Guten Morgen {{vorname}}
Beginnen wir die Woche mit etwas Handballgeschichte: Heute vor genau 40 Jahren gelang Maradona das 1:0 im WM-Viertelfinal gegen England (2:1).

Auf die Frage, wie er das Goal erzielt habe, sagte der Argentinier gleich nach dem Spiel: «Ein bisschen mit dem Kopf von Maradona und ein bisschen mit der Hand Gottes.»

Heute würde er seine Aussage wohl mit einem 😉 ergänzen – und die Brit:innen wären immer noch hässig. Wo Emojis angebracht sind, erfährst du weiter unten.

PS: Im gleichen Spiel schoss Maradona dann auch noch das vielleicht schönste Tor aller WM-Zeiten (mit dem Fuss).

Schweiz · Irankrieg

Trump sabotiert Friedensgespräche auf dem Bürgenstock

Shakehands über dem Vierwaldstättersee (Screenshot: NZZ/Nathan Howard)

Die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran auf dem Bürgenstock in der Innerschweiz sind ins Stocken geraten. Gemäss der NZZ unterbrach die iranische Delegation gestern Abend die Verhandlungen vorläufig.

Auslöser waren neue Drohungen von Donald Trump. Wenn der Iran die Strasse von Hormus schliesse, werde es den Iran nicht mehr geben, sagte der US-Präsident im US-Fernsehen. Den iranischen Diplomaten drohte er zudem damit, dass sie es nicht mehr zurück in ihr Land schaffen würden.

Auf seiner Plattform Truth Social forderte Trump den Iran auf, die Hisbollah-Miliz davon abzuhalten, weiter «Unruhe zu stiften». Falls Iran dies nicht gelinge, würden die USA ihre Angriffe auf Iran wieder aufnehmen.

Zwar herrscht im Libanon nach heftigen israelischen Angriffen ein fragiler Waffenstillstand, doch die politische Lage bleibt blockiert. Teheran fordert, dass ein Friedensschluss zwingend auch für den Libanon gelten muss. Die USA können dies jedoch kaum garantieren, da Israel nicht an den Gesprächen beteiligt ist und einen Truppenabzug ablehnt.

Zudem liegen die Positionen bei den Kernfragen weit auseinander: Trump verweigert die von Teheran geforderten Schifffahrtsgebühren für die Strasse von Hormus. Auch in der Atomfrage gibt es keine Einigung. Zwar signalisiert der Iran ein Einlenken bei der Urananreicherung, die USA fordern jedoch den kompletten Verzicht auf alle Reserven.

Der Iran halte trotz Trumps Drohungen an einer diplomatischen Lösung fest, heisst es im Ticker der NZZ. Auf der Plattform X postete der iranische Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf an die Adresse der Amerikaner gerichtet: «Wir nehmen diese Äusserungen nicht ernst, dennoch wäre es ratsam, wenn sie mehr Zurückhaltung übten.»

Nach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran auf dem Bürgenstock auf der Ebene der Verhandlungsführer folgen weitere Beratungen auf Arbeitsebene, heisst es bei Tamedia. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen innerhalb von 60 Tagen ein «finales Abkommen» zu erreichen, hiess es in der Nacht in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan.

Schweiz · Crans-Montana

Bar hätte wohl nie eröffnet werden dürfen

Undurchsichtige Entstehungsgeschichte: Bar Le Constellation. (Screenshot: Tamedia/Fabrice Coffrini)

Als Nicolas Féraud letzte Woche erstmals eine Gemeindeversammlung in Crans-Montana VS leitete, gab es aus dem Publikum zwar einzelne Rücktrittsaufforderungen, insgesamt aber viel Applaus für den Gemeindepräsidenten: Der Mann übernimmt die Verantwortung nach der Katastrophe, die Steuern müssen nicht erhöht werden.

Gemäss der SonntagsZeitung zeichnen bisher unbekannte (und bekannte) Unterlagen aus den Gerichtsakten jedoch ein anderes Bild: Sie legen nahe, dass die Gemeinde mit erheblichen finanziellen Folgen rechnen muss.

Was die Dokumente sonst noch zeigen, könnte für noch mehr Empörung sorgen: Offenbar hätte die Bar «Le Constellation», in welcher in der Neujahrsnacht ein verheerender Brand tobte, gar nie eröffnet werden dürfen.

