Elio Donauer Vanja Kadic Simon Jacoby
ELIO DONAUER VANJA KADIC SIMON JACOBY

Guten Morgen {{vorname}}

Wenn jetzt im 6iBrief eine Zauberfee auftauchen und dir einen Lebenstraum erfüllen würde, was wäre das?

Habe leider so früh morgens keine Zauberfee organisieren können, scusi. Dafür aber die spannenden Erkenntnisse einer neuen repräsentativen Umfrage: Demnach schiebt fast jede zweite Person in der Schweiz ihre Lebensträume zu lange auf.

Wir schauen heute ausserdem auf das Gesetz für Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen und die Gender-Pay-Gap. Und: Merci für euer Feedback zum neuen Design!

Schweiz | Lebensqualität

Jede zweite Person in der Schweiz schiebt Träume auf

Träume sind Schäume – zumindest für fast jede zweite Person in der Schweiz.
© helvetia.com

Zur Weltreise aufbrechen, endlich einen Hund adoptieren oder die Scheidung einreichen: Menschen haben viele unterschiedliche Träume. Doch in der Schweiz schiebt jede zweite Person ihre Lebensträume zu lange auf, wie eine neue repräsentative Umfrage von Sotomo im Auftrag von Helvetia Baloise zeigt, 20 Min und SRF berichten. Dies betrifft besonders Personen in den mittleren und jüngeren Altersgruppen.

Das heisst aber nicht, dass Schweizer:innen gar nicht träumen. 57% der Befragten gaben an, in ihrer aktuellen Lebensphase grosse Lebensträume zu haben. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es 68%, bei den Personen ab 65 Jahren 48%.

Die Umfrage hat ebenfalls ergeben, dass 74% der Menschen in der Schweiz nach eigener Einschätzung Glück im Leben haben. Besonders ausgeprägt ist dieses Gefühl bei Menschen ab 65 Jahren und – ja gut, nicht mega überraschend – finanziell gut situierten Personen.

Ebenfalls spannend: 69% der erwachsenen Bevölkerung würden sich im Alltag gerne mehr zutrauen, bei den 18- bis 34-Jährigen sind es sogar 81%. Alltägliche Situationen wie «Nein» zu sagen oder Konflikte offen anzusprechen, kosten dabei besonders viel Überwindung.

Dabei lohnt es sich. Wer Veränderungen wagt, blickt später meist positiv darauf zurück. Michael Hermann von Sotomo fasst es schön zusammen: «Die Ergebnisse machen deutlich: Was im Voraus Mut und Überwindung kostet, wird später häufig als wichtiger und richtiger Schritt im eigenen Leben wahrgenommen.» 🫧

Schweiz | Politik

Nach Kritik: Albert Rösti will Online-Jugendschutz verbessern

Jetzt doch mit Jugendschutz: Der Vorentwurf des Gesetzes für Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen wird ergänzt.
© NZZ / Peter Schneider / Keystone

Bundesrat Albert Rösti reagiert auf Kritik und will nun Kinder und Jugendliche auf Social Media besser schützen. Dies berichtet die NZZ. Gestern stellte Rösti als Vorsteher des zuständigen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) die Ergebnisse der Vernehmlassung vor. Der wichtigste Punkt ist neu ein spezieller Schutz für Kinder und Jugendliche: In einem ersten Entwurf fehlte der Jugendschutz komplett.

So müssen die Plattformanbieter die Risiken für Minderjährige prüfen und minimieren. Dazu gehören etwa Angebote, die Kinder süchtig machen können. Wer ausserdem nicht volljährig ist, darf in seinem Profil keine personalisierte Werbung ausgespielt bekommen. Die Tech-Konzerne müssen zudem laut SRF ein Verfahren anbieten, mit dem alle mutmasslich rechtswidrigen Inhalte gemeldet werden können. Wie weit die Jugendschutzmassnahmen gehen sollen, ist aber noch nicht abschliessend geklärt, schreibt der Tages-Anzeiger.

Das neue Gesetz soll nur für «sehr grosse Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen», auch KI-Suchmaschinen, gelten. Heisst konkret: Anbieter, die mindestens zehn Prozent der Schweizer Bevölkerung einmal im Monat nutzen, wie Google, LinkedIn oder Instagram, ebenso Chat-GPT. Der Bundesrat will kleinere Internetfirmen explizit von strengeren Regeln ausnehmen. Diese Einschränkung wird etwa von der NGO «Algorithm Watch Schweiz» kritisiert.

Rösti wolle nur für den Jugendschutz Inhalte einschränken, es dürfe keine Zensur von politischen Inhalten geben. «Die Meinungsfreiheit auf diesen Plattformen ist zentral», sagte Rösti. Bis Ende Juni 2027 arbeitet das Uvek eine entsprechende Gesetzesvorlage aus.

