Guten Morgen {{vorname}}
Ein US-Präsident, der fast täglich mit einer neuen Dummheit aufkreuzt. Ein VBS, das nicht aus den Negativschlagzeilen kommt. Und immer wieder Crans-Montana.

So eine News-Woche kann schon aufs Gemüt schlagen. Deshalb tut es gut, manchmal von mutigen Katzen zu lesen, die gerne mit dem Zug unterwegs sind. Diese Geschichte findest du weiter unten.

Was auch hilft: sich in Stimmung bringen für den morgigen Valentinstag. Zum Beispiel mit romantischen Filmausschnitten. Hier sind meine Favoriten: Auf Platz 3 Im Juli, auf Platz 2 10 Things I Hate About You, auf Platz 1 The English Patient.

Schweiz · Tourismus

Aus für Sawiris-Grossprojekt am Urnersee

Bleibt vorerst eine Vision: Resort auf der Halbinsel Isleten im Kanton Uri. (Screenshot: Tages-Anzeiger)

Der ägyptische Investor Samih Sawiris darf sein geplantes Tourismusresort auf der Halbinsel Isleten nicht wie vorgesehen bauen. Ein neues Gutachten der Bundesbehörden kommt gemäss Tages-Anzeiger zum Schluss, dass das Vorhaben massiv gegen den Natur- und Denkmalschutz verstösst. Die künstliche Bucht und die hohe Bebauungsdichte stellten eine «schwerwiegende Beeinträchtigung» der geschützten Landschaft dar.

Der Urner Regierungsrat, der das Projekt stets unterstützte, räumte nun ein, dass die Machbarkeit «für das Vorhaben in seiner aktuellen Ausgestaltung nicht gegeben» sei. Die vom Bund geforderten radikalen Anpassungen, wie der Verzicht auf den Bootshafen, würden dem Resort laut den Verantwortlichen die wirtschaftliche Basis entziehen.

Besonders kritisch sehen die Experten den Eingriff in das Delta und das historische Ensemble der ehemaligen Sprengstofffabrik. Dieses werde durch die Neubauten «stark geschmälert und überprägt». Eine Ausnahmebewilligung gilt als sehr unwahrscheinlich, da kein nationales Interesse vorliegt.

Trotz der deutlichen Absage gibt Projektleiter Isidor Baumann nicht auf: «Wir geben die Hoffnung nicht auf, das Projekt in ähnlicher Form realisieren zu können.» Bundesrat Albert Rösti hat für das Frühjahr eine Begehung vor Ort angekündigt, um mögliche Lösungen zu besprechen.

Schweiz · Öffentlicher Verkehr

SBB kübeln Abfallkübel bei den Sitzplätzen

Die SBB ändern ihre Müllstrategie: Stillleben am Zürcher HB. (Foto: Unsplash/Lorin Both)

Mit ein Grund, weshalb es in Japan fast überall so sauber ist, ist das doch sehr spärliche Vorhandensein von Abfallkübeln im öffentlichen Raum.

Klingt absurd? Ist es aber nicht. Die Menschen nehmen leere Bentoboxen, ausgetrunkene Eisteeflaschen und den restlichen Unrat, der tagsüber halt so anfällt – man stelle sich vor – einfach mit und entsorgen den Müll zuhause.

Ob wir Schweizer:innen das auch können, wird sich bald zeigen. Zunächst einmal im ÖV. Die SBB schaffen nämlich gemäss SRF bis Ende 2028 die kleinen Abfallkübel direkt bei den Sitzplätzen ab (die eh immer randvoll sind). Betroffen sind die 1. Klasse im Regionalverkehr sowie grosse Teile der Fernverkehrsflotte.

Ziel der Massnahme ist es, die Reinigung effizienter zu gestalten und die Kosten jährlich um einen «tiefen einstelligen Millionenbetrag» zu senken. Laut den SBB führt die Umstellung zu mehr Sauberkeit und weniger unangenehmen Gerüchen am Platz. Zudem erhöht sich in vielen Wagen die Beinfreiheit.

Reisende sollen ihren Müll künftig in den grossen Behältern im Eingangsbereich oder an den Bahnhöfen entsorgen. Für das Personal entfallen dadurch «körperlich belastende Arbeitsschritte beim Leeren der Eimer».

