Guten Morgen {{vorname}}
Jemand baut eine Waffe, jemand liefert sie aus, und noch jemand anderes drückt damit ab. Wer trägt die Verantwortung? Juristisch scheint die Sache klar.

Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre vertrat die Ansicht, dass Menschen für alles, was in der Welt geschieht, mitverantwortlich sind, sobald sie davon wissen und Teil der Situation sind.

Wenn also, wie jetzt bekannt wird, Schweizer Waffen in den USA Protestierende verletzen, sollte uns das beunruhigen.

Thun · Minneapolis

ICE-Beamte setzen auf Schweizer Tränengas-Granatwerfer

Mit Schweizer Waffen gegen Demonstrierende: ICE-Attacke in Minneapolis.(Screenshot: Tages-Anzeiger/Youtube)

In Minneapolis setzen Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE auch Schweizer Tränengas-Granatwerfer gegen Demonstrierende ein.

Videoaufnahmen zeigen gemäss Tages-Anzeiger, wie Mitglieder der Border Patrol Tactical Unit mit dem Modell GL-06 des Thuner Herstellers B&T (früher Brügger & Thomet) direkt auf die Köpfe von Protestierenden zielen.

B&T warnt in eigenen Unterlagen explizit davor, auf Kopf oder Hals zu schiessen, um schwere Verletzungen zu vermeiden. Patrick Wilcken, Militärexperte der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, verurteilt das Vorgehen der Beamten als «rechtswidrig».

Gemäss Tages-Anzeiger will sich die Firma B&T nicht zum fragwürdigen Einsatz ihres Granatwerfers äussern: «Grundsätzlich geben wir keine Auskünfte oder Kommentare zu unseren Produkten, Kundenbeziehungen, Lieferumfängen oder Unternehmenskennzahlen gegenüber der Presse ab.»

«Das ist ein Problem der Amerikaner.»

Werner Salzmann, SVP-Sicherheitspolitiker

Politisch sorgt der Einsatz indes für Zündstoff. SP-Nationalrat Fabian Molina nennt es «skandalös», dass Schweizer Waffen helfen würden, Proteste niederzuschlagen. Da die Waffen jedoch in einer US-Niederlassung in Florida produziert werden, unterliegen sie nicht dem Schweizer Exportkontrollrecht.

SVP-Ständerat Werner Salzmann hingegen lässt die Sache kalt. Die Verantwortung für den Einsatz und die Ausbildung liege allein bei den US-Behörden. «Das ist ein Problem der Amerikaner.»

Schweiz · Grossbrand

Was geschah wirklich bei den Freimaurern?

Die Diebe erbeuteten einen seltsamen Gehstock. (Screenshot: NZZ/Christoph Ruckstuhl)

Ich kannte die Freimaurer bislang nur von den Simpsons. Seit das Zentrum der Loge «Modestia cum Libertate» auf dem Zürcher Lindenhof in der Nacht auf Montag ausgebrannt ist, erfahre ich täglich mehr über diesen interessanten Verein. In einem lesenswerten Artikel arbeitet die NZZ das mysteriöse Unglück und alles, was seither geschehen ist, wunderbar auf.

Die Polizei, heisst es darin, ermittle nun wegen Brandstiftung. Besonders verdächtig: In derselben Nacht wurde im Nebengebäude eingebrochen. Die Täterschaft stahl kuriose Gehstöcke mit Totenkopf-Knäufen, liess jedoch wertvolle Giacometti-Bilder und Silbergeschirr unberührt.

«Es kann auch eine Waldlichtung sein.»

Raoul Würgler, Logenpräsident

Logenpräsident Raoul Würgler zeigt sich im Text fassungslos: «Die ganze Elektrik wurde vor kurzem erneuert. Trotzdem konnte sich das Feuer rasch ausbreiten. Und dann wurde auch noch eingebrochen. Ich frage mich wirklich, was passiert ist.»

