Guten Morgen {{vorname}}
Was haben das Ungeheuer von Loch Ness, die Bundeslade und funktionierende IT-Lösungen gemeinsam? Die Menschheit ist immer noch auf der Suche danach. Und es ist alles andere als sicher, dass es sie überhaupt jemals gab oder gibt. Oder ist dir ein Fall bekannt, bei dem Angestellte nach einem IT-Systemwechsel unisono gesagt hätten: «Alles paletti»?

In den Grossraumbüros prallen auch zwei Welten aufeinander: Hier die das Update zelebrierenden IT-Kolleg:innen, da die routineliebenden Sachbearbeiter:innen. Ärger ist da sprichwörtlich vorprogrammiert.

Auch die unendliche Geschichte um das IT-Debakel beim Seco ist nun um ein absurdes Kapitel reicher: Um die Korrespondenz am Leben zu erhalten, müssen Kassenangestellte nun offenbar zu Kugelschreiber und Briefpapier greifen.

Schweiz · Seco

Nach IT-Debakel: Angestellte schreiben Briefe von Hand

IT-Chaos beim Seco (Symbolbild). (Foto: Unsplash/Bernd Dittrich)

Das neue Auszahlungssystem Asal 2.0 sorgt auch vier Monate nach seiner Einführung bei den Schweizer Arbeitslosenkassen für ein Chaos. Statt der versprochenen Effizienz führt die auf SAP basierende Software zu Verzögerungen, Systemabstürzen und einem immensen personellen Mehraufwand, schreibt der Tages-Anzeiger.

Mitarbeitende berichten von unbrauchbaren digitalen Vorlagen, die sie zu absurden Notlösungen zwingen. «Wir schreiben Briefe an die Versicherten teilweise von Hand oder behelfen uns mit Post-its», schildert Dominik H., Angestellter einer Gewerkschaftskasse, die Situation.

Da das System analoge Wege nicht vorsieht, müssen Sachbearbeiter die Software «austricksen», indem sie Fake-Dokumente erstellen, um Prozesse abzuschliessen. Fabienne L., die nach zehn Jahren frustriert gekündigt hat, bezeichnet Asal 2.0 als «Fehlkonstruktion»: «Wenn es heute zu einer vergleichbaren Krise wie Corona kommt, sind wir aufgeschmissen.»

Das Seco räumt mittlerweile «kleine Störungen» ein, betont aber, das System laufe stabil. Dem widersprechen die Kassen: Schweizweit werden schätzungsweise 200 neue Stellen benötigt, um den Mehraufwand zu bewältigen. In Kantonen wie Luzern oder Schaffhausen wurde das Personal bereits um rund ein Viertel aufgestockt.

Schweiz · Rassismus

Diskriminierung erreicht Rekordwert

Demo gegen Rassismus in Bern (2000). (Foto: Unsplash/Svend Nielsen)

Rassistische Diskriminierung in der Schweiz hat einen neuen Höchststand erreicht. Laut dem aktuellen Bericht der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) und der Organisation humanrights.ch wurden im Jahr 2025 insgesamt 1245 Fälle dokumentiert. Besonders betroffen sind schwarze Menschen und Muslim:innen, heisst es im SonntagsBlick.

Auffallend ist, dass sich die meisten Vorfälle im Bildungsbereich und am Arbeitsplatz ereignen. «Gerade weil häufig Kinder und Jugendliche betroffen sind, ist das besonders problematisch», sagt Nora Riss von humanrights.ch. Die Zahlen zeigen laut EKR-Präsidentin Ursula Schneider Schüttel eine klare Tendenz: «Rassismus bleibt in der Schweiz ein strukturelles Problem.»

«In der Schweiz besteht kein ausreichender Schutz vor Diskriminierung.»

Ursula Schneider Schüttel, EKR-Präsidentin

Obwohl die gestiegenen Zahlen auch auf eine höhere Meldebereitschaft hindeuten, gehen Fachleute davon aus, dass die dokumentierten Ereignisse nur die «Spitze des Eisbergs» darstellen.