In Regionalzügen der 2. Klasse fehlen die Kübel bereits seit 2021. Die Erfahrungen dort seien positiv: Reisende beurteilten die Züge insgesamt als sauberer. In internationalen Zügen bleiben die Kübel vorerst bestehen, da in den Gängen oft der Platz für grosse Sammelbehälter fehlt.

Schweiz · ❄️

«Der Freitag wird einer der gefährlichsten Tage»

Vorübergehend kein Durchkommen: Lawine bei Goppenstein. (Screenshot: NZZ)

Auch aus der Ferne öffne ich hin und wieder die Wetter-App von MeteoSchweiz. Es hilft gegen das Heimweh.

Heute, am Freitag, dem 13., sieht es in den Bergen nach einem prächtigen Skitag aus. Doch auch wenn man nicht abergläubisch ist, sollte man vorsichtig sein. Das hat mit dem Schneefall in den letzten Tagen zu tun.

So hat das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die Gefahrenstufe auf «gross» (Stufe 4) angehoben. Neuschnee von bis zu 70 Zentimetern und starker Westwind sorgten für eine hochgradig instabile Schneedecke.

Expert:innen warnen eindringlich vor den kommenden Stunden. «Der Freitag wird einer der gefährlichsten Tage», sagte Peter Schwitter, Chef des Regionalen Sicherheitsdienstes Aletsch, gegenüber dem Walliser Boten.

Er rechnet in nächster Zeit mit spontanen Lawinen, vor allem aus Hängen, die nicht gesprengt wurden. Die Kombination aus massiven Triebschneeansammlungen und grossen Neuschneemengen macht Touren abseits der gesicherten Pisten lebensgefährlich.

Kritisch war die Lage bereits vorher. Eine grosse Lawine hat gestern Vormittag die Verbindungsstrasse bei Goppenstein verschüttet und das Lötschental zeitweise von der Aussenwelt isoliert.

Die Schneemassen gingen bei der Rotlaui-Galerie nieder, einer zentralen Route für den Autoverlad durch den Lötschberg, heisst es in der NZZ. Personen kamen nicht zu Schaden, die Infrastruktur blieb intakt. Nach einer Sprengung per Helikopter konnte die Strecke wieder freigegeben werden.

🐈‍⬛ Zitat des Tages

«Shila lässt sich gar nichts sagen»

Der Blick verrät: Hier plant wohl jemand schon den nächsten Ausflug. (Foto: Bundespolizeidirektion Bremen)

In Deutschland lebt eine Katze, die gerne mit dem Zug fährt. Gerade jüngst bekam die Besitzerin einen Anruf von der Polizei: Man habe da eine vierbeinige Schwarzfahrerin aufgegriffen, 30 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt.

«Nicht schon wieder!», hat Carolin Tock dann gedacht, wie sie in einem hinreissenden Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagt, nachzulesen hierzulande bei Tamedia. «Wir wussten ja, dass Shila gern mal hier in Berne in Niedersachsen in den Zug steigt. Normalerweise weiss sie, dass sie nur sitzen bleiben muss, bis der Zug umkehrt. Oder sie steigt unterwegs aus und nimmt den Zug in die Gegenrichtung. Es sei denn, man lenkt sie ab.»

Shila sei einfach superneugierig und liebe es, durch die Gegend kutschiert zu werden, sagt Besitzerin Tock: «Da schaut sie raus und chillt ihr Leben.»

Die zweijährige Katze lasse sich gar nichts sagen. «Sobald sie draussen ist, sucht sie ihren Weg und eben oft das nächstbeste Fahrmittel.» Fast jeder im Dorf kenne sie. «Sie schaut regelmässig im Supermarkt vorbei. Sie schläft gerne in Bankfilialen. Der Koch im Altersheim füttert sie mit frischem Hühnchen.»

Kritiker:innen, die meinten, die Familie solle besser auf das Tier aufpassen, entgegnet Tock: «Shila ist geimpft, kastriert und gechippt. Jeder Tierarzt, jede Rettungsstelle weiss, wo sie hingehört.»

Nachdem es Beschwerden gegeben hatte, versuchte die Familie, Shila drinnen zu behalten. «Das Tier ist die Wände hochgegangen, ist gegen Schränke gesprungen. Man kann keine Freigängerin wieder zur Drinnenkatze umerziehen. Das ergibt keinen Sinn.»

