Guten Morgen {{vorname}}
Nachdem du jetzt vielleicht, wie ich, die Schlummertaste auf dem Wecker zwei- oder dreimal gedrückt hast, hilft es ganz bestimmt, mit einer positiven News in den Tag zu starten: Die Aussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt verbessern sich – wenn auch nur leicht.
Deshalb, um es mit einem meiner Lieblingszitate Ingeborg Bachmanns zu sagen, deren Geburtstag sich im Sommer zum 100. Mal jährt: «Ich sage dir: Steh auf und geh! Es ist dir kein Knochen gebrochen.»
Oder auf Tiktok-Deutsch: Rise and shine! 🌅
Schweiz · Wirtschaft
Trendwende am Schweizer Arbeitsmarkt

Gebaut wird fast immer. Jedenfalls in Zürich. (Screenshot: Watson/Keystone)
Nach zwei Jahren mit schlechten Nachrichten und einer auf 3 Prozent gestiegenen Arbeitslosenquote steht der Schweizer Arbeitsmarkt unmittelbar vor einer positiven Wende. Dies berichtet CH Media, nachzulesen bei Watson.
Während die Schweiz laut KOF-Institut ihren Titel als «Weltmeisterin der Beschäftigung» zuletzt an Länder wie Deutschland oder die Niederlande verlor, deuten aktuelle Frühindikatoren nun auf eine spürbare Erholung hin.
Das KOF-Konjunkturbarometer liegt bereits den vierten Monat in Folge über dem Durchschnitt, was die Zürcher Kantonalbank dazu veranlasst, für das laufende Jahr mit einer «graduellen Erholung des Schweizer Wirtschaftswachstums» zu rechnen.
Laut den Expert:innen des Instituts bedeutet dies: «Die Aussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt verbessern sich leicht.» Die Zuversicht stützt sich auf Umfragen unter 4500 Unternehmen, bei denen die Zahl der Betriebe mit Plänen zum Stellenaufbau jene mit Abbaugedanken übersteigt. Vor allem das Baugewerbe treibt diese Entwicklung voran, während der Handel noch um Anschluss kämpft.
Immer noch trübe Aussichten haben indes die Banker:innen. Mit 4160 Arbeitslosen liegt die Quote in der Branche bei 4,4 Prozent und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt. Im Kanton Zürich ist die Zahl der Stellensuchenden um fast ein Viertel gestiegen, berichtet die Handelszeitung. Haupttreiber ist die UBS-Integration der CS, die bis 2027 weitere Entlassungen auslösen wird.
Schweiz · Häusliche Gewalt
Jeder dritte Jugendliche greift seine Eltern an

Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich. Manchmal fliegen die Fetzen. (Foto: Unsplash/Mick Haupt)
Eine neue Langzeitstudie der Universität Zürich enthüllt ein trauriges Bild familiärer Gewalt: Rund 32,5 Prozent der Jugendlichen werden gegenüber ihren Eltern körperlich aggressiv. Damit ist etwa jede oder jeder dritte Heranwachsende zwischen dem 11. und 24. Lebensjahr mindestens einmal handgreiflich geworden – durch Schlagen, Treten oder das Bewerfen mit Gegenständen.
Besonders kritisch ist das Alter von 13 Jahren. Hier gab fast jedes sechste Kind (15,4 Prozent) an, auf die Eltern losgegangen zu sein. Das Geschlecht spielt dabei kaum eine Rolle, berichtet die NZZ. Mädchen sind laut der Studie fast genauso häufig gewalttätig wie Jungen. Auch der soziale Hintergrund oder das Bildungsniveau haben keinen massgeblichen Einfluss.
Hinter der Gewalt stecken oft Faktoren wie eine geringe Selbstkontrolle, ADHS oder Substanzmissbrauch. Auch das elterliche Vorbild prägt das Verhalten: Körperliche Gewalt durch die Eltern erhöhe das Risiko, dass ein Kreislauf der Gewalt entstehe.
Die Studienautor:innen raten zur Besonnenheit. Ein einzelner Ausraster sei kein Grund zur Sorge. Problematisch werde es laut den Expert:innen erst, wenn es zu einem Muster komme, wenn es also immer wieder Angriffe gebe, diese intensiver würden oder wenn jemand auch gegenüber weiteren Personen aggressiv sei.
Schutz bietet vor allem eine enge Bindung zu Eltern und Lehrpersonen sowie eine frühzeitige Förderung der Konfliktfähigkeit.
Schweiz · Halbierungsinitiative
Verwaltungsrat des «Nebelspalters» berät SRG

