Hoi du {{vorname}}
6iBrief-Leser:innen der zweiten Stunde kennen dieses Gesicht. Weil Peter in den wohlverdienten Ferien weilt, darf ich dir die News des Tages präsentieren!🤩
Es geht um Stau, die Bundesanwaltschaft und mentale Gesundheit von Jugendlichen, und wir steigen sofort ein:
Grenzüberschreitende Kriminalität
Bundesanwaltschaft fordert mehr Effizienz
Viele Verfahren und lange Prozesse. (Foto: Unsplash/Romain Dancre)
140 offene Verfahren. So viele zählt die Bundesanwaltschaft im Bereich des «jihadistisch motivierten Terrorismus» zurzeit. Es seien so viele wie noch nie, berichtet die NZZ.
«Jihadistisch motivierter Terrorismus», das heisst, es geht unter anderem um Jugendliche, die sich dem Islamischen Staat (IS) anschliessen. Wie etwa im Fall eines damals 18-jährigen Aargauers, der sich der Terrororganisation angeschlossen hatte. Im vergangenen Sommer wurde er wegen der Planung eines mutmasslichen Anschlags verhaftet.
Dieser und weitere Fälle stehen im Jahresbericht der Bundesanwaltschaft, den sie am Donnerstag präsentiert hat. Die Präsentation sei jeweils auch eine Gelegenheit, politische Forderungen zu platzieren, schreibt die Zeitung.
Entsprechend ging es in diesem Jahr dabei viel um die Dauer der Verfahren. Sie gehen nämlich, laut Bundesanwaltschaft, (zu) lange. Vor allem für ausländische Behörden.
Denn während die Schweiz oft innerhalb von Stunden oder Tagen Rechtshilfe aus dem Ausland erhält, dauert es umgekehrt mehrere Monate oder Jahre.
Dabei komme es nicht zuletzt in Fällen von jihadistisch motiviertem Terrorismus oder auch bei der Bekämpfung von Mafia-Strukturen zu Verzögerungen, was die Bundesanwaltschaft kritisiert.
Alarmierende Zahlen · Eltern brechen das Schweigen
Suizide bei Jugendlichen
Ein Symbolbild. (Foto: Unsplash/Priscilla du Preez)
Eine Triggerwarnung: Es geht gleich um Suizid. Ist dir das zu viel, spring zum nächsten Thema. Ausserdem: Hier findest du Hilfe!
«Die jugendliche Not wächst», schreibt SRF. Jede Woche nehmen sich in der Schweiz im Schnitt zwei Teenager das Leben. Es sind Zahlen, die beunruhigen. Suizid sei zu einer der häufigsten Todesursachen bei Jugendlichen zwischen 19 und 25 geworden.
«Es gibt eine Zunahme der Suizidgedanken, vor allem bei Jugendlichen und jungen Mädchen», bestätigt Jann Schumacher vom Bundesamt für Gesundheit. Spitaleinweisungen wegen Suizidversuchen hätten stark zugenommen.
«Es gibt das Schweigen aus Respekt vor der Tragödie. Etwas anderes ist das Schweigen, das sich rundherum bildet. Das muss durchbrochen werden.»
Es sei ein Thema, über das zu wenig gesprochen werde. Auch deshalb haben die Eltern zweier Jugendlicher, die Suizid begangen haben, mit dem Schweizer Radio und Fernsehen gesprochen.
«Es herrscht eisernes Schweigen», sagt einer der Väter. «Es gibt das Schweigen aus Respekt vor der Tragödie. Etwas anderes ist das Schweigen, das sich rundherum bildet. Das muss durchbrochen werden.»
«Nach der Beerdigung fühlten wir uns allein gelassen», erzählen die Eltern des anderen Jugendlichen. Nach dem Verlust eines Kindes gebe es keine Rückkehr zur Normalität.
Um anderen Betroffenen zu helfen, gründete eine der Mütter den Verein «Von Herz zu Herz». Er sei aus einer Dringlichkeit entstanden, «um zu verhindern, dass andere Jugendliche so weit kommen, und um dem Leben meines Sohnes einen Wert zu geben», sagt sie.
Öffentlichkeitsfahndung nach Palästina-Demonstrant:innen
Mitte-Nationalrat fordert: Polizei soll selbst KI benutzen dürfen

Die Palästina-Demonstration in Bern im Oktober 2025 wurde schweizweit diskutiert. (Foto: Kritisches Fotografiekollektiv)
«Medien als Hilfspolizei» titelte die WOZ vergangene Woche, «Der Internetpranger wirkt», schrieb die NZZ.
Es sorgte für Kritik, als die Berner Polizei kürzlich Fotos von Teilnehmer:innen der Palästina-Demonstration im Herbst veröffentlichte.
Nun fordert der Berner Mitte-Nationalrat und ehemalige Sicherheitsdirektor der Stadt Bern, Reto Nause, mehr Freiheiten für die Polizei. «Es ist absurd», sagt er gegenüber den CH-Media-Zeitungen und meint damit, dass die Polizei nicht mehr Tools nutzen könne.
«Wenn Privatpersonen mehr Möglichkeiten haben als die Polizei, dann stimmt etwas nicht.»
Nause bezieht sich auf Online-KI-Tools wie unter anderem Pimeyes. Dieses durchkämmt das Internet nach Fotos einer Person, um diese zu identifizieren. Die Polizei darf Pimeyes und Co. nicht verwenden, weil diese Plattformen die Persönlichkeitsrechte aller Personen verletzen, deren Bilder sie im Internet ohne Einwilligung sammeln, schreiben die Tamedia-Zeitungen erklärend.
