Guten Morgen {{vorname}}
Gestern erreichten mich einige eurer Rückmeldungen mit der Bitte, hier weiterhin über die Klimaerwärmung und ihre Folgen zu schreiben. Auch wenn sich manche Leser:innen daran nerven. Aber ich kann euch versichern: Das Klima, die Trockenheit und die extreme Hitze bleiben (leider) weiterhin Teil des Programms. Auch heute wieder. 🫠

Ausserdem wichtig: In Basel kam es zum schweizweit schwerwiegendsten Legionellenausbruch der letzten Jahre.

Schweiz · Infektionswelle

26 Erkrankte und ein Todesopfer wegen Legionellenausbruch in Basel

In Basel erkrankten 26 Personen an Legionellose.
(Screenshot: SRF / Keystone / DPA, Federico Gambarini)

In Basel sind in den vergangenen zwei Wochen 26 Menschen an einer Legionellose erkrankt, sieben davon so schwer, dass sie auf die Intensivstation mussten. Ein 69-jähriger Mann mit mehreren Vorerkrankungen ist laut SRF an den Folgen der Krankheit gestorben. Die Erkrankten waren im Durchschnitt 63 Jahre alt. Wie die NZZ berichtet, löste eine verseuchte Kühlanlage eine Infektionswelle aus. Denn: Kühltürme können gefährliche Keime weit über die Umgebung verbreiten.

Die Krankheit beginnt mit hohem Fieber und grippeähnlichen Symptomen und entwickelt sich zu einer schweren Lungenentzündung mit Husten und Atemnot. Ausgelöst wird sie durch ein Bakterium, das sich in Leitungen, Boilern und anderen sanitären Systemen vermehrt, wenn das Wasser nicht konstant erneuert wird und die Temperatur auf mehr als 25 Grad, aber nicht über 45 Grad ansteigt.

Die Behörden vermuten als Ansteckungsquelle mit Legionellen kontaminierte Kühltürme: Sind in deren Wassernebel infektiöse Tröpfchen enthalten, verbreiten sich diese in der Umgebungsluft, weshalb sich Anwohner:innen anstecken. Zwei Kühltürme auf dem Dach des Manor-Hauptsitzes in Basel gelten laut Tages-Anzeiger als Infektionsquelle. Inzwischen seien die den Behörden bekannten Ansteckungsherde «eliminiert», teilte der Basler Gesundheitsdirektor mit.

Es handelt sich um einen der schweizweit schwerwiegendsten Legionellose-Ausbrüche der letzten Jahre.

Schweiz · Klima

Heissester Juli seit Messbeginn
in der Schweiz

Bad News: Seit Messbeginn war ein Juli in der Schweiz nicht so heiss wie der vergangene. (Screenshot: Watson / Keystone)

Ein weiterer Hitzerekord, den niemand braucht und will: Der vergangene Monat war der heisseste Juli seit Messbeginn in der Schweiz, wie Watson berichtet.

Die Durchschnittstemperatur lag 3,5 Grad über dem Mittelwert. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2015 um 0,25 Grad übertroffen. Die meisten Hitzetage in diesem Jahr verzeichnete übrigens die Stadt Locarno – nur an zwei Tagen überschritt die Tageshöchsttemperatur im vergangenen Juli dort die Marke von 30 Grad nicht.

Aber auch andere Orte verzeichneten überdurchschnittlich viele Hitzetage: In Aarau waren es rund 19 Tage mit Temperaturen über 30 Grad, in Basel 20 Tage.

Immerhin ist nun etwas Abkühlung in Sicht: Nachdem es heute laut 20 Minuten schwülheiss wird und für die zweite Tageshälfte das Gewitterrisiko steigt, sinken die Temperaturen ab Donnerstag ein wenig.

Im Flachland und auf der Alpennordseite pendeln sich die Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad ein. Am Freitag folgt laut SRF mit Höchstwerten von 27 Grad die deutlichste Abkühlung (bis es am Weekend wieder wärmer wird...).