Obwohl Verschwörungstheorien im Netz kursieren, betont die Bruderschaft, dass sie für ihren Zusammenhalt nicht an das Lokal gebunden ist. Würgler: «Es kann auch eine Waldlichtung sein.»

Weltall · James-Webb-Teleskop

So scharf hast du Dunkle Materie noch nie gesehen

«In a galaxy far, far away»: Dem Rätsel der Dunklen Materie auf der Spur. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Gavin Leroy)

Das James-Webb-Teleskop, bei dem auch die ETH Zürich beteiligt ist, hat die bisher präziseste Karte der Dunklen Materie erstellt. Die neue Darstellung zeigt im Sternbild Sextant Verdichtungen der unsichtbaren Masse in einer Schärfe, die alle bisherigen Messungen übertrifft. Dies berichtet der Tages-Anzeiger.

Obwohl Dunkle Materie rund 85 Prozent der Materie im Universum ausmacht, bleibt sie unsichtbar. Die Forschenden machten sie über den Effekt der Gravitationslinsen sichtbar: Massive Materieansammlungen krümmen den Raum und verzerren das Licht dahinterliegender Galaxien. Dank der hohen Auflösung des Teleskops konnten fast 800’000 ferne Galaxien erfasst werden.

Trotz des Durchbruchs bleibt das fundamentale Rätsel ungelöst. Die Karte zeigt zwar genau, wo sich die Masse befindet, aber nicht, was sie ist.

Künftige Missionen sollen nun noch grössere Bereiche des Himmels systematisch erfassen, um die Entwicklung kosmischer Strukturen weiter zu entschlüsseln.

☎️ Zitat des Tages

«Telefonieren ist ein ungelerntes Handwerk»

Fun Fact: Das ist ein Telefon. Es zu benutzen, finden viele weniger funny. (Foto: Unsplash/Dias ^)

Es stimmt: So ein Telefon kann einem einen gehörigen Schreck einjagen. Eine meiner Lieblings-Telefon-Filmszenen stammt aus David Lynchs (1946–2025) Lost Highway. Creepy! Darum verstehe ich die Gen Z, wenn sie sich vor dem Telefonieren fürchtet.

Spannende Erklärungen, weshalb dem tatsächlich so ist, liefert Psychotherapeut Marco Schneider in einem Interview mit Watson. Darin sagt er etwa: «Telefonieren ist ein ungelerntes Handwerk. Abnehmen, begrüssen, sich vorstellen, ins Gespräch überleiten – das haben frühere Generationen täglich geübt, die Gen Z aber nicht.»

Was als Abneigung beginne, könne klinische Ausmasse annehmen, wenn Betroffene unter Herzrasen oder Blackouts leiden. Die Angst rühre meist von der Sorge her, sich zu blamieren. Werden Anrufe konsequent durch Chats ersetzt, entstehe indes ein «Teufelskreis aus mangelnder Übung und daraus resultierender Angst».

Schneider rät zur schrittweisen Überwindung, etwa durch Telefon-Bestellungen, denn: «Wenn man es vermeidet, kann man nie Sicherheit aufbauen.»

Falls du also auch unter Telefonphobie leidest und heute zu faul zum Kochen bist: Einfach den Pizza-Lieferdienst ANRUFEN! 🍕

Kurz-News

Grippewelle · Die aktuelle Grippewelle führt gemäss SRF zu einer deutlichen Übersterblichkeit: Im Januar starben 20 Prozent mehr Personen über 65 Jahre als üblich. Laut Bundesamt für Statistik deckt sich dieser Anstieg exakt mit der heftigen Influenza-Kurve. Expert:innen betonen, dass die Impfung weiterhin einen positiven Effekt zeige und schwere Verläufe verhindern könne. Positiv: Der Höhepunkt der Grippewelle in der Schweiz scheint nun überstanden.

