Guten Morgen {{vorname}}
Hi, ich bin Vanja, die Neue. Ich schreibe ab heute für ein halbes Jahr den 6iBrief und werde versuchen, an Peter Aeschlimanns unterhaltsame Newsletter anzuknüpfen. Bevor es gleich ernst und nachrichtig wird: Hier eine kurze Vorstellungsrunde meinerseits mit drei Fun Facts, damit ihr alle bizli wisst, mit wem ihr es zu tun habt (stellt euch vielleicht einfach kurz einen Stuhlkreis vor, in dem wir alle sitzen).
Ich schreibe diese Zeilen aus Bangkok, wo es aktuell zuweilen kühler ist als in Züri (wtf).
Ich bin ein grosser Kino-Fan und David Lynch ist mein Lieblingsregisseur.
«Rumours» von Fleetwood Mac ist das beste Album aller Zeiten. Finde ich.
Okay. Also, jetzt News.
Schweiz · Humanitäre Hilfe
DEZA unterstützt Hilfswerk trotz Missbrauchsvorwürfen

Die DEZA zahlte trotz Kenntnis über Missbrauchsfälle weiter.
(Screenshot: NZZ/PD)
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat trotz Kenntnis schwerer Missbrauchsvorwürfe gegen Ärzte ohne Grenzen im Tschad weiter Millionen für das betroffene Hilfsprojekt bezahlt. Dies berichtet die «NZZ am Sonntag».
Nachdem Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in einem Flüchtlingslager im Tschad Frauen missbraucht hatten, entliess das Hilfswerk 18 Mitarbeiter. Die Organisation hatte Ende 2024 eine interne Untersuchung gestartet und insgesamt 59 Vorwürfe von Fehlverhalten identifiziert, darunter sexuelle Belästigung, Ausbeutung und Missbrauch.
Gemäss einer Recherche der Nachrichtenagentur AP waren auch Minderjährige von der Ausbeutung betroffen. Ärzte ohne Grenzen verspricht einen Ausbau der Schutzmechanismen gegen Missbrauch und erklärte: «Mit den bestehenden Kontroll- und Meldemechanismen konnten diese Fälle nicht früh genug erkannt werden. Das bedauern wir ausserordentlich.»
Trotzdem wurde das betroffene Projekt in Tschad in den Jahren 2024 und 2025 mit fast sieben Millionen Franken an Steuergeldern von der DEZA unterstützt. Finanziert wurde insbesondere die Flüchtlingssiedlung Adré, wo die Missbrauchsfälle verübt wurden.
«Unter Berücksichtigung der damals von Ärzte ohne Grenzen Schweiz angekündigten Massnahmen sowie des Ausmasses der humanitären Bedürfnisse wurde das Projekt zugunsten der notleidenden Bevölkerung weiterhin unterstützt.»
Bereits im November 2024 wurde die DEZA schriftlich von Ärzte ohne Grenzen über die Missbrauchsvorwürfe informiert, wie das Aussendepartement auf Anfrage der «NZZ am Sonntag» bestätigt. Die DEZA habe danach «unverzüglich gemäss internen Vorgaben gehandelt» und Informationen zur Überprüfung der Vorwürfe angefordert. Die Zahlungen wurden allerdings weder temporär gestoppt noch eingestellt.
«Unter Berücksichtigung der damals von Ärzte ohne Grenzen Schweiz angekündigten Massnahmen sowie des Ausmasses der humanitären Bedürfnisse wurde das Projekt zugunsten der notleidenden Bevölkerung weiterhin unterstützt», schreibt das Aussendepartement. Die DEZA stehe derzeit «in engem Kontakt mit Ärzte ohne Grenzen Schweiz und prüft, ob zusätzliche Massnahmen getroffen werden müssen».
Schweiz · Wetter
Laut Meteorologe wären Höchsttemperaturen von 45 Grad möglich