Die EKR fordert angesichts der Lage ein umfassendes Gleichbehandlungsgesetz und mehr Ressourcen für die Umsetzung von Schutzmassnahmen. Schneider Schüttel: «In der Schweiz besteht kein ausreichender Schutz vor Diskriminierung.» Die nationale Strategie des Bundesrats sei zwar ein wichtiger Schritt, doch ohne zusätzliche Mittel bleibe deren Wirksamkeit begrenzt.

🚲 Schweiz · Velomafia

Wo unsere gestohlenen E-Bikes landen

Von Luzern nach Varese: Geklautes E-Bike. (Screenshot: NZZ am Sonntag/Anja Lemcke)

Hunderte E-Bikes werden täglich in der Schweiz gestohlen. Jährliche Schadenssumme: bis zu 100 Millionen Franken. Eine grosse Recherche der NZZ am Sonntag und SRF Investigativ zeigt nun eindrücklich die Wege der «Velomafia» auf. Mit GPS-Sendern präparierte Köder-Bikes führten die Reporter:innen von Schweizer Bahnhöfen bis nach Italien und in den Kosovo.

Ein 8000 Franken teures E-Bike aus Bern landete etwa in einem Secondhandshop im Kosovo. Der Händler vor Ort gab an, die Ware über ein Netzwerk von Brüdern aus der Schweiz und Nordmazedonien bezogen zu haben. «Ich erzähle euch alles, was ich weiss», sagte der Verkäufer, der für das Velo 1500 Euro zahlte und 400 Euro Gewinn erwartete.

«Drogen- und Fahrradhandel sind ineinander verzahnt wie ein Uhrwerk.»

Staatsanwaltschaft

Die Strukturen hinter den Diebstählen sind vielfältig. Sie reichen von drogenabhängigen Kleinkriminellen, die Räder gegen Kokain eintauschen, bis hin zu organisierten Hehlern. Ein zuständiger Staatsanwalt sagt: «Drogen- und Fahrradhandel sind ineinander verzahnt wie ein Uhrwerk.»

Erschreckend ist auch die Abnehmerseite in der Schweiz. Ein geortetes Bike fand sich im Keller einer Villa in Meggen wieder. Die Besitzerin zeigte keine Reue: «Mir doch egal, wem es gehörte.» Da Versicherungen meist zahlen, bleibt der Verfolgungsdruck gering. Ein beteiligter Polizist sagt: «Das Risiko, erwischt zu werden, ist eher klein.»

👟 Zahl des Tages

1:59:30

Kein Sonntagsspaziergang: Sabastian Sawe. (Screenshot: SRF/Matthew Childs)

Sabastian Sawe schreibt am Londoner Marathon Geschichte. Als erster Mensch hat er unter offiziellen Wettbewerbsbedingungen die Zwei-Stunden-Marke im Marathon geknackt. Die Zeit des 29-jährigen Kenianers: 1:59:30 Stunden. Damit war er über eine Minute schneller als der bisherige Rekordhalter Kelvin Kiptum.

Sawe setzte sich nach etwa 30 Kilometern gemeinsam mit dem Äthiopier Yomif Kejelcha ab und schüttelte diesen auf dem letzten Kilometer ab, berichtet SRF. Kejelcha belegte in 1:59:40 Stunden den zweiten Platz. Auch der Drittplatzierte Jacob Kiplimo blieb mit 2:00:28 Stunden unter dem alten Weltrekord.

Auch die Frauen waren sehr schnell unterwegs. Tigst Assefa aus Äthiopien gewann und stellte in 2:15:41 Stunden einen neuen Weltrekord auf. Sie verbesserte ihren eigenen Streckenrekord um neun Sekunden.

