Guten Morgen {{vorname}}
Mit schlechten Nachrichten will niemand in die Woche starten, das ist klar. Darum reisse ich das Pflästerli grad zu Beginn ab: Diese Woche wirds wieder richtig heiss. 🫠
Immerhin hattest du hoffentlich ein gutes Weekend – wie die meisten der 900’000 Besucher:innen der Street Parade. Falls du es verpasst hast (oder dich nicht mehr so genau erinnerst lol) kannst du dir auf Tsüri nach dem Lesen des 6iBriefs gleich die schönsten Bilder der Technoparty anschauen.
Schweiz · Gewalt
Elisabeth Baume-Schneider nimmt Stellung zu Ex-SVP-Grossrat

Elisabeth Baume-Schneider spricht über den Fall des angeklagten Aargauer SVP-Grossrats. (Screenshot: SonntagsBlick / Thomas Meier)
Klare und wichtige Worte zu Gewalt an Frauen findet Elisabeth Baume-Schneider. Die Bundesrätin nimmt Stellung zum Missbrauchsfall um den Ex-SVP-Grossrat Patrick Frei, der die Schweiz erschütterte. In der Schweiz sei jede fünfte Frau Opfer von sexualisierter Gewalt. «Das heisst, wir haben es mit einem strukturellen Problem zu tun», sagt die Bundesrätin zu SonntagsBlick.
Im Fall des ehemaligen Aargauer SVP-Politikers habe sie am meisten schockiert, dass den betroffenen Frauen, zwei Polinnen, «nach dem erlittenen Leid die Ausschaffung drohte». «Die beiden Frauen, die an die Öffentlichkeit gegangen sind, haben grossen Mut bewiesen», sagt Baume-Schneider. Das Problem seien nicht sie, sondern der Täter.
«Häusliche Gewalt ist kein Problem der ausländischen Bevölkerung»
Sie betont, dass Gewalt gegen Frauen in der ganzen Gesellschaft vorkommt: «Wir müssen uns bewusst machen, dass chemische Unterwerfung und Vergewaltigungen überall passieren können – auch mit Schweizer Bürgern als Tätern. Es stimmt nicht, dass Gewalt nur von Migranten oder von Personen aus armen Verhältnissen ausgeht.»
Zu sagen, dass häusliche oder sexualisierte Gewalt ein Problem der ausländischen Bevölkerung ist, sei falsch, sagt die Bundesrätin. Und ergänzt: «Die SVP spielt die Migrationskarte und stellt Zuwanderung als Ursache für alles Übel in der Gesellschaft dar – dem ist objektiv nicht so.»
Falls du Unterstützung brauchst, findest du sie bei der Opferhilfe.
Schweiz · Klima
Kampf ums Schweizer Wasser wegen Hitze und Trockenheit

Kein Ende der Hitzewelle in Sicht: Diese Woche wird es wieder heiss. Und die Konflikte um Wasser dürften zunehmen.
(Screenshot: Meteoschweiz)
Ich habe es schon angetönt, diese Woche musst du dich wieder auf extreme Hitze einstellen. Seit gestern gilt die Hitzewarnung der Stufe drei für grosse Teile der Alpennordseite – in der ganzen Schweiz wird mit Höchstwerten zwischen 31 und 36 Grad gerechnet. Am heissesten dürfte es in der zweiten Wochenhälfte werden, wie SRF berichtet.
Die Hitze und die Trockenheit führen auch zu zunehmenden Konflikten um die Verfügbarkeit von Wasser, wie die NZZ am Sonntag schreibt. Der Hydrologe Klaus Lanz prophezeit, dass sich die Verteilungskonflikte zwischen der Schweiz und ihren Nachbarländern zuspitzen werden.
So forderten bereits jetzt die italienischen Behörden das Tessin auf, mehr Wasser aus den Stauseen abfliessen zu lassen. Und mit Frankreich steht die Schweiz in Verhandlungen über den Abfluss der Rhone in Genf.
Auffallend: Während das Wassermanagement wichtiger wird, spart der Bund bei der Wasserforschung. So wird per Ende Jahr der Hydrologische Atlas der Schweiz eingestellt, eine wissenschaftliche Plattform, auf der Daten zu Schweizer Gewässern gesammelt werden.
Die GLP fordert nun eine nationale Wasserstrategie, wie die SonntagsZeitung berichtet: Die Grünliberalen lancieren in der Herbstsession eine dringliche Parlamentsdebatte zum Hitzesommer und wollen den Bund verpflichten, den Wasserverbrauch landesweit zu erfassen und neue Wasserspeicher zu planen. Die Schweiz soll sich besser auf Trockenperioden und zunehmende Wasserknappheit vorbereiten.
Schweiz · Politik
Mitglieder des Bundesrats wurden bespitzelt und fichiert

