Guten Morgen {{vorname}}
Flemming Ornskov, Konzernchef des Pharmaunternehmens Galderma, verdiente im vergangenen Jahr 17,5 Millionen Franken. Für seine Krankenkasse bezahlt er trotzdem nicht mehr als Otto-Normalverdienende im Kanton Zug.

Der Pharmamanager ist aber nicht nur auf Rosen gebettet. Sein Risiko, chronisch zu erkranken, ist signifikant tiefer als bei Menschen mit tiefem Einkommen.

Man würde es ihm noch mehr gönnen, führte die Schweiz endlich einkommensabhängige Krankenkassenprämien ein.

Schweiz · Gesundheit

Armut macht krank

Kein Geld, viele Pillen. (Foto: Unsplash/Elsa Olofsson)

Daten der Krankenkasse Helsana zeigen, dass Menschen mit tieferem Einkommen deutlich häufiger an chronischen Erkrankungen leiden. Besonders extrem ist der Unterschied bei Depressionen und chronischen Schmerzen, von denen die ärmste Schicht dreimal so oft betroffen ist wie die reichste.

«Menschen mit niedrigem Einkommen haben wohl eher Berufe, die krank machen, oder leiden unter Geldstress», sagt Wirtschaftsstatistiker Kurt Schmidheiny von der Uni Basel in den Tamedia-Zeitungen. Zudem erhalten ärmere Menschen dreimal häufiger starke Schmerzmittel wie Opioide, was das Risiko von Abhängigkeiten erhöht.

«Viele Betroffene verzichten aus Angst, Franchisen und Selbstbehalt nicht bezahlen zu können, möglichst lange auf einen Arztbesuch», sagt Laura Brechbühler von Caritas Schweiz. Das führe oft zu schweren Krankheitsverläufen und hohen Folgekosten.

Und wenn wir schon bei der Gesundheit sind: In einem neuen BAG-Bericht steht, dass sich der Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz verschlechtert hat. Besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen, bei denen psychische Probleme, Klinikaufenthalte wegen Suizidversuchen und körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen stark zunahmen.

Als Ursachen gelten gestiegener Leistungsdruck in Schule und Lehre sowie problematische Social-Media-Nutzung. Eine Expertin rät auf SRF dennoch zur Vorsicht bei der Interpretation, da Mädchen Symptome oft klarer äussern. Unabhängig vom Geschlecht fordern Fachleute, den enormen Druck auf Jugendliche zu senken.

Schweiz · 🏝️

EDA muss immer mehr Touristen aus der Patsche helfen

Gestrandet und kein 5G. (Foto: Unsplash/Anastasiia Nelen)

Wenn selbst der Lonely-Planet-Reiseführer oder Insta-Travel-Influencerinnen nicht mehr weiter wissen, hilft dir in den Ferien nur noch einer: Ignazio Cassis.

Dessen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) musste im vergangenen Jahr 1238 Mal konsularische Hilfe leisten, berichtet die NZZ. Das bedeutet einen Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Meist ging es um Inhaftierungen, Erkrankungen oder Todesfälle.

Marianne Jenni, Direktorin der Konsularischen Direktion, begründet die Zunahme mit einem komplexeren geopolitischen Umfeld und veränderten Reisegewohnheiten: Krisen und Spannungen häuften sich, ebenso Naturkatastrophen. Gleichzeitig nehme der Drang zu Abenteuerreisen in riskante Länder zu.

Vor Beginn der Sommerferien empfiehlt das Aussendepartement, sich den Begriff Eigenverantwortung auf der Packliste zu notieren. Das EDA greift erst ein, wenn Betroffene sich nicht mehr selbst helfen können. Zudem ist seine Macht begrenzt. Bei Verhaftungen fordert die Schweiz zwar faire Verfahren, kann aber nicht in die lokale Justiz eingreifen. Auch Evakuierungen organisiert Bern im Regelfall nicht selbst. Hierfür sind die lokalen Behörden zuständig.

