Guten Morgen {{vorname}}
Mein Tag hat heute mit einem Video angefangen, in dem Kühe auf einer Thurgauer Weide freudig durch den gestrigen Regen hüpfen 🥲. Ich könnte mir vorstellen, dass es dir gestern angesichts des Wetterumschwungs vielleicht ähnlich ging wie den euphorischen Kühen. (Heute ist der 6iBrief seltsam kuhlastig, merke ich gerade – siehe weiter unten ...)

Jedenfalls ist eine weitere Hitzewelle erstmal nicht in Sicht. Das Klimathema beschäftigt uns aber weiterhin: Klimaforschende werfen dem Bundesrat «Trump-Methoden» vor.

Schweiz · Klima

Klimaforschende kritisieren Bundesrat

50 Millionen Franken für die Klimadaten waren dem Bundesrat zu teuer. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Keystone)

Der Bundesrat muss von Klimaforschenden Kritik einstecken: Anfang Juni hatte er entschieden, nicht am Copernicus-Programm der EU teilzunehmen. Dies berichtet der Tages-Anzeiger (Artikel noch nicht online). Copernicus überwacht mithilfe von Satelliten die Erde und liefert damit wichtige Daten für den Klima-, Umwelt- und Katastrophenschutz. Mit 50 Millionen Franken pro Jahr sei die Teilnahme am Programm zu teuer, begründete die Landesregierung den Entscheid.

Nun, nach etlichen Temperaturrekorden und Hitzewellen, kritisiert Martin Grosjean, Direktor des Oeschger-Zentrums der Universität Bern, den Beschluss des Bundesrats. «Ohne Langzeitbeobachtung wären wir nicht in der Lage, einen Hitzesommer wie diesen richtig einzuordnen», sagt Grosjean. Und ergänzt: «Der Bundesrat greift auf Trump-Methoden zurück.» Die US-Regierung hat sich aus dem Weltklimarat zurückgezogen und viele Mittel für Umweltbeobachtungsprogramme gestrichen. Ohne Grundlagen könne eine Gesellschaft «keine wissensbasierten Entscheide treffen», so Grosjean.

ETH-Professor Reto Knutti stuft den Beschluss des Bundesrats gar als «gefährlich» ein, nicht nur für die Forschung, sondern auch für die Gesellschaft, «die sich bestmöglich auf die Klimarisiken und Naturgefahren vorbereiten sollte».«Der Rekordsommer 2026 zeigt, wie wichtig eine qualitativ hochwertige Plattform für Beobachtungsdaten und Analysen ist», sagt er. Widerstand formiert sich auch im Parlament: Die grüne Nationalrätin Marionna Schlatter bezeichnet den Verzicht des Bundesrats als «tragisch».

Schweiz · Unglück

Reiseveranstalter will nach Unfall keine Kutschenfahrten anbieten

Am Wochenende kam es zum grössten Kutschenunglück der letzten Jahre im Kanton Graubünden. (Screenshot: 20 Minuten / Kantonspolizei Graubünden)

Nach dem schweren Kutschenunfall im Val Roseg bei Pontresina GR, bei dem eine 73-jährige Frau starb und zwölf weitere verletzt wurden, sind nun neue Details bekannt. Wie 20 Minuten berichtet, sassen auch der Partner und die Schwester der Verstorbenen in der Kutsche.

Urs Frey, Inhaber des Veranstalters Frey-Reisen aus Schlossrued AG, organisierte die Fahrt für die Gruppe. Er wolle aus Respekt vor den Betroffenen keine Kutschenfahrten mehr durchführen. Dies sei aber keine Schuldzuweisung gegenüber dem Kutschbetrieb, mit dem er seit Jahren zusammenarbeite. Gemäss Frey sei der Wagen vor der Abfahrt vom Kutscher kontrolliert worden – doch während der Fahrt versagten die Bremsen plötzlich. Auch mehrere Fahrgäste hätten Frey diese Schilderung bestätigt: «Ich gehe deshalb gleich wie die Polizei von einem technischen Versagen der Bremsen aus.»

