Guten Morgen {{vorname}}
Was würdest du machen, wenn du einem Ausserirdischen begegnen würdest? Das könnte eine gute Frage für dein Dating-App-Profil oder den nächsten Apéro mit deinen Freund:innen sein. Vor allem aber ist es eine Frage, die sich die Wissenschaft gestellt hat – weshalb ein Astrophysiker einen Alien-Knigge erstellte, damit uns Menschen der Erstkontakt mit Aliens gelingt. Mehr dazu liest du weiter unten. Und ich freue mich schon sehr auf deine Antwort zur Umfrage, hehe. 👽

Ausserdem wichtig heute: Das Verwaltungsgericht hebt im Fall Untersiggenthal AG den Wegweisungsentscheid auf, und Iwona L. und Paula L. dürfen in der Schweiz bleiben.

Schweiz · Justiz

Entscheid im Fall Untersiggenthal AG: Iwona L. und Paula L. müssen Schweiz nicht verlassen

Iwona L. und ihrer Tochter Paula L. dürfen in der Schweiz bleiben.
(Screenshot: Tages-Anzeiger / Sabina Bobst)

Im Fall von Iwona L. und ihrer Tochter Paula L. hat das Aargauer Verwaltungsgericht entschieden: Die Frauen dürfen in der Schweiz bleiben. Das Migrationsamt wollte die Polinnen aus der Schweiz schaffen, obwohl man über die schweren Missbrauchsvorwürfe Bescheid wusste, schreibt der Tages-Anzeiger. Forensische Gutachten über gravierende Vorfälle lagen dem Migrationsamt bereits im Sommer 2025 vor.

Das Verwaltungsgericht beschreibt den Fall von Iwona L. und Paula L. als «in seiner Intensität besonders gravierend und bisher ungesehen». In solchen Konstellationen sei es Zweck der gesetzlichen Bestimmungen, Opfer von Gewalt «wirksam zu schützen» – doch das sei nicht geschehen.

Das kantonale Migrationsamt habe die Aufenthaltsbewilligung der Betroffenen «zu Unrecht widerrufen», heisst es im Entscheid. Das Verwaltungsgericht hebt den Wegweisungsentscheid auf und fordert vom Migrationsamt Aargau, den Anwälten von Iwona und Paula L. die Parteikosten von 6600 Franken zu bezahlen. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig, schreibt SRF.

Die beiden Frauen machten ihre Vorwürfe gegen den angeklagten Ex-SVP-Politiker, sie betäubt und missbraucht zu haben, Ende Juli publik. Die Aargauer Staatsanwaltschaft wirft dem Aargauer Ex-Grossrat unter anderem mehrfache Vergewaltigung, Schändung und sexuelle Handlungen mit Kindern vor. Der Fall sorgte schweizweit für Entsetzen – auch, weil Mutter und Tochter die Ausschaffung drohte.

Falls du Unterstützung brauchst, findest du sie bei der Opferhilfe.

Schweiz · Gesundheit

Krafttraining boomt: Die Schweiz gehört zu den sportlichsten Ländern Europas

Mehr Leute sind Mitglied eines Gyms als eines Sportvereins. (Foto: Unsplash / Danielle Cerullo)

Wir Schweizer:innen sind richtig fit: Die Schweiz gehört zusammen mit Finnland, Schweden und Dänemark zu den sportlichsten Ländern Europas. Wie die Studie «Sport Schweiz 2026» des Bundesamts für Sport zeigt, für die knapp 15’000 Personen ab 15 Jahren befragt wurden, treiben 52 Prozent der Bevölkerung mehrmals pro Woche Sport. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 gab nur rund ein Drittel aller Befragten an, sich mehrmals pro Woche sportlich zu betätigen, berichtet 20 Minuten.

Und erstmals haben Gym-Abos die Vereinsmitgliedschaften überholt: Mehr Personen ab 15 Jahren sind Mitglied eines Fitnesscenters (22 Prozent) als eines Sportvereins (19 Prozent).

Die Schweiz gehört zu den absoluten Spitzenreitern im europäischen Vergleich. Gemäss Studie liegt das daran, dass hierzulande Sport ein integraler Bestandteil des Lebensstils ist. Auch wenn sich die Präferenz für verschiedene Sportarten verändert: Während Wandern (49 Prozent der Bevölkerung), Radfahren (34 Prozent), Schwimmen, Skifahren und Joggen weiterhin am meisten ausgeübt werden, haben Krafttraining (20 Prozent) und Yoga (16 Prozent) stark an Beliebtheit gewonnen.

