Guten Morgen {{vorname}}
Morgen steht die Schweiz still. Um 14 Uhr läuten im ganzen Land die Kirchenglocken, Fahnen werden auf Halbmast gesetzt, und in Bern stoppen Trams und Busse für 20 Sekunden.

In Martigny VS findet dann eine Zeremonie für die Opfer der Brandkatastrophe in der Silvesternacht statt.

Auch ich werde meinen Handywecker auf 20 Uhr einstellen.

Heute bestimmen jedoch noch andere Nachrichten aus Crans-Montana die Presselandschaft. Auf die Gemeinde könnten Schadenersatzforderungen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Franken zukommen.

Schweiz · Brandkatastrophe

Nach den Tränen geht die Aufarbeitung weiter

Für Crans-Montana könnte die Brandkatastrophe sehr teuer werden. (Screenshot: SRF)

Nach der Brandkatastrophe mit 40 Toten und über 100 Verletzten in Crans-Montana VS bereiten erste Opferanwälte eine Staatshaftungsklage gegen die Gemeinde vor. Dieser wird vorgeworfen, gesetzliche Brandschutzkontrollen vernachlässigt zu haben.

Experten sehen gute Erfolgschancen. So sagt etwa Felix Uhlmann, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, gegenüber SRF: «Feuerpolizeiliche Normen sind elementare Verpflichtungen von Gemeinwesen, um für eine gewisse Sicherheit zu sorgen.»

Die Schäden dürften mehrere hundert Millionen Franken betragen und die Gemeindefinanzen stark belasten.

Die Aufarbeitung der Tragödie und die Klärung der Schuldfrage werden die Schweiz also noch lange Zeit beschäftigen.

Der morgige Freitag steht indes ganz im Zeichen der Trauer und Solidarität mit den Opfern und Angehörigen. Um 14 Uhr ist landesweit eine Schweigeminute vorgesehen, begleitet vom Läuten der Kirchenglocken. In Bern werden die Fahnen an Bundeshaus und offiziellen Gebäuden auf Halbmast gesetzt.

Eine Viertelstunde früher beginnt in Martigny VS die offizielle Gedenkfeier. Teilnehmen werden Bundespräsident Guy Parmelin, die Bundesräte Ignazio Cassis und Beat Jans, der gesamte Walliser Staatsrat sowie Delegationen aus 37 Staaten und der EU. Die Zeremonie wird live im Fernsehen übertragen, ist jedoch nicht öffentlich zugänglich.

Bundespräsident Parmelin verbinde mit diesem nationalen Trauertag das Anliegen, «allen zu danken, die im Nachgang der Katastrophe geholfen haben, die Verletzte pflegen und Trauernden beistehen», schreibt die Bundeskanzlei.

Schweiz · Influenza

Neue Virusvariante sorgt für heftige Grippewelle

Wenn die Grippe zuschlägt, heisst es: ab ins Bett! (Foto: Unsplash/Isabella Fischer)

Während ich mich hier bislang nur mit lästigen Mücken herumschlagen muss, kämpft ihr daheim offenbar mit der Grippe. Der Tages-Anzeiger hat zusammengetragen, was du wissen musst. Und vor allem: Wie du dich schützen kannst.

Ursache für den rasanten Anstieg der Fallzahlen sei die neue Influenzavariante A (H3N2), Subklade K, heisst es im Artikel. Diese Mutation, die erstmals im Sommer 2025 in New York nachgewiesen wurde, unterläuft die bestehende Immunität in der Bevölkerung effizienter als ihre Vorgänger.

In den Spitälern zeigt sich ein besorgniserregendes Bild: Das Universitätsspital sowie das Stadtspital Zürich berichten von schweren Krankheitsverläufen. Häufige Komplikationen sind akutes Lungenversagen oder bakterielle Superinfektionen, die teilweise intensivmedizinische Betreuung erfordern.

Während die Situation in anderen Kantonen noch stabil ist, bleibt die Belastung des Gesundheitssystems hoch.

Obwohl der aktuelle Impfstoff auf einer älteren Virusvariante basiert, gibt es Grund zur Zuversicht. Daten aus Grossbritannien belegen, dass Geimpfte deutlich seltener im Spital behandelt werden müssen.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät daher insbesondere ungeimpften Personen aus Risikogruppen, zeitnah eine nachträgliche Impfung zu prüfen. Da der Schutz etwa zwei Wochen nach dem Piks eintritt, ist schnelles Handeln gefragt, um die laufende Welle abzuflachen.

International · Tödliche Razzia

ICE-Beamter erschiesst 37-jährige Frau in Minneapolis

Behörden untersuchen nach der Tat das Auto des Opfers. (Screenshot: Watson)

Bei einer Razzia der US-amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in Minneapolis hat ein Agent gestern eine 37-jährige Frau erschossen. Dies berichtet das Newsportal Watson.

Die Behörden behaupten nun, die Frau habe versucht, ihr Auto als Waffe gegen die Beamten einzusetzen, was einen «Akt inländischen Terrorismus» darstellen solle. US-Präsident Donald Trump postete auf Truth Social, dass der Schütze bloss sein Recht auf Selbstverteidigung ausgeübt habe.

«Sie versuchen nur, ihre Arbeit zu tun, um Amerika sicher zu machen.»

Donald Trump, US-Präsident

Lokale Politiker und Augenzeugen widersprechen dieser Darstellung jedoch heftig. Bürgermeister Jacob Frey nannte die Rechtfertigung «Bullshit» und sagte, das Videomaterial zeige nicht, dass die Frau Beamte habe angreifen wollen. Er forderte ICE auf, die Stadt sofort zu verlassen.

