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Die rote Rose ist das Symbol der Sozialdemokraten. Eine ist nun geknickt: Ständerat Daniel Jositsch tritt per sofort aus der SP aus. Und es tobt, nun ja, ein Rosenkrieg.

Jositsch hatte den Rückhalt seiner Partei schon bei der Bundesratswahl 2023 verloren. Vor ein paar Tagen verweigerten ihm die Delegierten die Nomination für die Wahlen 2027. Irgendwie passend, dass er nun als Partei-Loser antritt.

Schweiz · Ständerat

Jositsch tritt als Parteiloser an

Ohne Partei im Rücken: Daniel Jositsch. (Screenshot: Blick/Keystone)

Wer hätte das nicht gedacht: Daniel Jositsch tritt nach 27 Jahren per sofort aus der SP aus. Da die Delegierten ihn für den Herbst 2027 nicht zur Wiederwahl ins Stöckli aufstellen wollten, zieht der Rechtswissenschaftler nun die Konsequenzen: Er kandidiert als Parteiloser für den Ständerat.

Jositsch begründete seinen Entscheid gestern Nachmittag vor den Medien damit, dass der sozialliberale Flügel in der SP nicht mehr erwünscht sei. «Mindestens ist das meine Wahrnehmung, und da bin ich nicht ganz alleine.»

Damit drohe der SP der Verlust ihres Sitzes im Stöckli, analysiert der Blick. «Dass Jositsch auch als Parteiloser gewählt wird, ist völlig klar», sagt ein namentlich nicht genannter Insider der Zürcher Politlandschaft.

«Wir nehmen das zur Kenntnis.»

Mattea Meyer, SP-Co-Präsidentin

Als potenzieller Ersatz steht SP-Nationalrätin Jacqueline Badran bereit. Sie liess im Vorfeld verlauten, dass sie für eine Ständeratskandidatur «zur Verfügung stehen würde, sollten das die Delegierten wollen». Ob Badran auf dem Land genug Stimmen hole, sei jedoch offen, heisst es im Artikel.

Die SP reagierte unterkühlt auf den Abgang ihres langjährigen Aushängeschilds: «Wir nehmen das zur Kenntnis und danken ihm für die Zusammenarbeit in den letzten Jahren», sagte Co-Präsidentin Mattea Meyer.

Für eine tatsächlich grosse Überraschung sorgte gestern SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli, die gemäss Tages-Anzeiger eine Stöckli-Kandidatur prüft.

Schweiz · Strafvollzug

Häftlinge motzen über Container-Knast

Aufenthaltsraum im Container. (Screenshot: SRF/Urs Flüeler)

Der erste Container-Knast der Schweiz für längere Haftstrafen im luzernischen Wauwilermoos steht in der Kritik – von seinen Bewohnern.

Sieben (teils ehemalige) Häftlinge halten die Zustände in der Anlage, die gegen die Überbelegung der Gefängnisse eingesetzt wird, für unzumutbar und haben Beschwerde eingereicht. Sie beklagen akuten Schlafmangel, Feuchtigkeit und eine völlig fehlende Privatsphäre.

«20 Männer kochen, telefonieren und sehen jeden Abend gleichzeitig fern in einem kleinen Raum. Es gibt grosse Spannungen», berichtet der ehemalige Häftling Christian S. im Echo der Zeit. Ein Insasse sagt: «Ich wäre lieber wieder im geschlossenen Vollzug als im Container.»

Das Luzerner Justizdepartement betont, man nehme die Anliegen ernst und suche nach Lösungen. Während die Aufsichtskommission keine systematischen Mängel beim Container-Knast sieht, äussern Fachleute Bedenken. Strafrechtsprofessor Thierry Urwyler etwa sagt: «Container sind meines Erachtens keine nachhaltige Lösung.» Die Bedingungen könnten gar das Verbot von Folter und unmenschlicher Behandlung ritzen.

