Guten Morgen {{vorname}}
Es gibt Menschen, die wissen stets haargenau, wo sich etwas befindet: der Pass in der obersten Schublade des Sekretärs im Entrée, die Schere im Konfi-Glas auf der Küchenablage und die TV-Fernbedienung irgendwo zwischen zwei Sofakissen.

Ich gehöre – leider – nicht zu diesen Menschen. «Wo zum Teufel steckt jetzt schon wieder der Sackhegel?», gehört vermutlich zu den Flüchen, die ich in der Rekrutenschule am häufigsten ausgestossen habe, während die Schritte der Feldweibelin näherkamen.

Ebenfalls zum Sackbefehl gehörte bislang das Dienstbüchlein. Für zerstreute Angehörige der Armee muss es eine Erleichterung sein, dass es künftig digital geführt wird. Ein Ding weniger, das man verlegen kann.

Schweiz · Spital-Skandal

Bericht deckt vermeidbare Todesfälle in der Herzchirurgie auf

Schwerwiegende Verfehlungen: Ex-Klinikdirektor Francesco Maisano. (Screenshot: NZZ/Karin Hofer)

Ein gestern veröffentlichter Untersuchungsbericht belastet die ehemalige Führung der Herzchirurgie am Universitätsspital Zürich (USZ) schwer.

Unter dem ehemaligen Klinikdirektor Francesco Maisano kam es laut den Expert:innen zu einer hohen Übersterblichkeit: 68 bis 74 Todesfälle wären bei rund 4500 Operationen vermeidbar gewesen, schreibt die NZZ.

Maisano wird zudem seine heikle Doppelrolle als Arzt und Unternehmer vorgeworfen. Er setzte bei 13 Patient:innen Implantate ein, deren Verwendung als «unangemessen» eingestuft wurde, während er gleichzeitig finanziell von diesen Produkten profitierte. Die Patient:innen wurden über diese Interessenkonflikte «im Unklaren gelassen».

Die heutige Spitalführung reagierte schockiert: «Was die Untersuchung aufgedeckt hat, ist ein Schock für uns alle. Und es macht uns fassungslos», sagte CEO Monika Jänicke. Als Konsequenz legten drei langjährige Mitglieder des Spitalrats ihre Mandate nieder. Zudem wurden 24 Fälle bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Schweiz · 🗳️

Millionen-Schlacht um SVP-Initiative

Es geht um viel, deshalb wird auch viel investiert: Plakat auf Wiese. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Jean-Christophe Bott)

Der Abstimmungskampf um die 10-Millionen-Schweiz-Initiative der SVP gehört mit einem Budget von mindestens 15 Millionen Franken zu den teuersten der Geschichte. Aktuelle Zahlen der Eidgenössischen Finanzkontrolle zeigen gemäss Tages-Anzeiger eine bemerkenswerte Mobilisierung auf beiden Seiten.

Das Ja-Lager, angeführt von der SVP-nahen IG Nachhaltigkeitsinitiative, investiert rund 5,86 Millionen Franken. Prominente SVP-Politiker und Unternehmer wie Thomas Matter (250’000 Franken) oder Christoph Blocher (100’000 Franken) öffneten dafür ihre Portemonnaies.

Die Gegner, die vor der «Chaos-Initiative» warnen, verfügen mit insgesamt rund 9 Millionen Franken über noch grössere Mittel. Davon trägt der Wirtschaftsverband Economiesuisse allein über 4 Millionen Franken bei.

Die Initiative verlangt eine Beschränkung der Zuwanderung, sobald die Bevölkerung 9,5 Millionen Menschen erreicht. In letzter Konsequenz könnte dies die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU bedeuten. Am 14. Juni wird abgestimmt.

PS: Die jüngsten Umfrageergebnisse zusammengefasst hat Watson. Spoiler: Es wird knapp!

Schweiz · 🧨

Strengere Regeln für Böller

Surren statt Knallen: Drohnen-Show über Sydney. (Foto: Unsplash/Mun The Boi)

Good News für Fido und Co: Das Zünden von Knallkörpern soll gemäss Watson schweizweit verboten werden. Die zuständige Ständeratskommission (WBK-S) folgt in diesem zentralen Punkt dem Nationalrat und unterstützt den indirekten Gegenentwurf zur Feuerwerksinitiative einstimmig.

Die geplanten Verschärfungen betreffen vor allem Feuerwerkskörper, die ausschliesslich der Knallerzeugung dienen. Zudem soll die tägliche Einfuhr von Kleinfeuerwerk wie Wunderkerzen oder Tischbomben auf 2,5 Kilogramm pro Person beschränkt werden. Bei grösseren Raketen und Vulkanen (Kategorie 3) verzichtet die Kommission jedoch weiterhin auf eine Ausweispflicht.

Ein wichtiger Unterschied zum Nationalrat besteht bei der Bewilligungspflicht: Eine knappe Kommissionsmehrheit fordert, dass der Abbrand von gefährlicherem Feuerwerk künftig eine kantonale Bewilligung voraussetzt. Auf ein nationales Verbot von Feuerwerk in öffentlich zugänglichen Innenräumen will die Kommission hingegen verzichten, da die Kantone hier bereits eigenständig gehandelt haben.

Die eigentliche Volksinitiative Für eine Einschränkung von Feuerwerk lehnt die Kommission ab. Damit rückt ein Kompromiss auf Gesetzesebene näher, der den Schutz vor Lärm und Gefahren punktuell verbessert, ohne privates Feuerwerk komplett zu verbieten.

📘 Zitat des Tages

«Das Dienstbüchlein ist nicht irgendein Fötzel.»