Glühender Sechseläutenplatz: In der Schweiz sind laut Jörg Kachelmann Temperaturen von bis zu 45 Grad denkbar. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Madeleine Schoder)
Die gute Nachricht: Ein vorläufiges Ende der extremen Hitzewelle in der Schweiz ist in Sicht. Zum Wochenstart gibt es nur noch lokal über 30 Grad, die Luft ist aber unangenehm schwül, so Jürg Ackermann von SRF Meteo. Die schlechte Nachricht: In der Schweiz sind laut dem Meteorologen Jörg Kachelmann bereits gegenwärtig Höchsttemperaturen von bis zu 45 Grad denkbar, wie er im Interview mit der «SonntagsZeitung» erklärt. Er sagt: «Dass der Hitzehöhepunkt so früh im Jahr liegt und die Temperaturen zwei Wochen lang oft über 30 Grad bleiben, ist extrem aussergewöhnlich.»
Gehe der Klimawandel ungebremst voran, seien noch höhere Temperaturen als 45 Grad zu erwarten. Die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs überfordere unsere Vegetation völlig, erklärt Kachelmann, da sie an eine solche Hitze nicht gewöhnt sei. Setze sich diese Entwicklung so fort, führe das zu einem «massiven Dürreproblem im Mittelland»; trotz sommerlicher Gewitter.
Auch Forschende der ETH Zürich stellen fest, dass Temperaturen von 43 bis 44 Grad im Schweizer Mittelland zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich sind. Etwas tiefer fallen die Schätzungen des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie aus: Bei fortschreitendem Klimawandel sei «gegen Ende des Jahrhunderts unter Berücksichtigung der Unsicherheiten im Mittelland ein 50-jährliches Ereignis in der Grössenordnung von 42 bis 45 Grad zu erwarten».
Schweiz · Tierschutz
Polizei ermittelt wegen mutmasslicher Tierquälerei gegen Eierbetrieb

Schlimme Zustände: Die Aufnahmen einer Berner Hühnerfarm schockieren. (Screenshot: Blick.ch/ZVG)
Die Bilder aus einer Hühnerfarm am Rande Berns will man am liebsten direkt wieder vergessen: Hühnerkadaver liegen herum und werden von Artgenossen gefressen, Tiere stecken zwischen Gittern fest und haben kaum mehr Gefieder. Festgehalten wurden die Schock-Aufnahmen, die Blick publizierte, vor einigen Monaten von Tierschützer:innen. Nun liegt der Fall beim Amt für Veterinärwesen – und die Kantonspolizei ermittelt wegen mutmasslicher Tierquälerei.
Gemäss Blick gehört der Eierbetrieb laut Grundbuchamt einem Bauern aus der Region, der auf Anfragen nicht reagierte. Seit Ende Winter seien zwei neue Personen aus dem Kanton Bern als Besitzer der Geflügelhalle eingetragen, die sich ebenfalls nicht äusserten. Der Kantonstierarzt des Kantons Bern, Reto Wyss, erklärt: «Wir haben bereits im Januar erste Abklärungen vorgenommen.» Dabei nahmen die Behörden auch Kontakt zum Betriebsleiter der Hühnerfarm auf.
«In diesem Stall wird das Tierschutzgesetz mit Füssen getreten.»
Der Verein Tier im Fokus (TIF) reichte wegen eines Verstosses gegen das Tierschutzgesetz Strafanzeige gegen unbekannt ein. In der Anzeige heisst es: «Das Wohlergehen der Legehennen ist in mehrfacher und gravierender Hinsicht beeinträchtigt.» Aufgrund der Bilder von festgeklemmten, verletzten und verendeten Tieren sei von einer «qualvollen Tötung» und «Misshandlung» durch Unterlassen der Obhut auszugehen. Tobias Sennhauser, Sprecher von Tier im Fokus, sagt: «In diesem Stall wird das Tierschutzgesetz mit Füssen getreten.»
Zahl des Tages
500 Millionen Franken