Schweiz · Rüstung

Flieg, alter Tiger, flieg!

Noch lange nicht gegroundet: Hornisse mit Tigern. (Foto: Unsplash/Claudio Schwarz)

Eine unheilige Allianz aus SVP und linken Parteien hat im Nationalrat einen kleinen Coup gelandet: Gegen den Willen der Regierung muss das Verteidigungsdepartement (VBS) den Weiterbetrieb der F-5-Tiger-Flotte sowie der F/A-18-Jets prüfen. Der entsprechende Vorstoss wurde mit 111 zu 63 Stimmen klar überwiesen, heisst es in der NZZ.

Eigentlich war das Aus der legendären Tiger-Flotte der Patrouille Suisse per Ende 2027 beschlossene Sache. Doch die Linke willigte in die Überprüfung ein, nachdem sie eine eigene Bedingung hineinverhandelt hatte: Das VBS muss auch prüfen, die F/A-18 über das Jahr 2030 hinaus fliegen zu lassen. Damit will die SP ein Sicherheitsnetz schaffen, da sie mit Verzögerungen beim neuen US-Kampfflugzeug F-35 rechnet.

SVP-Nationalrat und Pilot Thomas Hurter sagte: «Solange die neuen F-35 nicht da sind, ist es fahrlässig, ein funktionierendes System aufzugeben.» Die Tiger würden ausserdem die F/A-18 schon heute entlasten, das spare dem VBS Geld.

Der Bundesrat hält den Weiterbetrieb hingegen weder für militärisch noch für wirtschaftlich sinnvoll. Die Kosten für die F-5-Tiger belaufen sich laut VBS jährlich auf rund 44 Millionen Franken.

Schlagzeile des Tages

Es fallen Burger vom Himmel

Regen macht happy. (Montage: Peter Aeschlimann)

«It's raining cats and dogs», sagt der Brite, wenn es auf der Insel schüttet wie aus Kübeln. Und weil wir offenbar Patent-Ochsner-Woche haben beim 6iBrief, sei auch Büne Huber nochmals erwähnt, der singt: «Öb’s Chatze haglet oder Söihüng schneit, mir macht das ke Chummer. Unger mine Arme han i: Au Tag Summer.»

Aber Hamburger? Ja, Hamburger, schreibt SRF: Fallende Regentropfen seien in Tat und Wahrheit alles andere als tropfenförmig. Je nach Grösse und Gegenwind veränderten sie ihre Form im Fall von einer perfekten Kugel über ein Burgerbrötli bis hin zu einem Fallschirm.

Das Geheimnis hinter der Verwandlung liegt an der Physik des Fallens. Zu Beginn schwirren in den Wolken winzige Wolkentröpfchen herum, die durch die Oberflächenspannung des Wassers nahezu kugelförmig bleiben. Wenn sie schliesslich anwachsen und aus der Wolke fallen, drückt die Luft von unten gegen den Tropfen – ähnlich wie der Fahrtwind beim Velofahren.

Durch diesen Druck wird der Regentropfen flachgequetscht und nimmt die Form eines Burgerbrötlis an. Bei sehr starken Niederschlägen wie einem Platzregen sind die Tropfen besonders gross. Dann drückt der Gegenwind so heftig von unten gegen das Wasser, dass sich eine tiefe Delle bildet. Der Tropfen verformt sich zu einem Fallschirm. Wird dieser schliesslich zu gross, bricht er in der Luft auseinander und wird zu zwei neuen, kleineren Tropfen. Die typische Tränenform existiert somit nur, wenn Wasser an einer Oberfläche herunterläuft.

Kurz-News

Profite mit Ölpreis-Chaos · Wegen des Irankriegs und der Krise in der Strasse von Hormus explodieren die Gewinne der Genfer Rohstoffhändler. Trafigura erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von über 4 Milliarden Dollar, berichtet der Tages-Anzeiger. Entsprechend sprudeln die Steuereinnahmen: Die Steuerzahlungen der Firma stiegen auf fast eine Milliarde Dollar. Auch Gunvor und Vitol verzeichnen Rekorde.

