Guten Morgen {{vorname}}
Wenn etwas zunächst Unerklärliches geschieht, greifen viele zum Handy. Sie googeln dann Begriffe wie «Ufo», «Swisscom-Störung» oder eben, so wie gestern Mittag: Knall.
In der Ferne machte ich mir kurz Sorgen, als in meiner Timeline plötzlich Erdbeben und Explosionen trendeten. Dass es ausgerechnet in einer Anlage geknallt hat, die Tätsch heisst, könnte man als Beispiel für C. G. Jungs Synchronizität betrachten.
Noch mehr über psychologische Prinzipien erfährst du weiter unten, wo der ehemalige FIFA-Boss Sepp Blatter anschaulich innere Konflikte ausbreitet.
Schweiz · Politik
Millionen-Hilfe für Brandopfer von Crans-Montana

«Wir lassen niemanden im Stich»: Guy Parmelin (links) und Beat Jans. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Peter Schneider)
Erstmals in der Geschichte der Schweiz leistet der Bund nach einer Brandkatastrophe direkte Zahlungen an Geschädigte. Die Landesregierung hat gestern ein Hilfspaket verabschiedet, das pro Opfer einen Solidaritätsbeitrag von 50’000 Franken vorsieht. Insgesamt rechnet der Bund mit Kosten von rund acht Millionen Franken, berichtet der Tages-Anzeiger.
«Die moderne Schweiz hat noch nie einen Brand dieses Ausmasses erlebt», sagte Bundespräsident Guy Parmelin (SVP). Da das bestehende System der Haftpflichtversicherungen bei Grossereignissen an Grenzen stosse, sei staatliche Hilfe notwendig. «Wir lassen niemanden im Stich», versicherte Justizminister Beat Jans auch auf Englisch und Italienisch mit Blick auf die vielen ausländischen Opfer.
Zusätzlich zu den Sofortzahlungen stellt der Bund weitere 20 Millionen Franken in Aussicht, sofern eine einvernehmliche Vergleichslösung mit den Versicherungen und Verantwortlichen erzielt wird.
Trotz Kritik von SVP und FDP, die primär den Kanton Wallis in der Pflicht sehen, soll das Parlament bereits im März über die Vorlage beraten. Ziel ist es, dass die ersten Gelder noch in diesem Frühling fliessen.
Schweiz · Tourismus
They ❤️ Idaplatz

Bald blühen hier in der Nähe wieder Kirschbäume: Idaplatz in Zürich. (Foto: Zürich Tourismus)
Die USA sind zur zweitwichtigsten Gruppe ausländischer Tourist:innen in der Schweiz aufgestiegen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der US-Gäste mehr als verdoppelt. Damit liegen sie bei den Logiernächten nur noch knapp hinter Spitzenreiter Deutschland.
Gemäss SRF gelten Gäste aus den USA in der Branche als «perfekte» Tourist:innen. Sie reisen saisonunabhängig, nutzen intensiv den öffentlichen Verkehr und sind aussergewöhnlich spendabel. Laut Schweiz Tourismus geben sie durchschnittlich 260 Franken pro Tag aus, also deutlich mehr als deutsche Gäste (150 Franken).
«Ich glaube nicht, dass es im gleichen Stil weitergeht.»
Trotz des schwachen Dollars und politischer Unsicherheiten habe die Reiselust der Amerikaner:innen bisher nicht abgenommen, heisst es im Artikel. «Auch wir sind davon erfreut, aber auch ein bisschen überrascht», sagt Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus. Doch der Aufwärtstrend werde voraussichtlich nicht weiter anhalten. «Ich glaube nicht, dass es im gleichen Stil weitergeht.»
Hervorragende Mitbringsel finden US-Tourist:innen (und alle anderen selbstverständlich auch) übrigens im Shop von Tsüri.ch. Es muss ja nicht immer I ❤️ NY sein.
Schweiz · 💥
Tätsch in Tätsch

