Guten Morgen {{vorname}}
Die Fussballwelt ist nicht meine Welt, aber das ist schon eine irritierende Nummer: Neben dem WM-Aus für Rekordweltmeister Brasilien (nach der 1:2 Niederlage gegen Norwegen) sorgt die Aufhebung der Spielsperre von US-Spieler Folarin Balogun für Kopfschütteln. Nachdem Donald Trump gemäss New York Times bei Fifa-Präsi Gianni Infantino anrief und sich beschwerte, verwandelte die Fifa die Sperre in eine Bewährungsstrafe. Kritiker:innen stellen nun die Integrität der Fifa infrage und finden die Entscheidung schwach.
Richtig stark hingegen: Das Gespräch mit Mitte-Nationalrätin Maya Bally, die in der SonntagsZeitung über ihre Erfahrung mit häuslicher Gewalt spricht.
Schweiz · Entwicklungshilfe
27 Stiftungen kritisieren Sparpläne von Cassis

Mit den Sparplänen von Ignazio Cassis riskiere die Schweiz ihre Glaubwürdigkeit, finden die Stiftungen. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Adrian Moser)
Stiftungen sind in Sorge – und appellieren nun an den Bundesrat. In der Entwicklungszusammenarbeit sollen ab 2027 jährlich 20 Millionen Franken eingespart werden. So lauten zumindest die Pläne von Bundesrat Ignazio Cassis, die vor einigen Tagen vorgestellt wurden. Die Schweiz zieht sich aus Südamerika sowie aus einzelnen Ländern wie Ghana und Südafrika zurück. Zwischen 2029 und 2032 sind zusätzliche Kürzungen bei der langfristigen Entwicklungshilfe von rund 340 Millionen Franken geplant. Der Aussenminister begründete die Sparmassnahmen unter anderem damit, dass auch Länder wie die USA, Deutschland und Frankreich ihre Mittel reduziert hätten.
27 Schweizer Stiftungen kritisieren die Sparpläne scharf und haben nun eine gemeinsame Stellungnahme verfasst. Zu ihnen gehört auch die Stiftung von Roger Federer. Dies berichtet der Tages-Anzeiger. Die Schweiz riskiere ihre Glaubwürdigkeit in diesem Bereich, so die Organisationen.
Besonders, dass der Bundesrat bei langfristigen Entwicklungsprojekten massiv kürzen will, sehen die Stiftungen kritisch. In der Mitteilung heisst es: «Gerade in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen und Konflikte ist die Entwicklungszusammenarbeit eine Investition in Prävention, Stabilität und Sicherheit.»
Schweiz · Wetter
Erneute Hitzewelle für die Schweiz

Die Klimaforscherin Sonia Seneviratne sagt, es herrsche ein falsches Gefühl von Sicherheit in der Schweiz. (Foto: Screenshot Watson / DPA)
In der Schweiz droht ab Dienstag wieder grosse Hochtemperaturgefahr: Laut SRF Meteo kommt erneut eine Serie von Hitzetagen auf uns zu. Es wird heiss und trocken – die Temperaturen erreichen diese Woche zwischen 31 und lokal 36 Grad. Im Mittelland liegt der langjährige Durchschnitt der Höchstwerte bei rund 24 Grad. Voraussichtlich wird es auch in der darauffolgenden Woche sehr warm.
Nach einer kurzen Abkühlung knüpfen wir damit an Temperaturen des vergangenen Monats an. Dieser war der zweitheisseste Juni in der Schweiz seit Aufzeichnungsbeginn. Wie stark die Schweiz vom Klimawandel betroffen sei, werde unterschätzt, sagt die Klimaforscherin und ETH-Professorin Sonia Seneviratne im Interview mit Watson.
Die jüngste Hitzewelle sei insbesondere in Bezug auf den Zeitpunkt des Auftretens und deren Länge bemerkenswert gewesen. «Eine derart starke Hitzeperiode mit Rekordwerten so früh im Sommer lässt vermuten, dass uns später im Sommer noch höhere Temperaturen erwarten könnten», sagt Seneviratne. Und: In der Schweiz herrsche mitunter ein falsches Gefühl von Sicherheit. «Die Klimakrise wird teils immer noch verharmlost, viele denken, in der Schweiz wird es uns schon nicht so hart treffen.»
Schweiz · Häusliche Gewalt
Mitte-Nationalrätin Maya Bally spricht über Gewalterfahrungen

Maya Bally möchte Betroffenen Mut machen. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Franziska Rothenbühler)
Offen spricht Mitte-Nationalrätin Maya Bally im Interview mit der SonntagsZeitung über ihre Erfahrung mit häuslicher Gewalt. Als Politikerin setzt sie sich dafür ein, dass häusliche Gewalt effektiver bekämpft wird. Als junge Frau wurde sie selbst geschlagen und gestalkt. Im Gespräch schildert die 64-Jährige, wie schwierig es ist, sich aus solchen Beziehungen zu lösen.
Die Beziehung mit ihrem Ex-Partner ist bereits 45 Jahre her. «Die Erschütterungen sind über die Jahre schwächer geworden und heute überwunden. Aber so etwas geht einem sehr lange nah», sagt sie. Mit 20 lernte sie ihren damaligen Freund bei der Arbeit kennen. Als sie ihn mit einer Lüge konfrontierte, habe sie «eine kassiert»: «Er traf mich mit der Ohrfeige so blöd, dass mein Trommelfell platzte. Ich musste zum Arzt. Ich hörte zwischenzeitlich 30 Prozent weniger, und zwei Drittel des Trommelfells waren kaputt.»
Er schlug sie weitere Male. Unterbewusst habe sie gewusst, dass sie eigentlich gehen müsste. Nachdem sie sich lösen konnte, habe er angefangen sie zu stalken. «Ich konnte nie mehr normal von der Tiefgarage zu meiner Wohnung gehen. Ich rannte den Weg noch jahrelang», sagt Bally. Am Ende musste er ins Gefängnis.
«Noch jahrelang rannte ich den Weg von der Tiefgarage zu meiner Wohnung»
Bally möchte in Bezug auf häusliche Gewalt Mut machen. Einerseits den Betroffenen, sich an jemanden zu wenden. Andererseits sollen Menschen im Umfeld ermutigt werden, Betroffene direkt anzusprechen und Hilfe zu holen. Sie sagt: «Wir müssen alle hinsehen und das Tabu brechen. Viele wissen nicht, wie schwierig es ist, da wieder rauszukommen.»
Zahl des Tages
80 Jahre

