Guten Morgen {{vorname}}
Wenn du gestern am Gurtenfestival warst, sind deine Füsse wohl kaum trocken geblieben. Aber nicht nur auf dem Güsche donnerte es gewaltig: Die Unwetter waren an vielen Orten in der Schweiz heftig – Windböen rissen sogar Teile von Hausdächern ab und die Einsatzzentrale war in Zürich am Limit. Heute ausserdem im News-Angebot: Der Bund prüft den Weiterbetrieb der F/A-18-Kampfjets.
Übrigens ist heute Welt-Emoji-Tag (hier findest du neun neue Emojis, die bald verfügbar sind) 🌝. Mit diesem Fun Fact am Rande wünsche ich dir eine gute Lektüre.
Schweiz · Klima
Heftige Unwetter hinterliessen Schäden

Das Publikum des SRF-«Donnschtig-Jass» musste wegen Gewitter evakuiert werden. (Screenshot: Blick / SRF)
Gestern kam es in mehreren Regionen zu heftigen Unwettern. Kräftige Gewitter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen zogen laut SRF über die Schweiz.
Die Einsatzzentrale in Zürich nahm gestern Abend rund 550 Feuerwehrnotrufe entgegen, wie Watson berichtet. Der Höhepunkt des Einsatzaufkommens wurde gegen 20 Uhr erreicht, wie Schutz & Rettung Zürich auf der Plattform X mitteilte. Am meisten musste die Feuerwehr wegen Wasser im Gebäude und umgestürzten Bäumen ausrücken. Verletzte Personen seien glücklicherweise keine gemeldet worden.
In Illnau-Effretikon ZH rissen Windböen Teile des Hausdachs eines Mehrfamilienhauses ab und schleuderten diese zu Boden. Wie 20 Minuten berichtet, wurde ein parkiertes Auto unter den Trümmern begraben. In Winterthur Steig krachte ein Baum auf einen Spielplatz, in Schwerzenbach ZH riss der Sturm eine Solarzelle vom Dach. Ein heftiges Unwetter traf Frauenfeld TG: Mehrere Tunnel wurden von einem Gemisch aus Wasser, Hagel, Blättern und Ästen überflutet oder blockiert.
Mehrere Veranstaltungen mussten aufgrund des starken Unwetters unterbrochen werden, unter anderem die «Spitzen Leichtathletik» auf der Luzerner Allmend. Das Publikum des SRF-«Donnschtig-Jass» auf der Allmend in Horgen ZH musste laut Blick kurz vor Start der Sendung evakuiert werden, weil eine heftige Gewitterzelle über die Zürcher Seegemeinde zog. Wer gestern am Gurten war, blieb ebenfalls nicht trocken: Über dem Headline-Set von Lorde donnerte es gewaltig, der Auftritt der Neuseeländerin war komplett verregnet, wie SRF berichtet.
Schweiz · Luftwaffe
Politiker:innen fordern: F/A-18-Kampfjets sollen weiterfliegen