Der Vorfall ereignete sich in einem Wohnviertel nahe dem Zentrum, wo ICE-Agenten seit Tagen aktiv sind. Augenzeugen berichten, dass die Frau versucht habe, in ihrem Auto zu fliehen. Videos, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen den Fluchtversuch und die tödlichen Schüsse.

Nach der Schiesserei kam es zu Protesten in der Stadt, bei denen Hunderte Demonstrierende gegen den ICE-Einsatz und für den Abzug der Bundesbeamten auf die Strasse gingen.

Zitat des Tages

«Und selbst der Tod bringt sie nicht um.»

In keinem anderen Kanton ereignen sich so viele Katastrophen wie im Wallis. (Screenshot: NZZ)

Über den «Tschugger» haben wir gelacht. Nach der Katastrophe von Crans-Montana fragen sich nun viele: Was hat das alles mit dem Wallis zu tun?

Das Walliser System sei nicht das Problem, behauptete der Walliser Nationalrat Benjamin Roduit (Mitte) gestern im Blick.

Eine vertieftere Analyse bietet die NZZ in einem fulminanten Essay. Autor Samuel Burgener, selbst ein Walliser, schreibt darin etwa:

«Die hochalpine Umgebung und ihre Überhöhung machen die Walliser erhaben. Sie deuten ihr Leben am Berg als höchste spirituelle Erfüllung der zivilisierten Welt. Kritik von aussen vereint sie. Und selbst der Tod bringt sie nicht um.»

Und weiter:

«Denn im Wallis geht es immer um den Tourismus, diese Lebensader, und um das Geld, das in wenigen Wochen im Jahr verdient werden muss, in der atemlosen, stockbesoffenen Hochsaison. Da kann man keine teuren Vorschriften für Betriebe gebrauchen. Keine rigiden Einlasskontrollen, um Minderjährigen den Eintritt in eine Bar zu verwehren. Keine biederen Feuerwerksverbote. Champagner und Geld müssen fliessen. Es muss weitergehen, über Tage, Wochen, Generationen.»

Unbedingte Leseempfehlung!

Kurz-News

Wohnungsbrand fordert Verletzte · Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Goldach SG sind am Mittwoch drei Menschen leicht verletzt worden. Zwei Frauen mussten wegen Rauchgasvergiftungen ins Spital, ein Mann wurde ambulant behandelt. Die Feuerwehr war gemäss Blick mit 60 Einsatzkräften vor Ort und brachte das Feuer rasch unter Kontrolle. Wegen starker Rauchentwicklung sind mehrere Wohnungen unbewohnbar. Der Sachschaden beträgt über hunderttausend Franken.

Spital droht Schliessung · Das Spital Oberengadin in Samedan GR steht vor dem Aus: Die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin wird voraussichtlich Ende März 2026 zahlungsunfähig, berichtet der Sarganserländer. Zur Rettung der regionalen Gesundheitsversorgung soll eine öffentlich-rechtliche Trägerschaft namens «Sanadura» gegründet werden. Mindestens sieben der elf Oberengadiner Gemeinden müssen zustimmen, sonst drohen Schliessung und Liquidation aller Betriebe. Die Abstimmungen finden im Februar und März statt.

Mehr Feuerlöscher verkauft · Nach der Katastrophe von Crans-Montana VS ist die Nachfrage nach Feuerlöschern und Rauchmeldern in der Schweiz deutlich gestiegen. Mehrere Händler und Brandschutzfirmen melden teils massive Zuwächse bei Verkäufen, Anfragen und Beratungen. Besonders stark sei das Interesse im Wallis und in der Waadt, berichtet SRF. Auch Wartungen von Feuerlöschern werden vermehrt nachgefragt, sowohl von Privatpersonen als auch von Betrieben.

International

USA kapern Öltanker · Die USA haben gemäss Spiegel im Nordatlantik einen Öltanker unter russischer Flagge beschlagnahmt. Spezialkräfte enterten die «Bella 1» nach wochenlanger Verfolgung wegen mutmasslicher Verstösse gegen US-Sanktionen gegen Venezuela. Das Schiff hatte zuvor Namen und Flagge gewechselt. Russland protestiert und bezeichnet das Vorgehen in internationalen Gewässern als unverhältnismässig.

Trauerfeier für Bardot · Die französische Filmikone und Tierschutzaktivistin Brigitte Bardot ist in Saint-Tropez beigesetzt worden. Die Trauerfeier wurde im ganzen Ort auf Grossleinwänden übertragen, schreibt der Guardian. Bardot starb am 28. Dezember im Alter von 91 Jahren. Neben Familie und Prominenten nahmen auch Tierschutzaktivisten sowie die rechtspopulistische Politikerin Marine Le Pen teil.

🔧 Nützliches des Tages

Die Geburtenlotterie

Orte der Sehnsucht, für viele unerreichbar. (Foto: Peter Aeschlimann)

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben gehörig – und zu Recht – am Selbstbild der Schweiz gekratzt. Dennoch muss man festhalten: Es geht uns gut. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern sogar sehr gut.

Als ich gestern Abend in einem kleinen Restaurant am Fluss ein Poster an der Wand entdeckt habe, kam ich ins Grübeln. Darauf standen die Namen verschiedener Städte: London, Tokyo, New York, Bangkok, San Francisco.

Weshalb gerade diese Städte, ist mir ein Rätsel. Vermutlich, weil sie cool klingen – und Träume wecken. Auf jeden Fall war ich, ganz anders als wohl die meisten einheimischen Gäste im Lokal, schon fast überall. Was für ein Privileg!

Wie viel besser unsere Chancen sind, uns einen 14-stündigen Flug leisten zu können, findest du mit diesem wunderbaren Tool heraus. Es heisst Birth Lottery, Geburtenlotterie. Und das beschreibt ziemlich genau, worum es im Leben meist geht: Glück.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

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