Guten Morgen {{vorname}}
Ich gehe gerne wählen. Sonntags, mit dem Wahlcouvert in der Hand. Vor dem Wahllokal noch ein paar Autogramme zu geben, gehört natürlich zum Ritual dazu. Damit auch in Zukunft abgestimmt werden kann. Und anschliessend ins Kafi. Schon toll, denke ich dann immer, das mit der Demokratie.

Leider sehen das längst nicht mehr alle so in der Schweiz. Während in den USA am Wochenende Tausende auf die Strasse gingen, um gegen «König» Trump zu protestieren, macht sich bei uns Demokratiemüdigkeit breit.

Schweiz · Wahlen

Machtverhältnisse im Berner Regierungsrat bleiben unverändert

Strahlende Siegerin: Aline Trede. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Anthony Anex)

«Ich möchte aus Bern einen Chancen-Kanton machen», sagt Nationalrätin Aline Trede im Bund. Die Grüne wurde gestern in den Regierungsrat gewählt.

Das beste Resultat erzielte die bisherige Regierungsrätin Astrid Bärtschi (Die Mitte) mit 138’672 Stimmen. Ebenfalls souverän wiedergewählt wurden Evi Allemann (SP) und Philippe Müller (FDP).

Neu in die Regierung ziehen neben Trede der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) sowie der Langenthaler Stadtpräsident Reto Müller (SP). Letzterer setzte sich in einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Daniel Bichsel (SVP) durch.

Damit bleibt die Sitzverteilung in der Berner Exekutive wie bisher: Vier Sitze gehen an die bürgerlichen Parteien, drei an das linke Lager.

Bei den Grossratswahlen gehen SVP und SP als klare Sieger hervor. Die SVP baut ihre Vormachtstellung gemäss SRF mit einem Plus von sieben Sitzen aus und stellt neu 51 der 160 Abgeordneten. Auch die SP legt um vier Mandate zu (neu 36). Die FDP hält ihre 18 Sitze.

Die EVP verliert fast die Hälfte ihrer Basis (neu 5 Sitze, -4), die Mitte büsst drei Mandate ein (9). Auch die Grünen (17, -2) und die GLP (15, -1) geben nach, während die EDU zwei Sitze gewinnt (8).

Auch im Kanton Waadt wurde gewählt: Der langjährige Nationalrat Roger Nordmann (SP) zieht in die Regierung ein. Mit 50,9 Prozent der Stimmen verteidigte er im zweiten Wahlgang den Sitz seiner Partei gegen Jean-François Thuillard (SVP), berichtet die NZZ.

Schweiz · Sicherheit

Top-Kader ohne Sicherheitsprüfung

Zu lasche Tests? (Screenshot: NZZaS/Dario Veréb)

Ein interner Bericht des Verteidigungsdepartements (VBS) enthüllt Mängel: Bei den meisten Verwaltungsräten und Geschäftsleitungsmitgliedern wichtiger staatsnaher Betriebe fehlen gemäss NZZ am Sonntag gültige Personensicherheitsprüfungen. Während der Rüstungskonzern Ruag gut abschneidet, besteht bei der SBB, Swisscom und Skyguide dringender Handlungsbedarf.

Normalerweise müssen sich Top-Beamte und Armeeangehörige tiefgreifenden Integritätstests unterziehen, um Erpressbarkeit auszuschliessen. Bei den betroffenen Firmen wurden diese Prüfungen oft gar nicht erst eingeleitet oder sind abgelaufen. «Diese Kaderleute haben Informationen zur kritischen Infrastruktur, die für das Funktionieren des Landes entscheidend ist», warnt FDP-Ständerat Josef Dittli vor Risiken durch Spionage oder Sabotage.

Das Departement von Bundesrat Albert Rösti hält zusätzliche Prüfungen bisher für unnötig und verweist auf interne Auswahlverfahren. Die Sicherheitspolitik fordert hingegen eine gesetzliche Klärung der Zuständigkeiten, da unklar ist, wer die Checks bei nicht direkt beim Bund angestellten Personen veranlassen muss. Verteidigungsminister Martin Pfister hat nun eine Klärung der Verantwortlichkeiten in Auftrag gegeben.

Schweiz · 🏆

Kambundji und Odermatt triumphieren bei den Sports Awards

Leichtathletin Ditaji Kambundji ist Sportlerin des Jahres. (Screenshot: Blick/Keystone)

Gestern Abend wurden die Sports Awards vergeben. Sportlerin des Jahres wurde Ditaji Kambundji, Sportler des Jahres Marco Odermatt. Während der Skistar die Trophäe bereits zum fünften Mal einheimsen konnte, wars für die Hürdensprinterin eine Premiere.

«Wow, es ist nach wie vor eine Ehre!», sagte Gesamtweltcupsieger Odermatt. Hürden-Weltmeisterin Kambundji bedankte sich bei ihren Liebsten: «Ein riesiges Merci an meine Familie – ihr habt mich von Tag eins an unterstützt.»

Weitere Gewinner:innen:

  • Wertvollste Spielerin (MVP): Géraldine Reuteler von der Fussball-Nati

  • Team des Jahres: Eishockey-Nati der Männer

  • Trainer des Jahres: Eishockey-Coach Patrick Fischer

  • Para-Sportlerin des Jahres: Catherine Debrunner

  • SRF 3 Best Talent: Bob-Fahrerin Debora Annen

Für ein TV-Highlight sorgte gemäss Blick Moderatorin Fabienne Gyr, die Abfahrts-Olympiasieger Franjo von Allmen live in der Sendung seine Glückszahl 42 ins Haar rasierte.