Eine 40-köpfige Aargauer Reisegruppe wollte am Samstagnachmittag nach einem Ausflug mit zwei Pferdekutschen-Gespannen zurück zum Ausgangspunkt nach Pontresina fahren. Der Kutscher des einen Gespanns bemerkte, dass er nicht gut bremsen konnte und eine der Kutschen prallte in einen Baum am Wegrand.

Gemäss Frey konnten inzwischen fast alle Verletzten das Spital wieder verlassen. Bei dem Unfall handle es sich um «das schwerste Kutschenunglück der letzten Jahre im Kanton Graubünden», wie die Bündner Kantonspolizei der NZZ sagte.

Schweiz · Hitze

Keine weitere Hitzewelle mehr erwartet

Wetterwechsel in der Schweiz: Eine weitere Hitzewelle ist nicht in Sicht. (Screenshot: Nau / Keystone)

Du kannst aufatmen, denn endlich sinken die Temperaturen. Und so soll es auch bleiben: Expert:innen erwarten laut Nau keine weiteren Hitzewellen. «Einzeltage mit einer Höchsttemperatur über 30 Grad sind durchaus noch möglich. Eine länger anhaltende Hitzephase zeichnet sich jedoch nicht mehr ab», sagt Meteorologe Urs Graf von Meteoschweiz.

Am Mittwoch zum Beispiel dürftest du wieder ins Schwitzen kommen. Dann «könnte die Temperatur auf der Alpennordseite lokal 30 Grad erreichen», am ehesten in der Westschweiz oder in Basel. Am Donnerstag kühlt es dafür bereits wieder ab, die Temperaturen sinken auf 23 Grad und es wird erneut Regen erwartet.

Spannend: Trotz sinkender Temperaturen und mehr Regen kann es dennoch vermehrt zu Tropennächten kommen, wie Watson berichtet. Aber warum? Für diese Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, sind verschiedene Faktoren entscheidend – unter anderem die Feuchtigkeit der Luft, wie der Meteorologe Quirin Beck von Meteonews erklärt.

Gemäss Beck seien die Luftfeuchtigkeit beziehungsweise der Taupunkt entscheidende Faktoren dafür, wie stark es in der Nacht abkühlt. So könnte die feuchtere Luftmasse durch den vermehrten Niederschlag dazu führen, dass trotz ähnlicher oder sogar etwas tieferer Tageshöchstwerte mehr Tropennächte auftreten.

Kurioses

Schlecht animierte Geschichte über eine Kuh wird zum Kino-Hit

Kleines Budget, grosse Fangemeinde: Der Film Niu Lai geht viral und ist in China ein Hit. (Screenshot: The Guardian / PR)

Der Titel verspricht Grandioses: «Die Kuh kommt» – oder «Niu Lai» heisst der Lowtech-Animationsfilm, der gerade Christopher Nolans Hit «Die Odyssee» an den chinesischen Kinokassen schlägt. Kreiert wurde der Film von nur zwei Personen: Xin Yumeng und Sun Lifang, einem Mutter-Sohn-Duo.

Und weil er so schlecht produziert ist, dass es fast schon wieder gut ist, ist ein riesiger Kino-Hype um die miserabel animierte Story entstanden, wie The Guardian schreibt. Obwohl er «in jeder Hinsicht schlecht» sei, erzählt der mit geringem Budget animierte Film in 86 Minuten die Geschichte über ein neugeborenes Kalb und eine Feldlerche. Deren Beziehung entwickelt sich im Laufe des Films zu einer abstrakten Traumsequenz.

Der am 5. August erschienene Film spielte in den ersten zehn Tagen nach Kinostart lediglich 7’700 Yuan (936 Franken 🥲) ein, wobei landesweit weniger als 300 Menschen ein Billet kauften. Es gab weder eine Werbetour noch Werbung vor dem Kinostart. Auch einen Trailer gibt es bis heute nicht.