Kurz-News

Alarmstufe: Rot · Nächste Hiobsbotschaft aus dem VBS: Nach dem F-35 und dem Patriot-System steht nun auch das neue Luftraum-Überwachungssystem auf Rot. Der Aufwand ist weit höher als geplant, es drohen massive Verspätungen und Mehrkosten. Robert Scheidegger, stellvertretender VBS-Generalsekretär, sagt zu SRF: «Ich bin nicht glücklich.» Da das alte System bald ausfällt, wächst das Risiko für eine Lücke in der Luftraumüberwachung.

Selten dreckige Erden · «Seltene Erden in Schweizer Gewässern gefunden», titelt Watson. Einen Einmarsch Trumps müssen wir dennoch nicht befürchten. Es ist nämlich vielmehr so, dass diese Seltenen Erden die Schweizer Gewässer belasten, wie eine Studie der Eawag zeigt. Besonders Gadolinium, das als medizinisches Kontrastmittel via Urin ins Abwasser gelangt, überschreitet Grenzwerte. Auch Lanthan und Cer aus Kläranlagen gefährden Organismen. Die Forscher:innen schlagen nun vor, den Patient:innen-Urin in Spezialbeuteln zu sammeln, um die Belastung an der Quelle zu stoppen.

Thuner Höhenflüge · Thun BE hat gerade einen Lauf. Im Fussball. Aber auch in der Kultur. Nun bewirbt sich die Stadt gemäss Swissinfo um den Titel «Kulturhauptstadt Schweiz 2030». Das Parlament hat gestern einen Kredit von 1,95 Millionen Franken genehmigt. Trotz Vorbehalten bei der Finanzierung überwog die Hoffnung auf nationale Strahlkraft unter dem Motto «Stadt – Land – Fluss». Thun tritt gegen Konkurrenten wie Aarau und Bellinzona an. Die erste Schweizer Kulturhauptstadt wird im nächsten Jahr La Chaux-de-Fonds.

International

Trump kippt Klimaschutz · US-Präsident Donald Trump kippt eine historische Klimaschutz-Regelung: Er widerrief gemäss BBC ein Urteil von 2009, wonach Treibhausgase die Gesundheit gefährden. Das Weisse Haus spricht von der «grössten Deregulierung der Geschichte». Während Trump die Regelung als «radikal» und schädlich für die Autoindustrie kritisiert, warnen Experten vor 58'000 vorzeitigen Todesfällen. Umweltgruppen kündigten sofortige Klagen gegen den folgenschweren Entscheid an.

Katastrophe im Indischen Ozean · In Madagaskar forderte Zyklon Gezani mindestens 36 Todesopfer und verletzte über 370 Menschen. Dies berichtet der Tages-Anzeiger. Besonders die Hafenstadt Toamasina wurde schwer getroffen. Laut Präsident Michael Randrianirina sind dort 75 Prozent der Stadt beschädigt oder zerstört. Über 250'000 Menschen sind betroffen. Nach zwei Wirbelstürmen innert zwei Wochen rief die Regierung den Notstand aus und bittet die Weltgemeinschaft um Hilfe.

👕 Nützliches des Tages

Wäschefalt-Roboter

Isaac 0 hat einen Job: Wäsche falten. (Screenshot: Weave Robotics)

Ich persönlich falte sehr gerne Shirts und Unterhosen. Aber es soll ja Menschen geben, die das mühsam finden. Für sie wurde Isaac 0 gebaut. Der Roboter hat gemäss Hersteller Weave eine einzige Aufgabe: Wäsche falten.

Das Haushaltshelferlein kostet 7999 Dollar zuzüglich einer Anzahlung von 250 Dollar und ist zunächst exklusiv in und rund um San Francisco erhältlich, berichtet The Verge.

Allerdings habe die Technik klare Grenzen. Isaac 0 kann keine grossen Decken, Bettlaken oder Kleidung auf links falten. Zudem arbeitet er nicht völlig autonom. Menschliche Fernbediener:innen müssen bei schwierigen Aufgaben (Hemden?) eingreifen. Für eine Ladung Wäsche benötigt Isaac 0 etwa 30 bis 90 Minuten.

Ich bin (noch) schneller.

🌹 Witziges zum Schluss

Frage der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Ich wünsche dir ein romantisches Wochenende!

Peter

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