Spannend: Seit der letzten Erhebung 2020 ist die Sportaktivität erstmals nicht weiter angestiegen. «Ob der Sportboom der letzten Jahre seinen Zenit erreicht hat oder ob es sich nur um einen Marschhalt handelt, lässt sich aus heutiger Sicht nicht abschätzen», heisst es in der Studie.

Schweiz · Medizin

Basler Psychiatrie reagiert nach ADHS-Diagnosen von Praktikant:innen

Nach Kritik: Eine Untersuchung soll die ADHS-Diagnostik an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel überprüfen.
(Screenshot: SRF / Keystone / Georgios Kefalas)

Nachdem bekannt wurde, dass Studierende in Basel ADHS-Abklärungen gemacht haben, gibt es nun eine externe Untersuchung. Dies berichtet SRF. Wie die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) mitteilten, habe der Verwaltungsrat eine unabhängige Untersuchung ihrer ADHS-Diagnostik für Erwachsene in Auftrag gegeben. Untersucht werden die Abläufe, die Qualität der gestellten Diagnosen sowie die Abrechnungspraxis. Damit reagieren die UPK auf eine Recherche der «NZZ am Sonntag».

Ehemalige Praktikant:innen gaben an, dass sie ADHS-Abklärungen weitgehend selbstständig durchgeführt und Diagnosevorschläge erstellt hätten. Wie eine ehemalige Praktikantin erzählte, habe sie während ihres sechsmonatigen Praktikums rund 20 Personen «praktisch im Alleingang» diagnostiziert.

Mit dem Artikel wurden sowohl Fragen zur Qualität der Diagnostik als auch zur Verrechnung der Leistungen über die obligatorische Krankenversicherung laut. UPK-Direktor Nathan Keiser bestätigte zwar, dass Praktikant:innen an den Abklärungen beteiligt gewesen seien, wies aber Kritik an der Qualität der Diagnosen zurück. «Nach dem heutigen Kenntnisstand ist uns kein Fall bekannt, bei dem es aufgrund dieser Abläufe zu Fehldiagnosen gekommen wäre», so Keiser.

Die Abklärungen seien «nicht unbegleitet» erfolgt – die Praktikant:innen seien in einen fachlich begleiteten diagnostischen Prozess eingebunden gewesen. «Die fachliche Verantwortung hat immer auch bei qualifizierten Fachpersonen gelegen», so Keiser.

Kurioses

Es gibt jetzt eine Anleitung für den Kontakt mit Aliens

Bitte Aliens nicht direkt ansprechen: Ein neues Protokoll regelt den Erstkontakt mit Ausserirdischen. (Foto: «Mars Attacks!», 1996 Warner Bros. Ent.)

Wer «E.T. – Der Ausserirdische» oder einen meiner Lieblingsfilme «Mars Attacks!» gesehen hat, weiss: Eine Kontaktaufnahme mit Aliens geht selten gut aus, denn wir Menschen verkacken es einfach jedes Mal gottlos. Um apokalyptische Szenen im Fall der Fälle zu verhindern und als Menschen einen guten ersten Eindruck zu machen, existiert nun ein Alien-Knigge – damit du weisst, was zu tun ist, wenn du einem Alien begegnest.

Wie der Tages-Anzeiger schreibt, beauftragte die International Academy of Astronautics Michael Garrett, Astrophysiker an der University of Manchester, mit der Erstellung eines «Post-Detection Protocol». Dieses regelt, wie die Menschheit auf Signale von Ausserirdischen reagieren sollte. Erste Regel: Ruhe bewahren und nichts Übereiltes unternehmen. «Beobachten Sie es passiv, analysieren Sie es. Aber versuchen Sie nicht, Kontakt aufzunehmen», sagt Michael Garrett im Interview mit dem «Spiegel».

Der Experte richtet sich mit seinen Tipps vor allem an Forschende, allerdings gelten die Empfehlungen auch für uns Normalos. Denn: Die Entscheidung zur Kontaktaufnahme – und das wissen wir aus unzähligen Filmen und Serien – habe eine enorme Tragweite. Wenn es ganz dumm läuft und du Sarah Jessica Parker bist, könnte dein schwebender Kopf von Aliens in eine Glasglocke verfrachtet werden.