Und gratis rücken Cassis’ Leute erst recht nicht aus. Für diplomatische Interventionen nach ungenügender Reisevorbereitung wird ein Stundenansatz von 150 Franken verrechnet. Kostenlos ist hingegen die EDA-Helpline.

Deshalb gilt: Wenn jemand eine Reise unternimmt, dann soll sie oder er sich zunächst gut vorbereiten, ausreichend versichern und in der Travel-Admin-App registrieren – um danach hoffentlich nur Schönes erzählen zu können.

🍇 · SVP vs Lega

Zoff bei Tessiner Rechtsparteien

Trennen sich: Lega und SVP. (Screenshot: SRF/Francesca Agosta)

Die Tessiner Rechtsparteien Lega und SVP beenden ihre Zusammenarbeit. Die SVP Tessin tritt bei den Regierungsratswahlen im April 2027 mit einer eigenen Liste an. Damit wackeln die zwei bisherigen Sitze der Lega in der fünfköpfigen Kantonsregierung.

Hauptverantwortlicher für das Ende der Allianz ist Lega-Staatsrat Claudio Zali. Dieser beschimpfte die SVP-Fraktion im Kantonsparlament als «Nullen» und erklärte, sich den Grünen näher zu fühlen. Nach Zalis erneuter Kandidatur war eine gemeinsame Liste für die SVP ausgeschlossen.

Die Trennung verändert das politische Kräfteverhältnis im Tessin grundlegend, berichtet das Echo der Zeit auf SRF. Erst die Listenverbindung der Lega (15 Prozent Wähleranteil) mit der kleineren SVP (10 Prozent) machte die zwei Regierungssitze möglich. Während die Lega an Profil verlor, tritt die wachsende SVP immer selbstbewusster auf.

Vom Bruch profitieren indes fast alle anderen Parteien. Sowohl die FDP als auch das linke Bündnis aus SP und Grünen wittern nun Chancen, die Lega zu bedrängen.

😮 Zitat des Tages

«Jodeln ist unsere fünfte Landessprache»

Freut sich aufs Eidgenössische: Jodelprofessorin Nadja Räss. (Foto: nadjaraess.ch)

Wer mit Jodeln nichts anfangen kann oder Brauchtum mit SVP-Buurezmorge verwechselt, sollte Nadja Räss zuhören. «Ein sehnsüchtiger Jodel geht ans Herz», erklärte mir die Musikerin, als ich sie vor ein paar Jahren in Luzern traf. Volksmusik sei immer wieder politisch missbraucht oder von Parteien vereinnahmt worden, um Heimatgefühle zu fördern. «Da mache ich nicht mit.»

Ab übermorgen findet in Basel das Eidgenössische Jodlerfest statt. Nadja Räss, frischgebackene Gewinnerin des Grand Prix Musik, wird natürlich auch teilnehmen, gemeinsam mit ihrem Vater Franz und dem Jodelklub «Waldstatt Echo». Die Schweizer Familie hat die 46-Jährige bei den Proben in Einsiedeln besucht. «Ein Eidgenössisches in der Stadt bietet uns die einmalige Möglichkeit, das Jodeln an Orte zu bringen, wo man es sonst vielleicht nicht erwartet», sagt Räss im Artikel. «Das ist ein wahrer Glücksfall.»

Möglicherweise wäre Jodeln ja ein Mittel, um den Röschtigraben, den Stadt-Land-Graben und andere Gräben zuzuschütten. Nadja Räss, die an der Hochschule Luzern Jodeln unterrichtet und grossen Anteil daran hat, dass das Jodeln heute als immaterielles Kulturerbe der UNESCO gilt, sagt auf jeden Fall: «Jodeln ist unsere fünfte Landessprache.»

