Guten Morgen {{vorname}}
Dieser 6iBrief wurde mit Elan, Liebe, viel Schweiss und genau einem einzigen gwaggligen Strichli Wi-Fi gemacht: Meine erste Newsletter-Ausgabe nach den Ferien gestaltete sich aufregender als gedacht. Denn die Internetverbindung in meinem neuen mexikanischen Airbnb und ich haben offenbar unterschiedliche Vorstellungen von ✨Stabilität✨.
Anyway, es gab doch noch ein Happy End – ganz im Gegensatz zur Impf-Story um Granit Xhaka, zu der sich jetzt seine Ärztin äusserte und damit Fragen aufgeworfen hat. Und auch das Thema Kampfjets beschäftigt uns weiterhin…
Schweiz · Covid
Granit Xhakas gefälschtes Zertifikat: Ärztin will ihn «korrekt» geimpft haben

Granit Xhaka gab in einem Instagram-Beitrag zu, dass er vor vier Jahren ein gefälschtes Covid-Zertifikat erworben hat. (Screenshot: 20 Minuten / Getty Images)
Nach dem Geständnis von Schweizer-Nati-Captain Granit Xhaka, 2022 ein gefälschtes Covid-Zertifikat gekauft zu haben, äussert sich nun seine Ärztin. Die Luzernerin soll das Zertifikat ausgestellt haben – und wie gegen Xhaka läuft auch gegen sie eine Strafuntersuchung. Der Ärztin drohen ernsthafte Konsequenzen: Gemäss dem Luzerner Gesundheitsgesetz drohen ihr laut 20 Minuten Verwarnung, Verweis, eine Busse von bis zu 20’000 Franken oder gar ein befristetes oder dauerhaftes Berufsverbot.
Die Ärztin widerspricht Xhakas Aussage nun. Sie empfing Blick-Journalisten in ihrer Praxis, die nach wie vor geöffnet ist, und sagte: «Ich habe ihn korrekt geimpft.» Ihre Aussage wirft Fragen auf. «Granit Xhaka hat sich Anfang 2022 an uns gewendet, um ein Covid-Zertifikat zu bekommen», so die Ärztin. Er habe gesagt, dass er bereits Anfang 2021 an Covid erkrankt war. Es sei nur eine Impfung nötig gewesen, die nach Aussage der Ärztin auch wirklich stattgefunden habe. Sie habe ihm darauf das Zertifikat ausgestellt. Ihre Praxis sei während der Corona-Zeit regelmässig vom Kantonsarzt und Kantonsapotheker überprüft und gutgeheissen worden.
Xhakas Sprecher Andreas Bantel sagt zu 20 Minuten, dass man weiter am Statement festhalte. Die Luzerner Staatsanwaltschaft bestätigte die Ermittlungen wegen Urkundenfälschung gegen Xhaka. Welche Konsequenzen auf ihn zukommen, ist unklar. Im schlimmsten Fall müsse er mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung rechnen.
Schweiz · Kampfjets
Verteidigungsminister Martin Pfister:
F-35-Fixpreis war «keine gute Idee»

Verteidigungsminister Martin Pfister nimmt Stellung zur Kampfjet-Beschaffung. (Screenshot: SRF / 10 vor 10)
Es geht munter weiter mit der Kampfjet-Saga: Verteidigungsminister Martin Pfister nimmt nun erstmals konkret Stellung zur Kritik am F‑35‑Deal. Laut der Geschäftsprüfungskommission (GPK) hat es keinen Fixpreis gegeben – und das, obwohl das VBS und Viola Amherd jahrelang vehement daran festgehalten haben. «Der GPK-Bericht stellt fest, dass man daran geglaubt hat, und man einiges unternommen hat, um das zu bestätigen», so Pfister.
Der Bundesrat gibt im Gespräch mit 10 vor 10 zu: «Wir haben keinen Fixpreis, und das ist ein Problem.» Auf die Frage, ob man naiv war oder ob wir «übers Ohr» gehauen wurden, antwortet Pfister: «Der Bericht stellt fest, dass man alles unternommen hat, um so einen Fixpreis zu verhandeln. Aber heute muss man sagen: Es war keine gute Idee, einen Fixpreis zu verhandeln und zu verlangen.»
Er gehe davon aus, dass die «wichtigsten Verträge von den wichtigsten Leuten schon gelesen» worden sind. Er selbst habe den F-35-Vertrag gelesen, brauchte aber bei einzelnen Passagen Unterstützung.
Aber wissen wir denn jetzt, wie viel die Flieger kosten? «Bei den ersten wissen wir, wie viel sie kosten. Die nächsten Tranchen sind von der US-Regierung noch nicht mit dem Hersteller verhandelt.» 😬
Ob das Geld also für 30 Flugzeuge reicht, scheint unklar. «Wir wissen das noch nicht genau, aber wir gehen aufgrund von Berechnungen und von Gesprächen mit den Amerikanern davon aus, dass es für 30 Flugzeuge reichen wird», so Pfister.
Schweiz · Gewalt
Nihilistische Netzwerke fordern zu Selbstverletzung auf

