Guten Morgen {{vorname}}
Nur wenige mögen das Dröhnen eines Kampfjets. Spontan kommt mir Töfflibub Maverick in den Sinn, aber den gibt es ja auch nur im Film («Top Gun»).
Falls der F-35 dereinst in der Schweiz abheben sollte, wird es auf jeden Fall ziemlich laut. So laut, dass das VBS die Häuser in Flugplatznähe nun mit Schallschutzfenstern aufrüsten muss. Man werde vermehrt am Simulator trainieren, um übermässigen Lärm zu vermeiden, beschwichtigen die Militärs.
Nur so ein Gedanke: Könnte man nicht für sämtliches Kriegstreiben auf Simulatoren ausweichen? Die kriegslustigen Herrscher mit Joysticks ausrüsten und sie ihre Hahnenkämpfe virtuell austragen lassen? Dann könnte der Rest der Menschheit in Frieden leben. Und günstiger käme es auch.
Schweiz · Deepfakes
Schweizer Influencerinnen mit KI-Pornos gedemütigt

Massive Beschimpfungen, erniedrigende Posts. (Foto: Unsplash/Kaur Kristjan)
In einer grossen Recherche deckt der Tages-Anzeiger heute einen Deepfake-Skandal auf: In öffentlichen Telegram-Foren haben über ein Dutzend Männer mindestens 72 sexualisierte Videos und Fotos von 14 bekannten Influencerinnen verbreitet. «Ich könnte wahrscheinlich ein Astronautinnenkostüm tragen, und diese Männer würden mich sexualisieren», sagt eine junge Frau. «Ich bin nicht das Problem, sondern die sind es!»
Die Aufnahmen wurden mittels künstlicher Intelligenz manipuliert und zeigen die Frauen in pornografischen Szenen, die so nie stattgefunden haben. Die betroffenen Frauen erreichen gemeinsam fast fünf Millionen Follower:innen. Neben den gefälschten Bildern wurden massenweise Beschimpfungen und erniedrigende Posts veröffentlicht.
«Wir müssen jetzt Stopp sagen.»
Acht der Opfer haben mittlerweile Anzeige wegen Identitätsmissbrauchs und Ehrverletzung erstattet. Ob die rechtlichen Schritte Erfolg haben, ist ungewiss. Fünf der betroffenen Influencerinnen gehen nun den Weg an die Öffentlichkeit und fordern eine Verschärfung der Gesetze, um den Schutz vor digitaler sexualisierter Gewalt zu verbessern. «Wir müssen jetzt Stopp sagen. Es darf nicht weitergehen, ohne dass es Konsequenzen hat», sagt Influencerin Alisha.
🎧 Schweiz · F-35
Bund rüstet Häuser gegen Kampfjet-Lärm auf

Ohren zu und durch: F-35. (Foto: Unsplash/Christian Gagnon)
Ob der F-35 tatsächlich der beste Kampfjet ever ist, kann selbst ich als alter Top-Gun-Fan nicht beurteilen. Was mich hingegen kaum erstaunt, ist, dass das Flugi laut sein soll. Sehr laut sogar. Schliesslich kommt es ja auch aus den USA.
Zu den horrenden Anschaffungskosten kommen nun auch noch Investitionen in den Lärmschutz bei den Flugplätzen in Payerne, Meiringen und Emmen. Rund 230 Gebäude muss der Bund mit Schallschutzfenstern ausstatten, berichtet Watson.
Obwohl der einzelne Jet lauter ist, soll die Gesamtbelastung für die Bevölkerung stabil bleiben, behauptet Armasuisse: «Über das Ganze gerechnet, müssten Anwohnerinnen und Anwohner (...) nicht mehr Lärm aushalten.» Dies werde durch weniger Flugbewegungen im Trainingsalltag und verstärkte Simulator-Einsätze erreicht.
Die Kosten für den Schallschutz in bewohnten Räumen übernimmt das VBS. Die entsprechenden Pläne liegen ab dem 18. Mai öffentlich auf, sodass die betroffene Bevölkerung Einsprachen erheben kann.
Ein geplanter Hörvergleich mit dem F/A-18 in Meiringen musste derweil verschoben werden, da die Kampfjets aus Italien derzeit nicht verfügbar sind.
Schweiz · Häusliche Gewalt
Frauenhäuser am Limit

Chronisch überlastet: Sichere Räume für Opfer von Gewalt. (Foto: Unsplash/Claudia Soraya)
In der Schweiz nimmt die häusliche Gewalt zu, während die Schutzräume für Betroffene chronisch überlastet sind. Laut der Dachorganisation der Frauenhäuser (DAO) wird die empfohlene maximale Auslastung von 75 Prozent seit Jahren konstant überschritten. «Dies ist ein kritischer Zustand, der auf Dauer nicht zumutbar ist», sagt Co-Geschäftsleiterin Blertë Berisha im Beobachter.
Die Folgen: Häuser müssen Schutzsuchende regelmässig abweisen oder in Hotels und andere Kantone auslagern. Besonders prekär ist die Lage für verletzliche Gruppen wie Menschen mit Behinderungen, trans und nicht binäre Menschen, Frauen mit Migrationsgeschichte oder ältere Frauen.
Anja Derungs, Geschäftsführerin der Stiftung Frauenhaus Zürich, kritisiert den kantonalen Flickenteppich: «Es kann nicht sein, dass es für eine gewaltbetroffene Frau darauf ankommt, in welchem Kanton sie wohnt, ob sie Schutz und Sicherheit findet.»
Der politische Druck wächst, da die Schweiz die Vorgaben der Istanbul-Konvention mit aktuell nur 0,26 Familienzimmern pro 10’000 Einwohnenden deutlich unterschreitet. Im Juni beraten die kantonalen Sozialdirektoren über eine stärkere regionale Zusammenarbeit, um die Lücken im Sicherheitsnetz endlich zu schliessen.
🐯 Zitat des Tages
«Ich hasse die Reichen dieser Welt»