Ein Knall erschüttert das Frühlingsidyll. (Screenshot: NZZ)
Eine gewaltige Explosion hat am gestrigen Mittag die Region Illnau-Effretikon ZH erschüttert und war gemäss NZZ bis in die Stadt Zürich zu hören.
Auf der Versuchsanlage «Tätsch» misslang die geplante Vernichtung von mehreren hundert Kilogramm altem Sprengstoff durch eine private Firma. Statt wie beabsichtigt kontrolliert abzubrennen, detonierte das Material um 13.07 Uhr und riss einen zehn Meter breiten Krater in den Boden.
«Die Mitarbeiter der Sprengfirma wollten das Material verbrennen», erklärte Florian Frei, Mediensprecher der Kantonspolizei. Die darauffolgende unvorhergesehene Detonation war so gewaltig, dass sogar der Erdbebendienst die Erschütterung registrierte.
«Es sieht aus, als habe eine Bombe eingeschlagen!»
Die Druckwelle beschädigte umliegende Gebäude: Fenster zerbarsten, Dächer wurden abgedeckt und Garagentore eingedrückt. Ein Mitarbeiter der Elektrizitätswerke, der ein beschädigtes Trafohäuschen besichtigte, zeigte sich fassungslos: «Es sieht aus, als habe eine Bombe eingeschlagen!»
Zwei Mitarbeiter der Sprengfirma erlitten leichte Verletzungen. Ein lokaler Bauer sorgt sich zudem um seine Tiere: «Ich vermute, dass sie nun taub sind», sagte er mit Blick auf seine Schafe nahe der Unglücksstelle.
Die genaue Ursache der Fehlfunktion und die Art des Sprengstoffs werden derzeit von Spezialist:innen der Spurensicherung untersucht.
Wie baut man eine Community auf?*
*Kooperation mit dem Community Summit.
Statt mehr auf Instagram zu posten, fragen sich immer mehr Organisationen und Firmen: Wie schaffen wir echte Netzwerke und gewinnen loyale Fans? Genau das steht am 1. Community Summit im Zentrum.
Organisiert von Tsüri.ch (Herausgeber des 6iBriefs) erwarten dich die spannendsten Cases der Schweiz:
On: Wie man weltweite, lokale Lauf-Communitys aufbaut.
Digitec Galaxus: Warum radikale Transparenz Vertrauen schafft.
Selma Kuyas: Wie Mitarbeitende zu Markenbotschafter:innen werden.
Das Programm füllt sich, die ersten Tickets sind weg. Hol dir jetzt noch dein Early-Bird-Ticket.
💰 Zitat des Tages
«Die FIFA ist eine Diktatur!»

