Guten Morgen {{vorname}}
Was genau bedeutet eigentlich der Spruch: «Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss»? ChatGPT schreibt: «Solange man von etwas Unangenehmem oder Problematischem nichts weiss, beschäftigt es einen auch nicht.»

Das Bonmot stammt aus einem Gedicht von Goethe. Und es gilt den Hochschulen als Leitspruch für den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Kontrolliert, ob eine Arbeit von ChatGPT stammt oder aus der Feder der Studierenden, wird kaum. Man setzt auf «Kompetenz statt Kontrolle».

Ebenfalls von Goethe stammt die Zeile: «Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.» Das gilt dann wohl auch für KI-Plagiate.

Schweiz · 🥐

Wer bezahlt die Rechnung für das Bürgenstock-Gipfeli?

Viel Polizei im Einsatz. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Fabrice Coffrini)

«Dieser Ort ist wunderschön», sagte J. D. Vance, «ein sehr, sehr guter Tag» sei es gewesen, man habe viele Fortschritte erzielt, and I’m feeling good (hat er zwar nicht gesagt, aber so klingt es gerade – zumindest in meinen Ohren).

Was machte den US-Vizepräsidenten gestern Mittag so happy? Die gemäss seiner Darstellung erfolgreichen Verhandlungen mit dem Iran auf dem Bürgenstock natürlich. In vier Kernpunkten hätten sich die Konfliktparteien einigen können, berichten die Tamedia-Zeitungen:

  • Eine offene Strasse von Hormus (zumindest für den Moment).

  • Die Etablierung eines neuen Gesprächskanals, um Eskalationen zu vermeiden (gilt insbesondere für den Libanon).

  • Die Zusicherung Irans, die UN-Atomaufsichtsbehörde wieder ins Land zu lassen.

  • Eine Art Roadmap für die nächsten 60 Tage, in denen weiterverhandelt werden soll.

Was Vance weniger oder gar nicht interessierte: Wer die hohen Sicherheitskosten für das kurzfristige Treffen in der Innerschweiz übernimmt. Der Kanton Nidwalden verhandelt darüber offenbar noch mit dem Bund und den Vermittlerstaaten Katar und Pakistan.

Für die Ukraine-Konferenz auf dem Bürgenstock bezahlte die Eidgenossenschaft vor zwei Jahren 15 Millionen Franken. Weil diesmal nur VIPs vom Kaliber eines J. D. Vance angereist sind, dürfte es etwas billiger kommen.

Im Artikel verteidigt SVP-Nationalrat Franz Grüter den Aufwand: «Der volkswirtschaftliche Nutzen ist um ein Vielfaches höher.» Schliesslich würden jetzt die Benzinpreise sinken und die Region ausserdem von der Werbung profitieren.

In der Bevölkerung gab es kaum Reklamationen wegen der Flugbewegungen und Strassensperren. Beat Plüss, der Gemeindepräsident von Stansstad – das am stärksten von den Sicherheitsmassnahmen betroffen war –, sagte: «Wenn solche Gespräche zu einer friedlicheren Welt führen, nehmen wir ein Wochenende Ausnahmezustand im Jahr in Kauf.»

Schweiz · KI an Unis

Die Physiker und das Prinzip Hoffnung

Bachelor im Bädele: Quai de Cologny in Genf. (Foto: Unsplash/Alena Shahadat)

An den Schweizer Hochschulen, das fand die SRF-Tagesschau heraus, gibt es offiziell nur wenige Betrugsfälle durch Künstliche Intelligenz (KI).

«Offiziell.»

Eine Umfrage bei 31 Institutionen zeigt, dass KI-Plagiate kaum systematisch geprüft werden und die Dunkelziffer entsprechend hoch sein dürfte. Der Grund fürs Laissez-faire: Weil KI-Detektoren unzuverlässig sind, verzichtet man auf deren Einsatz.

Deshalb setzen die Hochschulen aufs Prinzip Vertrauen – und einen kompetenten Umgang mit KI. Die Berner Fachhochschule etwa verzichtet bewusst auf eine Betrugsstatistik und fokussiert ganz auf «Kompetenz statt Kontrolle». Die ETH Zürich geht davon aus, dass die grosse Mehrheit der Studierenden ihre Arbeiten eigenständig und redlich erbringt.