Die heutigen F/A-18-Kampfjets sollen nicht wie geplant ab 2030 stillgelegt werden. (Screenshot: SRF)
Eigentlich sollten ab nächstem Jahr die ersten US-Tarnkappenjets F-35 an die Schweiz ausgeliefert werden – so zumindest der Plan. Die F-35-Jets sollten dann ab 2030 die heutigen F/A-18-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe vollständig ersetzen. Doch jetzt fordern Politiker:innen laut SRF eine Planänderung: Die F/A-18-Kampfjets sollen als zweite Flotte weiterfliegen. Denn es sei nicht sicher, ob die F-35-Jets rechtzeitig geliefert werden.
Der Luftwaffenpilot und SVP-Nationalrat Thomas Hurter zweifelt, ob die USA den Zeitplan beim F-35 einhalten können. Die USA halten sich ausserdem nicht an den ursprünglich verhandelten Preis. «Aufgrund der ganzen finanziellen Situation können weniger Kampfflugzeuge bestellt werden», so Hurter. Zudem sei es wegen der geopolitischen Situation wichtig, dass man alles Material weiterbetreibe, bis die neuen Kampfjets abgeliefert seien. Seiner Argumentation folgte der Nationalrat im Juni.
SP-Sicherheitspolitikerin Linda De Ventura sagt, es gehe der SP nicht darum, den in der Partei unbeliebten F-35-Jet zu verhindern. Dieser bleibe aus ihrer Sicht zwar das falsche Flugzeug für die Schweiz. «Aber selbst wenn wir zukünftig den F-35 haben, ist es eben wichtig, dass wir eine zweite Flotte haben, weil der F-35 im Betrieb unglaublich teuer ist», erklärt De Ventura.
Der Bundesrat sprach sich bis jetzt gegen einen verlängerten Einsatz der F/A-18 aus. Nach dem Entscheid des Nationalrates prüft der Bund nun, was der Weiterbetrieb der F/A-18-Flotte über das Jahr 2030 hinaus kosten würde, teilte die Armee gestern SRF mit.
Schweiz · Justiz
Anspruch auf veganes Essen in Gefängnis und Psychiatrie gewährleistet

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte rügte die Schweiz wegen einer Beschwerde zweier Veganer. (Foto: Unsplash / Yu Hosoi)
Zwei Männer reichten Beschwerde ein, weil ihnen während eines Gefängnis- beziehungsweise Psychiatrieaufenthalts veganes Essen verwehrt wurde – und bekamen Recht. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die Schweiz laut Watson wegen einer Verletzung der Gewissensfreiheit und des Rechts auf wirksame Beschwerde kritisiert.
Die heute 35- und 38-jährigen Männer, zwei Brüder, sind Anhänger des Antispeziesismus. Sie sind damit der Überzeugung, dass der Mensch und alle anderen Lebewesen gleichwertig sind. Einer der Männer befand sich ab November 2018 rund elf Monate in einem Genfer Gefängnis. Der Mann war wegen des Vorwurfs der Sachbeschädigung in Zusammenhang mit einer Antispeziesismus-Aktion in Untersuchungshaft. Sein Bruder wurde 2021 unfreiwillig zwei Monate in die psychiatrische Abteilung des Universitätsspitals Waadt eingewiesen.
Beide Männer verlangten von Anfang an eine vegane Verpflegung – nicht immer erfüllten die Menüs, die sie erhielten, diese Anforderungen. In beiden Fällen verlangten die Betroffenen bei den jeweiligen Verantwortlichen jeweils schriftlich eine vegane Ernährung. Dies hielt der EGMR in seinem am Donnerstag publizierten Urteil fest.
Die Bemühungen, diese Forderung zu erfüllen, reichten nicht aus – und damit wurde die Gewissensfreiheit der beiden Veganer verletzt. Aus Sicht der Strassburger Richter:innen gilt der Veganismus laut SRF als quasi-religiöse Überzeugung. Durch Artikel neun der Menschenrechtskonvention sei ihre ethische Überzeugung, keine tierischen Produkte zu konsumieren, geschützt. Beide Männer erhalten nun eine Entschädigung.
Aufgeschnappt
Auf diesem Gesteinsplaneten könnte Leben möglich sein

