Guten Morgen {{vorname}}
Nun sollen also die obligatorischen Turnstunden gestrichen werden. Für manche Schüler:innen ist das wohl eine positive Nachricht. Ich hätte auf jeden Fall gut auf Klimmzüge, Hürdenlauf und Handball verzichten können.
Gleichzeitig gehören nach Schweiss stinkende Turnsäckli irgendwie zur Schule. Erstaunlich viele Anekdoten, an die ich mich aus meiner Schulzeit noch erinnern kann, handeln vom Turnunterricht.
«Manne, mir müesse rede!», sagte etwa unser Turnlehrer, nachdem wir uns vor dem Orientierungslauf noch in einer Beiz gestärkt hatten. Im Turnen geht es eben nicht nur ums Secklen, sondern auch ums Reifen.
Schweiz · ⛹️♀️
Bund will Schulsport-Pflicht ersatzlos streichen

Turnen ist gesund. (Foto: Unsplash/Anna Khromova)
Das Schulsport-Obligatorium in der Schweiz steht vor dem Aus. Im Rahmen des Projekts «Entflechtung 27» soll die gesetzliche Pflicht von drei Sportlektionen pro Woche ersatzlos gestrichen werden, damit Kantone selbst über das Fach entscheiden können, berichten die Tamedia-Zeitungen. Ein Grund dafür ist der Mangel an Infrastruktur.
Jonathan Badan, Präsident des Schweizerischen Verbands für Sport in der Schule, sagt: «In der Schweiz fehlen rund hundert Turnhallen.» Trotzdem wehrt er sich gegen die Pläne des Bundes und warnt vor Chancenungleichheit: «Alle Kinder müssen das Anrecht auf gleich viel Bewegung haben, unabhängig vom Wohnkanton.»
«Der Schulsport leistet einen fundamentalen Beitrag zur Gesundheitsprävention.»
Unterstützung für die Abschaffung kommt indes von Mitte-Ständerat Benedikt Würth. Er argumentiert, dass die Kantone den Sportunterricht zu hundert Prozent finanzieren. «Wer nicht zahlt, hat nicht zu bestimmen.»
Kritiker:innen wie SP-Nationalrätin und Sportlehrerin Andrea Zryd sehen darin jedoch ein verheerendes Signal an Schulkinder und Eltern: «Der Schulsport leistet heute einen fundamentalen Beitrag zur Gesundheitsprävention und hilft Jugendlichen bei ihrer Entwicklung enorm.»
Nun können die Städte und Gemeinden in einer Konsultation Stellung beziehen.
Schweiz · Energiewende
Schweizer:innen wollen neue Atomkraftwerke

Lieber Kühlturm als Windrad: AKW Gösgen. (Screenshot: SRF/Alessandro Della Bella)
In der Schweiz zeichnet sich eine Kehrtwende in der Energiepolitik ab. Eine neue GFS-Umfrage im Auftrag des Stromverbands VSE zeigt, dass die Akzeptanz für neue Atomkraftwerke in der Bevölkerung deutlich zunimmt: Erstmals seit 2022 bevorzugt die Hälfte der Befragten ein neues AKW gegenüber vielen zusätzlichen Anlagen für erneuerbare Energien.
Konkret befürworten 55 Prozent die sogenannte Blackout-Initiative. Auch der Gegenvorschlag des Bundesrats, der den Neubau von Kernkraftwerken wieder ermöglichen soll, findet mit 50 Prozent eine Mehrheit. Politikwissenschaftler Urs Bieri sagt: «Versorgungssicherheit ist in der Schweiz im Jahr 2026 ein grosses Thema. Man ist unsicher, ob die erneuerbaren Energien reichen. Entsprechend sucht man nach Alternativen. Atomkraft ist eine.»
Die Reaktionen im Nationalrat sind gemäss SRF gespalten. SVP-Nationalrat Christian Imark sieht den Kurs seiner Partei bestätigt: «Die Leute wollen nicht überall Windräder und Staumauern, sondern lieber konzentriert zwei, drei Standorte für die Atomenergie.» Marionna Schlatter von den Grünen hält die Frage hingegen weiterhin für höchst umstritten.
Das Stimmvolk hatte im Jahr 2017 den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Das Parlament debattiert diese Woche über die Vorlagen.
Schweiz · «Lex On»
Sportartikelhersteller drohte der Schweiz mit Staatshaftungsklage

