Guten Morgen {{vorname}}
«No news is good news»: So lautet das bekannte englische Sprichwort. Keine Neuigkeiten sind gute Neuigkeiten. Wenn nichts passiert, müssen wir uns keine Sorgen machen.

Das neue Jahr begann anders. Mit schrecklichen News.

Die Brandkatastrophe in der Silvesternacht wird uns noch lange Zeit beschäftigen. Gewissheit herrscht seit gestern über die Identitäten aller 40 Todesopfer. Die meisten davon sind sehr, sehr jung.

Dass du diesem Newsletter trotzdem auch 2026 treu bleibst, freut mich sehr. Nur wer informiert ist, kann mitreden, sich einfühlen – und vielleicht sogar dafür sorgen, dass die Welt schon morgen eine etwas freundlichere ist.

Darum auch von mir, dem Neuen beim 6iBrief: Es guets Nöis!

Schweiz · Brandkatastrophe

Alle Verstorbenen identifiziert

Moment der Stille: Gedenkfeier in Crans-Montana. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Christian Merz)

Alle 40 Todesopfer des Neujahrsbrands in Crans-Montana VS sind inzwischen identifiziert. Wie die Walliser Kantonspolizei mitteilt, handelt es sich überwiegend um junge Menschen, viele davon Teenager.

Unter den Verstorbenen sind mehrere Schweizerinnen, zahlreiche französische Staatsangehörige, sowie Opfer aus Italien, Belgien und Portugal.

Die jüngsten Opfer waren 14 und 15 Jahre alt, mehrere weitere zwischen 16 und 17. Auch junge Erwachsene bis 33 Jahre kamen ums Leben, darunter eine Doppel- und eine Dreifachstaatsbürgerin.

Aus Respekt gegenüber den Angehörigen der Opfer machen die Behörden derzeit keine weiteren persönlichen Angaben.

«Wir werden noch viel Zeit brauchen. Aber vielleicht ist das hier heute auch der Anfang von irgendwas.»

Jana, Crans-Montana

Am Sonntagvormittag gedachten rund 2000 Menschen der Opfer bei einer bewegenden Gedenkfeier in Crans-Montana.

In und vor der voll besetzten Kirche St. Christophe herrschte tiefe Trauer, das Westschweizer Fernsehen übertrug live, wie der Tages-Anzeiger in einer berührenden Reportage berichtet.

Darin heisst es, dass Bischof Jean-Marie Lovey die richtigen Worte für das Drama fand, bei dem 40 Personen starben und 119 verletzt wurden.

Rettungskräfte sangen gemeinsam die Walliser Hymne, bevor sie in einem Trauermarsch zur Gedenkstätte nahe der Bar Le Constellation zogen und Blumen sowie Teddybären niederlegten.

Die Ermittlungen zum Brand laufen derweil weiter. Laut Staatsanwaltschaft könnten pyrotechnische Fontänen den Brand ausgelöst haben.

Gegen die Betreiber der Bar wird wegen fahrlässiger Tötung und weiterer Delikte ermittelt.

International · Krise in Venezuela

Was passiert nach Maduros Festnahme?

Unsichere Zukunft: Wie geht es in Venezuela weiter? (Screenshot: NZZ)

Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro soll heute Montag erstmals vor Gericht erscheinen. Ein New Yorker Bundesgericht setzte für 12 Uhr Ortszeit einen Termin an.

Nach der Entführung Maduros durch US-Spezialkräfte steht Venezuelas Staatsapparat ohne sein bekanntestes Gesicht da. Doch das Regime gilt keineswegs als erledigt.

Statt eines klaren politischen Übergangs herrscht ein Machtvakuum, in dem zentrale Strukturen des alten Systems weiterhin bestehen, analysiert die NZZ.

Vizepräsidentin Delcy Rodríguez übernahm formal die Führung, doch sowohl sie als auch andere hohe Funktionäre stammen aus dem engen Kreis des chavistischen Machtapparats, der über Jahre parallel zur Person Maduros gewachsen ist.