«Nihilistischer Gewaltextremismus» beschäftigt die Behörden in der Schweiz zunehmend. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Collage: Michael Treuthardt; Fotos: Getty Images, PD)
Eine düstere Nachricht so früh morgens, aber eine wichtige: Eine neue Form der Onlinekriminalität macht sich in der Schweiz breit. Wie der Tages-Anzeiger berichtet (Artikel noch nicht online), stiften sogenannte nihilistische Netzwerke wie «764» oder «1414» ihre Opfer auf sozialen Plattformen zur Selbstverletzung an. Bei den Opfern handelt es sich um junge Mädchen, die Täter sind oft noch nicht volljährig. Auf Plattformen wie Instagram oder TikTok suchen Täter nach vulnerablen Jugendlichen und Kindern und bauen zu den Opfern erst eine emotionale Bindung auf. Wenn diese etabliert ist, stiften die Täter Betroffene mit Druck zu Gewalt an.
Krass: Verletzt ein Opfer sich selbst, erhält der Täter dafür in seiner Onlinecommunity Anerkennung und steigt in der Hierarchie auf. In einem Fall trieb ein Täter aus dem Ausland sein Opfer aus der Schweiz bis in den Suizid.
Laut Beate Buschmann, Abteilungschefin für Rechtshilfe, Terrorismus und Völkerstrafrecht bei Fedpol, sei dabei der grösste Treiber die «pure Gewaltfaszination».
Diese digitale Gewalt beschäftigt die Behörden immer mehr. Die Bundespolizei kategorisiert das Phänomen als «nihilistischen Gewaltextremismus». In der Schweiz wird in 20 Fällen ermittelt. Die Kantonspolizeien von Zürich, Luzern und Basel-Landschaft bestätigen, Fälle mit Bezug zum «764»-Netzwerk zu führen oder geführt zu haben. Bis es zu einem Verfahren kommt, müssen die Behörden mehrere Hürden überwinden und mehrere Kantone kritisieren, dass ein umfassender automatisierter Datenaustausch fehle.
Du brauchst Unterstützung und/oder willst mit jemandem sprechen? Kontaktiere anonym und vertraulich 143.
Schlagzeile des Tages
«Möge der Dickste gewinnen.»

