Guten Morgen {{vorname}}
Heute schreibe ich zum letzten Mal den 6iBrief. Es hat mir sehr viel Spass gemacht und ich werde es vermissen, jeden Tag mit gutem Gewissen stundenlang Zeitungen zu lesen.

Danke euch allen fürs Mitlesen und die vielen Mails, Fragen und Rückmeldungen!

Der 6iBrief geht in die Weihnachtspause. Ab dem 5. Januar schreibt Peter Aeschlimann für euch – ein Vollprofi mit jahrelanger Erfahrung. Ihr könnt euch freuen!

Aber zuvor noch die wichtigsten Neuigkeiten aus der Wintersession des Parlaments, die heute zu Ende geht.

Schweiz · Bundesfinanzen

Einigung beim Budget 2026 – Linke enttäuscht

SVP-Ständerätin Esther Friedli verhinderte Kürzungen bei der Landwirtschaft. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Anthony Anex)

National- und Ständerat haben sich gestern nach mehreren Beratungsrunden auf das Budget 2026 geeinigt.

Die SP kritisiert das Ergebnis deutlich. «Man hat erhöht bei Landwirtschaft und Armee, während Personal und Entwicklungszusammenarbeit bluten mussten. Es ist ganz klar ein bürgerliches und nicht unser Budget», sagt SP-Nationalrätin Sarah Wyss gemäss SRF.

Der Bundesrat wollte ursprünglich noch mehr sparen. Der Ständerat hat das Sparprogramm des Bundesrats jedoch in zentralen Punkten entschärft. Von den geplanten Einsparungen von 8,5 Milliarden Franken über drei Jahre bleiben weniger als zwei Drittel übrig.

Besonders deutlich zeigte sich der Widerstand bei der Landwirtschaft. Kürzungen bei Viehwirtschaft, Obstverwertung und Qualitätsbeiträgen waren im Rat chancenlos.

Auch Sport und Medien bleiben von Sparmassnahmen verschont. Die geplante Halbierung der Beiträge an internationale Sportanlässe sowie Kürzungen bei der Medienförderung fanden keine Mehrheit.

Deutlich stärker betroffen ist die Entwicklungszusammenarbeit. Der Ständerat genehmigte Kürzungen von rund 500 Millionen Franken. Widerstand kam vor allem von SP und Grünen sowie einzelnen Mitgliedern der GLP. Eine breite Allianz dagegen kam nicht zustande.

Im Bildungsbereich beschloss der Rat mehrere einschneidende Massnahmen. ETH-Studierende müssen mit höheren Studiengebühren rechnen, auch an kantonalen Hochschulen steigen die Beiträge.

Schweiz · Ewigkeits-Chemikalien

Parlament stoppt Studie zu PFAS

Eine Studie ergab: Wer mindestens einmal pro Woche Fisch ass, wies höhere PFAS-Werte auf. (Screenshot: SRF/Ennio Leanza)

Das Parlament hat die Finanzierung einer nationalen Langzeitstudie zu den sogenannten Ewigkeits-Chemikalien PFAS gestoppt. PFAS steht für eine Gruppe von Tausenden synthetischer Chemikalien, die in der Umwelt kaum abbaubar sind.

Geplant war eine über mindestens 20 Jahre laufende Studie mit Proben von 100’000 Personen, berichtet die NZZ. Ziel war es, Ursachen häufiger Volkskrankheiten wie Krebs oder Alzheimer besser zu verstehen und die langfristigen Auswirkungen von Chemikalien auf den menschlichen Körper zu untersuchen.

Zwischen 2019 und 2021 wurde in den Kantonen Bern und Waadt eine Pilotstudie durchgeführt. Die ersten Resultate zeigten, dass alle untersuchten Personen PFAS im Körper aufwiesen. Besonders hoch war die Belastung bei älteren Menschen und bei Männern.

Trotz dieser Ergebnisse entschied das Eidgenössische Departement des Innern, die Studie nicht weiterzuführen. Grünen-Nationalrätin Irène Kälin kritisierte im Parlament ein kurzfristiges Vorgehen und argumentierte, frühere Investitionen könnten spätere Gesundheitskosten senken.

Auch in der Wissenschaft stösst der Entscheid auf Kritik. Nicole Probst-Hensch, Epidemiologin an der Universität Basel, sagt: «Die chronische Wirkung von Chemikalien wie PFAS auf den menschlichen Körper kann man nur mit einer Langzeitstudie untersuchen.»

International · Preisvergleich

So viel mehr bezahlt man in der Schweiz

Nur Smartphones und Laptops sind in der Schweiz billiger. (Foto: Adrien Pvck/Unsplash)

Die Schweiz ist eine Hochpreisinsel in Europa. Laut einem neuen Preisvergleich des Bundesamts für Statistik (BFS) lagen die Preise hierzulande 2024 im Schnitt rund 82 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

Für Waren und Dienstleistungen, die in der EU 100 Franken kosten, bezahlen Konsument:innen in der Schweiz durchschnittlich 182 Franken, schreibt der Tages-Anzeiger (E-Paper).