Die Nutzung von Tools wie ChatGPT ist überall erlaubt, muss aber transparent deklariert werden. «Der Einsatz von KI soll das Lernen unterstützen und nicht ersetzen», heisst es bei der Universität St. Gallen. Entscheidender Bestandteil des Lernerfolgs bleibe die akademische Eigenleistung.

Um KI-Missbrauch irgendwie dann doch zu verhindern, werden Prüfungsformen angepasst. Dozierende setzen vermehrt auf mündliche Prüfungen oder praktische Leistungsnachweise.

Wie realistisch ist also das Szenario «Robo im Hörsaal, Studi in Badi»? Die Uni Lausanne winkt ab: Es sei ziemlich illusorisch, sich vorzustellen, einen vollständigen Studiengang abzuschliessen, indem man alles an die KI delegiere.

«Ziemlich.» 😉

Schweiz · 🛷

200 Millionen Franken für «Bünzli-Spiele»

shared.image.missing_image

Bundesrat Martin Pfister will Spiele, die zur Schweiz passen. (Screenshot: NZZ/Anthony Anex)

Sportminister Martin Pfister hat sich einen guten Tag ausgesucht, um für Olympische Winterspiele in der Schweiz Werbung zu machen. Bei 36 Grad im Schatten denken die meisten gerne an Schnee oder Eis.

Und so verkündete der Bundesrat gestern in Bern, dass die Regierung die Schweizer Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 mit 200 Millionen Franken unterstützen will. Es handle sich, so Pfister, um «Spiele, die zu einem kleinen, wertebasierten Land wie der Schweiz passen».

Das neue Konzept sieht gemäss NZZ vor, die Wettkämpfe dezentral in allen Sprachregionen des Landes auszutragen. Unternehmer Michael Hartweg vom Trägerverein Switzerland 2038 sagte, man müsse nicht klotzen, sondern plane «Bünzli-Spiele».

Ein entscheidender Unterschied zu früheren Projekten: Der Bund gibt keine Defizitgarantie ab. Die Organisatoren müssen die Risiken selbst tragen und die Kosten von 2,2 Milliarden Franken primär privat finanzieren. Die Bundesgelder fliessen unter anderem in die Paralympics und in die Verbilligung des öffentlichen Verkehrs.

Eine nationale Volksabstimmung sei dafür laut Bundesrat nicht nötig, da der Beschluss «nicht von grosser Tragweite» sei. Allerdings fordern SP, Grüne und SVP ein fakultatives Referendum. Frühere Kandidaturen waren regelmässig an der Urne gescheitert.

Da es keine Gegenkandidatur gibt, stehen die Chancen für die Schweiz bei einer Zustimmung von Parlament und Kantonen gut.

Elektrogeräte von zu Hause entsorgen*

*Bezahlte Partnerschaft mit Sens eRecycling

Noch nie war das Recycling von deinen ausgedienten Elektrogeräten so einfach: Electro Recycling Bag bestellen, mit bis zu 10 Kilogramm füllen und im Milchkasten deponieren. Den Rest erledigt Sens eRecycling für dich. Wertvolle Rohstoffe gelangen so zurück in den Kreislauf. Gut für dich, gut für die Umwelt.

Der Electro Recycling Bag kostet dich nur 5 Franken. Mit dem Code «TSÜRI» bekommst du sogar einen Electro Recycling Bag gratis!

Aktion gültig bis am 31. Dezember 2026, nur ein Gutschein pro Person.

Deine Werbung im 6iBrief. Melde dich hier.

🧀 Kurioses

Dieb schläft auf geklautem Gruyère

So ein Käse: Mann treibt auf Giga-Greyerzer im Heidsee. (Screenshot: Blick)

Als einer, der seine Jugend auf dem Land verbracht hat, gehörte ich zu den Jägern und Sammlern: In der Beiz sammelten wir Biergläser, auf dem Heimweg erlegten wir Strassenschilder. An den Trophäen hatten insbesondere unsere Mütter keine Freude.

Ebenfalls explizit nicht zur Nachahmung empfohlen ist der Diebstahl eines gigantischen, aufblasbaren Greyerzers. Passiert ist es am vergangenen Wochenende nach dem Mountainbike-Weltcup in Lenzerheide GR. Ein junger Mann, berichtet Blick, stibitzte den Käse mit fünf Metern Durchmesser und nutzte ihn als Floss auf dem Heidsee.

Als der Mann am Sonntagmorgen von Ausflüglern durch lautes Zurufen geweckt wurde, versuchte er, an Land zu paddeln, kam aber nicht vorwärts. Schliesslich musste der Fischereiaufseher mit dem Motorboot ausrücken.

