Guten Morgen {{vorname}}
Die 25. Winterspiele sind zu Ende. Es waren – wie immer – die besten der Geschichte. Für die teilnehmenden Schweizer:innen stimmt das sogar für einmal. Nie gewann eine Delegation mehr Medaillen.
Dass jetzt dann mal gut ist mit Winter, scheint auch das Wetter zu meinen: In den nächsten Tagen wird es frühlingshaft mild.
Die Zugvögel kehren also zurück, die Pollen zeigen auch rege Flugaktivität, und am 12. April eröffnet in der Stadt Zürich die Utoquai-Badi. Am 9. Mai dann dürfen die Berner:innen und Berner endlich wieder ins Flussbad Lorraine.
Und nur ein paar Tage später, genauer am 15. Mai, beginnt schon die Eishockey-WM in der Schweiz. 🥶
Schweiz · 23 Medaillen
Erfolgreichste Winterspiele für die Schweiz gehen zu Ende

Schaffte Historisches: Langläuferin Nadja Kälin. (Screenshot: SRF/Keystone/AP Photo/Matthias Schrader)
Am letzten Tag gabs nochmals Edelmetall für die Schweiz. Langläuferin Nadja Kälin gewann als erste Schweizerin überhaupt eine Olympia-Einzelmedaille im Langlauf: Bronze.
Ebenfalls mit einer Bronzemedaille im Gepäck reist das Viererbob-Team nach Hause. Und Silber gab es für die Curling-Equipe der Frauen, die ihren Final gegen Schweden knapp mit 5:6 verlor.
Mit 23 Medaillen waren es für die Schweiz die erfolgreichsten Olympischen Spiele aller Zeiten. Wenn du eine Entscheidung verpasst hast oder etwas Motivation benötigst, um in die neue Arbeitswoche zu starten: Hier zeigt dir SRF nochmals sämtliche glückliche Held:innen.
Happy war gestern auch IOK-Präsidentin Kirsty Coventry. An der pompösen Schlussfeier in der Arena von Verona lobte sie gemäss Watson die italienischen Gastgeber:innen. Coventry sprach von einem «neuen Standard» und von «magischen Spielen».
Die nächsten Winterspiele finden 2030 in den französischen Alpen statt. «Die Olympischen Spiele werden weiterhin ein Ort sein, an dem Athlet:innen die Welt inspirieren», versprach Coventry zum Abschluss ihrer ersten Spiele als IOK-Chefin.
«Der Sound, der in Erinnerung bleibt, ist das Surren der Kameradrohnen.»
Den Kommentarschreiber in der NZZ inspirierten diese Spiele allerdings zunächst zu einer bissigen Kritik. Stimmung sei bei den dezentralen Wettbewerben keine aufgekommen, schreibt er.
Mailand-Cortina mögen gelungene Fernsehspiele gewesen sein. «Der Sound, der in Erinnerung bleibt, ist das Surren der Kameradrohnen.» Und die Bilder von Siegerehrungen, die auch an einem «unterklassigen Europacup-Rennen» hätten stattfinden können.
Das Fazit des Autors: Wo die Spiele stattfinden, auf wie viele Standorte sie verteilt sind und ob nun Frauen und Männer am gleichen Ort die Skirennen austragen oder nicht, ist unwichtig fürs IOK. «Hauptsache, die Einnahmen sprudeln.»
Schweiz · Zölle
Seco-Chefin dämpft Hoffnung nach US-Gerichtsurteil