Moritz Leuenberger deckte den Fichenskandal als PUK-Präsident 1989 auf – und wurde selbst ab 1972 fichiert.
(Screenshot: SonntagsZeitung / Keystone)
Die Fichenaffäre erschütterte 1989 die Schweiz. Wie nun die SonntagsZeitung berichtet, wurden nicht nur Bürger:innen teils über Jahrzehnte staatlich überwacht: Auch die Regierung war betroffen – insgesamt wurden 39 Bundesräte und Bundesrätinnen von 1930 bis 1989 fichiert. Und dies oft von ihren politischen Anfängen bis in die Zeit nach ihrem Rücktritt.
Elisabeth Kopp war bei der Eröffnung ihrer Fiche beispielsweise erst 22 Jahre alt. Die spätere Justizministerin engagierte sich damals bei «Wahret die Freiheit», einem antikommunistischen Komitee, das der Bundespolizei verdächtig erschien.
Unter den fichierten Bundesratsmitgliedern befinden sich viele inzwischen verstorbene Personen, neben Elisabeth Kopp etwa die früheren Justizminister Eduard von Steiger und Rudolf Friedrich. Fichen wurden ausserdem über Christoph Blocher, Ruth Dreifuss, Adolf Ogi, Hans-Rudolf Merz, Arnold Koller und Pascal Couchepin angelegt. Insgesamt umfassen die Bundesratsfichen mehr als 800 Einträge. Sie alle verweisen auf Aktendossiers, die heute beim EJPD im Bundesarchiv in Bern eingesehen werden können.
Auch Moritz Leuenberger wurde ab 1972 fichiert. Der SP-Politiker deckte als Präsident der parlamentarischen Untersuchungskommission den Fichenskandal auf. Seine Bundesfiche habe er nie verlangt, er bestellte aber die Unterlagen der Stadt- und der Kantonspolizei Zürich. «Ich las vor allem Banales, Falsches und sogar bewusst Falsches», sagt der Ex-Bundesrat.
Aufgeschnappt
KI soll Rettungsschwimmer:innen am Strand unterstützen

KI soll im italienischen Bibione bald zur Strandsicherheit beitragen. (Screenshot: Nau / Bibione Info)
Endlich wieder mal ein sinnvoller Einsatz von KI: An den Stränden Venetiens könnte künstliche Intelligenz bald Rettungsschwimmer:innen unterstützen. Sie soll laut Nau in Sekundenschnelle Gefahren erkennen und Alarm schlagen. Dafür wird im italienischen Badeort Bibione ein System aus Kameras und KI geprüft – ein «digitales Auge» scannt laut RSI das Wasser und hilft so bei der Strandsicherheit.
Grund für den KI-Einsatz sei ein Mangel an Rettungsschwimmer:innen, sagt Lorenzo Braida, Vorsitzender des italienischen Strandbadverbands Venetiens. Gemäss Braida sei die KI in der Lage, früher als der Mensch zu erkennen, wer in Not ist. So könne viel schneller eingegriffen werden. Er betont die Effizienz der künstlichen Intelligenz: «Wir können fünf bis zehn Personen im Blick behalten, während die KI ganze Bereiche überwacht.»
Fragt sich: Was ist mit der Privatsphäre am Strand?
«Die Kamerabilder können unscharf gemacht werden, Personen können mit einem Punkt markiert und somit nicht identifiziert werden», erklärt Adamo Zecchinel, Präsident von Bibione Spiaggia, einer der grössten Strandbetreiber Europas. Es sei nicht notwendig, Personen zu erkennen. Wichtig ist es, ungewöhnliche Bewegungen im Wasser und am Strand zu verfolgen.
Kurz-News
Steinschlag am Oeschinensee · Über dem Oeschinensee kam es am Samstagnachmittag laut Tagi zu einem Felssturz. Auf Videos sind Menschen zu sehen, die panisch das Seeufer verlassen. Wie die Gemeinde Kandersteg mitteilt, sei ein kippender Block im Gipfelbereich des Spitze Stei unterhalb des Doldenhorns abgestürzt.
Badeunfall im Bielersee · Ein 61-jähriger Mann ist am Sonntagvormittag in Vinelz bei einem Badeunfall im Bielersee gestorben, wie Nau berichtet. Laut bisherigen Erkenntnissen stehe ein medizinisches Problem im Vordergrund. Die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland ermittelt nun zum Unfallhergang.
Street Parade grösstenteils friedlich · Am Samstag feierten 900’000 Besucher:innen an der Street Parade in Zürich, rund 100’000 mehr als im vergangenen Jahr, berichtet Watson. Insgesamt seien 30 Personen festgenommen worden. Schutz & Rettung Zürich zog in der Schlussbilanz ein positives Fazit: Bis zur Schliessung des letzten Sanitätspostens wurden 906 Behandlungen durchgeführt.
International
Bootsunglück bei Liberty Island · Eine 27-jährige Frau und ein fünf Monate altes Baby starben laut BBC am Samstagabend bei einem Bootsunglück in der Nähe der Freiheitsstatue. Zwölf Personen konnten aus dem Wasser gerettet werden. Der Betreiber des Bootes wurde festgenommen und angeklagt, teilte die New Yorker Polizei mit.
Israel lehnt Friedensplan ab · Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat Donald Trumps 15-Punkte-Friedensplan für Gaza eine Absage erteilt. Wie der Spiegel berichtet, schlägt der vom US-Präsidenten initiierte Gaza-Friedensrat eine Entwaffnung der Hamas und einen Abzug des israelischen Militärs aus Gaza vor.
🔧 Nützliches des Tages
Schöne Aussichten

Schau auf Window Swap aus Fenstern Fremder auf der ganzen Welt (ausser es hängen gerade Tiere vor der Linse rum).
(Foto: Window Swap)
Hast du in der Schule auch den Schüler:innen gehört, die lieber aus dem Fenster starrten und sich in eine andere Dimension träumten, statt zu lernen, wie man die Mitternachtsformel richtig anwendet? Ich beherrsche die Mitternachtsformel selbstredend bis heute nicht und starre immer noch gerne in Gedanken versunken aus diversen Fenstern. Auf der Webseite Window Swap sogar aus welchen, die ganz weit weg sind.
Da zeigt dir Aric zum Beispiel, wie die Aussicht im indischen Jaipur so ist (windig und grün). Und Sunday filmt derweil in Bangkok aus dem Fenster (oder versucht es zumindest; die Katze im Bild hat andere Pläne).
Also, falls dir der Montagmorgen aufs Gemüt drückt: Öffne einfach kurz ein Fenster zur Welt und lüfte den Kopf – für eine neue Perspektive.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Ich wünsch dir einen sanften Start in die Woche ✨
Vanja
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