Guten Morgen {{vorname}}
Schon in der Rekrutenschule diskutierten wir über die Armeefinanzen: Investieren wir den Sold in Pizza und Bier oder in einen Bewegungsmelder, um bösen Überraschungen auf dem Wachposten vorzubeugen?

Natürlich entschieden wir uns für Pizza und Bier. Und so mussten wir uns bei Nachtübungen im Wald anderweitig helfen. Zum Beispiel, indem wir ein Schnürchen zwischen zwei Bäumen spannten, an das wir ein Glöckchen montierten.

Geldnot macht also erfinderisch. Und so empfiehlt ein Sicherheitsexperte der Schweiz denn auch, ihre kritische Infrastruktur mit Netzen zu schützen. Oder Hühnergittern. 🐥

Schweiz · Sicherheit

Kritische Infrastruktur weitgehend ungeschützt

Netze statt Raketen: Drohnenabwehr in der Ukraine. (Screenshot: Tages-Anzeiger/AFP)

Die Schweiz ist aufgrund ihrer zentralen Lage mitten in Europa und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ein attraktives Ziel für hybride Kriegsführung.

Doch trotz Warnungen des Nachrichtendienstes vor Terror und Sabotage bleibt die kritische Infrastruktur, wie etwa das Umspannwerk «Stern von Laufenburg», ein zentraler Knotenpunkt im Stromnetz, weitgehend ungeschützt.

Wer also die hiesige kritische Infrastruktur trifft, trifft Europa und den Westen, schreibt der Tages-Anzeiger, da 20 Prozent des europäischen Stroms durch die Schweiz fliessen.

Das veraltete Luftverteidigungssystem biete bei Drohnen- oder Raketenangriffen keinen Schutz. Die Lieferung neuer Patriot-Systeme verzögere sich um Jahre.

«Ein Hühnergitter kann Wunder tun.»

Frank Sauer, Sicherheitsforscher

Ein grosses Problem sei die unklare Zuständigkeit zwischen Armee, Kantonen und privaten Betreibern wie Swissgrid, heisst es im Artikel. Während die Armee nur im Ausnahmefall eingreift, darf Swissgrid Drohnen lediglich erkennen, aber nicht bekämpfen.

Sicherheitsforscher Frank Sauer sagt mit Blick auf die Ukraine, dass Schutz nicht immer hochtechnologisch sein müsse: «Ein Hühnergitter kann Wunder tun, ebenso Netze rund um eine Anlage.»

Die Politik sucht nun nach Wegen, den Schutz des Luftraums unterhalb der Kriegsschwelle klarer zu regeln.

Schweiz · Tierquälerei-Verdacht

Anzeige gegen höchsten Schweinezüchter

Auch Säuli besitzen laut Verfassung Würde. (Foto: Unsplash/Stefanie Poepken)

Der Verein Tier im Fokus hat Anzeige wegen Tierquälerei gegen einen Schweinezuchtbetrieb im Emmental BE eingereicht. Der Hof gehört der Familie des Zentralpräsidenten von Suisseporcs. Heimliche Aufnahmen vom Januar zeigen gemäss Berner Zeitung ein zitterndes Schwein auf nacktem Boden sowie offene Kübel mit toten Ferkeln.

Laut dem Verein ergibt sich ein Bild «systematischer Pflichtverletzungen und erheblichen Tierleids». Mediensprecher Tobias Sennhauser kritisiert zudem die Lagerung der Kadaver: «Mehrere offene Behälter mit toten Ferkeln im Stall widersprechen diesen Sorgfaltspflichten.» Das Berner Veterinäramt sprach nach Sichtung der Bilder bereits eine Verwarnung aus.

Die Betreiber wehren sich gegen die Vorwürfe. Der Betriebsleiter räumt bezüglich einer kranken Sau jedoch Versäumnisse ein: «Das war ein Fehler, dazu stehe ich. Dieses Tier hätte ich früher erlösen müssen.» Dennoch betont die Familie, ihre Tiere sonst sehr gut zu behandeln.

Der Verbandspräsident, gemäss der «Bauern-Zeitung» der höchste «Söieler» im Land, sieht in der Aktion einen gezielten Angriff auf seine Funktion: «Sie sind illegal bei uns eingedrungen. Und jetzt werden wir an den Pranger gestellt. Das ist eine Sauerei.»

