Guten Morgen {{vorname}}
«Actions have consequences», heisst es im Englischen. Was man tut, fällt oft auf einen zurück. Das gilt ganz besonders im Internet. Dieses vergisst bekanntlich nie.

Manchmal trifft es SRF-Journalisten. Und manchmal Herrn Müller aus Hintertupfingen. Dabei wäre es eigentlich ganz einfach, Ärger zu vermeiden. Die wichtigste Regel auf Facebook und Co. lautet: Denk nach, bevor du etwas postest.

Sonst kann es nämlich passieren, dass plötzlich Supercedi vor der Tür steht…

Schweiz · EU-Reform

Arbeitslose Grenzgänger könnten Schweiz teuer zu stehen kommen

Grenzgänger:innen am Badischen Bahnhof in Basel. (Screenshot: NZZ/Keystone)

Eine diese Woche erzielte Einigung zwischen dem EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten könnte die Schweizer Arbeitslosenversicherung (ALV) künftig deutlich stärker belasten, berichtet die NZZ. Kern der Reform ist der Wechsel zum Arbeitslandprinzip: Wenn Grenzgänger ihre Stelle verlieren, soll künftig jener Staat vollständig für das Arbeitslosengeld aufkommen, in dem sie zuletzt angestellt waren – und nicht mehr das Wohnland.

Bisher zahlte die Schweiz lediglich eine Ausgleichsentschädigung für drei bis fünf Monate an die Wohnsitzstaaten. Im vergangenen Jahr beliefen sich diese Zahlungen allein an Frankreich auf 226 Millionen Franken. Mit dem Systemwechsel dürften diese Kosten massiv steigen. Zudem sieht die Reform vor, dass künftig die Arbeitsämter des ehemaligen Arbeitsortes – in der Schweiz also die RAV – für die Betreuung der Arbeitslosen zuständig sind.

Da die Schweiz das Personenfreizügigkeitsabkommen anwendet, müsste sie diese Neuerung voraussichtlich übernehmen. Noch ist die Reform jedoch nicht beschlossene Sache: Die EU-Minister:innen müssen der Einigung erst zustimmen. Widerstand kommt insbesondere aus Luxemburg, das ähnlich wie die Schweiz stark von Grenzgänger:innen abhängig ist.

Schweiz · Covid-Kreditbetrug

Justiz kämpft mit tausenden Verdachtsfällen

Wer erinnert sich? Die Justiz. (Foto: Unsplash/Edwin Hooper)

Jahre nach der Pandemie hält der Missbrauch von Covid-Krediten die Schweizer Justiz auf Trab. Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigen das Ausmass: Schweizweit sind noch 3334 Strafanzeigen offen, die Deliktsumme beläuft sich auf gut 406 Millionen Franken. Besonders betroffen sind die Kantone Waadt, Zürich und Genf.

Ein wegweisendes Urteil des Bundesgerichts bestätigt nun gemäss Tages-Anzeiger die harte Linie gegen Betrüger:innen. Ein Freiburger Gastronom wurde verurteilt, weil er sich mit einem falschen Gründungsdatum 50’000 Franken erschlichen hatte. Das Gericht hielt fest, dass falsche Angaben auf dem Antragsformular keine einfache Unwahrheit sind, sondern den Tatbestand des Betrugs erfüllen. Der Wirt muss den Kredit inklusive Zinsen zurückzahlen.

Die Bearbeitung dieser Fälle ist laut Staatsanwaltschaft «mit einem erheblichen Aufwand verbunden». Viele Verfahren sind komplex, da sie internationale Verflechtungen und Firmenstrukturen betreffen. Für den Bund bleibt das Risiko hoch: Er bürgt für Kredite in der Höhe von 6,2 Milliarden Franken, bei denen ein mittleres Ausfallrisiko besteht.

Schweiz · 🐶

Letzte Ruhe mit Fido

Grenzenlose Tierliebe. (Foto: Unsplash/Eric Ward)

In Bern können Menschen künftig gemeinsam mit ihren Haustieren bestattet werden. Der Stadtrat hat ein neues Friedhofsreglement verabschiedet, das spezielle Grabfelder unter dem Namen «Mensch mit Tier» vorsieht.

Die Neuerung geht auf ein Postulat der GLP aus dem Jahr 2021 zurück und stiess im Rat auf breite Zustimmung über alle Parteigrenzen hinweg. Ein wichtiger Zusatz wurde auf Antrag der Fraktion AL/PdA/TIF aufgenommen: Es ist streng untersagt, Tiere gezielt zu töten, nur damit sie gemeinsam mit einem Menschen begraben werden können.

Die Umsetzung der speziellen Grabfelder soll den Wunsch vieler Tierbesitzer:innen nach einer gemeinsamen letzten Ruhestätte erfüllen. In Zürich gibt es diese Möglichkeit bereits seit 2021. Der Friedhof Nordheim im Stadtkreis 6 ermöglicht solche Bestattungen etwa. Bis zu drei Tiere pro Grab könne man dort mitbestatten lassen, schreibt SRF.

