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Man hört es in diesen Tagen wieder oft: «Muss denn immer erst etwas passieren?»

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS kommt Bewegung in die Politik. Die für 2027 geplante Liberalisierung der Brandschutzvorschriften soll auf Eis gelegt werden.

Und auch anderswo werden Massnahmen getroffen: Beizer überprüfen ihre Sicherheitskonzepte, Geschäfte bringen Warnhinweise an leicht entflammbare Ware an, Veranstalter von Skirennen gehen über die Bücher.

Das hat etwas Tröstliches. Auch wenn es scheint, dass wir dazu neigen, die immergleichen Fehler zu wiederholen, so bleiben wir zumindest – und stets aufs Neue – lernfähig.

Schweiz · Katastrophe in Crans-Montana

Marschhalt bei Lockerung des Brandschutzes

Geteiltes Leid: Gedenkstätte in Crans-Montana. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Cyril Zingaro)

Nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana VS vollziehen die Kantone eine politische Kehrtwende beim Brandschutz. Ursprünglich sah das Reformprojekt «BSV 2026» vor, die Vorschriften per 2027 zu liberalisieren.

Geplant waren unter anderem längere Fluchtwege und ein Fokus auf Eigenverantwortung statt behördlicher Kontrollen, insbesondere für Lokale mit bis zu 300 Personen. So wären Bars wie das «Le Constellation» in Crans-Montana weniger streng reguliert worden, berichtet der Tages-Anzeiger.

Angesichts des Unglücks legt die Konferenz der kantonalen Baudirektoren nun einen Marschhalt bei der Lockerung ein. Laut Präsident Jean-François Steiert sollen die Lehren aus Crans-Montana direkt in die neuen Regeln einfliessen.

Statt mehr Selbstkontrolle werden nun landesweite Mindestvorschriften für Kontrollen geprüft, um das bisherige Flickwerk bei der Umsetzung zu beenden.

Der Vollzug variiert aktuell stark zwischen Kantonen und Gemeinden, wobei Kantone ohne obligatorische Gebäudeversicherung (Wallis, Appenzell Innerrhoden, Genf und Tessin) oft weniger Druck auf Eigentümer ausüben.

«Menschenleben sind zu wertvoll.»

Ueli Schmezer, SP-Nationalrat

Unterstützung erhält das Vorhaben vom Berner SP-Nationalrat Ueli Schmezer: «Das Unglück in Crans-Montana zeigt vermutlich eindrücklich, was passiert, wenn zu sehr auf Eigenverantwortung gesetzt wird.» Er befürwortet deshalb eine strengere Regulierung: «Menschenleben sind zu wertvoll.»

Erste Konsequenzen nach dem Unglück in der Silvesternacht ziehen auch Handel und Gastronomie. Baumärkte wie Jumbo oder Obi verschärfen ihre Sicherheitshinweise für Schaumstoffe, schreibt Zentralplus. In Crans-Montana waren leicht entflammbare Schallschutzmatten an der Decke der Bar befestigt.

Gemäss Watson reagieren auch Barbetreiber. So ergreift etwa in Biel der Club «Eldorado» Sofortmassnahmen, da dessen Räumlichkeiten Ähnlichkeiten mit dem Unglückslokal aufweisen.

Erste Folgen hat die Brandkatastrophe auch für die Betreiber des «Le Constellation» in Crans-Montana. Sie dürfen ihr zweites Lokal im Ort nicht weiter führen. Der Gemeinderat entzog ihnen die Betriebsbewilligung für das «La Petite Maison», wie RTS berichtet.

Schweiz · Mobilität

Elektroautos bleiben Ladenhüter

Will hierzulande fast niemand mehr: Tesla von Autobauer Elon Musk. (Foto: Unsplash/Charlie Deets)

Der Schweizer Automarkt befindet sich in der Krise. 2025 sanken die Neuzulassungen um 2,4 Prozent auf 233’737 Fahrzeuge – den tiefsten Stand seit 25 Jahren (Pandemie ausgenommen).

Das frühere Niveau von rund 300’000 Autos bleibt unerreicht, schreibt die NZZ. Der Markt teile sich heute in drei etwa gleich grosse Segmente: Hybride (35 Prozent), reine Elektroautos und Plug-in-Hybride zusammen (34 Prozent) sowie Benziner und Diesel (31 Prozent).