Alles Roger bei On. (Screenshot: NZZ)
Der Sportartikelhersteller On hat die Schweizer Behörden massiv unter Druck gesetzt, um seine in Asien hergestellten Schuhe weiterhin mit dem Schweizerkreuz versehen zu dürfen. Dies berichtet die NZZ am Sonntag.
Vertrauliche E-Mails zeigen, dass der Konzern dem Institut für Geistiges Eigentum (IGE) mit einer Staatshaftungsklage drohte und diktierte, welche Beamt:innen an den Verhandlungen teilnehmen durften.
Im März 2026 verkündete das IGE überraschend eine Lockerung der Swissness-Regeln. Neu dürfen auch im Ausland produzierte Waren das Kreuz tragen, wenn sie in der Schweiz entwickelt wurden. Kritiker:innen sprechen von einer «Lex On».
Der Konflikt eskalierte im Sommer 2025. Swissness Enforcement beauftragte eine Anwaltskanzlei in China damit, zu prüfen, ob die Verwendung des Schweizerkreuzes mit chinesischem Recht vereinbar sei.
Am Schweizer Hauptsitz habe dies Panik ausgelöst, heisst es im Artikel. Ein On-Anwalt schrieb darauf, dass sich das Unternehmen bei Schäden «sämtliche juristischen Optionen aus UWG und Staatshaftung vorbehält».
Das IGE gab dem Druck nach, zog zwei kritische Spitzenbeamte ab und löschte ein On-kritisches Interview von seiner Website, um ein «konstruktiveres Klima» zu schaffen. Die Behörde bestreitet jedoch, eingeknickt zu sein.
On betont, die Kommunikation mit der Behörde habe das Ziel verfolgt, die Gesetzgebung «im Interesse der Schweizer Volkswirtschaft» zu klären.
🧠 Zitat des Tages
«Man sollte Handys an Schulen komplett verbieten»