Wer nimmt auf dem SRG-Chefsessel Platz? (Foto: Unsplash/Ajeet Mestry)
Die SRG steht vor der Wahl einer neuen SRF-Direktion, doch der Auswahlprozess sorgt gemäss der Republik für politische Diskussionen. Der zuständige Nominationsausschuss lasse sich nämlich ausgerechnet von der Zürcher Personalberatung Roy C. Hitchman AG unterstützen. Deren Partner Sandro Rüegger sitzt im Verwaltungsrat des rechtsbürgerlichen «Nebelspalters».
Kritiker:innen befürchten eine politische Einflussnahme, da der «Nebelspalter» und die eng verbundene «Weltwoche» für Positionen am rechten Rand bekannt sind. Zudem gilt Anita Richner, die Ehefrau von «Nebelspalter»-Chef Markus Somm, als eine der Favoritinnen für den Chefposten bei TV und Radio.
Sowohl die SRG als auch das Beratungsunternehmen betonen im Artikel die Professionalität des Verfahrens: Die SRG erklärt, die Suchfirma habe «weder auf das Anforderungsprofil noch auf die Entscheide der zuständigen Gremien einen Einfluss». Man habe sich wegen der Erfahrung und des Preis-Leistungs-Verhältnisses für Rüegger entschieden.
«Das ist Spekulation.»
Sandro Rüegger bezeichnet die Vorwürfe als «Spekulation». Das Verfahren werde gemäss Branchenstandards begleitet.
Parallel dazu macht die Republik bekannt, dass SRG-Verwaltungsrätin Ursula Gut-Winterberger per Ende 2025 zurückgetreten ist. Laut eigenen Angaben stehe dies jedoch nicht im Zusammenhang mit der Personalie oder der anstehenden Abstimmung über die Halbierungsinitiative am 8. März.
🦥 Zitat des Tages
«Snoozer sind nicht Loser»