Der Bund überwies den USA vorzeitig 500 Millionen Franken für die Beschaffung der F-35-Kampfjets. (Screenshot: Srf.ch/Keystone/Ali Haider)
Früher als vereinbart hat die Schweiz «etwas weniger als» 500 Millionen Franken für die Beschaffung der F-35-Kampfjets an die USA überwiesen, wie Rüstungschef Urs Loher im Interview mit der NZZ am Sonntag sagt. Die vorgezogenen Zahlungen in Höhe von knapp einer halben Milliarde Franken seien erfolgt, um sicherzustellen, dass das gemeinsame Finanzierungskonto für Schweizer Rüstungsgeschäfte in den USA ausreichend gedeckt bleibe.
Über diesen Topf werden alle Schweizer Projekte in den USA finanziert: Dazu gehören das F-35-Projekt, die Patriot-Systeme sowie Ersatzteile für F/A-18-Jets. Die Schweiz hat für die Patriot-Systeme bereits rund 700 Millionen Franken an die USA gezahlt. Allerdings verzögert sich die Auslieferung. Für die Schweiz ist die frühzeitige Auszahlung eine Kehrtwende: Der Bund hatte im Herbst seine Ratenzahlungen für die verspäteten Patriot-Raketensysteme eingestellt.
Loher betonte im Interview, dass die vertraglichen Vereinbarungen den USA bei ausserordentlichen Ereignissen eine neue Priorisierung erlaubten. So hätte ein anhaltender Zahlungsstopp dazu führen können, dass die USA Lieferungen von F/A-18-Ersatzteilen einstellen oder das F-35-Projekt Schaden nehmen könnte. «Das Risiko war für uns zu gross. Das können wir uns zurzeit mit der aktuellen geopolitischen Lage schlicht nicht leisten», so Loher.
Kurz-News
Vier tödliche Badeunfälle · Am Wochenende sind im Aargau drei Männer in Flüssen ertrunken. Die Männer im Alter von 20 bis 35 Jahren verunglückten gemäss Tagi beim Schwimmen in Aare, Reuss und Rhein tödlich, zwei der Leichen wurden noch nicht gefunden. «Dieses Wochenende ist es überbordet», sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Aargau. «Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so viele Fälle an einem Wochenende gab.» Auch in Münsingen BE ist ein Mann (71) beim Schwimmen in der Aare gestorben. Mehrere Spitäler, darunter das Berner Inselspital, verzeichneten zudem hitzebedingt deutlich mehr Patient:innen als sonst.
Eidgenössischer Abschluss für Content Creators · Wer professionell Videos und andere multimediale Inhalte produziert, kann ab 2027 einen eidgenössischen Fachausweis als Multimedia Content Creator abschliessen, wie Blick berichtet. Wer den neuen Abschluss erwirbt, beweist, fähig zu sein, audiovisuelle Inhalte umzusetzen – von der Idee über die filmische Umsetzung bis zur Postproduktion. Die erste Prüfung für den neuen Berufstitel wird im Juli ausgeschrieben und findet im Januar 2027 statt.
Kernkraftwerk Gösgen wieder in Betrieb · Das Kernkraftwerk Gösgen SO ist am Samstagmittag nach der Jahresrevision wieder ans Netz angeschlossen worden. Das Kraftwerk stand 28 Tage lang wegen Unterhaltsarbeiten still. Wie die Betreiberin Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG (KKG) mitteilte, gehörte zu den Schwerpunkten der diesjährigen Revision im nuklearen Teil die Druckprüfung des Reaktorkreislaufs.
International
Elf Tote bei Flugzeugabsturz · Beim Absturz eines zivilen Flugzeugs bei Nancy im Nordosten Frankreichs sind elf Menschen gestorben. Bei den Opfern handelt es sich um den Piloten, fünf Fallschirmspringende sowie fünf Instruktoren. Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot sprach von einer «besonders schweren Bilanz». Es soll eines der tödlichsten Unglücke der Leichtluftfahrt in Frankreich sein. Die Ursache ist noch unklar.
Vucic kündigt Rücktritt an · Serbiens Präsident Aleksandar Vucic gab sein vorzeitiges Ausscheiden aus dem höchsten Staatsamt bekannt und kündigte vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an. «Ich werde nur noch wenige Wochen Präsident sein, dann trete ich zurück», sagte er auf einer Grosskundgebung seiner Anhängerschaft in Belgrad.
🔧 Nützliches des Tages
Poolparty für Zuhause

Klingt nach Ferien in Retro-Optik. (Screenshot: poolsuite.net)
Manchmal, besonders wenn es sehr, sehr heiss ist, gehen mir die Ideen aus. Für Rezepte. Für schlaue Sätze. Oder für Musik. Für solche Momente habe ich gerne ein paar Evergreens im Köcher: Ein musikalischer Tipp, auf den ich Sommer für Sommer zurückgreife, ist das Internetradio Poolsuite.
Dieses kommt im charmanten Computer-Nostalgie-Look daher und liefert dir den Dance-Pop-Soundtrack für deinen nächsten Apéro im Garten. Oder deine Party am Pool (wenn du zu den Glücklichen gehörst, die Zugang zu einem Pool haben). Die Kanäle wie «Indie Summer», «Balearic Sundown» oder «Tokyo Disco» geben mir jedes Mal Ferien-Vibes.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Merci fürs Lesen meiner 6iBrief-Premiere. Es war aufregend und gut, ich hoffe, für euch auch. Ich freue mich, ab heute übernehmen zu dürfen.
Liebe Grüsse,
Vanja
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