Da weder der Käse noch Personen zu Schaden kamen, verzichten die Veranstalter auf eine Anzeige.

Kurz-News

Die Hitze dauert an · Die aussergewöhnliche Hitzewelle in der Schweiz hält bis zum Wochenende an, die Höhepunkte stehen noch bevor. MeteoSchweiz hat die Hitzewarnungen verlängert und für die Nordwestschweiz sowie Teile der Westschweiz auf die zweithöchste Stufe 4 angehoben. Bis Samstag werden verbreitet 34 bis 37 Grad erwartet. Abkühlende Gewitter bleiben im Flachland vorerst selten. Was tatsächlich Abhilfe schafft, steht etwa im Tagi.

E-Scooter-Boom bald vorbei? · Das Angebot und die Nutzung von geteilten Fahrzeugen in der Schweiz wachsen zwar weiter, verlieren aber an Dynamik. Laut neuen Zahlen der Organisation Chacomo stiegen die Buchungen von Autos, Velos und E-Scootern 2025 um neun Prozent auf 12,2 Millionen. Gleichzeitig zeichnet sich gemäss SRF eine Marktsättigung ab: Beim Carsharing und den Stationsvelos sinkt die Auslastung der einzelnen Fahrzeuge. Einzig Parkplatz-Sharing boomt mit einem Plus von 230 Prozent.

Panne bei Post · Wegen eines technischen Fehlers bei der Paketsortierung hat die Schweizerische Post zahlreichen Kund:innen zu hohe Tarife für den Service «My Post 24» verrechnet. Betroffene erhielten Nachforderungen, weil ihre Pakete angeblich zu schwer waren, heisst es im Beobachter. Grundsätzlich bestimmt bei den Automaten jedoch die Fachgrösse den Preis. Die Post hat das Problem behoben und will zu viel bezahltes Geld nun zurückerstatten.

International

Starmer tritt zurück · Keir Starmer hat seinen Rücktritt als Chef der britischen Labour-Partei angekündigt und damit den Weg für die Wahl eines neuen Premierministers freigemacht. Nach parteiinternem Druck erklärte Starmer, er sei nicht mehr der Richtige für die nächste Wahl. Er bleibt im Amt, bis im September eine Nachfolge feststeht. Als Favorit gilt gemäss BBC Andy Burnham. Die Opposition fordert Neuwahlen.

Ex-Fed-Chef Greenspan verstorben · Der ehemalige Chef der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, ist tot. Er prägte die Weltwirtschaft von 1987 bis 2006 und lenkte die USA durch mehrere Krisen. An den Märkten als «Maestro» gefeiert, sicherten seine Zinssenkungen langes Wachstum. Nach der Finanzkrise 2008 geriet sein Vermächtnis jedoch ins Wanken, berichtet das Echo der Zeit auf SRF: Kritiker:innen machten seine lockere Regulierungspolitik für das Platzen der Immobilienblase mitverantwortlich.

🐡 Nützliches des Tages

Biodiversität

Fische. (Screenshot: Guardian/Ernst Mayr Library/Museum of Comparative Zoology/Harvard University/Biodiversity Heritage Library)

Die Biodiversity Heritage Library (BHL), das weltweit grösste digitale Archiv für Naturwissenschaften, steht vor einer ungewissen Zukunft. Nach Trumps Budgetkürzungen ist die Finanzierung der Plattform nur noch bis Ende 2027 gesichert. Für den laufenden Betrieb fehlt rund eine Million Dollar pro Jahr.

Seit 20 Jahren digitalisiert das Netzwerk aus über 680 Museen, Universitäten und Bibliotheken historische Dokumente. Die frei zugängliche Schatzkiste umfasst mittlerweile 64 Millionen Seiten, darunter jahrhundertealte Manuskripte, Klimadaten, Expeditionsberichte und detaillierte Zeichnungen ausgestorbener Arten wie des Tasmanischen Tigers.

Für Forschende weltweit ist die BHL ein unverzichtbares Werkzeug, um den Klimawandel und das Artensterben zu verstehen, schreibt der Guardian.

Und ich sage dir: Es macht auch unglaublich Spass, sich ohne konkretes Ziel in dieser Bibliothek auf eine Expedition zu begeben! 🦤

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

Reply

Avatar

or to participate

Keep Reading