Statt sie selbst zu nutzen, hat die Polizei Bern also einfach die Bilder von Demonstrant:innen veröffentlicht und die Öffentlichkeit zur Mithilfe gebeten. Freudig unterstützt wurden sie dabei schnell von rechtsextremen Kreisen, wie die Republik aufzeigte.
So ein Vorgehen ist rechtlich zwar erlaubt, aber durchaus bedenklich, erklärte Patrice Zumsteg, Dozent für Staats- und Verwaltungsrecht an der ZHAW: «Die Publikation lässt sich de facto nicht rückgängig machen. Es ist eine schwerwiegende Einschränkung der Grundrechte.»
Nause dagegen meint, es sei höchste Eisenbahn, dass die Polizei selbst zur KI greifen kann. «Wenn Privatpersonen mehr Möglichkeiten haben als die Polizei, dann stimmt etwas nicht», sagt er.
Zitat des Tages
«Wir stehen und stehen und stehen – der Tag vergeht.»

Sie stehen und stehen und stehen… (Screenshot: CH-Media)
Dinge, die an einem Ostermontag Spass machen: Eierdütschi, Schokolade essen, Sonne geniessen etc.
Dinge, die an einem Ostermontag keinen Spass machen: im Stau stehen.
Dennoch kommt es jährlich um diese Zeit zu kilometerlangen Kolonnen vor dem Gotthard. Bis zu 21 Kilometer lang habe der Stau gestern auf der A2 gereicht, berichten die CH-Media-Zeitungen und SRF.
«Wir stehen und stehen und stehen – der Tag vergeht», resümiert ein Autosteher gegenüber CH-Media.
Dennoch, es hätte wohl schlimmer kommen können. Grössere Zwischenfälle, die den Verkehr zusätzlich belasteten, habe es nicht gegeben, und durch die Massnahmen des Staumanagements Uri habe man die Kantonsstrassen entlasten können, bilanziert der Chef der Bereitschafts- und Verkehrspolizei Uri an selber Stelle.
Kurz-News
Israel-Botschafter muss vor EDA · Israel führt die Todesstrafe ein, die nur für Palästinenser:innen gilt. Nun bestellt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) den israelischen Botschafter in Bern ein, wie der SonntagsBlick berichtete. Die Schweiz habe ihre Ablehnung der Todesstrafe öffentlich gegenüber Israel zum Ausdruck gebracht, heisst es im Artikel. Gegenüber dem Botschafter soll die Haltung noch persönlich vermittelt werden.
Datenpanne bei Crans-Montana · Auf Weisung der Staatsanwaltschaft wurden sämtliche Anrufe, die in der Silvesternacht bei der Walliser Notrufzentrale eingegangen sind, an die Anwält:innen der Brandopfer übergeben. Nur waren darunter auch solche, die nichts mit der Katastrophe zu tun hatten. Diese kursierten kurz darauf in den Medien. Nun hat die kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO) Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, wie die Sonntagszeitung weiss. Diese richtet sich gegen die Anwält:innen sowie die Staatsanwaltschaft und die ermittelnden Polizist:innen.
Rekurs zurückgezogen · Die Schweizer Zughersteller-Firma Stadler Rail zieht ihren Rekurs zurück, berichtet SRF. Diese hatte beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht, nachdem ein Auftrag der SBB für über 200 Doppelstock-Züge an Siemens statt an sie ging. Die Unterlagen seien stark geschwärzt und gewährten keine ausreichende Transparenz, kritisiert Stadler als Grund für den Rückzug des Rekurses.
Intergalaktisch
Weit weg vom blauen Planeten · Die «Artemis 2»-Mondmission ist weiter weg von der Erde, als es die Menschheit zuvor jemals war, lässt die NASA verlauten. Der Rekord von Apollo 13, der seit 1970 galt, wurde somit übertroffen. Dabei seien mit Christina Koch erstmals eine Frau und mit Victor Glover erstmals eine nicht-weisse Person an Bord einer Mondmission der NASA, berichtet SRF.
🔧 Nützliches des Tages
Roman: Warum das Kind in der Polenta kocht
War 1999 ein Überraschungserfolg, schreibt die WOZ. (Foto: Sofie David)
Was gibt es Schöneres, als sich eingedeckt mit Anti-Heuschnupfen-Pillen, Sonnenbrille und einem Buch auf eine Parkbank zu pflanzen und der Weltuntergangsstimmung zu entfliehen – sei es auch nur für einen Nachmittag.
Das Wetter soll die nächsten Tage gut sein und ich bringe Buchtipps aus dem letzten Jahrhundert.
«Warum das Kind in der Polenta kocht» ist der Debütroman der Schauspielerin und Autorin Aglaja Veteranyi. Angelehnt an ihre eigene Biografie erzählt das Buch die Geschichte eines Mädchens, das in einer Zirkusfamilie aufwächst.
Ich habe den Roman kürzlich bei einem Besuch im Bücherregal meiner Eltern entdeckt und in einem Schwung verschlungen. Mit seinem, fast kindlichen, Schreibstil, hat er mich mitgerissen wie eine grosse Welle.
Wenn du gerade kein elterliches Bücherregal hast, an dem du dich bedienen kannst, empfehle ich eine Bibliothek deines Vertrauens oder alternativ auch diese Rezension in der WOZ.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Auf Wiederlesen!
Sofie
|


