Guten Morgen {{vorname}}
Ein Verlust bewundernswerter Frauen, die Grosses leisteten, jagt den nächsten: Nach Dolly Parton ist nun US-Aktivistin und Journalistin Gloria Steinem gestorben. Ich freue mich schon darauf, ihre Memoiren zu lesen, die in Kürze erscheinen. 💔
Heute erwarten dich hier ausserdem die Aussicht auf das Verschwinden von Papierbilletten sowie Bargeld im ÖV und Korruptionsvorwürfe gegen Staatsrätin Valérie Dittli.
Schweiz · Amok
Amoklauf in Aarau: Forensikpsychiater ordnet die Tat ein

Der Forensikpsychiater Marc Graf spricht von einem Versorgungsproblem und sagt, dass Taten wie in Aarau oft nicht aus heiterem Himmel geschehen.
(Screenshot: Tages-Anzeiger / Raisa Durandi)
Der mutmassliche Schütze von Aarau, der eine Frau (†22) tötete und sechs Menschen verletzte, lebte zurückgezogen im kleinen Juradorf Montsevelier. Hätte man die Tat verhindern können und etwas am Verhalten des 43-jährigen Mannes bemerken müssen?
Der Forensikpsychiater Marc Graf ordnet den Amoklauf ein und sagt zum Tages-Anzeiger (Artikel noch nicht online): Die Tat in Aarau sei für ihn nicht unerklärlich, es gebe Anzeichen für ein solches Verhalten. Aber die Gesellschaft schaue zu oft weg und reagiere erst, wenn eine Situation eskaliere. «Taten wie in Aarau kommen oft nicht aus heiterem Himmel», so Graf.
«Einem Menschen, dem es gut geht, der sich wohlfühlt in Beziehungen und am Arbeitsplatz, fehlt in der Regel der Anlass für dysfunktionales oder strafbares Verhalten. Dafür braucht es psychische Schwierigkeiten oder Auffälligkeiten», sagt Graf.
Doch wann werden psychische Störungen für schwere Gewalt relevant? «Nur ein sehr kleiner Teil der Menschen mit schweren psychischen Störungen begeht schwere Straftaten», sagt Graf. Erhöht sei das Risiko, zum Täter zu werden, etwa bei Schizophrenie oder Suchtmittelkonsum. «Wir als Gesellschaft tun zu wenig dagegen.»
Graf fordert eine bessere Zusammenarbeit sozialer und behördlicher Stellen, ein besseres Case-Management und niederschwellige Angebote. Denn ein kleiner Teil psychisch belasteter Menschen falle durch die Maschen des Versorgungssystems.
Schweiz · Verkehr
Papierbillete und Bargeld im ÖV sollen verschwinden

Tschüss Papiertickets? Die Branchenorganisation Alliance Swisspass bestreitet die Pläne.
(Screenshot: Watson / Keystone)
Verschwinden Papierbillette vom Automaten und das Bezahlen mit Bargeld im öffentlichen Verkehr? Das schreibt zumindest K-Tipp unter Berufung auf interne Protokolle vom Juli 2026. Laut dem Bericht will die Branchenorganisation für Bahn und Bus, Alliance Swisspass, Bargeld und Papierbillets bis Ende 2029 abschaffen und die ersten Schritte dafür bereits 2027 einleiten.
So sollen Billettautomaten in Basel und in der Zentralschweiz durch 400 neue Verkaufsgeräte ersetzt werden und die Tickets direkt auf den Swisspass oder eine aufladbare Prepaid-Karte geladen werden. Zahlbar seien die Tickets dann nicht mehr mit Bargeld, schreibt Watson.
Gegenüber Blick bestreitet Alliance Swisspass diese Pläne. «Die ÖV-Branche hat keinen Beschluss gefasst, wonach innert zwei bis drei Jahren schweizweit bestimmte Automaten eingeführt werden müssen», sagt Mediensprecher Philipp Bosshard. Es gebe auch «keinen Beschluss über höhere Preise für nicht-digitale Billette», wie K-Tipp ebenfalls berichtete.
Ein einheitlicher Standard der künftigen ÖV-Grundversorgung befinde sich derzeit laut Bosshard in der Ausarbeitung. Sobald er verabschiedet sei, werde er von den Transportunternehmen und Verkehrsverbünden in die Praxis umgesetzt. Allerdings sei die Sorge, dass im ÖV in Zukunft nur noch digital bezahlt werden könne, unbegründet. Bosshard: «Auch künftig sollen alle den öffentlichen Verkehr einfach nutzen können.»
Schweiz · Politik
Korruptionsvorwürfe gegen
Staatsrätin Valérie Dittli