Trotz über 300 verfügbaren Elektromodellen verfehlt die Schweiz so das politische Ziel eines 50-prozentigen Anteils von Steckerfahrzeugen deutlich.

Als Gründe nennt die Zeitung die Kaufzurückhaltung, Unsicherheiten beim Umstieg auf E-Autos sowie das steigende Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands (10,5 Jahre).

Bei den Marken führen weiterhin VW, Skoda, BMW und Mercedes. Während europäische Hersteller teils schwächeln, gewinnen chinesische Marken wie BYD, MG und Leapmotor Marktanteile. Tesla, die Marke von X-Besitzer Elon Musk, verzeichnete hingegen einen starken Absatzrückgang.

International · Cybermobbing

Brigitte Macron gewinnt Prozess

Absurde Unterstellungen: Brigitte Macron schlägt zurück. (Screenshot: Limmattaler Zeitung/Ludovic Marin)

Ein Pariser Gericht hat zehn Personen wegen schweren Cybermobbings gegen Brigitte Macron verurteilt. Dies berichtet die Limmattaler Zeitung.

Die Angeklagten, alle im Alter zwischen 41 und 56 Jahren, hatten online bösartige Verschwörungstheorien verbreitet.

Kern der Diffamierung war die absurde Behauptung, die französische Präsidentengattin sei als Mann geboren worden. Zudem wurden ihr fälschlicherweise «Sexualverbrechen» im Zusammenhang mit dem Beginn der Beziehung zu ihrem Ehemann Emmanuel Macron unterstellt.

Die drei Wortführer erhielten bedingte Haftstrafen von bis zu acht Monaten. Ein Angeklagter, der dem Prozess fernblieb, wurde zu sechs Monaten unbedingter Haft verurteilt. Andere müssen nun Sensibilisierungskurse besuchen.

Der Fall ist kein rein französisches Phänomen. Die Trans-Gerüchte erreichten über rechtsextreme US-Aktivistinnen wie Candace Owens weltweite Aufmerksamkeit. Das Ehepaar Macron hat deshalb bereits eine Verleumdungsklage im US-Bundesstaat Delaware eingereicht.

Das Pariser Urteil gilt als wichtiges Signal für diesen bevorstehenden Prozess, auch wenn in den USA strengere Hürden für die Beweisführung gelten. Möglicherweise könnten dort DNA-Tests gefordert werden, die Brigitte Macron ablehnt.

Die Tochter der First Lady, Tiphaine Auzière, betonte vor Gericht die enorme psychische Belastung, unter der ihre Mutter durch die ständigen Fake News stehe.

Zitat des Tages

«Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber wir können dem Tag mehr Leben geben»

Sie leitet das neue Hospiz: Elisabeth Brenninkmeijer. (Screenshot: Kinderhospiz Flamingo)

Das Kinderhospiz Flamingo in Fällanden ZH öffnet heute Dienstag seine Türen. Es ist gemäss Swissinfo das erste Kinderhospiz im Kanton Zürich und das zweite in der Schweiz. Das erste nahm 2024 in Bern den Betrieb auf.

Geschäftsführerin Elisabeth Brenninkmeijer beschreibt das Haus als einen Ort, an dem Leiden gelindert und schöne Erinnerungen für Familien geschaffen werden. «Es ist ein Ort zum Ankommen und zur Erholung. Ein Ort, an dem man das machen kann, was einem in diesem Moment gerade wichtig ist.»

Im Gegensatz zu Hospizen für Erwachsene stehen die jungen Gäste meist nicht unmittelbar vor dem Tod, sondern leiden an lebensverkürzenden Krankheiten.

Ein zentrales Ziel ist die Entlastung der Eltern, die durch die Rund-um-die-Uhr-Pflege oft am Rande eines Burnouts stehen. Das Hospiz ermöglicht ihnen dringend benötigte Ruhepausen, während die Kinder professionell betreut werden.

Finanziell ist das Projekt stark auf Solidarität angewiesen: Der Bau wurde grossteils durch Spenden finanziert, und für den laufenden Betrieb werden jährlich rund 2,8 Millionen Franken an Spendengeldern benötigt. Familien zahlen pro Aufenthaltstag einen Beitrag von 80 Franken.

