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Dass das alles andere als selbstverständlich ist, zeigt eine aktuelle Studie: Mehr als die Hälfte der Journalist:innen erhielt im vergangenen Jahr hasserfüllte Äusserungen oder Beleidigungen.
Schweiz · Hassrede
Journalist:innen werden beleidigt und bedroht

Eine Mehrheit der Medienschaffenden in der Schweiz erlebt Belästigungen, Hass oder Drohungen. (Screenshot: SRF/Boris Roessler)
Journalist:innen werden immer wieder angefeindet, bedroht und beleidigt. Sechs von zehn Medienschaffenden wurden im letzten Jahr mit hasserfüllten Äusserungen konfrontiert. Dies belegt eine neue Studie der ZHAW.
Vier von zehn Medienschaffenden wurden rechtliche Schritte angedroht. Elf Prozent erlebten sexuelle oder verbale Belästigung. «Das ist besorgniserregend», sagt Forschungsleiter Vinzenz Wyss. Denn das wirke sich auf das Wohlbefinden und die journalistische Arbeit aus.
Laut SRF sind jene Medienschaffenden besonders betroffen, die investigativ arbeiten oder eine interventionistische journalistische Rolle einnehmen, also beispielsweise Mächtige kontrollieren, Missstände beleuchten und Desinformation entgegenwirken wollen.
Diese Journalist:innen seien besonders wichtig und müssten vor Drohungen, Klagen und anderen Gefahren geschützt werden, sagt Forschungsleiter Vinzenz Wyss.
Neben der beruflichen Situation leidet auch die Gesundheit: Betroffene berichten von erhöhtem Burnout-Risiko, psychischer Belastung und Schwierigkeiten, nach der Arbeit abzuschalten.
Aargau · Stromnetz
Drohnensichtung über kritischer Infrastruktur

Eine grosse Drohne im Aargau stellt die Sicherheit der Stromversorgung infrage. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Adrian Moser)
Eine «ungewöhnlich grosse Drohne» flog über ein zentrales Stromwerk und niemand weiss, wer sie steuerte. Die Schaltanlage Stern von Laufenburg des Netzbetreibers Swissgrid gilt als Europas wichtigster Stromnetzknotenpunkt. Der Vorfall ereignete sich trotz einer klar ausgewiesenen Flugverbotszone rund um die Anlage.
Gemäss Tages-Anzeiger sorgt sich Daniele Mezzi, Mitte-Grossrat und Anwohner von Laufenburg, um die Sicherheit der Anlage. Augenzeugen beschrieben die Drohne als ungewöhnlich gross mit rund 2,5 Metern Durchmesser.
Auch Swissgrid bestätigt die Drohnensichtung. Laut Unternehmenssprecher bestand jedoch keine akute Gefährdung, weshalb keine weiteren Schritte unternommen wurden. Auch die Polizei hatte keine Kenntnis von dem Vorfall, der sich bereits Anfang Oktober ereignete.
Mezzi stellt nun grundsätzliche politische Fragen zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Er verweist auf die wachsenden Spannungen in Europa, auf neue Formen hybrider Kriegsführung und auf die zunehmende Gefahr gezielter Störaktionen.
Der Mitte-Grossrat warnt: Viele Anlagen seien heute stärker vernetzt, aber nicht zwingend besser geschützt.
Schweiz · Kaufkraft
Wenn Sparen unmöglich wird: Wie Parteien die Kaufkraft stärken wollen

