bundesrichterin, berichtet 20 Minuten.

Morgen gibt es eine Mondfinsternis · Ein Reminder: Morgen ist in der Schweiz kurz nach sechs Uhr morgens eine rötliche Mondfinsternis zu beobachten. Der Kernschatten der Erde wird morgens ab 4.34 Uhr zunehmend den Vollmond bedecken, ehe um etwa 6.12 Uhr 94 Prozent der Mondscheibe beschattet sein werden. Manche Sternwarten werden frühmorgens offen sein, berichtet SRF.

International

Tim Curry und Yayoi Kusama sind gestorben · Der britische Schauspieler Tim Curry ist mit 80 Jahren «friedlich» in seinem Zuhause in Los Angeles gestorben, wie der Guardian schreibt. Er war für seine Rollen in «The Rocky Horror Picture Show», «Kevin – Allein in New York» oder «Stephen Kings Es» bekannt. Auch die japanische Künstlerin Yayoi Kusama ist in Tokio mit 97 Jahren verstorben, wie CNN berichtet. Die Künstlerin zählte zu den Superstars der zeitgenössischen Kunst und war für ihre mit Polka Dots verzierten Werke und Installationen berühmt.

Meta zahlt 18 Milliarden Dollar Strafe · Meta musste sich in den USA wegen Vorwürfen vor Gericht verantworten, Kinder absichtlich zu einem übermässigen Social-Media-Konsum verleitet zu haben. Nun gab es laut Tagi eine aussergerichtliche Einigung: Der Mutterkonzern von Facebook und Instagram stimmte einem Vergleich zu, maximal 18 Milliarden Dollar an mehrere Gliedstaaten zu zahlen, schreibt die NZZ. Der Tech-Konzern muss ausserdem mit der Einführung neuer Tools Kinder und Jugendliche auf seinen Plattformen besser schützen, etwa mit einer Nachtsperre.

🔧 Nützliches des Tages

Drei filmische Grüsse aus Südkorea

Falls der immer noch auf deiner Watch List steht: Hier dein Zeichen, endlich «Parasite» zu schauen. (Foto: 2019 CJ ENM Corporation, Barunson E&A)

Den 6iBrief kriegst du derzeit übrigens täglich aus Seoul zugestellt. Weil es in nächster Zeit immer mal wieder regnet und das südkoreanische Kino so fantastisch ist, möchte ich dir drei südkoreanische Filmtipps ans Herz legen. Die kannst du dir jetzt kurz screenshotten – für den Moment, wenn es dich statt in die Badi aufs Sofa verschlägt:

«Past Lives» (2023) von Celine Song: Was wäre gewesen, wenn? Zwei Kindheitsfreunde werden getrennt, als Noras (Greta Lee) Familie von Südkorea nach Kanada zieht. Mehr als zwanzig Jahre später treffen sie sich in New York wieder. Heartbreaking!

«No Other Choice» (2025) von Park Chan-wook: Bitterböse Komödie über den langjährigen Arbeiter einer Papierfabrik, der unerwartet seine Stelle verliert und verzweifelt um einen neuen Job kämpft. Mit teils sehr fragwürdigen Mitteln.

«Parasite» (2019) von Bong Joon-ho: Düsterer Comedy-Thriller über die Klassenunterschiede zwischen einer armen und einer wohlhabenden Familie.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Bis morgen!

Vanja

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