🧌 Aufgeschnappt

Cedric Schild besucht Online-Rassisten

Häme statt Mitgefühl: Online-Kommentare nach Unfall. (Screenshot: Youtube/izzy)

Cedric Schild ist nicht nur ein toller Schauspieler («Tschugger»). Der Zürcher beherrscht auch die Rolle des unerschrockenen Journalisten. Jetzt hat er wieder zugeschlagen: Schild besuchte Online-Rassisten und stellte sie zur Rede.

Hintergrund: Nachdem ein 14-jähriger Eritreer in Langenthal BE auf einen Zug gestiegen war und dabei ums Leben kam, begann im Netz eine wüste Hetze. Einige freuten sich, andere wünschten sich viele Nachahmer: «Gut, einer weniger.»

Schild hat die Adressen der Verfasser dieser Posts ausfindig gemacht und die Leute besucht. Das Video von «Izzy» findest du hier.

Für einige der Kommentarschreiber könnten die Online-Kommentare juristische Konsequenzen haben, heisst es im Beitrag.

Die Konsequenzen für im Netz getätigte Äusserungen bereits zu spüren bekommt der SRF-Journalist, der sich vor 15 Jahren rassistisch über einen Schiedsrichter geäussert hatte. Der Sender hat den Moderator vorerst vom Bildschirm genommen, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

Kurz-News

Ohne Gepäck ins Flugi · Die Swiss und weitere Airlines der Lufthansa-Gruppe führen einen neuen, günstigeren Einstiegstarif ein: Ab dem 28. April ist «Economy Basic» für Europaflüge buchbar. Bei diesem Tarif ist kein grosses Handgepäck mehr inbegriffen, sondern nur noch ein persönlicher Gegenstand wie eine Laptoptasche, schreibt SRF. Wer mit einem Trolley reisen möchte, muss weiterhin den Tarif «Economy Light» oder höher wählen.

Abkommen mit Saudis · Bundespräsident Guy Parmelin (SVP) hat in Saudi-Arabien ein neues Investitionsschutzabkommen unterzeichnet: Investitionen sollen geschützt und gefördert werden. Angesichts geopolitischer Spannungen sei die Pflege der Beziehungen zum drittwichtigsten Handelspartner im Nahen Osten zentral. Parmelin wurde von einer Wirtschaftsdelegation begleitet, wie der SDA-Meldung auf Nau zu entnehmen ist.

Mitsprache bei Prämien · Der Beobachter hat dem Parlament in Bern die Petition «Schluss mit steigenden Prämien – wir wollen mitreden!» übergeben. Fast 50’000 Personen haben sie unterschrieben. Kernforderung ist eine Gesetzesänderung, damit Prämienzahlende bei den bisher geheimen Preisverhandlungen zwischen Kassen, Ärzten und Spitälern offiziell vertreten sind. Ziel ist mehr Transparenz und Demokratie im Gesundheitswesen.

International

US-Justiz unter Beobachtung · Das US-Justizministerium leitet eine Untersuchung zu seiner Herausgabe der Epstein-Akten ein. Diese soll prüfen, ob die Behörde das Gesetz zur vollständigen Offenlegung der Dokumente über Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell korrekt umsetzt. Hintergrund ist gemäss BBC Kritik von Kongressmitgliedern an fehlenden oder geschwärzten Unterlagen. Bisher wurden rund drei Millionen Dateien veröffentlicht, Millionen weitere unterliegen jedoch der Geheimhaltung.

Kirche gegen Krieg · Papst Leo fordert die USA und den Iran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Angesichts der «chaotischen Situation» mahnte das Kirchenoberhaupt eine neue «Kultur des Friedens» an, um Gewalt zu verhindern. Gleichzeitig verurteilte er die Tötung von Demonstrant:innen und Hinrichtungen im Iran. Damit reagierte der Papst gemäss Watson indirekt auf Kritik von US-Präsident Trump, ohne diesen jedoch namentlich zu nennen.

👇 Nützliches des Tages

Unnützliches

Zeiger feiern gerne. (Screenshot: Pointerpointer)

«Nützliches des Tages» heisst diese Rubrik. Ich frage mich: Muss denn alles immer nützlich sein? Natürlich nicht. Im Internet zum Beispiel findet man allerhand Unnützliches. Rassistische Kommentare zum Beispiel. Die haben ganz bestimmt keinen Nutzen. Höchstens jenen, die faulen Eier einer Gesellschaft zu identifizieren.

In besseren Fällen ist Unnützliches wenigstens lustig und sorgt für Zerstreuung. Wenn ich an gar nichts denken möchte, besuche ich etwa die Seite Pointer Pointer. Was einem da geboten wird, ist spektakulär hohl: Man platziert den Mauszeiger irgendwo auf dem Bildschirm, und der Compi sucht in den Weiten des WWW ein Bild, auf dem eine Person mit dem Finger auf genau diese Stelle zeigt. Komplett nutzlos – und vielleicht gerade deswegen ein wunderbarer Zeitvertrieb fürs Wochenende. Geniesst es!

🥳 Witziges zum Schluss

Meme der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis nächste Woche, wenn du magst.

Peter

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