Umbauarbeiten starteten illegal vor der Baufreigabe, behördliche Sicherheitsauflagen – wie eine nach aussen öffnende Fluchttür – wurden bis zur Tragödie ignoriert. Zudem verdoppelten Beamte die zugelassene Personenzahl ohne ersichtlichen Grund.

Zwar verzichtet die AXA-Versicherung laut einer Sonderklausel selbst bei Grobfahrlässigkeit der Gemeinde auf eine Leistungskürzung, die Deckungssumme ist jedoch auf 20 Millionen Franken begrenzt. Dieser Betrag werde angesichts der über 100 Verletzten und 41 Todesopfer bei weitem nicht ausreichen, heisst es im Artikel.

Schweiz · Frühförderung

Flickenteppich sorgt für Chancenungleichheit

Früh übt sich. (Foto: Unsplash/Marisa Howenstine)

Bildungsungleichheit ist ein vorschulisches und kein schulisches Problem, heisst es heute in den Tamedia-Zeitungen (noch nicht online): Die soziale Herkunft zementiert also den Schulerfolg.

Während Expert:innen die sprachliche Frühförderung vor dem Kindergarten als effektiv loben, bleibt die politische Umsetzung wegen des Föderalismus indes umstritten.

Pionierkanton Basel-Stadt setzt seit 2013 erfolgreich auf ein «selektives Obligatorium». Wer beim Sprachtest durchfällt, muss in die Förderung. Sabrina Hollinger vom Erziehungsdepartement sagt: «Es stellt sicher, dass wir alle Kinder mit Förderbedarf erreichen – unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Familiensprache.» Bei Verweigerung drohen bis zu 1000 Franken Busse.

Der Aargau startet nun mit einem Kompromiss: Sprachtest ja, Frühförderung freiwillig. Bildungsdirektorin Martina Bircher (SVP) sagt: «Es ist in vielen Schweizer Familien noch sehr verankert, dass die Kinder erst mit dem Kindergarten die Familie verlassen.» Andere Kantone wie Zürich, Bern und Luzern lehnen den Zwang strikt ab.

Eine Volkswirtschaftsstudie zeigt, dass sich Investitionen lohnen: Jeder investierte Franken bringt langfristig bis zu vier Franken zurück, da spätere Kosten für Sonderschulen oder Sozialhilfe sinken.

Zitat des Tages

«Elmo liebt alle»

Kein Chauvinist: Elmo. (Screenshot: Instagram/elmo)

Es gibt wohl kaum einen freundlicheren Amerikaner als Elmo. Da sind sich fast alle einig. Nun sah sich die Kultfigur aus der Sesamstrasse aber genötigt, ein paar Dinge klarzustellen. Auf Instagram trägt Elmo ein Shirt der US-Fussball-Nati und sagt: «Elmo will, dass die USA gewinnt, okay? Aber Elmo liebt alle!»

Warum tut das lustige Kerlchen das? Tatsächlich wegen eines Shitstorms, der sich jüngst über ihn entleert hat. Nachdem Elmo vor dem NBA-Final via Social Media beiden Teams «einfach nur Spass» gewünscht hatte, reagierten einige Fans der New York Knicks verständnislos.

Da allgemein davon ausgegangen wird, dass die Sesamstrasse fiktiv in Downtown Manhattan liegt, forderten diese Leute Elmos bedingungslose Loyalität zum Heimteam. Ein Mann, schreibt Watson, habe sogar eine Elmo-Puppe auf einem Speer aufgespiesst und mit der Aufschrift «Verräter» versehen.

Nach dem heftigen Fan-Zorn geht Elmo nun lieber auf Nummer sicher, heisst es im Artikel. Die Unterstützung für das US-Team zeige zumindest sportlich Wirkung: Nach Siegen gegen Paraguay und Australien stehen die USA bereits als Gruppensieger fest. Wer freundlich ist, gewinnt also. Der US-Präsident sollte sich dringend ein Beispiel an Elmo nehmen.

Kurz-News

NDB warnt vor Chinas Einfluss · Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) sieht in Städtepartnerschaften mit China ein Risiko für Spionage und politische Beeinflussung. Laut NDB nutzt Peking Kontakte auf allen staatlichen Ebenen, um die Wahrnehmung in der Schweiz subtil zu manipulieren. Expert:innen warnen, dass Schweizer Gemeinden aus Angst vor wirtschaftlichen Nachteilen zunehmend zur Selbstzensur neigen. Politiker:innen fordern gemäss Tages-Anzeiger, die Naivität im Umgang mit der Grossmacht zu beenden.