Kurz-News

Pius Federer gewählt · Appenzell Innerrhoden hat einen neuen Landammann: Die Landsgemeinde wählte gestern den parteilosen Unternehmer Pius Federer zum Nachfolger von Roland Dähler. Der 55-Jährige aus der Exklave Oberegg setzte sich gemäss Südostschweiz gegen zwei Spontankandidaturen durch. Er übernimmt das Volkswirtschaftsdepartement. Alle bisherigen Regierungsmitglieder, darunter die erste Frau Landammann Angela Koller, wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Flotte Sache · Die Schifffahrtsgesellschaften am Bodensee aus der Schweiz (SBS) und Deutschland (BSB) kooperieren wieder. Ab sofort werden Tickets gegenseitig anerkannt. Zudem steuert die Schweizer Flotte ab 2027 wieder Konstanz an. Die Einigung wurde bei der Flottensternfahrt in Romanshorn besiegelt, heisst es bei Watson. Geplant ist zudem eine einheitliche Tageskarte für den ganzen See bis Ende Mai 2026 sowie die gemeinsame Werftnutzung in Romanshorn nach über zehn Jahren Pause.

SRF 2 vor dem Aus? · SRG-Generaldirektorin Susanne Wille prüft gemäss SonntagsBlick das Aus von Radio SRF 2 Kultur. Grund sei ein Hörer:innenschwund: Im ersten Quartal 2026 brachen die Nutzungsstunden um 28 Prozent ein. Als Ersatz stehe eine nationale Kulturwelle zur Debatte. Das Sparprogramm der SRG sieht bis 2029 den Abbau von 600 Stellen vor. Während Nischensender wie SRF News als gesetzt gelten, wächst der Druck auf das Kulturradio. Finale Entscheide stehen noch aus.

International

Trump entgeht Attentat · Die USA sind knapp einem Anschlag entgangen: Sicherheitskräfte überwältigten am Samstag einen bewaffneten Mann beim Korrespondentendinner in Washington. Der Angreifer verletzte einen Secret-Service-Agenten mit einer Schrotflinte, ehe er gestoppt wurde. Trump blieb unverletzt, berichtet die NZZ. Der Täter hatte zuvor mit Waffen im Gepäck im Hotel eingecheckt. Der Vorfall wirft Fragen zum Sicherheitsdispositiv auf.

Militärausgaben gestiegen · Die globalen Militärausgaben haben 2025 mit fast 2,89 Billionen US-Dollar einen historischen Höchststand erreicht. Laut Sipri-Bericht wuchsen die Ausgaben im elften Jahr in Folge, getrieben durch Aufrüstung in Europa (plus 14 Prozent) und Kriege in der Ukraine sowie Asien. Deutschland führt das europäische Ranking an und erfüllt mit 114 Milliarden Dollar erstmals das Zwei-Prozent-Ziel der Nato. Die USA bleiben trotz leichtem Rückgang Spitzenreiter, heisst es im Tages-Anzeiger.

🦧 Nützliches des Tages

Brücken

Junger Orang-Utan nutzt Brücke über gefährliche Strasse. (Screenshot: Guardian/Sumatran Orangutan Society)

Zwei Jahre lang warteten Naturschützer:innen auf diesen Moment. Jetzt ist es passiert: Erstmals wurde ein vom Aussterben bedrohter Orang-Utan auf Sumatra dabei gefilmt, wie er eine künstliche Baumkronen-Brücke nutzt, um eine Strasse sicher zu überqueren.

Die Brücke im Distrikt Pakpak Bharat verbindet zwei Waldgebiete, die zuvor durch die Lagan-Pagindar-Strasse voneinander getrennt waren. «Sie hätten die Freudenschreie des Teams hören sollen», sagt Helen Buckland, Geschäftsführerin der Sumatran Orangutan Society (SOS), im Guardian.

Da Orang-Utans über 90 Prozent ihrer Zeit in Baumkronen verbringen, war eine natürliche Überquerung der Strasse zuvor unmöglich. Ohne solche Brücken drohe den verbliebenen 14'000 Tieren durch Isolation Inzucht, heisst es im Artikel.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und einen guten Start in die Woche!

Peter

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