Community Summit: Andrea Jansen & Flavien Gousset*

*Kooperation mit dem Community Summit

Andrea Jansen («mal ehrlich») erreicht 100'000 Eltern, Flavien Gousset informiert Zehntausende über politische Themen: Beide sind unabhängig und getragen von ihren Communitys. Am ersten Community Summit am 7. Mai teilen sie ihr Praxiswissen.

Wie macht man aus passiven Followern loyale Fans, die aktiv mitgestalten und auch mitfinanzieren? Der Community Summit zeigt auf, wie man Menschen nicht nur erreicht, sondern auch bewegt. Erlebe die beiden und weitere spannende Speaker live in der Mühle Tiefenbrunnen in Zürich.

📱 Zahl des Tages

94 Prozent

Nur noch schnell Insta checken. (Foto: Unsplash/Chris Yang)

94 Prozent der Befragten fordern in einer neuen GFS-Studie einen besseren Schutz für Kinder und Jugendliche vor schädlichen Auswirkungen sozialer Medien. Dies verdeutlicht das Misstrauen der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber Tech-Giganten wie Google und Meta.

Deren Algorithmen – das bestätigte ein US-Urteil vergangene Woche – sind absichtlich so gebaut, dass sie abhängig machen. «Die Designs sind darauf ausgelegt, Kinder und Jugendliche möglichst lange online zu halten. Das müssen wir unterbinden», sagt Angela Müller von Algorithm Watch in der SonntagsZeitung.

Während Österreich bereits ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige beschlossen hat, prüft nun auch der Bundesrat entsprechende Massnahmen. Die Mitte-Partei fordert zudem ein Verbot von personalisierter Werbung für Minderjährige.

Aber nicht nur in Sachen Jugendschutz hat die Bevölkerung ein ungutes Gefühl: 78 Prozent sehen einen zu grossen Einfluss von Big Tech auf die Meinungsbildung. Und 73 Prozent glauben, dass die Plattformen die politische Polarisierung verstärken. Bei der Bekämpfung von Hassrede und Fake News sehen 89 Prozent die Konzerne in der Pflicht.

Freiwillige Selbstverpflichtungen würden indes nicht mehr reichen, schreibt Reto Vogt in einem lesenswerten Artikel im Tech-Magazin dnip. Seine Mahnung an Eltern: «Die Plattformen wurden nicht für eure Kinder gebaut. Sie wurden aus euren Kindern gebaut.»

Kurz-News

Demokratiemüde Schweizer · Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung zeigt laut einer Studie der Denkfabrik Pro Futuris Anzeichen von Demokratiemüdigkeit. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei SVP-Wählern: Hier geben 35 Prozent an, dass ihnen das Leben in einer Demokratie nicht mehr essenziell erscheint. Frauen und ältere Menschen erweisen sich hingegen als deutlich krisenfester, berichtet die NZZ am Sonntag. Hauptgrund für den Frust ist das schwindende Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Politik.

Mitte hält an Initiative fest · Trotz des Ja-Entscheids zur Individualbesteuerung hält die Mitte an ihrer Initiative gegen die Heiratsstrafe fest. Die Partei will Ehepaare weiterhin gemeinsam besteuern, fordert aber eine alternative Steuerberechnung, um Benachteiligungen gegenüber Unverheirateten zu verhindern. «Die Mitte will eine moderne, faire und einfache Lösung vorlegen», sagt Präsident Philipp Matthias Bregy in der Limmattaler Zeitung. Kritiker warnen vor einem bürokratischen Chaos zwischen Bund und Kantonen.

Fussball statt Gewalt · Nach gewaltsamen Ausschreitungen im letzten Sommer setzen Jugendliche und Polizei in Lausanne auf Annäherung durch Sport. Ein gemeinsames Fussballturnier soll das erschütterte Vertrauen wieder aufbauen, schreibt SRF. «Das ist kein Turnier gegen die Polizei, sondern eines mit der Polizei», so Mario Scuderi vom Quartierverein. «Die Polizisten haben mehr Humor, als ich dachte», resümierte der 13-jährige Teilnehmer Youssef.

International

Wal geht es schlecht · Die Hoffnung für den in der Wismarbucht feststeckenden Buckelwal schwindet. Das Tier ist gemäss T-Online stark geschwächt, die Atemfrequenz reduziert. «Es geht ihm schlecht», so Umweltminister Till Backhaus. Zwar konnte sich der Wal kurzzeitig befreien, setzte jedoch wenig später erneut im seichten Wasser auf. Ein Sperrgebiet von 500 Metern soll dem Tier nun Ruhe verschaffen.

Ölpreis steigt · Die Ölpreise schnellen in die Höhe, während die asiatischen Börsen einbrechen. Grund ist die Eskalation des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran. Der Preis für Brent-Öl stieg heute Morgen auf über 110 US-Dollar pro Barrel. US-Präsident Donald Trump drohte gemäss BBC, iranische Ölzentren wie die Insel Kharg einzunehmen. Da der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus weitgehend stillsteht, herrscht an den Energiemärkten grosse Volatilität.

🦭 Nützliches des Tages

Gummiente

Verspielt: Robbe Reggae. (Screenshot: New England Aquarium)

Die 33-jährige Seehund-Dame Reggae aus dem New England Aquarium in Boston verzückt gerade das Netz. In einem Video ist zu sehen, wie sie Gummienten umarmt und mit ihnen im Wasser spielt.

Was nach purem Vergnügen aussieht, hat einen ernsten Hintergrund, berichtet The Independent. Die Enten sind Teil eines Mental-Trainings: Reggae soll herausgefordert werden, die Spielzeuge in ihrem Gehege aufzuspüren.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

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