Guten Morgen {{vorname}}
Die arme Mondfinsternis, auf die hat nach dem Hype um die partielle Sonnenfinsternis vor zwei Wochen irgendwie so gar niemand gewartet. Die Sonnenfinsternis war im Augustprogramm der Himmelsphänomene ehrlicherweise einfach der grössere Star. Naja, aber die partielle Mondfinsternis wird bestimmt auch ganz schön. Die kannst du dir am Freitag frühmorgens anschauen, mehr dazu liest du weiter unten. 🌘

Was du heute wissen musst: Die Gewaltvorwürfe gegen Jacques Moretti könnten sich auf den Fall Crans-Montana auswirken. Und es gibt einige wenige neue Erkenntnisse zum Knochenfund an der Langstrasse.

Schweiz · Crans-Montana

Häusliche Gewalt könnte sich auf Verfahren zur Brandkatastrophe auswirken

Jacques Moretti befindet sich seit zwei Wochen in Untersuchungshaft, weil er seine Ehefrau Jessica Moretti misshandelt haben soll.
(Screenshot: SRF / Keystone / Jean-Christophe Bott)

Die neuen Misshandlungsvorwürfe könnten auch den Fall Crans-Montana beeinflussen: Gegen die Betreiber der Bar «Le Constellation» Jacques und Jessica Moretti und vierzehn weitere Personen wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Dies, nachdem bei der Brandkatastrophe am 1. Januar 2026 in Crans-Montana VS 41 Menschen starben.

Gestern wurde bekannt, dass Jacques Moretti bereits Mitte August wegen mutmasslicher häuslicher Gewalt an seiner Frau Jessica verhaftet wurde. Offenbar könnte dies Auswirkungen auf das Strafverfahren zur Brandkatastrophe haben: Wie SRF schreibt, könnten sich die Eheleute Moretti nun gemäss Kenner:innen des Falls gegenseitig belasten. Denn für November und Dezember sind weitere konfrontative Befragungen angesetzt.

Laut mehreren Anwälten könnten die Staatsanwältinnen zum Schluss kommen, dass sich Jacques Morettis Fluchtrisiko erhöht hat: Er arbeitet nicht mehr, seine Konten wurden gesperrt, und seine Ehe steckt in der Krise. Bereits Anfang des Jahres war er zwei Wochen lang wegen Fluchtgefahr inhaftiert. Die Staatsanwältinnen könnten wegen des erhöhten Fluchtrisikos den Antrag stellen, dass Moretti dauerhaft inhaftiert bleibt.

Schweiz · Bergsturz

Beschuldigte FDP-Nationalrätin verweist am Prozessauftakt zum Bergsturz auf Expertenmeinung

Bergsturz in Bondo GR: Die damalige Gemeindepräsidentin Anna Giacometti sprach gestern als einzige der Beschuldigten ausführlich beim Prozessauftakt. (Screenshot: 20 Minuten / Matthias Spicher)

Am Regionalgericht Maloja begann gestern der Prozess um den Bergsturz von Bondo GR, bei dem 2017 auf einem Wanderweg acht Personen ums Leben kamen. Die Bündner FDP-Nationalrätin und damalige Gemeindepräsidentin Anna Giacometti und vier weitere Beschuldigte sind wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, die Gefahren damals falsch eingeschätzt zu haben. Vor Gericht soll die Frage geklärt werden, ob die Personen noch leben würden, wenn die Zugänge zur Val Bondasca rechtzeitig gesperrt worden wären. Die Staatsanwaltschaft sagt ja, wie 20 Minuten schreibt.

«Man sperrt nicht einfach aus heiterem Himmel einen Wanderweg.»

Angeklagte Bündner FDP-Nationalrätin Anna Giacometti

Eine Sperrung der Wanderwege und des gesamten Val Bondasca hätte sich laut Staatsanwaltschaft «aufgedrängt», berichtet die NZZ. Die Verteidigung widerspricht und fordert Freisprüche. Sie hält den Bergsturz für nicht vorhersehbar und nennt das unabhängige Gutachten, auf das sich die Staatsanwaltschaft stützt, «unwissenschaftlich» und «widersprüchlich». Der Verteidiger des angeschuldigten Forstingenieurs sagt weiter, den Wanderer:innen sei das Restrisiko bekannt gewesen.