Ein «Regime ohne Kopf» bedeutet demnach nicht das Ende des chavistischen Staatsprojekts, sondern ein Übergang in eine Phase der Unsicherheit und des Ringen um Autorität.

«Ich bin froh, dass Trump diesen Mann aus dem Land geschafft hat.»

Ingrid Valbuena

In der Schweiz leben rund 1500 Personen aus Venezuela. Was in ihrem Heimatland vorgeht, beschäftigt auch sie. «Es ist alles sehr emotional», sagt etwa Ingrid Valbuena im Tages-Anzeiger. Sie betreibt mit ihrem Schweizer Mann im Grossraum Zürich einen Foodtruck.

Die Winterthurerin spricht von gemischten Gefühlen in ihrer Community. Politik sei ein schwieriges Thema in Venezuela. «Ich mag Trump nicht, ich mag seine Migrations- und Zollpolitik nicht, aber ich bin froh, dass er diesen Mann (Maduro) aus dem Land geschafft hat.»

International · Proteste im Iran

«Tod dem Diktator!»

Das iranische Regime geht mit Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vor. (Screenshot: Tagesspiegel)

Die landesweiten Proteste im Iran dauern auch nach neun Tagen an und werden immer gewaltsamer, besonders in der Hauptstadt Teheran. Das schreibt der Tagesspiegel.

Augenzeugen berichten von Zusammenstössen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften, bei denen Parolen wie «Tod dem Diktator» gerufen wurden.

Vor dem ehemaligen Stadttheater kam es zu dramatischen Szenen, als Demonstranten trotz Aufforderung nicht weichen wollten und die Polizei mit Schlagstöcken gegen die Menge vorging, darunter viele junge Frauen.

Mehrere Teilnehmer wurden festgenommen und in Minibusse gezerrt, andere suchten Schutz in nahegelegenen Geschäften.

Die Proteste begannen zunächst wegen Wirtschaftsproblemen, entwickelten sich aber schnell zu landesweiten politischen Unruhen gegen die islamischen Machthaber.

Auf der Plattform X zogen viele Iraner Parallelen zu den jüngsten Ereignissen in Venezuela, wo US-Streitkräfte den Staatschef Nicolás Maduro festgenommen haben, und warnten das iranische Regime vor ähnlichen Konsequenzen.

Nach Angaben der norwegischen Menschenrechtsorganisation Hengaw wurden in den ersten sieben Tagen mindestens 17 Menschen getötet und mehr als 500 Personen verhaftet.

Zitat des Tages

«SOON»

Tumbe Provokation oder Drohung? Das Zeuseln geht weiter. (Screenshot: X)

Ein X-Post aus dem Umfeld von US-Präsident Trump sorgt für Empörung in Dänemark und Grönland. Katie Miller, Ehefrau des engen Trump-Beraters und Vize-Stabchefs Stephen Miller, veröffentlichte ein Bild von Grönland in US-Flaggenfarben mit dem Wort «SOON» (Bald).

Und was macht Trump? Er giesst (natürlich) Öl ins Feuer. Während eines Flugs nach Washington wiederholte er gemäss Tages-Anzeiger vor Journalisten: «Wir brauchen Grönland». Die Insel sei von grosser strategischer Bedeutung, aktuell aber von russischen und chinesischen Schiffen umgeben.

Dänemark betonte darauf erneut die territoriale Integrität seines autonomen Gebietes und forderte mehr Respekt. Auch grönländische Politiker wiesen den Beitrag gemäss der der deutschen Tagesschau zurück und betonten, Grönland sei «nicht zu verkaufen».