Suisseporcs verweist auf die laufenden Ermittlungen und die Unschuldsvermutung, stellt aber klar, dass Tierschutz an oberster Stelle stehe.

🦟 Schweiz · Tropenvirus

Erster Dengue-Fund in Basler Tigermücken

Ungebetener Sommergast: Tigermücke. (Foto: Unsplash/National Institute of Allergy and Infectious Diseases)

Da sind wir uns wohl einig: Lieber Tinguely-Museum als Dengue-Mücke. In Basel gibt es nun aber auch Letzteres. Erstmals wurde am Rheinknie nämlich das Dengue-Virus in einer Tigermücke nördlich der Alpen entdeckt.

Das Kantonale Labor Basel-Stadt wies den Erreger im Rahmen eines Monitorings nach. Trotz des Funds gibt die Wissenschaftsredaktion von SRF Entwarnung: Ein Ansteckungsrisiko für die Bevölkerung bestehe aktuell nicht.

Damit sich das tropische Virus fest in der Schweiz etablieren kann, wären über längere Zeit konstante Temperaturen von 27 bis 28 Grad nötig. Solche Bedingungen sind hiesig noch selten, weshalb Übertragungen auf den Menschen weiterhin als sehr unwahrscheinlich gelten. Bisher beschränken sich vereinzelte Fälle in Europa primär auf Südfrankreich und Italien.

Dennoch markiert der Nachweis einen Wendepunkt. Da die Tigermücke in Basel seit acht Jahren heimisch ist und der Klimawandel die Ausbreitung begünstigt, rechnen Expert:innen langfristig mit vereinzelten Ansteckungen in der Schweiz. Besonders das Tessin gilt aufgrund der milderen Witterung als potenzielles Risikogebiet. Neben Dengue könnten künftig auch andere Krankheitserreger wie das Chikungunya-Virus eine Rolle spielen.

🦜 Zitat des Tages

«Du bist ein ausgewachsener Kapitalist»

Zu viel des Guten? Globi im Zoo. (Screenshot: Globi-Verlag)

Nach harmlosen Streichen oder Missgeschicken mit Konfi-Broten pflegte mir mein Grossvater zu sagen, ich sei ein «Globi». Ein Lausbub also, oder ein «Schutzli».

Was er damit ganz bestimmt nicht meinte: eine geldgierige Nervensäge. Aber offenbar ist der blaue Kult-Vogel drauf und dran, genau das zu werden.

Zur Lancierung des neuen Buches «Globi bei den Papageien» lud der Globi-Verlag Anfang März zu einem Event in den Zürcher Zoo. Zusätzlich zum Eintritt kostete das zehn Franken pro Kind. Rund 1300 kamen, berichtet der Beobachter, und sie wurden enttäuscht.

Auf dem Globi-Trail sei nämlich kaum etwas passiert, schreibt die Journalistin: «An fünf Ständen konnten die Kinder Stempel bei gelangweilten Zoo-Mitarbeitenden abholen: hinter dem Zoo-Restaurant, in der entlegensten Ecke des Terrariums.»

Und irgendwo sei eine als Globi verkleidete Person im Stechschritt durch den Zoo geeilt. Zeit für ein Selfie? Fehlanzeige. Zum Schluss habe es für die Kinder ein Globi-Diplom und ein Überraschungsgeschenk gegeben: entweder einen Sticker, einen Schlüsselanhänger oder ein Ausmalbuch. Und die Eltern hätten Globi-Glace zum halben Preis kaufen können. Wieso man für einen Werbeevent zahlen müsse, erschliesse sich ihr nicht, kritisiert eine Mutter im Artikel.

Einen Globi-Overkill hat auch der Tages-Anzeiger. Sie müsse es fadengrad sagen, schreibt da die Journalistin: «Du bist ein ausgewachsener Kapitalist.» Sie verstehe ja, dass Globi Geld verdienen müsse. «Aber manchmal denke ich: Weniger Präsenz von dir würde nicht schaden.»

Denn: Nur wer sich rar mache, werde begehrt. «Vergiss nicht, du bist der Ferrari der Schweizer Kinderbuchfiguren: gutes Design, zeitlos, viele Jahrzehnte auf dem Buckel, nie aus der Mode gekommen. Halte dich zurück!»