Sicherheitsabgabe für Ausländer:innen · Der Nationalrat will eine Sicherheitsabgabe für in der Schweiz lebende Ausländer:innen einführen. Er hat eine SVP-Motion mit 105 zu 82 Stimmen angenommen. Bezahlen müssten die Abgabe alle volljährigen Personen ohne Schweizer Bürgerrecht, die zur ständigen Wohnbevölkerung gehören. Die Abgabe soll der Landesverteidigung dienen und orientiert sich an der Wehrpflichtersatzabgabe. Der Vorstoss geht nun an den Ständerat, schreibt die SDA, nachzulesen bei Nau.

Embolo fliegt in die USA · Der Schweizer Fussballer Breel Embolo hat sein Visum erhalten und darf in die USA reisen, schreibt 20 Minuten. Weil am Dienstag sein ESTA-Status wegen einer Verurteilung von 2018 (wegen einer Drohung ohne physische Gewalt) gesperrt worden war, verpasste der 29-Jährige den Teamflug. Nach dem Einreichen von Gerichtsdokumenten bei der US-Botschaft in Bern gab es nun grünes Licht. Embolo stösst am Freitagabend in San Diego zur Mannschaft.

International

Putin zeigt sich siegesgewiss · Beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg hat Kremlchef Putin seine Forderung nach der vollständigen russischen Kontrolle über den Donbass als Friedensbedingung erneuert. Er zeigte sich gemäss Tages-Anzeiger siegesgewiss und wies Warnungen vor einem russischen Angriff auf ein Nato-Land als «Unsinn» zurück. Unterdessen bot der ukrainische Präsident Selenski in einem offenen Brief direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat an. Der Kreml lehnte dies ab.

Hisbollah lehnt Waffenstillstand ab · Die Hisbollah hat die Bedingungen eines von den USA vermittelten Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon abgelehnt. Milizenführer Naim Qassem bezeichnete die Verhandlungen als «demütigend» und sprach von einer Kapitulation. Das Abkommen sah entmilitarisierte Pilotzonen im Südlibanon vor, aus denen sich die Hisbollah zurückziehen müsste. Da die Miliz nicht am Tisch sass, kämpft sie weiter. Auch Israels Armee setzt ihre Angriffe fort, berichtet die BBC.

🥾 Nützliches des Tages

Wander-App

Am Wochenende herrscht Wanderwetter. (Foto: Unsplash/Aurelien Thomas)

Auch fürs Wandern gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter, bloss schlechte Ausrüstung – oder eine unnütze Karte.

Der Beobachter hat ein paar digitale Hiking-Helferlein im Gelände getestet. Fazit: Die beste Wander-App für die Schweiz kostet keinen Rappen.

Die kostenlose App Swisstopo des Bundesamts für Landestopografie schlägt die Konkurrenz deutlich. Ihre exakten Landeskarten sind unübertroffen. Touren lassen sich problemlos am Handy zeichnen und Karten gratis für die Offline-Nutzung herunterladen. Neben einem Höhenprofil lässt sich sogar das eigene Tempo einstellen. Einzig der Schwierigkeitsgrad der Tour fehlt.

Die kostenpflichtige Alternative Komoot (60 Franken jährlich) punktet mit Daten anderer Nutzer:innen und findet so selbst inoffizielle Orte, heisst es im Bericht. Die App schwächelt aber beim Detaillierungsgrad der Karten.

Die iPhone-App Mapout bietet für einmalig vier Franken eine starke Offline-Planung. Wer Inspiration sucht, kann zu Wikiloc greifen (knapp 20 Franken jährlich), wo Millionen von Nutzer:innen Touren und Bilder teilen.

🥳 Witziges zum Schluss

Bild der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Schönes Wochenende!

Peter

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