Über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung musste im vergangenen Jahr auf ihr Erspartes zurückgreifen. (Foto: Andre Taissin/Unsplash)
Die gefühlte Kaufkraft der Schweizer Bevölkerung nimmt ab. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Umfrage von Watson in Zusammenarbeit mit Demoscope.
Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass ihnen heute weniger Geld zur Verfügung stehe als vor fünf Jahren.
Watson hat bei den Parteien nachgefragt, wie sie die Menschen entlasten wollen und welche Rezepte sie gegen die Teuerung haben.
Die SP sieht die Ursache bei den «explodierenden Mieten», die für viele zum wichtigsten Kostenfaktor geworden seien. SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer besorgt, dass Personen mit einem Haushaltseinkommen von unter 5000 Franken gar nicht mehr sparen können.
Da genüge es, einmal auf etwas Hartes zu beissen und man könne sich den Besuch beim Zahnarzt nicht mehr leisten. «Wir sprechen von grundlegenden Dingen des Alltags», sagt Meyer.
Für FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt sind die hohen Steuern und Regulierungen schuld. Diese führten dazu, dass die Schweiz wirtschaftlich ins Hintertreffen geraten sei.
Für SVP-Nationalrat Thomas Matter ist klar, dass man die Kaufkraft nur wieder ankurbelt, wenn die Zuwanderung beschränkt wird.
Mitte-Ständerätin Marianne Binder-Keller will den Fokus stärker auf die Erwerbstätigkeit von Paaren mit Familien legen. Kinderbetreuung sei in der Schweiz enorm teuer: «Wenn sich die Erwerbstätigkeit für beide Elternteile rechnet, stärkt das direkt die Kaufkraft», so Binder-Keller.
Auch GLP-Ständerätin Tiana Angelina Moser setzt sich im Parlament für eine Kita-Vorlage ein. Damit soll eine Betreuungszulage für Eltern geschaffen werden, die ihre Kinder in eine Kita schicken.
Zahl des Tages
29 Prozent
Rund ein Drittel der Schweizer Studierenden hat Depressionssymptome, berichtet das Bundesamt für Statistik. Damit treten solche Symptome bei ihnen doppelt so häufig auf wie beim Schnitt der gleichaltrigen Bewohnenden der Schweiz.
Studentinnen sind mit 35 Prozent häufiger von Depressionssymptomen betroffen als ihre männlichen Kommilitonen mit 21 Prozent.
Kurz-News
Ständerat will wieder Taschenmunition · Die bürgerliche Mehrheit in der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerats will Schweizer Soldaten wieder Munition mit nach Hause geben. Damit könne im Ernstfall wieder sofort zur Waffe gegriffen werden. Dabei gibt es gemäss SRF einen wissenschaftlich belegten Zusammenhang zwischen Schusswaffentoten und der Taschenmunition. Die Suizide mit Armeewaffen gingen zurück, seit die Taschenmunition nicht mehr an die Soldaten abgegeben wird.
Basel: «Der ESC hat sich gelohnt!» · Der Eurovision Song Contest generierte 248 Millionen Franken Umsatz und eine Wertschöpfung von 115 Millionen für die Schweiz, schreibt die Basler Zeitung. Auch in Sachen Nachhaltigkeit zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden. Es resultierte ein CO₂-Fussabdruck von 1487 Tonnen CO₂. Im Vergleich zu anderen Grossevents, wie dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest, war der ESC damit um einiges klimafreundlicher.
Keine weitere Ferienwoche für Lernende · Der Bundesrat lehnt eine sechste Ferienwoche während der Berufslehre ab. Politiker:innen aus SP, Grünen, EVP, GLP und Mitte forderten die Anpassung, um die Berufslehre attraktiver zu machen und die psychische Belastung zu senken. Laut Watson argumentiert der Bundesrat: Schon heute hätten Betriebe die Möglichkeit, ihren Lernenden mehr Ferien zu gewähren als die gesetzlich vorgeschriebenen fünf Wochen.
International
Myanmar stürmt Scam-Fabrik · Myanmars Militärjunta meldet einen weiteren Schlag gegen eine Cyber-Scam-Fabrik an der Grenze zu Thailand. Rund 350 ausländische Arbeitskräfte wurden festgenommen, dazu 10'000 Mobiltelefone beschlagnahmt. SRF-Korrespondent Martin Aldrovandi ist jedoch skeptisch: Die Chefs der Zentren würden oft vorgewarnt, lokale Milizen profitierten selbst vom Geschäft, und die Junta habe wenig Interesse, die Strukturen wirklich zu zerschlagen. Die «Scammers» sind oft selbst Opfer: angeworben mit falschen Jobversprechen, dann eingesperrt und unter Folterandrohung zum Betrug gezwungen.
Wall Street: AI-Börsenhype wackelt · Der Chiphersteller Nvidia hat mit einem enormen Firmenwert und starken Zahlen kurzzeitig für Erleichterung an der Wall Street gesorgt. Doch der Aufschwung hielt nicht lange. Die Kurse in den USA rutschten wieder ab, weil die Sorge vor einer überhitzten AI-Blase weiter wächst. Viele Investor:innen fürchten, dass Firmen zu viel Geld in künstliche Intelligenz stecken, schreibt der Guardian.
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🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
Das Wochenthema: Chemie
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Schönes Wochenende!
Yann