Erst Diskussionen im Netz über den Film und Memes machten ihn zu einem Publikumsmagneten: Inzwischen soll er mehr als 14,9 Millionen Yuan (ca. 1,79 Millionen Franken) eingespielt haben und ist in China damit einer der erfolgreichsten Filme des Jahres.

Von einer Veröffentlichung des Films wurde den Machern anfangs wegen der schlechten Qualität übrigens abgeraten – wir lernen also: Never give up on your dreams!

Kurz-News

Trinkwasser schmeckt im Aargau nach Benzin · Wegen Rückständen des Benzinbestand­teils ETBE im Grundwasserstrom schmeckt das Trinkwasser zwischen Baden und Würenlos nach Benzin. Das Trinkwasser sei aber sicher und uneingeschränkt nutzbar, teilt Würenlos laut SRF mit. ETBE sei in Trinkwasser bereits ab einer sehr geringen Konzentration «geruchlich oder geschmacklich bemerkbar».

Drei Personen aus Schlucht geborgen · Im Wallis wurden am Freitagabend drei Menschen per Helikopter aus der Jolischlucht bei Niedergesteln gerettet. Die Personen konnten die Schlucht nicht mehr aus eigener Kraft verlassen. Sie wurden schliesslich mit einem Seil aus der Schlucht geborgen und nach Niedergesteln geflogen. Alle drei blieben unverletzt, schreibt Watson.

Frau ertrinkt in Pool von Tessiner Ferienanlage · Eine 64-jährige Zürcherin ist am Montagnachmittag im Pool einer Ferienanlage in Magliaso TI ertrunken. Badegäste hatten die Person leblos im Wasser entdeckt und die Reanimation eingeleitet. Trotz sofortiger Rettungsmassnahmen verstarb sie gemäss Tages-Anzeiger vor Ort. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt.

International

FIFA feuert Top-Funktionär · Die FIFA hat den hochrangigen französisch-schweizerischen Funktionär Kevin Lamour entlassen. Der Chief Operating Officer hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino im Juli für seine Pläne, WM-Anteile an Investoren zu verkaufen, scharf kritisiert. Lamour warf ihm vor, die Mitarbeitenden des Verbands hintergangen zu haben, wie Spiegel schreibt.

Trump droht Oman mit Bombardierung · US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf den Oman laut Nau erhöht und mit einer Bombardierung gedroht. Der Oman verhandelt mit dem Iran bezüglich der Durchfahrt der Strasse von Hormus, eine Einigung gibt es bisher keine. «Wenn der Oman uns in die Quere kommt, werden wir sie in Grund und Boden bombardieren», sagte Trump dem US-Sender Fox News. Der Oman ist bislang keine aktive Kriegspartei.

🔧 Nützliches des Tages

Produktivitätsbooster

Klangschalenklänge of my dreams: Hier gibts eine kleine aber feine Sammlung an Hintergrundgeräuschen. (Foto: A Soft Murmur)

Als ein «sanftes Gemurmel» könnte man «A Soft Murmur» übersetzen. Also genau die leise Geräuschkulisse, die ich mag, wenn ich mich auf etwas konzentrieren will, aber keine absolute Ruhe möchte. Adminzeug erledigen, einen Brief schreiben, Mandalas ausmalen, was auch immer du zu tun hast – mit der Webseite stellst du dir die Ambient Sounds deiner Träume zusammen.

Von Klassikern wie Gewitter oder einem plätschernden Bach bis hin zu Fröschen und dem wohltuenden Knistern eines Plattenspielers kannst du dir hier ganz einfach einen minimal stimulierenden Klangteppich zusammenbasteln.

Und wo wir gerade bei Produktivitätshelferlein sind: Ebenfalls empfehlen kann ich dir diesen hübschen Pomodoro-Timer, mit dem du die Zeit für eine Aufgabe effizient einteilst. Ideal für alle, die gerne Dinge rausschieben und möglichst ohne Ablenkung produktiv sein wollen.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Wenn du bis hierhin gelesen hast, gibts jetzt noch zum Abschluss die glücklichen 🐮🐮🐮. Hehe. Bis morgen!

Vanja

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