Helene Budliger Artieda spricht von einem guten Deal. (Screenshot: Blick/Samuel Schalch)
Trotz Donald Trumps krachender Niederlage vor dem Supreme Court rechnet die Schweiz nicht mit einem baldigen Ende der US-Strafzölle. Im Gegenteil. Im SonntagsBlick sagte Seco-Chefin Helene Budliger Artieda, dass die US-Administration an ihren handelspolitischen Zielen festhalte. «Ich vermute, wir müssen uns mit den US-Zöllen abfinden.»
Der Oberste Gerichtshof in Washington hatte Trumps Zölle zwar für illegal erklärt, doch dieser reagierte prompt mit neuen Massnahmen. Kurzfristig wird ein temporärer Zusatzzoll von 15 Prozent eingeführt, wobei Ausnahmen für Pharmazeutika und Flugzeuge bestehen bleiben sollen.
«Ich erlebe keinen Frust.»
Das sei zwar nicht das, was sich die Schweiz gewünscht hatte, sagte die Staatssekretärin, doch es sei ein guter Zolldeal. «Ich erlebe keinen Frust. Wir haben erreicht, dass wir nicht schlechter als die EU dastehen. Das ist ein Erfolg.»
Neben der Aussenpolitik steht das Seco wegen massiver IT-Probleme bei der Auszahlung von Arbeitslosengeldern unter Druck. «Ich übernehme die Verantwortung für alles, was im Seco schiefgegangen ist», sagte Budliger Artieda, den Begriff «Debakel» wies sie jedoch zurück. Das Parlament lasse das Projekt nun untersuchen. «Dann werden wir sehen, ob mein Team und ich wirklich das Problem waren – oder ob wir nicht eher die Feuerwehr sind.»
International · Ukraine
«Was ist von dem Land, das ich als Kind verlassen habe, übrig?»

Ein Land im permanenten Ausnahmezustand: Haus in Kyjiw. (Foto: Unsplash/Marjan Blan)
Wenn du zu den Glücklichen gehörst, die noch Skiferien haben, heute aber keine Lust auf Pistengaudi hast, empfehle ich dir diese eindrückliche Reportage der Schweizer Journalistin Sascha Britsko.
Als Kind verliess sie die Ukraine, nun ist sie fürs Tagi-Magi zurück in ihre Heimat gereist. In der Hauptstadt Kyjiw trifft sie auf eine Generation, die trotz Luftalarm und Frontnachrichten geblieben ist.
«Ich habe Angst, nicht mehr dazuzugehören», schreibt Britsko. Diese Angst manifestiert sich vor allem in der Sprache. In ihrer Kindheit im Donbas war Russisch die Sprache der «Intelligenzija», während Ukrainisch als «Sprache der Bauern» galt.
Heute ist Russischsprechen ein Stigma. Die 25-jährige Sophia, die ihre Grosseltern durch eine russische Rakete verlor, sagt: «Das ist meine Art, zurückzuschlagen.»
In Kyjiwer Bars sammeln junge Menschen beim Karaoke Spenden für die Armee. Der Krieg hat eine extreme Gemeinschaft geschaffen. Sophia erklärt der Autorin das Gefühl derer, die im Land geblieben sind: «In der Ukraine gibt es keine Mitte, hier gibt es nur noch Extreme.» Wer geflohen ist, wird oft distanziert als «Europäer:in» betrachtet.
Britskos Reise zeigt ein Land im permanenten Ausnahmezustand. Zurück bleibt die drängende Frage ihrer Grossmutter: Warum versteht es Europa nicht, dass in der Ukraine auch die Sicherheit des gesamten Westens verteidigt wird?
Teil 2 der lesenswerten Reportage findest du hier.
🔥 Rant des Tages
Mitte-Nationalrat pöbelt US-Botschafterin an