Bis heute ein umstrittenes Kleidungsstück: der Bikini. (Foto: Unsplash / Florida Memory)
Ein Fun Fact zum Zmorge: Der Bikini feierte gestern seinen 80. Geburtstag. Der erste Bikini wurde am 5. Juli 1946 in der Piscine Molitor in Paris vorgestellt und sorgte logischerweise für ganz schön viel Gesprächsstoff. Erfunden hat ihn der einstige Maschinenbauingenieur und spätere Textildesigner Louis Réard (1897 bis 1984), wie die FAZ schreibt.
Und der Name «Bikini» kommt by the way daher, dass die Stoffstückchen so explosiv waren, wie die Atombombe, die nur vier Tage zuvor auf dem Bikini-Atoll getestet worden war.
Der erste Zweiteiler war übrigens mit lauter Ausschnitten von Zeitungsschlagzeilen bedruckt (weil alles sehr skandalös, cheggsch) und wurde von Nackttänzerin Micheline Bernardini vorgeführt. Professionelle Models weigerten sich nämlich, ein derart entblössendes Bade-Outfit zu tragen.
Kurz-News
Regeländerung im Kinderspital · Als erste Schweizer Klinik führt das Kinderspital Luzern die «Martha’s Rule» ein, schreibt die NZZ am Sonntag. Eltern können bei Unsicherheit im Notfall eine Zweitmeinung verlangen, wenn sie sich nicht ernst genommen fühlen.
Kritik wegen Zollstreit · Parlamentarier:innen kritisieren Bundespräsident Guy Parmelin wegen fehlender Fortschritte im Zollstreit mit den USA und geplanter einseitige Zugeständnisse, schreibt die SonntagsZeitung. SP-Ständerätin Franziska Roth fordert etwa, dass die zuständigen Kommissionen des Parlaments bei Lockerungen für US-Autos und Medizinprodukte konsultiert werden.
Overtourism hält an · Schweiz Tourismus wollte Touri-Hotspots entlasten, indem kleinere Destinationen gestärkt werden. Der Bund finanziert dies mit jährlich 60 Millionen Franken. Grosse Destinationen legten laut NZZ am Sonntag seit 2023 aber deutlich stärker bei den Logiernächten zu als kleinere. Für Schweiz Tourismus sei eine abschliessende Bilanz noch zu früh.
International
Fifa zieht Sperre zurück · Donald Trump soll laut Medienberichten Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen haben, um die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun aufheben zu lassen, schreiben die New York Times und der Spiegel. Kurz darauf setzte die Fifa die Sperre aus und zur Bewährung aus. Balogun darf damit morgen gegen Belgien antreten.
Waldbrand in Frankreich · Wegen eines grossen Waldbrands nahe Perpignan wurden in Südfrankreich 5’000 Menschen evakuiert, wie die Zeit berichtet. 1’650 Hektar Fläche sind verbrannt, zwei Personen wurden lebensgefährlich verletzt. Die Tour de France passte ihre Route an. Hunderte Feuerwehrleute bekämpfen in Europa seit Tagen Waldbrände (SRF hat die Übersicht).
🔧 Nützliches des Tages
Gute Geschichten in Zürich

Die Schwedin Liv Strömquist liest heute in Zürich aus ihren neuen Werk «Das Orakel spricht». Thema: Der Drang zur Selbstoptimierung. (Foto: Emil Malmborg)
Mäuse fängt man mit Speck, mich mit guten Geschichten. Darum hier ein Tipp für alle Bücherwürmer, Storytelling-Fans und die, die es noch werden wollen: Wenn ich du wär, würde ich ans Literaturfestival gehen, das heute in Zürich losgeht. Bis 12. Juli gibts ein schönes Programm mit Lesungen, Gesprächen und Spoken Word.
Mit dabei ist zum Beispiel mein forever Autor:innen-Crush Sibylle Berg (bitte alle«Sex 2» und «Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot» lesen). Sie präsentier im Alten Botanischen Garten ihr neues Buch «PNR: La Bella Vita» als Leseperformance mit Film.
Die Schriftstellerin und Essayistin Siri Hustvedt spricht im Volkshaus über Verletzlichkeit und Widerstandskraft in unsicheren Zeiten. Und die Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke erklärt, welche Rolle die Fantasie in einer Welt im Krisenmodus spielt.
Sehr nice finde ich übrigens in puncto Zugänglichkeit, dass es neben Tickets für die Veranstaltung vor Ort auch Billets für den Livestream gibt. Der heutige Talk mit der schwedischen Comiczeichnerin Liv Strömquist (🩷) ist zum Beispiel ausverkauft, ABER man kann das Gespräch digital verfolgen.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Merci fürs Lesen und startet gut in die Woche! ✨
LG Vanja
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