Ein mega Fund: Auf der Oberfläche des Erdähnlichen Gesteinsplaneten LHS 1140 b wäre Wasser möglich. (Screenshot: The Guardian / Melissa Weiss / CfA)
Forscher:innen haben zum ersten Mal eine Atmosphäre um einen Gesteinsplaneten nachgewiesen, der ausserhalb unseres Sonnensystems in der «habitablen Zone» liegt. Das heisst: Auf der «nur» 49 Lichtjahre entfernten Super-Erde LHS 1140 b wäre flüssiges Wasser und Leben möglich, wie The Guardian berichtet. Die Studie dazu erschien laut Berliner Zeitung am Mittwoch im Fachjournal Science.
Der Planet LHS 1140 b – bei dessen Namensfindung man ruhig kreativer hätte sein können, finde ich – gilt damit als eines der vielversprechendsten Forschungsziele auf der Suche nach lebensfreundlichen Bedingungen ausserhalb unseres Sonnensystems.
LHS 1140 b hat die 5,6-fache Masse der Erde und einen um 70 Prozent grösseren Radius. Er ähnelt unserem Planeten bei der Zusammensetzung und der Temperatur. Bislang hat man Atmosphären vor allem bei Gasriesen und sogenannten «Sub-Neptunen» nachgewiesen.
Kurz-News
Beifahrer verurteilt · Erstmals wurde in der Schweiz ein Beifahrer wegen Raserei verurteilt, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Ein Tesla-Verkäufer erhielt 15 Monate bedingte Freiheitsstrafe wegen grober Verkehrsregelverletzung. Er hatte den Fahrer während einer Probefahrt mehrfach zum starken Beschleunigen aufgefordert. Als Beweis dienten Videoaufnahmen.
Jobs beim Staat beliebt · Bund und Kantone erhalten mehr Bewerbungen als noch vor drei Jahren, berichtet SRF. Vor allem Stellen im KV-Bereich sind begehrt. Auch staatsnahe Betriebe wie die Swisscom, die Post oder die SBB erhalten deutlich mehr Bewerbungen als noch 2023. Gründe seien die Wirtschaftslage und die gestiegene Arbeitslosigkeit: Arbeitnehmende schätzen die Jobsicherheit und die guten Löhne.
Weniger Asylgesuche · In der Schweiz sind im ersten Halbjahr 2026 mit 9’734 Asylgesuchen 16 Prozent weniger Anträge eingegangen als im Vorjahr. Dies berichtet SRF. Grund sind laut Staatssekretariat für Migration (SEM) geringere Ankünfte in Süditalien und weniger Gesuche aus der Türkei. Im Juni wurden 1’777 Gesuche gestellt.
International
Selenski setzt Verteidigungsminister ab · Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat den Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow im Rahmen eines Regierungsumbaus entlassen. Fedorow teilte bei Telegram mit, dass er sein Amt niederlegt. Selenski begründete seine Entscheidung mit Konflikten zwischen dem Ministerium und der obersten Armeeführung. In Kiew protestierten gemäss The Guardian mehr als 1’000 Menschen gegen den Entscheid.
Schlechteste Luftqualität in Toronto · Waldbrände im kanadischen Ontario haben die Luftqualität in Toronto durch Winde auf den weltweit schlechtesten Wert sinken lassen. Behörden riefen gestern dazu auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben, berichtet 20 Minuten. In Ontario wüten mehrere Waldbrände, 189 von über 800 Bränden sind ausser Kontrolle. Rund 1,9 Millionen Hektar Land sind bereits verbrannt.
🔧 Nützliches des Tages
Kafi-Atmosphäre to go

Wie wär's mit einem Ausflug ins virtuelle Café? (Screenshot: I miss my Cafe)
Du lässt das Ende der Arbeitswoche im Homeoffice ausklingen, solltest dringend fokussiert Adminzeug erledigen oder musst heute lernen? Mach es dir dabei ein bisschen gemütlicher in diesem virtuellen Café.
Mit der Webseite «I miss my Café» kannst du dir zum Arbeiten eine akustisch anregende Atmosphäre schaffen, die fast an die deines Stammkafis herankommt. Heisst: angenehme Hintergrundgeräusche wie plaudernde Kund:innen, zischende Siebträgermaschinen, beruhigende Regenschauer oder eine aufmerksame Barista, die mit dir spricht (okay, die klingt ein bisschen zu sehr nach Roboterfrau, aber den Rest finde ich ganz angenehm).
Du kannst dir auf der Seite ausserdem einen Pomodoro-Timer stellen, eine Playlist anhören oder eine To-do-Liste schreiben.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibt's ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Hab einen schönen Tag und ein gutes Wochenende. ✨
Vanja
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