Hirnforscher Lutz Jäncke macht sich Sorgen. (Screenshot: Tamedia/Sabina Bobst)
Lutz Jäncke ist ein schlauer Mann. In einem lesenswerten Interview mit der SonntagsZeitung gibt der Neurowissenschaftler und emeritierte Professor der Uni Zürich einen wertvollen Tipp zum Umgang mit unserem Hirn: «Use it or lose it.» Benutze es – oder werde dumm.
Untersuchungen zeigten, dass die Generation Z schlechter geworden sei in der Aufmerksamkeit, der Konzentration sowie in der Lese- und der Mathematikkompetenz und dass es einen Zusammenhang gebe mit der Häufigkeit der Internetnutzung, sagt Jäncke: «Je häufiger das Internet genutzt wird, desto schlechter die gemessenen Leistungen.»
Er sei ein liberal denkender Mensch und der Überzeugung, dass jeder Mensch für sich selbst verantwortlich sei, sagt Jäncke. «Ausser bei der Schule. Die Schule ist wie ein Kraftsportzentrum. Wenn wir ins Gym gehen, trainieren wir unsere Muskeln und tun nichts anderes. Wir sollten also den Kindern die Möglichkeit bieten, in einer störungsfreien Umgebung ihr Wissen und ihre Fertigkeiten zu vervollkommnen. Dazu gehört meines Erachtens auf jeden Fall, dass man die Handys komplett verbietet.»
Man wisse aus der Forschung, dass sich der Lernstoff viel besser einprägt, wenn man von Hand schreibt, statt auf der Tastatur zu tippen, sagt Jäncke.
«Wir müssen lernen, die KI sinnvoll zu nutzen», sagt Jäncke. Sie könne vieles vereinfachen und uns langweilige und nebensächliche Sachen abnehmen. Aber das kritische Denken sei eine Tätigkeit, die das Gehirn selbst macht. «Wenn wir das nicht nutzen, dann werden wir das irgendwann nicht mehr können.»
Kurz-News
Swiss muss Flug abbrechen · Eine Swiss-Maschine auf dem Weg nach Delhi musste gestern zwei Stunden nach dem Start über dem Schwarzen Meer umkehren. Grund für den Abbruch des Flugs mit 151 Passagieren waren Fehlermeldungen im Überwachungssystem von Triebwerk 1, das mögliche feste Partikel im Treibstoff meldete. Die Maschine landete um 17.36 Uhr in Zürich, berichtet die SDA, nachzulesen bei Nau. Die Ursache werde geprüft.
Tierschützer gegen Migros · Eine Allianz aus Tierschutzorganisationen reicht gemäss SDA Beschwerde bei der Lauterkeitskommission gegen die Migros ein. Sie wirft dem Grossverteiler «Welfare Washing» vor, da die Werbung «Immer aktuell: Tierwohl» angesichts realer Probleme in der Tierhaltung zynisch und beschönigend sei. Die Migros weist die Kritik zurück und betont, Tierwohl bleibe ein klarer Auftrag, der nur gemeinsam mit der Landwirtschaft weiterentwickelt werden könne. Nachzulesen bei Watson.
Probleme auf Luxus-Baustelle · Der Bau einer Edel-Siedlung im steuergünstigen Schindellegi SZ wird wegen unerwartet angetroffenen Grundwassers zum Millionen-Albtraum. Bei Bohrungen stiess man auf unter Druck stehendes Wasser, das den Hang in Bewegung brachte und zu Rissen an Nachbarhäusern führte. Der Bau musste für ein Jahr pausiert werden, der Einzug verschiebt sich auf Ende 2027. Das Image ist angekratzt: Sechs Käufer sprangen gemäss Blick bereits ab, erst neun der 30 Luxuswohnungen sind verkauft.
International
Erdbeben auf den Philippinen · Nach einem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 auf der philippinischen Insel Mindanao haben die Behörden eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Das Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) fordert die Bevölkerung in Küstennähe auf, sich umgehend in Sicherheit zu bringen und höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Informationen über mögliche Schäden oder Opfer liegen gemäss SRF noch nicht vor.
Trump lügt und haut ab · US-Präsident Donald Trump hat ein Interview mit dem Sender NBC vorzeitig abgebrochen. Bei der Aufzeichnung geriet er mit Moderatorin Kristen Welker über seine unbewiesenen Behauptungen zu «gefälschten Wahlen» in den USA aneinander, berichtet die BBC. Als Welker ihn nach Beweisen für angebliche Fälschungen in Kalifornien fragte, erwiderte Trump: «Ich muss nur hinsehen und hinhören.» Kurz darauf beschimpfte er die Medien als unehrlich und verliess das Set.
🥳 Nützliches des Tages
Spass

Let’s go bowling. (Foto: Unsplash/Tara-mae Miller)
Montagmorgen. Deine Laune könnte besser sein? Der Beobachter weiss Rat! Mein Kollege Daniel Faulhaber hat sich auf eine Expedition nach La Chaux-de-Fonds gemacht, um auf fröhliche Gedanken zu kommen. Er schreibt: «Ausgerechnet hier, in der auf dem Stadtplan kleinkariertesten Schachbrettstadt der Schweiz, suchen wir nach dem verborgenen Bauplan des Spasses.»
Das Resultat seiner Recherche sind sechs Tipps für mehr Spass im Leben. Zum Beispiel Tipp Nummer drei: «Etwas gut können – und darin aufblühen.» Wie Schlüsselmacher Bernardinu Ribeiro. Was ihm Spass mache, sei, wenn die Leute mit hängenden Ohren und einem abgebrochenen Schlüssel bei ihm auftauchten und sagen, dass man da wohl eh nichts mehr machen könne. «Das macht mir Spass. Wenn ich merke, dass es eben doch geht!» In der gesamten Romandie gebe es niemanden, der eine so ruhige Hand habe wie er.
Oder Tipp Nummer sechs: «Einen Alles-oder-nichts-Moment kreieren. Dann um alles spielen.» Etwa nach Feierabend auf der Bowling-Bahn. Wie Marie, die im Artikel sagt: «Du schaust die Bahn an. Dein Blick fixiert das Ziel. Dann nimmst du Anlauf. Du gibst der Kugel einen leichten Drall. Und wenn die Kugel das Parkett küsst und dann in einer leichten Kurve auf die Kegel zufliegt und du weisst, das wird ein Strike – dann hast du Spass. Es ist ein kurzer Moment. Aber dieser Moment ist fantastisch.»
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Und bis morgen, wenn du magst.
Peter
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