Blatter nimmt kein Blatt vor den Mund. (Screenshot: Welt/Valeriano Di Domenico)
Genau heute vor zehn Jahren ging ein Aufatmen vom Maracanã in Rio bis zum Wembley Stadium in London: Endlich ein neuer FIFA-Präsident! Das Problem, im Nachhinein betrachtet: Gianni Infantino war und ist noch schlimmer als Sepp Blatter. Letzterer, ein Walliser, wirft nun tatsächlich Ersterem, ebenfalls einem Walliser, Korruption vor. Das zeigt: Die Lage ist ernst.
Im Gespräch mit Axel-Springer-Medien kurz vor seinem 90. Geburtstag zeichnet Blatter das Bild eines Fussball-Weltverbandes, der unter Infantino zu einer moralischen Einöde verkommen sei. Dabei wählt Blatter drastische Worte für das Verhältnis zwischen dem aktuellen Verbandschef und dem US-Präsidenten: «Natürlich wird sich Trump (an der WM) inszenieren, das macht er doch jetzt schon! Dafür braucht er seinen neuen Freund, den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. Wobei der Ausdruck Komplize besser passt als Freund.»
Auch die Führung der FIFA wird von Blatter scharf attackiert. Er beschreibt seinen Nachfolger als einen «Sonnenkönig», der den Kontakt zur Basis verloren habe und den Verband autokratisch führe. Die Unabhängigkeit des Fussballs sieht er durch finanzielle Interessen gefährdet. «Die FIFA ist abhängig vom Geld aus Saudi-Arabien», sagt Blatter. «Wer ist heute die FIFA? Sie besteht nur noch aus ihrem Präsidenten Infantino. Die FIFA ist eine Diktatur!»
Pro-Tipp: Google Projektion, Psychoanalyse.
Kurz-News
Alpamare bröckelt · Wegen Sicherheitsbedenken stehen die Rutschen im Alpamare in Pfäffikon SZ seit Wochen still. Grund für die Sperrung ist bröckelnder Beton an den Decken, vermutlich ausgelöst durch verrostete Armierungen. Die Betreiber sprechen von einer reinen Vorsichtsmassnahme. Aktuell erhalten Gäste 50 Prozent Rabatt auf den Eintritt in das geschichtsträchtige Bad. Eine nostalgische Ode an dieses «Stück Schweiz» liest du bei Watson.
Schweiz übernimmt Sanktionen · Ab dem 25. April 2026 verbietet die Schweiz den Kauf und Import von russischem Flüssigerdgas (LNG). Der Bundesrat übernimmt damit weitere Teile des 19. EU-Sanktionspakets, um Russlands Kriegskasse zu schwächen. Für bestehende Langzeitverträge gilt eine Frist bis Ende 2026, schreibt Blue News. Zudem wurden Krypto-Dienstleistungen für russische Akteur:innen untersagt und die Reisefreiheit für russische Diplomat:innen eingeschränkt.
Online auf der Alp · In Leuk VS sorgt ein Baugesuch von Elon Musks Starlink für heftige Kontroversen. Der Tech-Gigant plant eine Bodenstation mit 40 Antennen, wogegen lokale Ärzt:innen Beschwerde eingereicht haben; sie fürchten Strahlung und politische Abhängigkeit. Unterstützung erhält das Projekt hingegen von Schäfer Alwin Meichtry. Er nutzt das Satelliten-Internet gemäss SRF bereits heute, um seine Schwarznasenschafe zu tracken.
International
Harvard-Professor Summers tritt ab · Wegen enger Kontakte zum Sexualverbrecher Jeffrey Epstein gibt der frühere US-Finanzminister Larry Summers seine Professur an der Harvard-Universität zum Ende des akademischen Jahres auf. Die Universität bestätigte gemäss Watson, dass der Rückzug im Zusammenhang mit einer internen Überprüfung von Epstein-Dokumenten steht. Bis zu seinem Ausscheiden wird Summers weder unterrichten noch Studierende betreuen.
Island will jetzt doch in die EU · Island will die Abstimmung über einen EU-Beitritt noch in diesem Jahr vorbereiten, schreibt der Deutschlandfunk. Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir kündigte an, das Referendum über die Wiederaufnahme der Verhandlungen vorzuziehen. Grund für den Kurswechsel sind die veränderte geopolitische Lage seit dem Ukraine-Krieg und Spannungen mit den USA. Island hatte seinen Beitrittsantrag 2015 zurückgezogen, ist aber bereits eng in den EU-Binnenmarkt und den Schengen-Raum integriert.
🥕 Nützliches des Tages
Vegetarische Rezepte

Lieber auf der Wiese als im Teller: Kalb. (Foto: Unsplash/Diana Shchurova)
In meinem letzten 6iBrief werde ich dir mein Vegi-Bolo-Rezept verraten, mit dem ich noch fast jeden Karnivoren verblüfft habe. Allgemein versuche ich, möglichst auf Fleisch zu verzichten. Denn auch mir ist aufgefallen, dass es einigermassen widersprüchlich ist, Tiervideos und Rindshack zu mögen.
Eine grosse Hilfe bei diesem Unterfangen sind tolle Rezepte. Zum Beispiel jene von meiner Kollegin Julia Hofer beim Beobachter. In ihrem Newsletter En Guete bietet die Journalistin Tipps für eine entspannte, pflanzenbasierte Küche. Ziel ist «Genuss mit Klimawirkung», ohne dabei auf den «erhobenen Zeigefinger» zu setzen.
Seit Hofers Familie weniger Fleisch isst, sei das Essen nicht langweiliger geworden. Im Gegenteil: «Wir haben in der Küche viel Neues ausprobiert.»
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Und bis morgen, wenn du magst.
Peter
PS: Heute Nachmittag werde ich nachschauen, ob bei Google der Suchbegriff «Synchronizität» trendet.