Vorwürfe gegen Valérie Dittli: Sie soll eine Spende eines Winzers angenommen haben. (Screenshot: Keystone / Laurent Gillieron)
Liess sich Valérie Dittli für ihre politische Arbeit beschenken? Wie SRF berichtet, hat ein Waadtländer Weinunternehmer Dittli fast 20’000 Franken auf ein Parteikonto eingezahlt. Eine Sektion der Waadtländer Mitte-Partei warf der Waadtländer Staatsrätin vergangene Woche vor, sie habe im Juli unerlaubt ein Parteikonto auflösen und den Betrag von über 20’000 Franken abziehen wollen. Dittli bestritt, dass sie das Konto aufheben wollte.
Jetzt ist bekannt, dass das Geld vom Waadtländer Unternehmer Jürg Stäubli kam, der auch im Weingeschäft aktiv ist. So haben vier Firmen des Unternehmers je 4950 Franken auf das Konto überwiesen. Der Grossteil der Spende erfolgte am Tag, nachdem Dittli bekannt gegeben hatte, die Waadtländer Regierung unterstütze die kantonale Weinbranche mit über 17 Millionen Franken. Für das Regierungsgeschäft trug sie die Verantwortung – doch Regierungsmitglieder dürfen Geldbeträge nicht akzeptieren.
Dittli sagt, der Betrag sei kein Geschenk gewesen, sondern als Wahlkampfspende gedacht. «Jürg Stäubli hat den Betrag und den Zeitpunkt der Überweisung selbst gewählt. Das liegt nicht in meiner Verantwortung», sagt Dittli. Und das Hilfspaket für die Weinbranche sei von ihrem Amtsvorgänger vorbereitet worden.
Drohen ihr nun Konsequenzen? Der Waadtländer Strafrechtsexperte Loïc Parein kann sich vorstellen, dass die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Korruption eröffnet. Gegen Dittli, die die Mitte-Partei vergangene Woche verlassen hat, laufen bereits zwei Strafverfahren, unter anderem wegen Amtsmissbrauchs.
Zitat des Tages
«We badly need to raise our boys more like our girls.»