Anna Giacometti äusserte sich als einzige der Angeklagten ausführlich. Sie habe sich auf die Einschätzung der Experten verlassen und habe «weder Naturgefahren noch Biologie studiert». Zwar hätte sie die Wanderwege tatsächlich sperren lassen können, aber «man sperrt nicht einfach einen Wanderweg aus heiterem Himmel». Die Urteilseröffnung ist für den 4. September angekündigt.

Schweiz · Ungeklärter Todesfall

Knochenfund an der Langstrasse: Identität geklärt, Ermittlungen sistiert

Ein 48-jähriger Italiener wollte 2022 die Street Parade besuchen und verschwand – seine Überreste wurden an der Langstrasse gefunden. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Boris Müller / Tamedia)

Der Fund eines menschlichen Skeletts an der Zürcher Langstrasse gibt den Ermittelnden Rätsel auf. Bei Abbrucharbeiten fanden Bauleute vor zwei Jahren einen menschlichen Schädel und Knochenteile in einem Lüftungsschacht und alarmierten die Stadtpolizei. Die Identität des Verstorbenen und die Todesumstände blieben unbekannt. Der Fund der Skelettteile wurde im April 2024 bekannt. Jetzt liegen laut Tages-Anzeiger einige wenige Erkenntnisse vor – auch wenn nach wie vor nicht klar ist, was genau geschah: Die Knochenteile konnten einem 48-jährigen italienischen Staatsangehörigen zugeordnet werden.

Nach den Erkenntnissen von Staatsanwaltschaft, Polizei und der Rechtsmedizin hatte der Mann im Sommer 2022 die Street Parade in Zürich besucht und ist am selben Wochenende verstorben. Wie die Oberstaatsanwaltschaft mitteilte, waren wichtige Spuren, die bei einer zeitnahen Untersuchung eines Todesfalls eventuell noch vorhanden gewesen wären, nicht mehr auswertbar. Dies, weil zwischen dem Tod und dem Fund der Überreste 20 Monate lagen und das Skelett bei den Abbrucharbeiten möglicherweise zusätzlich beschädigt wurde.

Ob die Person während der Street Parade, auf dem Weg dahin oder danach starb, ist unklar. Offen ist auch die Frage, wie seine sterblichen Überreste an den Fundort gelangten. Die strafrechtliche Untersuchung wurde im Februar 2026 sistiert. Bei neuen Erkenntnissen oder Hinweisen kann die Untersuchung aber wieder aufgenommen werden.

Aufgeschnappt

Am Freitag kannst du dir eine Mondfinsternis anschauen

In der Morgendämmerung ist am Freitag eine partielle Mondfinsternis zu sehen. (Screenshot: Nau / Keystone)

Kaum von der partiellen Sonnenfinsternis vor zwei Wochen erholt, geht es schon weiter mit den aufregenden Himmelsereignissen. Über der Schweiz ist am Freitag eine partielle Mondfinsternis zu sehen. Die gute Nachricht: Du musst dafür nicht im Optikergeschäft deines Vertrauens Schlange stehen oder auf Tutti horrende Summen ausgeben, um an eine Spezialbrille zu kommen. Die Mondfinsternis darf man sich nämlich ohne Brille anschauen, ohne um die Netzhaut bangen zu müssen.

Die schlechte Nachricht: Du musst früh ready sein – in Bern beginnt das Ereignis um 4.33 Uhr und der Höhepunkt der Mondfinsternis wird laut Nau um 6.12 Uhr erwartet. Dann liegen in der Schweiz rund 94 Prozent des Mondes im Schatten der Erde. Der Mond geht um 6.51 Uhr unter, damit ist das Ende der partiellen Finsternis eine Stunde später nicht sichtbar.

Eine Mondfinsternis entsteht übrigens, wenn sich die Erde zwischen Sonne und Mond befindet, erklärt Südostschweiz. Damit dies möglich ist, müssen die drei Himmelskörper nahezu auf einer Linie stehen. Wenn du übrigens möglichst viel vom Naturspektakel sehen willst, solltest du einen erhöhten Standort mit freier Sicht nach Westen beziehungsweise Westsüdwesten aufsuchen.