Kreml jagt Kritiker in der Schweiz · Russland geht verstärkt gegen Oppositionelle im Exil vor und stuft immer mehr Organisationen als «unerwünscht» ein. In der Schweiz sind bereits zwölf Vereine betroffen, darunter das in Genf ansässige «Future Russia – Switzerland». Die Einstufung bedeutet ein faktisches Verbot in Russland; Mitgliedern droht Strafverfolgung. Betroffene in der Schweiz berichten zudem gemäss Nau von gezielter Überwachung und Einschüchterungsversuchen bei Veranstaltungen.

Handgranate im Rhein gesprengt · Im Rhein in Basel ist gestern eine Handgranate gefunden und von Spezialisten der Armee kontrolliert gesprengt worden. Ein Taucher hatte den Blindgänger am Nachmittag bei der Uferstrasse entdeckt und an Land gelegt, zitiert Watson eine SDA-Meldung. Die Kantonspolizei evakuierte daraufhin ein Eventschiff und errichtete eine Sperrzone. Für die erfolgreiche Detonation um 21 Uhr wurde das Gebiet erweitert und die Schifffahrt auf dem Rhein komplett eingestellt.

International

Tritt Starmer heute zurück? · Der britische Premierminister Keir Starmer wird voraussichtlich heute Morgen seinen Rücktrittsplan ankündigen. Dies berichtet der Guardian. Nach massivem Druck aus seinem Kabinett plane Starmer einen geordneten Rückzug bis zum Herbst. Dies soll den Weg für Andy Burnham freimachen, der nach seinem jüngsten Wahlsieg als Favorit für die Nachfolge gilt. Ein rascher Machtwechsel im September soll der Labour-Partei einen stabilen Übergang ohne langwierigen Wahlkampf ermöglichen.

BTS-Fans betrogen · Die Ticketjagd für die Welttournee der südkoreanischen Boyband BTS hat in Südostasien zu einer beispiellosen Betrugswelle geführt. Verzweifelte Fans verloren auf der Suche nach Karten für die restlos ausverkauften Shows bereits über 100’000 Dollar an Betrüger:innen. Auf Plattformen wie X boten Kriminelle gefälschte VIP-Tickets an und tauchten nach der Überweisung ab. Behörden in Singapur, Thailand und Malaysia ermitteln wegen zahlreicher Betrugsfälle, schreibt die BBC.

😉 Nützliches des Tages

Emojis

Gehören sie ins Büro oder nicht? (Foto: Unsplash/Planet Volumes)

Ich habe noch nie so viele Emojis verwendet wie im letzten halben Jahr. Der 6iBrief ist unter meinen Fittichen zu einer regelrechten Emoji-Schleuder geworden. So harmlos, wie sie daherkommen, sind die bunten Piktogrammchen indes nicht. Mühsam wirds etwa, wenn sie Botschaften die Schärfe nehmen. Die präzise Aussage «Emojis sind nützlich» erscheint plötzlich nicht mehr so präzise, wenn ich ein 😉 vorausschicke.

In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger sagt die Psychologin Erin Leigh Courtice: «Keine Emojis sind die sicherste Wahl.» Wer etwa im Büro kompetent und professionell wirken wolle, verzichte am besten komplett auf Smiley und Co. Denn ohne Bildchen werden Absender:innen generell als fähiger wahrgenommen, hat Courtice in einer Studie herausgefunden.

Richtig brenzlig werde es bei widersprüchlichen Signalen. «Wenn Sie eine negative Nachricht wie ‹Du hast einen furchtbaren Bericht abgegeben› mit einem Smiley versehen, um ihm die Härte zu nehmen und damit vielleicht auszudrücken ‹Aber es ist okay›, wirkt das oft passiv-aggressiv und verschlimmert die Botschaft», sagt Courtice.

Sie selber möge das Maniküre-Emoji, sagt Courtice. Damit drücke sie aus: «Das haben wir gut hingekriegt. Wir können stolz auf uns sein.» Sie verwendet es aber nur bei Leuten, mit denen sie auf Augenhöhe ist. «Bei Leuten, zu denen ich Distanz wahren muss – auch hinsichtlich der Hierarchie –, bleibe ich ganz klassisch beim lächelnden Smiley mit den errötenden Wangen.»

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

💅

Peter

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