Gloria Steinem ist in ihrem Zuhause in New York City gestorben.
(Screenshot: BBC)
Die amerikanische feministische Ikone, Journalistin und Aktivistin Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. In einem Instagram-Beitrag teilte ihre Stiftung mit, dass sie am Mittwoch in ihrem Haus in New York City «friedlich verstorben» sei, «umgeben von vielen Menschen, die sie liebten». «Glorias fast ein Jahrhundert auf dieser Erde waren gut gelebte Jahre, und sie setzte sich bis zum allerletzten Moment für Gleichberechtigung ein», heisst es im berührenden Beitrag.
Ihre letzten Jahre habe Steinem mit den beiden Dingen verbracht, die sie am meisten liebte: mit anderen zusammen zu sein und zu schreiben. Sie empfing Hunderte von Gästen in ihrem Wohnzimmer zu ihren «Talking Circles». Diese Tradition soll nun weiterleben und ihr Haus dauerhaft «zu einem Zentrum für Bewegungen für soziale Gerechtigkeit» werden.
Um ihr Haus als dauerhaften Standort für die feministische Bewegung zu sichern, bat Steinem alle, die ihr mit einer Geste gedenken möchten, um eine Spende für ihre Stiftung.
Steinem begann ihre Karriere Anfang der Sechzigerjahre als Journalistin in New York und war später Mitbegründerin des «Ms.»-Magazins. In den 1970er-Jahren setzte sich Steinem unter anderem für die reproduktiven Rechte von Frauen ein und gründete die «Women’s Action Alliance» mit. Sie sprach sich zudem für die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe aus und protestierte gegen die Todesstrafe und die weibliche Genitalverstümmelung, wie BBC schreibt.
Am 22. September erscheinen Steinems Memoiren «An Unexpected Life» – das Zeugnis eines bemerkenswerten Lebens, wie The Guardian treffend schreibt. Rest easy, Gloria Steinem 🤍
Kurz-News
Rekordtief bei der Schweizer Kartoffelernte · Wegen der Hitze und Trockenheit fiel die Kartoffelernte in der Schweiz rekordmässig tief aus: Die Ernte ist so klein wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen vor über hundert Jahren, teilte die Branchenorganisation der Schweizer Kartoffeln Swisspatat laut SRF mit. Insgesamt wurden 333'000 Tonnen geerntet, rund 20 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Gebiete wegen drohendem Felssturz an Säntis-Nordwand gesperrt · An der Säntis-Nordwand droht ein Felssturz: Oberhalb der Schwägalp AR drohen zwischen 10'000 und 15'000 Kubikmeter Fels abzustürzen. Die Behörden sperrten deshalb als Vorsichtsmassnahme gewisse Gebiete. Wanderwege sind laut Watson aber keine betroffen.
Swiss-Maschine setzt Notruf ab · Eine Maschine der Swiss rief auf dem Weg von Zürich nach New York über dem Nordatlantik die allgemeine Notlage 7700 aus. Der Flieger landete gestern Abend ausserplanmässig in St. John's im kanadischen Neufundland, wie Blick berichtet. Grund dafür war ein medizinischer Zwischenfall bei einem Passagier, teilt die Swiss mit.
International
KI-Verbot an New Yorker Schulen · Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani verbannt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht für Schüler:innen zwischen sieben und 14 Jahren für das Schuljahr 2026/2027. Die Massnahme betrifft fast 600'000 Schüler:innen an öffentlichen Schulen der Klassen zwei bis acht. Lehrkräfte dürfen laut Watson weiterhin KI für die Unterrichtsplanung und operative Aufgaben nutzen.
Bei Volkswagen fallen 50’000 Jobs weg · Der Aufsichtsrat des Autokonzerns Volkswagen hat einem Sanierungsplan gestern Abend einstimmig zugestimmt. Demnach stehen den Mitarbeitenden Sparmassnahmen bevor: Bis 2030 werden laut 20 Minuten 50’000 Stellen gestrichen. Zudem stehen vier Werke an den Standorten Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm auf der Kippe.
🔧 Nützliches des Tages
Kunst und Spass fürs Wochenende

Ab ins Museum mit dir: Am Samstag findet wieder die Lange Nacht der Zürcher Museen statt. (Foto: Lange Nacht der Zürcher Museen)
Wenn ich du wäre, würde ich dieses Wochenende gleich zwei Highlights in Zürich besuchen. Morgen steht wieder die Lange Nacht der Zürcher Museen an. Der optimale Moment, um sich mit einem Deep Dive in die vielfältige Museumslandschaft Zürichs mal wieder richtig schön mit Kunst berieseln zu lassen! Das ganze Programm findest du hier.
Und dann würde ich wahrscheinlich noch beim Viaduktfäscht vorbeischauen. Heute und morgen gibts in und um die Bögen neben Livekonzerten und Auftritten verschiedener DJs auch diverse kulinarische Angebote, die sich lohnen. Entlang der gesamten Einkaufsstrasse kannst du ausserdem auch etliche Bars und Lounges, ein gratis Kinderkarussell für die Kleinen oder einen Karaokewagen entdecken. Viel Spass 🙃
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Happy Weekendo und bis Montag! ✨
Vanja
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