Kurz-News

Kartenzahlungen trotz Störungen möglich · Bald kann man trotz technischer Störungen und eines Internetausfalls bargeldlos für lebenswichtige Güter zahlen. Wer für Nahrungsmittel, Medikamente oder Treibstoffe bei Störungsfällen offline bezahlen will, benötigt eine Kredit- oder Debitkarte und die PIN-Nummer, mobile Bezahldienste funktionieren im Offline-Modus nicht. Eingeführt werden soll diese neue Lösung laut SRF bis Ende 2027.

Borkenkäfer macht Probleme · Die Trockenheit hat in Schweizer Wäldern Spuren hinterlassen und besonders Fichten leiden darunter. Sie werden laut Nau anfälliger für Borkenkäfer und können weniger Abwehrstoffe wie Harz produzieren, um sich gegen die Insekten zu wehren. In Steinhausen ZG mussten aufgrund der Schädlinge bereits 150 befallene Bäume gefällt werden. Auch in anderen Regionen wie Brugg AG wird die Ausbreitung des Borkenkäfers zum Problem.

Swiss erwartet längere Wartezeiten · Wegen eines neuen Grenzsystems der EU befürchtet die Swiss im Herbst lange Wartezeiten, schreibt die NZZ. Bereits jetzt hat die Fluggesellschaft aufgrund des neuen Systems die Mindestumsteigezeit für Transferpassagiere erhöht. Weil im September die rechtliche Ausnahme ausläuft, bei grossem Andrang auf die biometrische Registrierung zu verzichten, erwartet die Swiss in den Herbstferien Verzögerungen.

International

Tornado fegt über Südrankreich · Wegen eines Tornados wurden Häuser in der Gemeinde Pomas im Süden Frankreichs beschädigt und 2800 Haushalte vom Strom abgeschnitten, wie 20 Minuten berichtet. Vor allem Dächer wurden beschädigt. 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Präfektur Aude richtete Notunterkünfte für Betroffene ein. 26 Menschen seien laut Nau verletzt worden.

Trump kündigt weitere Zölle gegen Kanada an · US-Präsident Donald Trump hat im Handelskonflikt mit Kanada weitere Zölle angekündigt. Ab 1. Januar sollen gemäss Spiegel Importabgaben für Autos, Lastwagen, Autoteile und Stahl auf 50 Prozent steigen. Trumps Ankündigung erfolgte, nachdem Verhandlungen zwischen den beiden Ländern gescheitert waren und nachdem sich der kanadische Premierminister Mark Carney in einer Rede gegen Trumps Bedingungen wehrte.

🔧 Nützliches des Tages

Knee-deep in der Kunstwelt

In Basel tauchst du an den Kunsttagen tief in die Kunstwelt ein.
(Foto: Kunsttage Basel)

Das nenne ich effizient: An den Kunsttagen Basel kannst du in drei Tagen Kunst an 70 Orten entdecken und deinen inneren Kunstspeicher reichlich schön auftanken. Vom 28. bis 30. August gibts bei der siebten Ausgabe des Kunstfestivals in über 60 Galerien, Off-Spaces, Museen und Sammlungen moderne und zeitgenössische Kunst zu sehen.

Das Programm aus Ausstellungen, Führungen, Performances und weiteren Events ist satt. Auch das Rahmenprogramm ist vielseitig und könnte dich interessieren: In Chloe Wise’s Ausstellung «Extrasensory» in der Kulturstiftung Basel H. Geiger legt Mama Mischa Karten und befragt spielerisch mögliche Zukünfte. Im kHaus wird eine interaktive Collage-Werkstatt für Kinder, Jugendliche und Familien angeboten. Und der Kunstort Kasko lädt mit dem Luststreifen Film Festival in eine Bar, die eine lebendige Sammlung queerer Korrespondenz ist.

Ein Blick auf die Webseite lohnt sich. Viel Spass beim Besuch!

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Bis morn

Vanja

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