Kurz-News

Gegen Gaffer · In der Silvesternacht wurden in Luzern Polizisten beim Kulturlokal Neubad gezielt mit Feuerwerk beschossen und verletzt. Als Einsatzkräfte die Täter stellen wollten, solidarisierten sich Partygäste mit diesen und griffen die Polizei an. Gemäss SRF fordert die Mitte des Kantons Luzern nun Verschärfungen im Polizeigesetz, um Drittpersonen, die Amtshandlungen behindern, künftig stärker zur Verantwortung zu ziehen.

Weniger Party in Adelboden · Nach dem Unglück in Crans-Montana VS verschärft Adelboden die Sicherheitsvorkehrungen für die Skirennen am Wochenende. Veranstalter und Gemeinde haben das Sicherheitskonzept überprüft und Betriebe erneut für Brandschutzvorschriften sensibilisiert, schreibt Blick. Zum Gedenken an die Opfer wird das Rahmenprogramm angepasst und ein Ort der Stille eingerichtet.

Ehre für Igel · Pro Natura hat den Igel zum Tier des Jahres 2026 gewählt. Obwohl der stachelige Sympathieträger seit 20'000 Jahren in der Schweiz heimisch ist, gilt er seit 2022 als potenziell gefährdet. Die grössten Gefahren für den Insektenfresser sind der Verlust natürlicher Lebensräume, der Strassenverkehr, Mähroboter sowie ein übertriebener Ordnungssinn in Gärten.

International

Schnee verursacht Rekordstau · Starker Schneefall hat im Grossraum Paris zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt, wobei die Staulänge am Montagabend rekordverdächtige 1000 Kilometer erreichte. Die Behörden ordneten gemäss Watson Tempolimits an. Zudem wurden der Busverkehr in der Stadt sowie regionale Bahnstrecken unterbrochen. An den Flughäfen Charles de Gaulle und Orly fielen rund 15 Prozent der Flüge aus.

Maduro vor Gericht · Beim ersten Gerichtstermin in New York nach seiner Festnahme durch US-Eliteeinheiten hat Venezuelas Präsident Nicolás Maduro auf «nicht schuldig» plädiert. Dies berichtet der Tages-Anzeiger. Die US-Justiz wirft ihm und fünf Mitangeklagten Drogen- und Waffenhandel über einen Zeitraum von 25 Jahren vor. Maduro bezeichnete das Vorgehen als Entführung, während sein Anwalt die Rechtmässigkeit der Festnahme und die Immunität des Staatschefs thematisierte. Der Prozess wird voraussichtlich Jahre dauern.

Dos & Don’ts

Wenn ich König wäre…

Ein guter König: Mufasa aus «The Lion King». (Foto: Unsplash/Iván Díaz)

Um nicht mitten in der Nacht arbeiten zu müssen, habe ich meinen Schreibtisch nach Asien verlegt. Dazu musste ich – obwohl ich es hasse – natürlich fliegen.

Als Passagier in der Economy-Klasse ist das ja eine Zumutung. Hauptverantwortlich dafür sind Flegel, die ihre Sitze sofort nach dem Erreichen der Flughöhe zurückschnellen lassen.

Einigermassen grossgewachsene Personen haben dann nämlich zwei Probleme: Der Abstand zwischen Nase und Bildschirm verringert sich auf die Länge der trockenen Brötchen, die gleich zum Znacht gereicht werden. Und für die Beine gibt es gar keinen Platz mehr.

Würde ich am heutigen Dreikönigstag also König für einen Tag, würde ich ganz bestimmt befehlen, dass sämtliche Airlines auf verstellbare Sitze verzichten müssen.

Da dies aber nicht geschehen wird, bleibts bei der Bitte: Wenn schon verstellen, dann bitte erst nach einer freundlichen Ankündigung: «Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich mich ein wenig zurücklehne?»

Ein paar weitere Tipps, wie man mit Freundlichkeit und Anstand besser durchs Leben kommt, hat Bettina Weber im Tages-Anzeiger aufgelistet. Und ich finde: Man kann das alles genau so unterschreiben.

PS: Was befiehlst du, wenn du heute auf das kleine weisse Plastikfigürchen beisst?

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

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