Guten Morgen {{vorname}}
Je nachdem findest du diese News jetzt sehr traurig oder sehr erfreulich: Der Sommer dürfte vorbei sein. Und er geht mit einem Knall – ich hoffe, du hast die Unwetter gestern gut überstanden und deine Füsse bleiben heute trocken.

Heute widmen wir uns unter anderem dem Ärger um die F-35-Kampfjets und einer neuen Studie, die untersuchte, wie sich Asylunterkünfte auf lokale Mietpreise auswirken – und zu befremdlichen Ergebnissen kam.

Schweiz · Wetter

Der Sommer verabschiedet sich mit Gewittern und Unwettern

Unwetter über der ganzen Schweiz: Gestern Abend blitzte und donnerte es gewaltig.
(Screenshot: Watson / Leser:innenbilder)

Tschüss Sommer! Nach heftigen Gewittern und Sturmböen gestern Abend (in Beinwil am See AG haben laut 20 Minuten starke Böen gar das Dach eines Wohnhauses abgedeckt) verabschiedet sich der Sommer in der Schweiz.

Während der Hochsommer lange vorbei ist, erwartet uns laut Luzian Schmassmann von SRF Meteo ein markanter Temperatursturz mit einer Kaltfront heute, mit Höchstwerten um 19 Grad. «Was eigentlich normal wäre für diese Jahreszeit», so Schmassmann. «Hinsichtlich des Wochenendes könnten die Temperaturen aber wieder etwas steigen.» Vor allem Anfang nächster Woche sind spätsommerliche Werte um 25 Grad möglich.

Heute dürfte es nass werden: Unwetter ziehen über die ganze Schweiz, berichtet Watson. Nach wie vor gewittert es im Tessin am heftigsten, aber auch über Zürich wüten die Unwetter. Gestern Abend wurde die Gewitter-Gefahr im Mittelland von Bern bis in den Aargau laut Nau als gross eingestuft. Aktuell gilt nur noch für das Westwallis die Gefahrenstufe 2, also mässige Gefahr. Die Unwetterwarnung für die Region Locarno ist aufgelöst.

Schweiz · Untersuchungsbericht

Rüge von Kommission: Kein Fixpreis für F-35-Kampfjets vereinbart

Kritik von der GPK-N: Die frühere Verteidigungsministerin Viola Amherd habe nur Teile des Vertrags gelesen. (Screenshot: Nau / Keystone)

Viel Ärger um die F-35-Kampfjets: Laut der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats (GPK-N) ist für die Beschaffung der neuen F-35-Kampfjets mit den USA nie ein pauschaler Fixpreis vereinbart worden. Die GPK-N veröffentlichte am Dienstag laut Nau einen 95-seitigen Bericht, in dem die Kommission das Vorgehen des Bundesrats und des Verteidigungsdepartements (VBS) beim F-35-Deal massiv kritisiert. Das VBS habe die Verhandlungen unter anderem zu wenig eng geführt.

Die wichtigsten Kritikpunkte sind laut Bericht Mängel bei der Geschäftsführung und die ungenügend wahrgenommene Aufsicht. Die Verhandlungen, die zu einem Fixpreis hätten führen sollen, seien personell zu wenig breit abgestützt gewesen, die Kommunikation sei insgesamt ungenügend gewesen. Nur wenige Personen in der Verwaltung hätten sich intensiv mit den Vertragsdetails zu den F-35-Kampfjets auseinandergesetzt, die Preisverhandlungen mit den USA wurden nur von einem kleinen Personenkreis begleitet.

Brisant: Die damalige Verteidigungsministerin Viola Amherd hat den Vertrag gar nie ganz gelesen. Sie hatte «lediglich Teile des Vertrags selber zur Kenntnis genommen».

Den Gesamteindruck der Vorgänge im VBS fasst SRF-Bundeshauskorrespondent Dominik Meier im Echo der Zeit zusammen: «Frappant ist, wie naiv die Verantwortlichen im VBS die Kampfjet-Verhandlungen geführt haben.» Entscheidende Leute hätten die Verträge gar nie ganz gelesen – «und das im grössten Rüstungsgeschäft der Schweizer Geschichte.»

Schweiz · Studie

Hautfarbe von Bewohner:innen in Asylunterkünften beeinflusst Mietpreise

Forschende kamen zum Schluss, dass die Hautfarbe von Bewohner:innen in Asylunterkünften die Mietpreise beeinflusst. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Nicole Philipp)

Eine neue Studie der Universitäten Lausanne und Lugano hat untersucht, wie sich Asylunterkünfte auf lokale Mietpreise auswirken. Die Forschenden kamen laut Tages-Anzeiger (Artikel noch nicht online) zum Schluss, dass die Mieten bei der Eröffnung eines Asylzentrums in der Nachbarschaft sinken – durchschnittlich um 3,8 Prozent. Wird das Asylzentrum geschlossen, steigen die Mieten in der Nachbarschaft wieder. Besonders verstörend: Die Hautfarbe der Bewohner:innen hat einen Einfluss auf die Mietpreise.

Die Forschenden verknüpften interne Daten des Staatssekretariats für Migration zu den Bewohner:innen von 92 Zentren mit über 154’573 Mietinseraten aus den Jahren 2004 bis 2014. «Wir fanden keinerlei statistische Hinweise, dass Kriminalität oder Religionszugehörigkeit der Personen in den Asylunterkünften eine Auswirkung auf die Preise hatte», sagt Co-Autor Marius Brülhart, Volkswirtschaftsprofessor an der Uni Lausanne. «Nur ein Merkmal spielte eine Rolle: die Hautfarbe.»