Mein Titel-Vorschlag fürs nächste Globi-Buch, das bestimmt kommt: «Globi im Schweigekloster».

Kurz-News

Streit um Mindestlöhne · Der Ständerat will, dass Gesamtarbeitsverträge (GAV) kantonalen Mindestlöhnen vorgehen. Damit könnten demokratische Volksentscheide in Kantonen durch Branchenvereinbarungen ausgehebelt werden, berichtet die NZZ. Der Bundesrat warnt vor einem Verfassungsbruch, da die kantonale Autonomie verletzt werde. Bürgerliche sehen die Sozialpartnerschaft in Gefahr, während die Linke mit dem Referendum droht.

Gute Live-Musik · Das Paléo-Festival in Nyon VD hat gestern das Line-up für die Ausgabe vom 21. bis 26. Juli 2026 enthüllt. Stars wie The Cure (mit dem Sänger, der wie Büne Huber in einem Tim-Burton-Film aussieht), Lorde oder Gorillaz führen das Programm des grössten Schweizer Festivals an. Der Ticketverkauf startet nächsten Mittwoch ab 11.45 Uhr. Wie bei der Bad Bonn Kilbi gilt: Die Tickets gehen weg wie warme Weggli.

Kleine Sensation · Cern-Forscher:innen haben ein neues Teilchen nachgewiesen, das viermal schwerer als ein Proton ist. Das Baryon besteht aus zwei Charm-Quarks und einem Down-Quark. Die Entdeckung am LHCb-Experiment helfe dabei, die starke Wechselwirkung im Innersten der Materie besser zu verstehen, schreibt 20 Minuten. Es sei das erste identifizierte Teilchen seit den jüngsten Verbesserungen am Beschleuniger und gelte aufgrund seiner kurzen Lebensdauer als seltener Fund.

International

Iran droht mit Rache · Irans Armeechef Amir Hatami droht nach der Tötung von Sicherheitschef Ali Larijani mit massiver Vergeltung. Eine «entschlossene und abschreckende Antwort» werde zum passenden Zeitpunkt gegen die USA und Israel erfolgen. Larijanis Tod werde gerächt werden, so Hatami. Gemäss der BBC haben die iranischen Revolutionsgarden bereits Raketen auf Zentralisrael abgefeuert, um den israelischen Luftschlag zu vergelten.

Bondi muss antraben · US-Justizministerin Pam Bondi wurde per Vorladung angewiesen, vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses zur Jeffrey-Epstein-Affäre auszusagen. Abgeordnete beider Parteien kritisieren gemäss Guardian die «unangemessene Schwärzung» wichtiger Informationen. James Comer, Vorsitzender des Überwachungsausschusses, fordert Aufklärung über die Einhaltung des Transparenzgesetzes. Bondi wird vorgeworfen, Namen mächtiger Personen zu schützen, während Opfer blossgestellt wurden.

♻️ Nützliches des Tages

Recycling

Auch Unrat gehört zum Kreislauf des Lebens: Szenerie in Portugal. (Foto: Unsplash/Tobias Tullius)

Es ist Frühling, Zeit für den Putz. Auch die Krimskrams-Schublade in der Küche wird aufgeräumt. Und stimmt: Wir haben ja eine Taschenlampe! Natürlich zündet sie nicht mehr, die Batterien sind leer. Also raus damit – und jetzt was?

Hätte ich das nützliche Buch Globi bei der Müllabfuhr, wüsste ich es wohl. Sicher ist: Ins Altpapier, zusammen mit den abgelaufenen Rabattgutscheinen, gehören die Batterien nicht. Wo aber befindet sich die nächstgelegene Entsorgungsstelle?

Diese praktische Recycling-Karte im Internet weiss es: Beim Hirschengraben, du Globi!

Warum ich dir das erzähle? Weil wir heute den Recycling Day feiern. Wo überall Aktionen stattfinden, siehst du auf dieser Seite.

PS: Schnüre eignen sich nicht nur als Verteidigungsmaterial, sie sind auch beim Recycling sehr nützlich. Wie man Altpapier mit minimalem Schnurverschleiss bündelt, erfährst du in diesem Video. 🪢

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

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