Kurz-News

Hitze bremst Stromproduktion · Die anhaltende Hitzewelle setzt die Schweizer Stromversorgung unter Druck. Das AKW Beznau hat wegen der hohen Aare-Temperaturen die Produktion für mindestens zwei Tage halbiert, um den Gewässerschutz einzuhalten. Bei anhaltender Hitze droht der totale Stillstand, heisst es im Tages-Anzeiger. Gleichzeitig sind die Stauseen mit einem Füllstand von 29 Prozent unterdurchschnittlich gefüllt. Die Versorgungssicherheit der Schweiz ist laut ElCom derzeit aber nicht gefährdet.

Reiche werden reicher · Die Vergütungen für Schweizer Konzernchefs sind 2025 markant gestiegen. Laut der Stiftung Ethos erhielten acht Spitzenverdiener – allesamt Männer – ein Lohnpaket von über zehn Millionen Franken. Spitzenreiter ist Galderma-Chef Flemming Ornskov mit 17,5 Millionen Franken. Auf den Plätzen zwei und drei folgen gemäss SRF David Layton (Partners Group, 16 Mio.) und Novartis-Chef Vasant Narasimhan (15,2 Mio.).

Hildegard Fässler gestorben · Die langjährige St. Galler Nationalrätin und SP-Fraktionspräsidentin Hildegard Fässler ist mit 74 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Sie sass von 1997 bis 2013 im Nationalrat und leitete von 2002 bis 2006 die Bundeshausfraktion, heisst es im St. Galler Tagblatt. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth würdigte ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit. Zuvor war die Mathematikerin auch im St. Galler Kantonsrat aktiv.

International

Bahnstörung in Deutschland behoben · Nach einem bundesweiten Stillstand wegen einer IT-Störung läuft der Zugverkehr der Deutschen Bahn seit dem frühen Morgen wieder an. Ein Ausfall im digitalen Bahnfunk hatte den Verkehr aus Sicherheitsgründen lahmgelegt. Laut Konzernchefin Evelyn Palla konnte die Lage per Notfallsystem stabilisiert werden. Reisende müssen gemäss der deutschen Tagesschau jedoch weiterhin mit Folgeverspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen rechnen.

Algen-Fiasko in Washington · Donald Trumps Expresssanierung des Reflecting Pool in Washington zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit droht ein Debakel zu werden. Der US-Präsident wollte das berühmte Bassin in Flaggenblau erstrahlen lassen. Doch kurz nach der Fertigstellung bildete sich ein riesiger, grellgrüner Algenteppich, berichtet die NZZ. Zudem löste sich der neue Farbanstrich in grossen Fetzen ab. Das Wasser muss nun für Reparaturen erneut abgelassen werden. Und schuld sind wie immer bei Trump: die anderen.

Nützliches des Tages

Glühwürmchen

Hochzeit der Leuchtkäfer. (Foto: Unsplash/Kevin Wang)

Heute ist Johannistag, Christinnen und Christen feiern das Hochfest der Geburt Johannes’ des Täufers. Es handelt sich dabei auch um eine Art kirchliche Mittsommerparty.

Wenn du auf dem Abendspaziergang also plötzlich seltsame Leuchtpunkte auf der Wiese entdeckst, könnten das Reste eines Johannisfeuers von vergangener Nacht sein oder, wenn du Glück hast, Johanniskäfer, besser bekannt als Glühwürmchen, die sich in diesen Tagen und Wochen paaren.

Das wäre dann ein gutes Zeichen: Leuchtkäfer sind Indikatoren für intakte Biotope, wo keine Pestizide zum Einsatz kommen und es kaum Lichtverschmutzung gibt.

Zu beobachten gibts die sympathischen Tierchen derzeit etwa auf dem Waldfriedhof Schaffhausen. Oder jederzeit im bezaubernd komischen Film A Midsummer Night's Dream aus dem Jahr 1999.

PS: In einem halben Jahr ist Weihnachten!

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Glad Midsommar!

Peter

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