Gehört zur persönlichen Ausrüstung: Dienstbüchlein. (Screenshot: SRF/Keystone)

Nach über 150 Jahren endet in der Schweizer Armee eine Ära: Am 1. Juni wird das physische Dienstbüchlein durch den digitalen «Dienstmanager» ersetzt. Eingeführt im Jahr 1874, dokumentierte das Heftchen militärische Karrieren, Materialbezüge und Diensttage.

Im Bundeshaus sorgt das für Gesprächsstoff beim Zwipf. FDP-Nationalrat Marcel Dobler etwa begrüsst den Wechsel. Ein digitales System sei «massiv schneller ausgefüllt» und die «Fehleranfälligkeit viel geringer».

Bei Traditionalisten regt sich allerdings Wehmut. Für sie sei das Dienstbüchlein mehr als ein Dokument, schreibt SRF. «Es ist eine Art Rütlischwur im Hosensack.» So sagt der Berner Oberst und SVP-Ständerat Werner Salzmann: «Das Dienstbüchlein ist nicht irgendein Fötzel. Das sind schon fast Geschichtsbücher!»

Zum Kultstatus des Dienstbüchleins beigetragen hat der Schriftsteller Max Frisch. Er schrieb 1974 in seinem Werk «Dienstbüchlein»: «Ich habe 650 Diensttage geleistet. Was fehlte, war der Sinn.»

Kurz-News

Rechtsextremer Blogger an HSG · Der Auftritt des US-Bloggers Curtis Yarvin am diese Woche stattfindenden St. Gallen Symposium sorgt für Kritik. Der einflussreiche Denker der extremen Rechten gilt als Verächter der Demokratie und fordert monarchistische Strukturen sowie die Rekolonialisierung Afrikas, schreibt Journal21. Während die Leitung das Treffen als Ort für fundierten Widerspruch verteidigt, fordern Professor:innen in einem offenen Brief eine klare Distanzierung der Universität. Yarvins Thesen lägen «ausserhalb des akzeptablen Diskurses».

Tremola Ahoi · Ab kommendem Freitag um 11 Uhr ist der Gotthardpass wieder für den Strassenverkehr geöffnet. Dank geringer Schneemengen konnten die Räumungsarbeiten schneller als erwartet abgeschlossen werden, berichtet SRF. Die Passstrasse dient damit bereits an Auffahrt und Pfingsten als wichtige Entlastung für die A2. Zeitgleich gehen spezielle Ausfahrtsspuren in Göschenen und Airolo in Betrieb, um Dörfer vor Ausweichverkehr zu schützen.

YB ist Vegan-Meister! · Das Berner Wankdorf ist das vegan-freundlichste Fussballstadion der Schweiz. Im ersten Ranking der Tierrechtsorganisation PETA Schweiz belegt das Heimstadion der Young Boys den Spitzenplatz vor der Winterthurer Schützenwiese und dem Zürcher Letzigrund. Während Bern mit einer grossen Auswahl wie der «Forever-Wurst» punktet, landet Lugano auf dem letzten Platz. Dort gibt es, weiss Watson, als einzige vegane Option: Pommes frites.

International

Trumps Rückzieher · Nach nur einem Tag pausiert US-Präsident Trump sein «Project Freedom», die Begleitung von Schiffen durch die Strasse von Hormus. Ziel ist es, Raum für Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen mit dem Iran zu schaffen. Die Seeblockade iranischer Häfen bleibt gemäss Guardian bestehen. Laut Trump seien «grosse Fortschritte» in den Gesprächen erzielt worden. Der Iran muss laut US-Forderung sein Atomprogramm einschränken und den Schifffahrtsweg dauerhaft öffnen.

Kreuzfahrtschiff darf nach Spanien · Das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff MV Hondius nimmt Kurs auf die Kanarischen Inseln. Spanien wird das Schiff in drei bis vier Tagen zur medizinischen Versorgung der rund 150 Personen empfangen, berichtet die New York Times. Bisher wurden sieben Infektionen und drei Todesfälle gemeldet. Die WHO prüft eine seltene Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Für die allgemeine Öffentlichkeit bestehe laut Expert:innen jedoch nur ein geringes Risiko.

🐟 Good News

Letztes Roi-du-Doubs-Weibchen hat Nachwuchs

Majestätisch: Roi du Doubs. (Screenshot: Watson/Jonas Steiner/Sfv)

Das letzte bekannte Weibchen der vom Aussterben bedrohten Fischart «Roi du Doubs» hat sich im Aquarium von Besançon in Frankreich zum dritten Mal in Folge fortgepflanzt. Da das Tier bereits ein hohes Alter erreicht hat, könnte dies die letzte erfolgreiche Nachzucht gewesen sein, heisst es bei Watson.

Die winzigen Jungfische gelten als letzte Chance, die genetische Besonderheit dieser Art, die auch als Rhône-Streber bekannt ist, zu bewahren. Frühere Nachzuchten werden bereits in Lausanne und Basel aufgezogen.

Trotz eines nationalen Aktionsplans seit 2015 kritisieren Naturschutzorganisationen wie Pro Natura und der WWF, dass wichtige Schutzmassnahmen bislang nicht umgesetzt wurden. Um das endgültige Verschwinden der Art im Fluss Doubs zu verhindern, müssten die Behörden die Wasserqualität verbessern und die freie Wanderung der Fische sicherstellen.

Wenn du mehr über diesen tollen Fisch erfahren möchtest, empfehle ich dir diese schon etwas ältere Reportage im Tages-Anzeiger (quasi die Vorgeschichte der obigen News).

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

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