Kämpft für Egalitarismus: Schriftsteller Yann Martel. (Screenshot: Guardian/Tammy Zdunich)
Es gibt Bücher, die kann man gar nicht nicht mögen. Schiffbruch mit Tiger zum Beispiel, den Bestseller von Yann Martel, der vor einem Vierteljahrhundert erschienen ist. «Life of Pi», so heisst das Buch im Original, hat den Schriftsteller Yann Martel zu einem reichen Mann gemacht.
Das hindert ihn nun aber nicht daran, gegen die Millionärskaste zu wettern. In einem munteren Interview mit dem Guardian sagt er: «Ich hasse die Reichen dieser Welt – zu denen ich wegen ‹Schiffbruch mit Tiger› selbst gehöre.»
Die Welt werde durch Gier und Reichtum zerstört, so der Kanadier. «Da sind all diese Ölkonzerne, die fossile Brennstoffe verteidigen und denen die Zukunft unserer Kinder egal ist, weil sie nur auf das Geld aus sind.»
Martel findet, dass man Reichtum ab einem bestimmten Punkt nicht mehr tolerieren sollte. «Wer braucht eine Milliarde Dollar?» Er plädiert für eine Umverteilung der Vermögen und dafür, allen von Anfang an eine faire Chance zu geben im Leben. «Dann ginge es uns allen besser.»
Kurz-News
Der Bahn fehlen Milliarden · Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) warnt vor einem Milliardenloch bei der Bahnfinanzierung. Die Planung des Bundes basiere auf fehlerhaften Daten und unterschätze die Kosten für den Ausbau, da die Teuerung nicht eingerechnet wurde. Zudem führten Excel-Fehler zu einer Lücke von einer Milliarde Franken. Steigen die Kosten weiter, müssen Projekte gestrichen oder verschoben werden, heisst es im Tages-Anzeiger.
«Chügeli» bleiben kassenpflichtig · Die Homöopathie wird weiterhin von der Grundversicherung bezahlt, berichtet SRF. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) hat eine erneute Überprüfung der Wirksamkeit gestoppt, obwohl ein entsprechendes Gesuch vorlag. Das Innendepartement begründet den Entscheid mit dem hohen Aufwand und dem geringen Einsparpotenzial: Die Komplementärmedizin macht nur 0,04 Prozent der Gesamtkosten aus.
Parteiwechsel · Die Allschwiler Einwohnerrätin Lea Blattner wechselt von der EVP zu den Grünen. Der Bruch mit ihrer bisherigen Partei erfolgt nach Anfeindungen aufgrund ihrer Homosexualität. Blattner kritisiert gemäss Limmattaler Zeitung die mangelnde Unterstützung durch die EVP. Trotz des Parteiaustritts behält sie ihr Mandat im Einwohnerrat und engagiert sich künftig bei den Grünen Baselland für gesellschaftliche sowie ökologische Themen.
International
Führungswechsel bei Apple · Tim Cook tritt nach fast 15 Jahren als Apple-CEO zurück. Am 1. September übernimmt John Ternus, bisheriger Chef der Hardware-Entwicklung, den Posten. Cook bleibe dem Unternehmen als Verwaltungsratspräsident erhalten, berichtet der Guardian. Unter Cooks Leitung wuchs Apples Börsenwert auf über vier Billionen Dollar. Nachfolger Ternus gilt als enger Vertrauter und soll die KI-Strategie der Firma vorantreiben.
Erdbeben in Japan · Japan warnt nach einem Erdbeben der Stärke 7,7 vor einem noch gewaltigeren Nachbeben in den kommenden Tagen. Das Beben vor der Nordostküste löste Tsunami-Warnungen aus, woraufhin Tausende Menschen in Sicherheit flüchteten. Die meteorologische Behörde schätzt das Risiko für ein Beben der Stärke 8,0 oder höher als derzeit erhöht ein, schreibt die BBC.
🎸 Nützliches des Tages
Gitarrensolo

Prince-Mural in Minneapolis. (Foto: Unsplash/Javier Quiroga)
Ich habe im 6iBrief schon mehrmals bekundet, dass ich keine Monarchien mag. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Queen Elizabeth II., die heute ihren 100. Geburtstag feiern würde, fand ich nämlich oft ziemlich prima. Ebenfalls viel Sympathie hege ich für Simba aus «The Lion King». Und selbstverständlich für den grossartigsten Prinzen aller Zeiten: Prince.
Als dieser vor zehn Jahren in Minneapolis starb, schneite es wohl nicht. Obwohl der Himmel an jenem 21. April 2016 allen Grund dazu gehabt hätte, zu weinen. Was von Prince in Erinnerung bleibt? Songs wie «Purple Rain», «When Doves Cry» oder «1999». Und natürlich dieses grandiose Gitarrensolo.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Und bis morgen, wenn du magst.
Peter
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