Gegen Halbierungsinitiative · Die Westschweizer Kantonsregierungen lehnen die Initiative «200 Franken sind genug!» geschlossen ab. Sie warnen vor massiven Folgen für die Medienvielfalt und den nationalen Zusammenhalt, berichtet die NZZ. Bei einer Annahme am 8. März drohten der Romandie Stellenabbau und Schliessungen von Studios. Da die Deutschschweiz heute Einnahmen zugunsten kleinerer Regionen ausgleicht, wäre die Westschweiz überproportional betroffen.

Neues Rekordhoch · Der Schweizer Franken hat gestern Nachmittag ein neues Rekordhoch erreicht. Mit einem Kurs von 0,9167 zum Euro kletterte die Währung auf den höchsten Stand seit der Aufhebung der Untergrenze im Jahr 2015. Auch gegenüber dem US-Dollar legte der Franken deutlich zu. Experten der Bank Valiant sehen gemäss Cash bisher keine Anzeichen für ein Eingreifen der Nationalbank, da die SNB vor allem auf starke Schwankungen statt auf absolute Kursniveaus reagiert.

International

Angriff auf Ilhan Omar · In Minneapolis wurde die Abgeordnete Ilhan Omar während einer Versammlung angegriffen. Ein Mann besprühte die Demokratin gemäss New York Times mit einer Flüssigkeit aus einer Spritze, bevor Sicherheitskräfte ihn überwältigten. Omar blieb unverletzt: «Ich habe Krieg überlebt und werde auch Einschüchterungsversuche überleben.» Der Angriff geschah kurz nachdem sie die Auflösung der Einwanderungsbehörde ICE und die Absetzung von Heimatschutzministerin Kristi Noem gefordert hatte.

Angriff auf Passagierzug · Ein russischer Drohnenangriff auf einen Passagierzug in der Region Charkiw hat gestern fünf Menschen getötet. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Tat als Terrorismus gegen Zivilist:innen: «Es gibt keinen militärischen Zweck darin.» Der Zug transportierte gemäss Guardian über 200 Passagiere, als drei Drohnen einschlugen. Selenskyj warnte, solche Angriffe würden diplomatische Friedensbemühungen untergraben. Trotz der Gefahr will die ukrainische Bahn den Betrieb unter strengeren Sicherheitsvorkehrungen aufrechterhalten.

🧀 Nützliches des Tages

Das beste Raclette-Öfeli

Für Üsserschwizer:inne: So geht eigentlich Raclette. (Foto: Unsplash/Claudio Schwarz)

Ich weiss, die Walliser:innen schmelzen ihren Käse ganzjährig. Bei zwei Grad wie heute, aber auch bei 30 Grad wie am Gampel-Openair im August.

Für mich persönlich ist Raclette ein Aufsteller an kalten Winterabenden. Es wärmt die Seele – und wenn man ein altes Gerät hat, das mehr Heizkörper als Kochgerät ist, auch noch direkt die Wohnung.

Wenn du eine Neuanschaffung planst, weiss der Kassensturz weiter. In einem «Härtetest» deckt das Konsumentenmagazin deutliche Qualitätsunterschiede bei Raclette-Tischgrills auf.

Von zehn geprüften Geräten erhielten sieben die Note «gut», während drei Modelle aufgrund technischer Mängel und schlechter Wärmeverteilung mit «ungenügend» bewertet wurden.

Als klarer Testsieger ging der «4 and more» von Koenig für rund 80 Franken hervor (Gesamtnote 5,3), der durch gleichmässiges Schmelzen und eine starke Grillleistung punktete.

Besonders enttäuschend schnitten die günstigeren Modelle ab. Das preiswerteste Gerät im Test von Severin (3,8) sowie die Eigenmarke Primotecq (3,7) von Fust fielen durch.

Gute Qualität muss jedoch nicht teuer sein: Bereits für knapp 50 Franken bietet Trisa ein solides Gerät (Raclette Style 4) an, das die Testesser:innen sowohl beim Käse als auch beim Grillieren von Zucchetti überzeugte.

Zucchetti?

Auf jeden Fall: An Güete!

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

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