Das Begrüssungsprotokoll solle laut Garrett vor «die UNO und deren Weltraumausschüsse» gebracht werden. Im Falle eines UFOs, das über der Stadt schwebt, wäre also ein Anruf bei der Polizei angebracht, die dann den Bund verständigt.

Kurz-News

Erneuter Ausbruch von Legionellen · Nachdem Anfang August in Basel 28 Personen an Legionellose erkrankten und eine davon verstarb, kommt es auch in Wetzikon ZH zu auffällig vielen Ansteckungen mit Legionellen. Die Gesundheitsdirektion untersucht nun laut NZZ die Gründe. Seit Anfang 2025 wurde in Wetzikon eine Häufung registriert, bis im Juni waren 25 Personen betroffen. 2024 waren es insgesamt nur zwei.

Budget-Fehler bei Komitee der Neutralitätsinitiative · Die Befürwortenden der Neutralitätsinitiative haben 1,7 Millionen Franken zu viel vermeldet und mussten das Abstimmungsbudget nach unten korrigieren, wie der Tagi berichtet. Der ursprüngliche Betrag von 5,5 Millionen Franken wurde auf der Plattform der Eidgenössischen Finanzkontrolle ohne Erklärung auf 3,8 Millionen korrigiert. Grund sei ein «internes Missverständnis».

Badis wollen Smart Glasses verbieten · Mit der steigenden Beliebtheit von Smart Glasses steigt auch das Risiko, dass diese für unbemerkte Aufnahmen missbraucht werden. Der Schweizerische Badmeister-Verband SBV und der Verband Hallen- und Freibäder VHF wollen die Brillen in Badis verbieten und arbeiten laut Nau an einer Empfehlung für Bade- und Saunabetriebe. Auch Politik und Fitnessbranche diskutieren schärfere Regeln für Kamerabrillen.

International

Über 5000 Ebola-Fälle in Kongo-Kinshasa · In Kongo-Kinshasa wütet Ebola weiter: Seit Mai sind 5021 Menschen nachweislich daran erkrankt, teilt das Regionalbüro Afrika der Weltgesundheitsorganisation mit. Wie SRF berichtet, ergeben die bisher 2378 verstorbenen Patient:innen eine Sterberate von rund 50 Prozent. Studien deuteten darauf hin, dass der Ausbruch etwa im Februar begann.

ZZ-Top-Drummer Frank Beard ist tot · Der Drummer von ZZ Top, Frank Beard, ist im Alter von 77 Jahren in einem Hospiz in Texas gestorben, wie The Guardian schreibt. Er spielte 56 Jahre lang in der Band. ZZ-Top-Frontmann Billy Gibbons beschrieb ihn in einem Statement als «grossartigen Freund, Weggefährten und einen der innovativsten Schlagzeuger». Die Todesursache ist nicht bekannt.

🔧 Nützliches des Tages

Drei Filme gegen Fernweh

Kein perfekter Film, aber richtig schön – und gut gegen Fernweh: «Perfect Days» von Wim Wenders. (Bild: Master Mind Ltd.)

Falls du gerade Trübsal bläst, weil deine Ferien vorbei sind, eine Reise aus Gründen nicht möglich ist und auch noch das Ende des Sommers naht (wtf), möchte ich dir gerne drei passende Filmtipps auf den Weg geben. Die lindern dein Fernweh hoffentlich ein bisschen.

... wenn du Lust auf Strandferien hast: «The Lost Daughter» (2021) von Maggie Gyllenhaal

Leda (gespielt von der grossartigen Olivia Colman) macht allein Strandferien in Griechenland. Dort beobachtet sie eine junge Mutter (Dakota Johnson) mit ihrer kleinen Tochter und wird mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.

… wenn du von Japan träumst: «Perfect Days» (2023) von Wim Wenders

Hirayama (Kōji Yakusho) reinigt Toiletten in Tokio und führt ein ruhiges, idyllisches Leben. Mehr passiert eigentlich nicht – aber genau darin liegt die Schönheit dieses Films.

… wenn du eine Luxus-Kreuzfahrt machen willst (die Lust wird dir aber schnell vergehen): «Triangle of Sadness» (2022) von Ruben Östlund

Das Model-Paar Carl (Harris Dickinson) und Yaya (Charlbi Dean) begibt sich auf eine luxuriöse Yacht. Doch die Reise läuft komplett aus dem Ruder. Eine düstere gesellschaftskritische Komödie, nach der du dich fühlst, als wärst du zweieinhalb Stunden lang getumblert worden.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Bis morn!

Vanja

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