Weg mit dem Tracker: Schlafforscherin Christine Blume (Screenshot: Tages-Anzeiger/Dominik Plüss)
«Snoozers are, in fact, losers.» So stand es vor 13 Jahren im New Yorker: Schlummerer:innen sind tatsächlich Verlierer:innen (spätestens nach dieser Gender-Übung bist du hellwach). Ich hatte damals gegähnt – und einfach nochmals sieben Minuten weitergeträumt.
Nun bin ich kürzlich über ein hochspannendes Interview gestolpert, das mir – und allen anderen Siebenschläfer:innen da draussen – nach all den Jahren Absolution erteilt. Darin sagt Schlafforscherin Christine Blume: «Snoozer sind nicht Loser.» Entgegen weitverbreiteter Meinung schade kurzes Weiterschlummern nicht.
Guter Schlaf lasse sich erlernen, sagt Blume im Tages-Anzeiger, «auch wenn man ihn verloren glaubt.» Sie warnt davor, den Schlaf zwanghaft zu optimieren, da gerade das Streben nach Perfektion oft zu Schlafstörungen führt. «Ich ermutige meine Patientinnen und Patienten, die Schlaftracker abzulegen.»
Blume sagt, dass Schlafstörungen ein Volksleiden sind, aber: «Schlechter Schlaf gehört nicht einfach zum Leben, auch nicht im Alter.» Statt Gadgets empfiehlt sie Psychotherapien, um das natürliche Körpergefühl zurückzugewinnen. «Dabei lernen Menschen, ihr Verhalten und Denken über Schlaf zu verändern – und können dann wieder gut schlafen.»
Mich beschäftigt jetzt noch eine andere Frage: Wie würde wohl Hanspeter Burri «Schlummerer:innen» sagen?
Kurz-News
Hilfe nach Brandtragödie · Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS haben betroffene Eltern den Verein Swisshearts ins Leben gerufen. Ziel ist gemäss SRF die schnelle finanzielle Unterstützung von Familien, um Kosten für Transport und Unterkunft bei Spitalaufenthalten zu decken. Besonders für Angehörige, deren Kinder in weit entfernten Kliniken liegen, sei direkte Hilfe nötig, da Versicherungszahlungen oft zu lange dauern.
Entschädigung nach Bergsturz · Die Betroffenen des Bergsturzes in Blatten VS erhalten für ihr verschüttetes Bauland eine Entschädigung von 130 Franken pro Quadratmeter. Insgesamt stehen 19 Millionen Franken zur Verfügung, die von der Glückskette (15 Mio.) und dem Bund (4 Mio.) stammen. Das Geld soll gemäss 20 Minuten helfen, neuen Wohnraum zu schaffen, kann den Totalverlust jedoch nicht vollumfänglich ersetzen.
Gold, Silber und Bitcoin stürzen ab · Nach Höhenflügen erleben Gold und Silber einen massiven Kurseinbruch. Gold verlor innert drei Tagen 14 Prozent an Wert, während Silber sogar um ein Drittel einbrach. Auslöser ist gemäss Tages-Anzeiger die Nominierung des als seriös geltenden Kevin Warsh für die US-Notenbank Fed, was Spekulanten aus dem Markt drängte. Auch der Bitcoin fiel deutlich auf rund 78’000 Dollar. Trotzdem bleiben die Aktienmärkte stabil: An der Schweizer Börse stieg der Handelsumsatz im Januar gemäss Cash deutlich um 23,1 Prozent auf 105,4 Milliarden Franken.
International
Infantino für Russland · Der Schweizer Fifa-Boss Gianni Infantino spricht sich gemäss Spiegel für die Wiederzulassung russischer Fussballmannschaften zu internationalen Wettbewerben aus. Besonders auf Jugendebene sei dies notwendig, da das bisherige Verbot laut Infantino nur zu Frustration und Hass geführt habe. Während russische U15-Teams bereits wieder teilnehmen dürfen, waren U17-Pläne 2023 am Widerstand europäischer Verbände gescheitert. Die Fifa hatte Russland 2022 offiziell ausgeschlossen.
Clintons sagen aus · Bill und Hillary Clinton haben zugestimmt, im Rahmen der Jeffrey-Epstein-Untersuchung vor dem US-Kongress auszusagen. Damit wenden sie gemäss BBC eine drohende Abstimmung über eine Missachtung des Parlaments ab. Bill Clinton war mit dem 2019 verstorbenen Sexualstraftäter bekannt, bestreitet aber jegliches Wissen über dessen Verbrechen. Es ist das erste Mal seit 1983, dass ein ehemaliger US-Präsident vor einem Kongressausschuss aussagt.
🦓 Nützliches des Tages
Sichere Schulwege

Soll keine Mutprobe sein: Der Gang über den Zebrastreifen. (Foto:Unsplash/Jon Torres)
Das nützlichste Gedicht, das ich auswendig kann, geht so: «Warte, luege, lose, loufe.» Eingetrichtert wurde es mir vom Schulpolizisten Hegi. Ich bin ihm heute noch dankbar dafür. Gerade in Ländern, in denen Linksverkehr herrscht.
Vor rund drei Jahren machte der Beobachter die Sicherheit auf dem Schulweg zum Thema. Gemeinsam mit der Rechercheplattform Correctiv hat das Magazin heikle Stellen im Strassen- und Wegnetz kartografiert. Grundlage waren knapp 600 Meldungen von Eltern, Lehrer:innen und Schüler:innen. Die am häufigsten genannten Probleme waren: überhöhte Geschwindigkeit, zu hohes Verkehrsaufkommen, mangelnde Sicht und fehlende Fussgängerstreifen.
Das Projekt «Achtung Schulweg!» geht nun in die nächste Runde: Mit schulweg.ch lanciert der Beobachter gemeinsam mit dem Verein moveable, Pedestrian Mobility Switzerland und dem Fonds für Verkehrssicherheit FVS eine neue Plattform. Sie soll dazu beitragen, dass Kinder ihren Schulweg selbständig absolvieren können, schreibt einer der Initianten auf Linkedin.
Auch sehr nützlich für erwachsene Menschen, die auf dem Weg ins Büro noch träumen. 🙋♂️
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Und bis morgen, wenn du magst.
Peter
PS: Ich habe dir ja gestern meine Vorliebe für Film-Verrisse verraten. Wenn es dir gleich geht wie mir, möchte ich dir diese Perle nicht vorenthalten (auf Englisch). Es geht um einen berühmten Regisseur, der seinen Ruf mit einem KI-Gruselstück aufs Spiel setzt.