Die Mieten sinken um 4,2 Prozent bei Zentren mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Asylsuchenden aus Subsahara-Afrika. Bei Zentren mit einem unterdurchschnittlichen Anteil liegt der Rückgang bei nur 3,0 Prozent. «Dieser Befund legt die Folgerung nahe, dass ein beträchtlicher Teil der Preisreaktionen auf rassistischen Vorurteilen basiert», sagt Marius Brülhart.

Aufgeschnappt

Weshalb ältere Menschen mit den Händen hinter dem Rücken spazieren

Premium-Spaziergang-Pose: Besonders ältere Menschen schlendern gerne mit den Händen hinter dem Rücken. (Screenshot: Blick / Getty Images)

«Darum gehen ältere Menschen oft mit den Händen hinter dem Rücken»: Diese Schlagzeile hat mich heute amüsiert. Denn der Blick schreibt zwar von älteren Leuten, aber ich kann dir garantieren, dass die Pose nicht nur bei Senior:innen beliebt ist. Ich bin selbst grosser Fan davon und in meinem Freundeskreis ist die Art, gemütlich mit den Händen hinter dem Rücken zu spazieren, ein Hit und inzwischen zum Running Gag geworden. Aber warum ist diese Art zu schlendern so angenehm?

Verschränkt man die Hände laut Blick hinter dem Rücken, nimmt man die Arme aus der normalen Gehbewegung – gleichzeitig werden die Schultern eher nach hinten gezogen und der Oberkörper kann sich aufrichten. Das fühlt sich besonders nach dem langen Sitzen gut an, da es eine Gegenbewegung zur eher nach vorne gerichteten Haltung ist. Aber Obacht: Diese Haltung ist nicht automatisch besser oder gesünder, denn die frei schwingenden Arme erfüllen beim Gehen durchaus eine Funktion.

Untersuchungen mit älteren Menschen zeigen beispielsweise, dass ein stärkerer Armschwung die Stabilität des Rumpfes beim Gehen verbessern kann.

Und so ist das Rätsel um die gemütliche Körperhaltung auch kein crazy Mysterium: Die Art, zu spazieren, fühlt sich einfach gut an.

Kurz-News

Novartis verliert 24 Milliarden Franken an Börsenwert · Die Papiere des Basler Pharmakonzerns Novartis erlitten gemessen am vernichteten Börsenwert einen historischen Tagesverlust. Die Aktien sind am Dienstag um über 10 Prozent eingebrochen. Hochgerechnet sind rund 24 Milliarden Franken an Marktkapitalisierung verpufft. Ein Grund für den Kurseinbruch ist, dass Novartis zum zweiten Mal innert weniger Tage einen Rückschlag in einer klinischen Studie vermelden musste, schreibt Watson.

33 Legionellen-Fälle in Wetzikon ZH · In Wetzikon ZH sind seit Januar 2025 33 Personen an Legionellose erkrankt, 29 von ihnen mussten ins Spital. Auf der Suche nach dem Bakterienherd wird nun das gesamte Wassersystem der Gemeinde von einer Task-Force aus Fachbehörden überprüft. Erst vorletzte Woche sind laut 20 Minuten neue Legionellen-Fälle dazugekommen.

Swiss streicht Flüge nach London · Wegen einer Störung bei der britischen Flugsicherung NATS können seit gestern Mittag laut Tages-Anzeiger keine Flugzeuge mehr am Flughafen London Heathrow starten. Auch London City und Gatwick waren betroffen. Die Swiss musste zehn Flüge annullieren, Easyjet strich Verbindungen nach Gatwick. Wie die Swiss mitteilte, seien 1007 Fluggäste betroffen.

International

Stopp für kanadische Produkte in US-Behörden · Der Zollstreit zwischen Kanada und den USA hält an: US-Präsident Donald Trump will kanadischen Firmen den Zugang zum Beschaffungswesen von US-Behörden verwehren. Er will kanadische Produkte von Listen entfernen – auf diesen sind laut Nau Unternehmen aufgeführt, von denen US-Behörden über Rahmenverträge Produkte und Dienstleistungen beziehen können.

Behörden vertuschten nach 9/11 Luftverschmutzung · Die New Yorker Stadtverwaltung soll vor 25 Jahren nach den Terroranschlägen vom 11. September das Ausmass der Luftbelastung mit Asbest und anderen Giftstoffen vertuscht haben. Wie 20 Minuten schreibt, gibt New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani 173'000 Seiten Dokumente frei, die dies belegen sollen. Seither starben laut US-Gesundheitsbehörden über 9'400 Menschen an Krebs und anderen Krankheiten durch den Staub.

🔧 Nützliches des Tages

Das Leben üben

Weird aber lustig: Nathan Fielders Doku-Serie «The Rehearsal». (Foto: HBO)

Niemand schafft es, menschliche Interaktionen so unangenehm und gleichzeitig unterhaltsam zu gestalten wie der kanadische Comedian und Regisseur Nathan Fielder. Gerade wurde auf dem Telluride Film Festival in Colorado sein neuer Film «You Can See Everything» vorgestellt: Ein Dokumentarfilm über die wegen Betrugs verurteilte «Theranos»-Gründerin Elizabeth Holmes, der im Oktober in die Kinos kommen soll.

Schon jetzt werden dem Film Oscar-Nominierungen prophezeit. Bis die Doku auf der Leinwand zu sehen ist, empfehle ich dir, Fielders HBO-Serie «The Rehearsal» (2022) zu schauen. In der Doku-Comedy-Serie versucht Fielder, das Leben durch die Nachstellung realer Szenarien zu «proben». Er hilft Menschen dabei, schwierige Situationen ihres Lebens vorab durchzuspielen – teils mit absurden Mitteln. Äusserst schräg und sehr amüsant.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Bis morgen!

Vanja

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