Guten Morgen {{vorname}}
Eine pikante Mail an den falschen Empfänger schicken. Eine wichtige Kund:innen-Reservation vergessen. Salz statt Zucker bei einer riesigen Food-Bestellung verwenden.

Fehler bei der Arbeit können unterschiedlich schwerwiegend ausfallen. Das Stimmvolk falsch zu informieren, ist dann doch eher ein grösserer Fail: Im Abstimmungsbüchlein standen fehlerhafte Zahlen, wie ein neuer Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle zeigt.

Schweiz · Fehler

Bund informierte Stimmvolk mit falschen Zahlen

Die Berechnungen von Albert Röstis Departement waren vor dem Urnengang für den Nationalstrassen-Ausbau falsch. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Christian Pfander)

Das Abstimmungsbüchlein liefert dir alle relevanten Antworten zu den zur Abstimmung stehenden Vorlagen. Umso wichtiger, dass die Büechli ohne Fehler daherkommen – und problematisch, dass sich bereits mehrere Prognosen in diesen Unterlagen im Nachhinein als falsch erwiesen haben.

Wie ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zeigt, hat der Bund die Bevölkerung vor dem Urnengang zum Nationalstrassen-Ausbau Ende 2024 und bei weiteren Abstimmungen teilweise nicht korrekt informiert. Dies berichtet der Tages-Anzeiger.

Bei den Berechnungen für den Ausbau der Nationalstrassen fehlte beispielsweise mal eben mehr als eine Milliarde Franken. Wie die EFK in ihrem Bericht festhält, verwendete das federführende Departement von Albert Rösti (SVP) im damaligen Abstimmungskampf ungenaue Zahlen. Die Kosten für die zur Abstimmung stehenden Projekte bezifferte das Bundesamt für Strassen auf 4,9 Milliarden Franken. Die realistischen Kosten wären aber eher bei 6,3 Milliarden Franken gelegen. Auch die Berechnungen bei der Massentierhaltungsinitiative, die im September 2022 abgelehnt wurde, waren ungenau.

Die EFK empfiehlt dem Bundesrat im Hinblick auf kommende Abstimmungen und Gesetzgebungen, präzisen Vorhersagen deutlich mehr Gewicht zu schenken, und schlägt sieben Punkte für genauere Prognosen vor. So soll der Bund beispielsweise neben finanziellen Auswirkungen auch gesellschaftliche und ökologische Folgen sowie den Nutzen einer Vorlage aufzeigen. Oder Prognosen systematisch nach dem Vieraugenprinzip prüfen lassen. Schliesslich sei eine hohe Prognosequalität für das Funktionieren der direkten Demokratie wesentlich.

Der Bundesrat stimmt den Empfehlungen der EFK grösstenteils zu und will sie verhältnismässig umsetzen.

Schweiz · Sicherheit

Drohnen überfliegen Schweizer Militäranlage

Gemäss dem Chef der Armee Benedikt Roos flogen Drohnen über eine Militäranlage. (Foto: Unsplash / Iewek Gnos)

Über einer Schweizer Militäranlage sind «in Formation» unbekannte Drohnen aufgetaucht, wie die SRF-Tagesschau berichtet. «Der Betreiber sagt mir, es habe Drohnenüberflüge bei ihnen gegeben. Und nicht eine Drohne, sondern mehrere Drohnen in Formation», erklärte Armeechef Benedikt Roos am Wochenende in der Kaserne Bern. «Da braucht es schon ein bisschen Know-how, dass man Formationen von Drohnen über kritische Infrastruktur schicken kann.» Um welche Militäranlage es sich handelt, verriet die Armee aus Sicherheitsgründen nicht.

Während in ganz Europa seit Monaten immer wieder unbekannte Drohnen über Flughäfen, Kernkraftwerken oder Militäranlagen auftauchen, kam es in der Schweiz nur zu vereinzelten verdächtigen Drohnenüberflügen. Solche Vorfälle, bei denen mutmasslich eine Anlage ausspioniert oder bewusst Verwirrung gestiftet wird, haben laut Armee zugenommen.

«Das muss man unbedingt ernst nehmen.»

Ständerätin Andrea Gmür (Mitte/LU)

Sicherheitspolitiker:innen machen sich Sorgen und fordern mehr Drohnenabwehr. «Das muss man unbedingt ernst nehmen, das war eine konzertierte Aktion, wie wir sie schon in vielen anderen Ländern auch hatten», sagt etwa Ständerätin Andrea Gmür (Mitte/LU). Die Solothurner SP-Ständerätin Franziska Roth sagt in der «Tagesschau»: «Die Armee muss dringend bei der Drohnenabwehr aufrüsten.» Sie sei der Meinung, dass Gelder dorthin fliessen müssten, wo die Bedrohungslage am grössten ist, «und das ist nachweislich eben bei Drohnen». Drohnen gelten als Teil der hybriden Kriegsführung.

Schweiz · Wetter (again)

Berner Trambetrieb wegen Niederschlag eingestellt

Das Berner Oberland und die Region Bern waren besonders stark von Gewittern betroffen. (Screenshot: SRF / Ulrich Steiner)

Ich sags nur ungern, aber das irre Wetter beschäftigt uns weiterhin. Die Stadt Bern war von intensivem Regen im Mittelland besonders betroffen. Nach heftigen Gewittern über der Schweiz gingen bei der Polizei laut SRF wegen einer kräftigen Gewitterlinie bis am Mittwochmorgen zwölf Meldungen aus dem Berner Oberland und eine aus der Region Bern ein. Diese betrafen vorwiegend umgefallene Bäume und Wassereinbrüche in Gebäuden – verletzt wurde nach den ersten Erkenntnissen glücklicherweise niemand.