My kind of Schönheitswettbewerb: Soeben haben die «Fat Bear»-Wahlen in Alaska begonnen. (Screenshot: Watson / Keystone)
Hast du schon mal von den «Fat Bear»-Wahlen gehört? Ich bis jetzt auch nicht, aber es scheint mir für unser Kollektiv wichtig, dass möglichst viele von diesem seltsamen Wettbewerb wissen: Im Katmai-Nationalpark (US-Bundesstaat Alaska) startete gerade die zwölfte Ausgabe der «Fat Bear Week» und der Wahl zum wuchtigsten Bären.
Dieses Jahr treten zehn Weibchen und sechs männliche Braunbären gegeneinander an. Letztes Jahr gewann das Männchen «Chunk» den Titel. Er tritt dieses Jahr wieder an – mal schauen, ob der 20-jährige Braunbär seinen Titel als massigster Bär verteidigen kann. Oder holt sich doch das Männchen «Backpack» (dt: Rucksack) den Titel des dicksten Bären? (Seinen Spitznamen trägt er übrigens, weil er früher beim Schwimmen auf den Rücken seiner Mama geklettert ist. 🥹)
Die Krönung des Gewinner-Tiers findet dann am «Fat Bear»-Dienstag am 29. September statt. Und falls du jetzt wie ich auch mehr zur diesjährigen «Fat Bear Week» erfahren willst, liest du bei Watson mehr zu diesem grossartigen Ereignis.
Kurz-News
Brand auf Autoverwertungs-Gelände · In Buchs ZH ist gestern Nachmittag auf dem Gelände eines Autoverwertungsbetriebs ein Brand ausgebrochen. Wie der Tages-Anzeiger schreibt, wurden beim Grosseinsatz rund 60 Pferde von einer benachbarten Anlage evakuiert. Brennende Fahrzeuge und Reifen verursachen eine starke Rauchentwicklung. Verletzt wurde niemand. Die Kantonspolizei Zürich ermittelt zur Brandursache.
Schweizer Pass weltweit auf Rang 9 · Der Schweizer Pass bleibt weiterhin eines der stärksten Reisedokumente: Im globalen Vergleich der Plattform Passport Reports belegt er Platz neun mit 119 visafreien Zielen, wie SRF berichtet. Im Europa-Vergleich landet die Schweiz auf Platz 13 von 47, knapp hinter verschiedenen EU-Staaten. An der Spitze des globalen Rankings stehen gemäss Watson die Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von Singapur.
Thurgau und Schaffhausen wollen Muscheln verwerten · Seit 2024 stören Ablagerungen von Quaggamuscheln den Schiffsbetrieb im Rhein. Die Kantone Schaffhausen und Thurgau prüfen nun, ob die Muscheln verwertbar sind, schreibt Nau. In einem Zementwerk wird geprüft, ob die Muschelschalen als Ersatz für Kalkstein eingesetzt werden könnten. Auch eine mögliche Verwendung in der Düngemittelindustrie steht im Fokus.
International
Trump unterzeichnet Grönland-Abkommen · US-Präsident Donald Trump hat gestern in seiner Rede bei der 81. Generalversammlung der Uno damit gedroht, Iran zu vernichten. Dies berichtet die NZZ. Während Trump den Iran vor die Wahl zwischen Abkommen und Vernichtung stellte, trafen sich Vertreter der USA und des Irans am Rande der UNO-Generaldebatte laut Tagi erstmals seit Monaten zum dreistündigen Gespräch. Am Rande der Uno-Vollversammlung einigte sich Trump gemäss Spiegel ausserdem im Fall Grönland: Er unterzeichnete mit Dänemark und Grönland ein Sicherheitsabkommen und kündigte zwei neue Militärbasen an.
Schauspielerin starb an Überdosis · US-Schauspielerin Hayden Panettiere ist an einer Überdosis gestorben, wie BBC berichtet. Bei der Obduktion wurde festgestellt, dass es sich bei ihrem Tod um einen Unfall handelt und sie an der Wirkung von Fentanyl, Xanax und mehreren anderen Drogen und Medikamenten starb. Die «Heroes»-Schauspielerin wurde vergangenen Monat mit 36 Jahren leblos in einer Wohnung in South Carolina aufgefunden.
🔧 Nützliches des Tages
3 Flugzeugfilme, die nicht doof sind

Wenn du gruslige Filme magst, die zum Nachdenken anregen, kann ich dir «Heretic» empfehlen. (Foto: A24)
Ich sass in letzter Zeit für meinen Geschmack etwas sehr viel in Flugzeugen rum (Blick hat gute Inputs zur optimalen Sitzwahl – Fensterplätze sind overhyped) und habe dabei etwa 94 Filme geschaut. Die meisten davon habe ich vergessen. Aber drei, die ich richtig gut fand und die irgendwie kleben geblieben sind, möchte ich dir an dieser Stelle empfehlen:
«Eternity» (2025): Joan (Elizabeth Olsen) ist gestorben und hat eine Woche Zeit, um sich im Jenseits zu entscheiden, wie – und vor allem mit wem – sie die Ewigkeit verbringen möchte. Sweet, lustig und auch berührend.
«Heretic» (2025): Zwei junge Missionarinnen (Sophie Thatcher und Chloe East) klingeln an einer Haustür. Mr. Reed (Hugh Grant) öffnet und bittet die beiden jungen Frauen hinein, um mehr über ihre Religion zu erfahren. Oder hat er doch andere Motive? Gruslig und nice für einen Filmabend im Herbst.
«Companion – Die perfekte Begleitung» (2025): Iris (Sophie Thatcher, nochmal <3) und ihr Freund fahren mit Freund:innen übers Wochenende auf das Anwesen eines Milliardärs. Ein plötzlicher Todesfall verändert alles. Ohne zu spoilern: Der Sci-Fi-Thriller ist in Zeiten von KI aktueller denn je.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Bis morn!
Vanja
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