Kurz-News

Kritik an Immunitätskommission · Grünen-Fraktionspräsidentin Aline Trede kritisiert, dass die Immunitätskommission des Schweizer Parlaments politisch geprägt sei, weil die Sitze nach Fraktionsstärke verteilt sind und oft Parteikollegen geschützt werden. Die Berner Nationalrätin sieht darin ein Demokratiedefizit, schreibt Watson. Sie will die Kommission so umgestalten, dass jede Fraktion nur ein Mitglied stellt, unabhängig von ihrer Grösse.

Neues Buch gegen Ausgrenzung · Ein Kinderbuch von Sara Aeschlimann (nicht verwandt mit dem Autoren dieser Zeilen) und Adrian Wullschleger macht sich für Inklusion und Diversität stark. «Hoch hinaus mit Leni» handelt von einem Pinguin mit ungewöhnlich langen Flügeln, der entdeckt, dass seine Besonderheit seine grösste Stärke ist. Die Autoren wollen gemäss Bund zwei Ziele erreichen: Kinder sollen ihre Fähigkeiten erkennen und gleichzeitig lernen, offen auf Menschen zuzugehen, die anders sind als sie selbst.

Homeoffice bleibt – vorerst · Schweizer Firmen setzen weiter auf hybrides Arbeiten statt vollständige Rückkehr ins Büro. Gemäss einer Blick-Umfrage erlauben die meisten hiesigen Unternehmen etwa zwei Homeoffice-Tage pro Woche, einige – wie ABB – sogar bis zu vier Tage. Einige Firmen fordern mehr Büro-Präsenz, andere setzen auf Eigenverantwortung bei der Wahl des Arbeitsorts. Eine komplette Abkehr vom Homeoffice ist bisher nicht der Trend. Der Nationalrat plant zudem Erleichterungen für Homeoffice im Arbeitsgesetz.

International

Anschlag auf Stromnetz · In Berlin verursachte ein politisch motivierter Anschlag auf eine Kabelbrücke im Südwesten der Stadt einen Stromausfall. Linksextremisten sollen Brandsätze unter Hochspannungsleitungen gelegt haben, wodurch 45’000 Haushalte ohne Strom, Heizung und Internet blieben. Notunterkünfte wurden eingerichtet, die Hilfe wird koordiniert. Die Reparaturen sind aufwendig, der Ausfall könnte gemäss SRF noch mehrere Tage dauern.

Selenski ernennt Militär zu engstem Berater · Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Kirilo Budanow, bisher Chef des Militärgeheimdiensts HUR, zum Leiter der Präsidialverwaltung ernannt. Er folgt auf Andri Jermak, der nach einem Korruptionsskandal zurücktrat. Dies berichtet die NZZ. Budanow gilt als populär, einflussreich und möglicher Präsidentschaftskandidat. Die Ernennung eines Militärs wird als Signal für eine längere Fortsetzung des Krieges gedeutet. Der HUR machte unter Budanow mit spektakulären Geheimoperationen auf sich aufmerksam.

🔧 Nützliches des Tages

War es die Nachtigall – oder doch die Lerche?

Tiefrote Augen, wunderschöne Stimme: Eudynamys scolopaceus. (Foto: Viswaprem Anbarasapandian/Unsplash)

Heute Morgen wurde ich von einem Schreivogel geweckt. Genauer: von einem besonders motivierten Exemplar des Asiatischen Koels. Weshalb ich das weiss? Dank der hervorragenden App Merlin Bird ID.

Die Software des Cornell Lab of Ornithology nutzt künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um Vogelarten anhand ihres Gesangs und ihrer Rufe zu erkennen.

Mittlerweile kann die App die Stimmen von mehr als 1300 Vogelarten weltweit identifizieren, indem sie aufgezeichnete Klänge in Spektrogramme umwandelt und mit trainierten Mustern vergleicht.

Der heutige «National Bird Day» (eine – für einmal – erfreuliche Erfindung der Amerikaner) bietet eine gute Gelegenheit, sich das kostenlose Programm aufs Handy zu laden.

Ich versichere dir: Das Sammeln der Vogelstimmen macht süchtig (und glücklich)!

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

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