Gerhard Pfister teilt gerne aus. (Screenshot: X/gerhardpfister)
Eines muss man Gerhard Pfister lassen: Der Mitte-Nationalrat ist hart im Nehmen. Anders kann man sich kaum erklären, weshalb er regelmässig seine Spitzen auf X abfeuert.
Denn das Resultat ist stets das gleiche: Eine eher sehr rechts der Mitte angesiedelte X-Meute stürzt sich auf den Zuger Polit-Philosophen.
Jüngster Stein des Anstosses ist ein Tweet, in dem Pfister der neuen US-Botschafterin Callista Gingrich und deren Gatten Newt an den Karren fährt. Das Glamour-Pärchen (auch eher sehr rechts der Mitte angesiedelt) postete Bilder von sich aus Mailand und lobte die «zeitlose Eleganz des Doms und die pulsierende Energie der Piazza».
Grund genug für Pfister, um auf Englisch zu ätzen: «Man fragt sich, ob diese Botschafterin überhaupt einen Bezug zur Realität hat. Ihr Präsident startet eine willkürliche Zollattacke nach der anderen. Sie macht Wohlfühlfotos von der Schweiz und Europa, die ihr Präsident so verachtet.»
Die Folge? Natürlich ein kleines Shitstürmchen. Er solle sich um die Probleme im eigenen Land kümmern, hiess es da. Oder: «Trump verachtet nur ignorante, selbstzerstörerische Europäer wie dich.» Und jemand stänkerte anonym: «Wieder einmal richtiger Schwachsinn, den Sie da von sich geben.»
Wers braucht (bleibt bei X).
Kurz-News
Lawinengefahr bleibt erheblich · Auch heute bleibt die Lawinengefahr in weiten Teilen der Alpen kritisch. Steigende Temperaturen von bis zu 16 Grad im Süden entspannen die Situation nicht. Im Gegenteil: Expert:innen warnen gemäss Blue News eindringlich vor Touren abseits gesicherter Pisten. In der letzten Woche forderten Lawinen etwa in Graubünden bereits zwei Todesopfer abseits der markierten Wege.
Zugvögel kehren zurück · Die ersten Zugvögel sind aus dem Süden in ihre Schweizer Brutgebiete zurückgekehrt, berichtet SRF. Laut der Vogelwarte Sempach sind vor allem Kurzstreckenzieher wie Stare und Singdrosseln wieder vermehrt zu sehen. Auch der Radar registriert nachts steigende Flugbewegungen. Die Vögel orientieren sich dabei an ihrer inneren Uhr.
US-Studis lieben die Schweiz · Immer mehr US-Talente zieht es an Schweizer Spitzenuniversitäten. Die ETH Zürich verzeichnete bei Master-Bewerbungen aus den USA ein Plus von 46 Prozent, die EPFL gar 60 Prozent. Grund ist neben dem «entmutigenden Klima» unter Donald Trump vor allem das Geld: Ein Studium in Genf oder Zürich ist trotz hoher Lebenskosten massiv günstiger als an US-Elite-Unis. ETH-Ratschef Michael Hengartner sagt im Tages-Anzeiger: «Die Rechnung geht für uns auf.»
International
«El Mencho» ist tot · Mexiko hat den Tod des mächtigsten Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als «El Mencho», bestätigt. Der Gründer des berüchtigten Kartells «Jalisco Nueva Generacion» wurde bei einem Militäreinsatz getötet. Die Nachricht löste in mehreren Bundesstaaten schwere Unruhen aus; mutmassliche Bandenmitglieder setzten gemäss SRF Fahrzeuge und Geschäfte in Brand. Die USA, die 15 Millionen Dollar Kopfgeld ausgesetzt hatten, feierten den Tod des Bosses.
One Award After Another · Paul Thomas Andersons Drama One Battle After Another ist der grosse Gewinner der Baftas. Der Film holte gestern in London sechs Auszeichnungen, darunter den Preis für den besten Film und die beste Regie. Für eine Überraschung sorgte gemäss Guardian Robert Aramayo, der sich als bester Hauptdarsteller gegen Favorit Timothée Chalamet durchsetzte. Jessie Buckley schrieb Geschichte: Sie gewann als erste Irin den Bafta als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in «Hamnet».
🎨 Nützliches des Tages
Ausmalbuch

Etwas Farbe in den Alltag bringen. (Screenshot: Orell Füssli)
Wenn du mit der Ukraine-Reportage durch bist und jetzt erst recht keine Lust auf Pistengaudi hast, kannst du es ja mal mit einem Malbuch versuchen. Du wärst nicht die oder der Einzige. Gemäss Tages-Anzeiger verzeichnete der Buchhändler Orell Füssli im letzten Halbjahr eine Verzehnfachung der Verkäufe von Ausmalbüchern mit simplen Motiven.
Was neu sei an diesem «Cozy-Coloring-Trend»: Anders als früher stehen heute nicht mehr filigrane Muster, sondern «superniedliche» Sujets im Vordergrund, die vor allem Erwachsenen zur Entspannung dienen.
Laut Christine Lötscher, Professorin an der Universität Zürich, werden Bücher heute verstärkt nach ihrem «therapeutischen Wert» beurteilt. Das Ausmalen schaffe einen «geschützten Rückzugsraum», um im hektischen Alltag den Kopf abzuschalten.
Nutzer:innen schwören auf den digitalen Entzug: Das Hobby helfe dabei, das Handy zur Seite zu legen und sich offline zu beschäftigen. Auf Plattformen wie Amazon werden Titel wie Cozy Friends bereits tausendfach positiv bewertet: Kein Kinderspiel, sondern eine durchaus nützliche Methode zur Stressbewältigung. 🧑🎨
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Und bis morgen, wenn du magst.
Peter