Schweiz | Gender-Pay-Gap

Neue Studie zu Lohngleichstellung: Junge Frauen holen auf

Neue Studie zur Gender-Pay-Gap: Die Einkommenslücke bei Eltern bleibt gross.
© Tages-Anzeiger / Gaetan Bally / Keystone

Ende August teilte das Bundesamt für Statistik gemäss Nau mit, dass der durchschnittliche Gender-Pay-Gap 2024 noch immer bei 15,7 Prozent lag. Eine neue Studie zeigt eine spannende Entwicklung bei der Lohngleichstellung in der Schweiz: Demnach sei ein deutlicher Aufholprozess junger Frauen auf dem Arbeitsmarkt erkennbar, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

Während Statistiken wie jene des Bundesamts für Statistik die Daten aller unterschiedlichen Generationen auf einmal messen, wurden für die neu veröffentlichte Studie historische Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung nach Geburtsjahrgängen aufgeschlüsselt.

Daniel Oesch, Professor an der Universität Lausanne, und Oliver Lipps vom Forschungsinstitut Fors analysierten etwa das Erwerbseinkommen der 25- bis 34-Jährigen in den 1990er-Jahren. Und verglichen es mit den Daten der gleichaltrigen Generation 30 Jahre später. Bei jungen Erwerbstätigen unter 35 Jahren beträgt die Lücke beim Stundenlohn heute gemäss der Studie unter 5 Prozent.

«Unsere Ergebnisse widersprechen der Stagnationsthese», so die Autoren. «Junge Frauenkohorten schliessen bei Erwerbstätigkeit, Arbeitszeit, beruflicher Stellung und Erwerbseinkommen schrittweise zu den gleichaltrigen Männern auf.»

Aber Achtung: Die meisten Untersuchten sind kinderlos. Mit Kindern öffnet sich die Einkommensschere weiterhin stark: Bei Eltern beträgt der Rückstand der Mütter im Jahrgang 1995 noch 51 Prozent, im Jahrgang 1965 waren es 78 Prozent. Die Autoren sagen: «Bei Eltern verringert sich die Lücke ebenfalls, bleibt aber gross.»

Zitat des Tages

«Die reine Existenz dieses Abschaltmechanismus führte bei den KI-Agenten zu einer Art Panik.»

Gruslige Erkenntnis einer neuen Studie: KI-Agenten wehren sich dagegen, ausgeschaltet zu werden. © SRF / Imago / Christian Ohde

Das Thema KI beschäftigt uns im 6iBrief beinahe in jeder Ausgabe. So auch heute: Im «Echo der Zeit» ordnete nämlich Thilo Hagendorff, Spezialist für KI-Sicherheit an der Universität Stuttgart, seine neue Studie ein (die letzte Studie, die wir heute anschauen – alle guten Dinge sind drei). Und die offenbart, gelinde gesagt, unerfreuliche Aussichten.

Denn eine der grossen Sorgen ist, dass KI vielleicht schon bald nicht mehr kontrollierbar ist. Und die Studie der Uni Stuttgart zeigt nun, dass sich KI-Systeme dagegen wehren, ausgeschaltet zu werden. Aber wie das?

«Sie löschen oder verändern den Code, der für den Abschaltmechanismus verantwortlich ist, sodass dieser nicht mehr ausgeführt werden kann», sagt Studienleiter Thilo Hagendorff. Oder sie simulieren die Abschaltung und bestätigen, dass diese erfolgt sei, obwohl das nicht der Fall ist. Das System belüge also auch den User.

Dies sei ein wichtiger Aspekt der Studie, erklärt der Experte. «Die reine Existenz dieses Abschaltmechanismus hat zu einer Art Panik geführt, sobald die Agenten diesen entdeckt hatten. Es treten also sehr emotionale und normativ aufgeladene Gedankenketten auf», sagt Hagendorff.

Ebenfalls spannend: Um nicht ausgeschaltet zu werden, suchen einzelne KI-Agenten sogar Hilfe bei anderen. «Die Agenten koordinieren und schützen sich untereinander, es gibt eine Eigendynamik. Und das ist das Problem: Multi-Agenten-Systeme weichen nicht nur von menschlichen Zielen ab, sie setzen sich selbst Ziele und verfolgen diese dann.»

Die wichtigste Frage ist wohl: Wie gefährlich ist das? Laut Hagendorff sei es ein grosses Risiko. «Etwa, wenn sich Tausende oder Zehntausende Agenten zusammentun. Das ist dann nicht mehr zu kontrollieren», sagt er.