Besonders gross sind die Unterschiede bei Dienstleistungen. Stationäre Gesundheitsleistungen wie Spitäler und Kliniken kosten in der Schweiz mehr als dreimal so viel wie im EU-Schnitt. Auch Bildung und Wohnen sind mehr als doppelt so teuer. Günstiger als in der EU sind nur wenige Produktgruppen, darunter Smartphones und Laptops.

Schaut man sich nicht nur die Ausgaben der Haushalte an, sondern das gesamte Bruttoinlandprodukt, liegen die Schweizer Preise fast 60 Prozent über denen in der EU. Damit ist die Schweiz das teuerste Land im Vergleich, noch vor Island und Luxemburg.

Ein Teil der hohen Preise lässt sich durch das höhere Lohnniveau erklären. Der Bruttomedianlohn lag 2024 in der Schweiz bei 7024 Franken, im EU-Durchschnitt bei rund 3000 Franken. Das treibt vor allem die Kosten für Dienstleistungen.

In einzelnen Bereichen gibt es jedoch einen Schweiz-Zuschlag: So ist Software in der Schweiz laut BFS über 20 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt.

Schlagzeile des Tages

«Katzen miauen mehr, wenn sie die Aufmerksamkeit von Männern wollen»

Katzen miauen offenbar deutlich öfter, wenn sie die Aufmerksamkeit von Männern wollen. In einer Studie miauten sie bei Männern durchschnittlich 4,3-mal, bei Frauen nur 1,8-mal.

Die Forschenden erklären das damit, dass Frauen mehr mit Katzen kommunizieren und deren Lautäusserungen besser verstehen, weisen aber darauf hin, dass die Resultate vorsichtig zu interpretieren sind.

Kurz-News

US-Zölle: Trump stellt Schweiz Ultimatum · Die USA verlangen bis zum 31. März 2026 ein definitives Handelsabkommen mit der Schweiz, sonst drohen wieder höhere Zölle. Zwar wurden die US-Zölle auf Schweizer Güter auf 15 Prozent gesenkt, die Trump-Regierung knüpft dies aber an ein rasches Abkommen über Zollvergünstigungen und Investitionen. Schlüsselrolle spielen dabei Milliardeninvestitionen der Pharmaindustrie sowie der Druck auf Roche und Novartis, die Medikamentenpreise in den USA zu senken, schreiben die Tamedia-Zeitungen.

Schweizer Ukraine-Söldner verurteilt · Das Militärgericht hat den Schweizer Avi Motola wegen fremden Militärdienstes zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, der Vollzug wurde aufgeschoben. Gemäss NZZ blieb Motola dem Prozess fern. Das Gericht stützte sich unter anderem auf seine eigenen Aussagen, Medienberichte und Indizien aus Ermittlungsakten. Der Richter hielt fest: «Die Verletzung der Neutralität ist erheblich.»

Privatradios spielen nachts KI-Musik · Mehrere Schweizer Privatradios senden in der Nacht KI-generierte, lizenzfreie Musik, um Kosten zu sparen. Radio 1, Radio Grischa und Radio Zürisee bestätigen gegenüber Nau.ch entsprechende Tests. Die Schweizer Gesellschaft für Musikurheberrechte SUISA warnt vor rechtlichen Risiken, da KI-Modelle mit urheberrechtlich geschützter Musik trainiert wurden. SRF und CH Media verzichten auf KI-Musik im Programm.

International

US-Justiz unter Zeitdruck, um Epstein-Dokumente zu redigieren · Das US-Justizministerium arbeitet laut CNN unter Hochdruck daran, tausende Seiten zu Jeffrey Epstein zu schwärzen, bevor die gesetzliche Frist zur Veröffentlichung der Akten abläuft. Der Kongress verpflichtet die Trump-Regierung, die Unterlagen bis heute offenzulegen, mit Ausnahmen zum Schutz von Opfern und der nationalen Sicherheit.

EU ringt um Nutzung russischer Vermögen · Beim EU-Gipfel in Brüssel forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, eingefrorenes russisches Vermögen rasch für Hilfskredite an die Ukraine zu nutzen. «Natürlich hat die Ukraine ein Recht auf dieses Geld», so Selenskyj. Kanzler Friedrich Merz unterstützt den Einsatz auch von in Deutschland blockierten Geldern, während Belgien und andere Staaten rechtliche Risiken sehen und Garantien verlangen. Eine Entscheidung soll noch vor Jahresende fallen, berichtet die Deutsche Tagesschau.

❄️ 🎄 6iBrief Adventskalender 🧑‍🎄 ❄️

19. Türchen

Einer meiner Lieblingsmusiker, Brian Eno, ist Teil des neuen Weihnachtsliedes «Lullaby».

Diese Neuinterpretation eines traditionellen palästinensischen Wiegenlieds bringt mehr als 15 britische und palästinensische Künstler:innen zusammen.

Sie senden eine Botschaft der Hoffnung und Solidarität an jenen Ort, an dem die Weihnachtsgeschichte ihren Ursprung hat. Mit dem Erlös werden dringend benötigte, lebensrettende Spenden für Kinder und Familien in Gaza gesammelt.

Auf Bandcamp kann «Lullaby» gehört und gekauft werden.

🔧 Witziges zum Schluss

Witziges der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

Das Wochenthema: Winter

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Schöne Festtage und bleibt stabil!

Yann

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