Wegen des heftigen Niederschlags stellten die Stadtberner Verkehrsbetriebe Bernmobil den Tramverkehr gestern Vormittag während 40 Minuten komplett ein. Am Flughafen Zürich führte ein schweres Gewitter zu langen Betriebsunterbrüchen. Swiss-COO Oliver Buchhofer bezeichnete die Wetterlage als aussergewöhnlich und sagte, er könne sich in den rund zehn Jahren, die er im Flugbetrieb tätig sei, nicht an ein einziges vergleichbares Unwetter am Flughafen Zürich erinnern.

Im Kanton Uri führten die Unwetter zu Murgängen und Strassensperrungen. Und im Engadin beschädigte ein Murgang gemäss Südostschweiz die Kraftwerksanlage bei Zernez.

Kurioses

Urin von Wölfen könnte helfen

Schützt Wolfsurin bald Schafe? (Foto: Unsplash / Federico Di Dio)

Schon mal was von «Biofencing» gehört? Das sind Geruchsbarrieren, die zum Schutz von Herden vor Wolfsrissen dienen. Eine Studie der Universität Neuenburg liefert nun laut SRF neue Hinweise darauf, inwiefern der Geruchssinn von Wölfen beim Herdenschutz genutzt werden könnte: Dabei könnte ausgerechnet Wolfsurin helfen, Schafe zu schützen.

Die Forschenden untersuchten, wie Wölfe auf den Urin fremder Artgenossen reagieren, denn die Tiere kommunizieren über Duftmarken miteinander. Wölfe hinterlassen Urin entlang ihrer Territorien und geben so Informationen über ihre Identität, ihren sozialen Status und ihren reproduktiven Zustand weiter. Die Erkenntnisse könnten langfristig helfen, Geruchsbarrieren zum Schutz von Herden zu entwickeln.

«Eine Möglichkeit wäre, künstliche Duftmarken entlang von Weidegrenzen anzubringen, um den Eindruck zu erwecken, dass das Gebiet bereits von einem anderen Wolfsrudel besetzt ist», sagt Biologin und Studienautorin Giada Studer.

Kurz-News

Demo wegen Klybeck-Räumung · Nach der Räumung des besetzten Kulturzentrums «Zack» auf dem Basler Klybeck-Areal kam es bei einer Spontandemonstration zu Sachbeschädigungen. Demonstrierende versprayten gemäss Blick Fassaden und beschädigten ein Polizeifahrzeug.

Messerangriff · Der heute 17-Jährige, der 2024 in Zürich Selnau einen orthodox-jüdischen Mann mit einem Messer schwer verletzte, verweigerte laut Tages-Anzeiger jegliche Aussagen vor Gericht. Der Beschuldigte war zum Tatzeitpunkt IS-radikalisiert. Die Jugendanwaltschaft beantragte eine geschlossene Unterbringung bis maximal zum 25. Lebensjahr.

Schwimm-Lücken · Obwohl Schwimmen im Lehrplan 21 Pflicht ist, hatte jeder achte Jugendliche in der Schweiz laut Tages-Anzeiger nie Schwimmunterricht. Hauptgrund ist der Mangel an Hallenbädern. Besonders in ländlichen Regionen bestehen deutliche Defizite.

International

Verlobung auf Empire-State-Building-Spitze · Zwei Personen wurden in New York festgenommen, nachdem sie unerlaubt die Spitze des Empire State Buildings (443 m) erklommen hatten. Dort entrollten sie ein Banner. Wie BBC berichtet, machte der Mann seiner Partnerin in der Höhe einen Heiratsantrag.

Trump legt Einnahmen offen · Donald Trump erzielte 2025 laut seiner Finanzerklärung – auf fast tausend Seiten – Einnahmen von über zwei Milliarden Dollar, vor allem durch Kryptowährungen (1,4 Milliarden USD) und Lizenzgeschäfte. Zudem werden gemäss Tagi Aktien, Schweizer Investments, Geschenke sowie hohe Schulden aufgeführt.

🔧 Nützliches des Tages

Virtuelle Voliere für deine Friends

Mal was anderes: Herzige Post per Schnabel. (Screenshot: Roost)

Wer meine 6iBrief-Premiere am Montag gelesen hat, weiss: Ich schreibe diese Zeilen weit weg von zu Hause. Wie bleibt man am besten mit den Liebsten in Kontakt? Richtig, mit good old Vogelpost und virtuellen Brieftauben.

Ich entdeckte nämlich neulich die Social-Media-App Roost Social und bin entzückt: Statt Nachrichten sofort zuzustellen, werden sie von Vögeln, die man sich je nach Gusto (und Geschwindigkeit) aussuchen kann, über eine Karte zu deinen Freund:innen geflogen. Je weiter die Strecke und je langsamer dein Vogel, desto länger dauert die Zustellung. Süss: Man kann anhand gemeinsamer Interessen sogar Brieffreund:innen finden. Roost Social eignet sich für alle, die mal eine verspielte (und entschleunigte) Alternative zu Meta-Apps ausprobieren wollen.

In meiner Voliere chillen aktuell übrigens ein Rosakakadu (70 km/h), ein Rotfussfalke (64 km/h), ein Zebrafink (40 km/h) und eine prächtige Dornamadine (38 km/h). 🦜🦜🦜🦜

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen. Okay bye und hoffentlich bis morgen!

Vanja

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