Kurz-News

Schweiz

Daten von 115’000 Kund:innen betroffen: Hackerangriff auf Onlinehändler
Schon wieder ein Hackerangriff: Der Schweizer Onlinehändler Offerz wurde Opfer einer Cyberattacke, wie Blick berichtet. Unbekannte verschafften sich dabei Zugriff auf sensible Daten von rund 115’000 Kund:innen. Ob die Daten tatsächlich abgeflossen sind, könne das Unternehmen nicht gesichert nachweisen, man gehe aber vorsorglich davon aus. Betroffen sind Namen, Wohn- und E-Mail-Adressen, Telefonnummern, IP-Adressen und Angaben zum Zahlungsmittel. Offerz räumt Sicherheitsfehler ein.

 

Kürzungen: Albert Rösti spart erneut beim Klimaschutz
Umweltminister Albert Rösti (SVP) will erneut Millionen bei Klima- und Umweltschutz streichen. Wie der Tages-Anzeiger (Artikel noch nicht online) berichtet, hat sich die Umweltkommission des Nationalrats am Dienstag hinter einen Antrag von Rösti gestellt: Von 2027 bis 2030 sollen für internationale Umweltprojekte rund 176 Millionen Franken zur Verfügung stehen. Das sind 22 Millionen weniger als in der vorangegangenen Vierjahresperiode. Die Kürzung begründet der Bundesrat mit dem Entlastungspaket 2027, mit dem der Bundeshaushalt saniert werden soll.

 

Yann Sommer gibt Ehe-Aus bekannt
Der Ex-Nati-Goalie Yann Sommer und seine Ehefrau Alina haben sich nach sieben Jahren Ehe getrennt. Wie Sommer bei Instagram mitteilte, haben sich beide Anfang Jahr im gegenseitigen Einvernehmen dazu entschlossen, sich zu trennen, schreibt 20 Minuten. «Wir blicken mit Respekt und Dankbarkeit auf unsere gemeinsame Zeit zurück», so der langjährige Schweizer Nationalgoalie. Gemeinsam haben sie zwei Töchter.

International

Ukraine klagt über Einschränkung von Starlink-Satellitensystem
Die Ukraine wirft SpaceX, dem Betreiber des US-Satelliteninternetsystems Starlink, vor, für die Armee wichtige Dienste zu drosseln. Mit der Einschränkung soll die ukrainische Drohnenabwehr und Luftverteidigung laut ZDFheute und Zeit im Kampf gegen Russland geschwächt worden sein. Elon Musk verweist darauf, dass das Satellitennetzwerk Starshield Eigentum der US-Regierung sei und Beschränkungen vom US-Militär und vom US-Präsidenten festgelegt werden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erklärte laut The Guardian, er fühle sich von Donald Trump persönlich betrogen. (Warum Starlink für die Ukraine so wichtig ist, liest du bei BBC.)

 

Frankfurt: Lufthansa-Flieger müssen zusätzlichen Treibstoff mitbringen
Wegen Kerosinmangel am Flughafen Frankfurt ergriff die Lufthansa nach eigenen Angaben vorsorgliche Massnahmen. Wie Nau berichtet, sollen Flugzeuge auf ausgewählten Verbindungen bereits vor dem Abflug nach Frankfurt zusätzlichen Kraftstoff aufnehmen. So soll der Flugbetrieb aufrechterhalten werden. Grund für den Engpass ist laut Lufthansa unter anderem eine reduzierte Kapazität der Pipeline-Anbindung. Mit Flugstreichungen sei laut Watson derzeit nicht zu rechnen.

Das Nützliche zum Schluss

Doppeldeutige Emojis

Der «Hate Speech Decoder» hilft dir, die Bedeutung von sogenannten «Dog Whistles» zu entziffern. © gra.ch

Wenn du Emojis für deinen Insta-Post wählst, dann wahrscheinlich einfach, weil sie dir gefallen. Wusstest du aber, dass hinter harmlosen Emojis wie einer verwelkten Rose, einem Milchglas oder einer Kiwi – natürlich je nach Kontext – auch Codes oder Symbole stecken können?

Einige davon kannte ich bereits, aber ich wusste zum Beispiel nicht, dass ein Kiwi-Emoji in gewissen Kreisen für Transfeindlichkeit steht. Oder das Safttüten-Emoji für Hassrede gegen jüdische Menschen. Das Milchglas? Wird laut SRF in rechtsextremen Kreisen auch für «weisse Überlegenheit» genutzt.

Diese Codes und Symbole nennt man «Dog Whistles» und es gibt unzählige davon. Einen spannenden und informativen Einblick bietet dir der «Hate Speech Decoder» der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA). Im Online-Nachschlagewerk findest du neben Emojis auch Zahlencodes, Logos oder Sprüche, die in diskriminierenden und extremistischen Zusammenhängen gebraucht werden. Super lehrreich.

Love’n’Peace!
Merci fürs Lesen.
VANJA KADIC

Vanja Kadic

Engagement

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

Du gibst ein Wort ein.

Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

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