International · Datensicherheit

Was der Hackerangriff auf Liechtenstein für die Schweiz bedeuten könnte

Heute will die Liechtensteiner Regierung in einer Medienkonferenz über den Hackerangriff informieren.
(Foto: Unsplash / Kseniia Zapiatkina)

In Liechtenstein wurde in der Nacht auf den 30. Juli von Unbekannten ein sensibles Register gehackt. Die Hacker:innen verschafften sich Zugriff auf das «Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen», wie der Tages-Anzeiger berichtet. Dabei haben die Täter:innen geheime Daten von rund 31’000 Rechtsträger:innen wie Aktiengesellschaften, Stiftungen und Trusts gestohlen.

Gestern Abend gab die Liechtensteiner Regierung weitere Informationen zum Datendiebstahl bekannt und will heute ausgiebig in einer Medienkonferenz in Vaduz informieren. Wer hinter dem Angriff steckt, ist laut SRF unklar. Erste forensische Untersuchungen zeigen, dass es sich um einen gezielten Angriff speziell auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen beim Amt für Justiz handelte, weitere Ermittlungen laufen.

Aber hat der Datenklau auch Folgen für die Schweiz?

Ja – zum einen könnten persönliche Daten von Schweizer Kundschaft nun potenziell in den Händen von Kriminellen sein. Ausserdem startet bei uns am 1. Oktober ein ähnliches Verzeichnis wie das, das in Liechtenstein gehackt wurde. Dann tritt in der Schweiz nämlich das neue Bundesgesetz über die Transparenz juristischer Personen in Kraft.

Damit wird auch in der Schweiz ein zentrales Transparenzregister beim Bundesamt für Justiz eingeführt. Dieses neue Gesetz betrifft eine grosse Mehrheit von Unternehmen, die als juristische Personen auftreten, also Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) und Genossenschaften.

Zahl des Tages

80 Minuten

Mit dem Schweizer Strassennetz könnte man zweimal die Erde umrunden. (Foto: Unsplash / Claudio Schwarz)

Falls du dich auch manchmal fragst, wo so die Zeit hinfliesst – pro Tag sind wir fast anderthalb Stunden lang im Verkehr, wie Watson berichtet. Ob auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkäufe nach Hause schleppen oder unterwegs in die Berge oder die Badi: Schweizer:innen verbrachten 2021 täglich 80 Minuten im Verkehr, wie Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen.

Für die Freizeit verbrachte jede Person im Schnitt 41,6 Minuten im Auto, Bus, Zug und Co. Etwas mehr als eine Viertelstunde war man für den Arbeitsweg unterwegs. Sechs Minuten wurden täglich im Schnitt fürs Warten und Umsteigen investiert. Das ist länger als der durchschnittliche Weg zu den Schulen und Ausbildungsstätten. Zu beachten ist, dass die Covid-19-Pandemie die Daten zur Mobilität aus dem Jahr 2021 noch beeinflusste.

Spannend: Mit dem Schweizer Strassennetz könnte man zweimal die Welt umrunden (85'151 km). 2024 legten Personenwagen 68 Prozent aller Personenkilometer zurück. 4,8 Millionen Autos waren auf den Strassen unterwegs. Die Bahn kam auf 18 Prozent, Busse und Trams zusammen auf 4 Prozent. Wer unterwegs ist, sitzt also meistens im Auto.

Kurz-News

Wolfswelpen in Schwyz gesichtet · In der Region Ausserschwyz sind fünf Wolfswelpen gesichtet worden, wie SRF berichtet. Dies zeigen Aufnahmen einer privaten Fotofalle. Der Kanton Schwyz reicht voraussichtlich nächste Woche beim Bund ein Gesuch zur Bestandsregulierung ein.

Neues Virus bei Schweizer Rindern · Nach Berichten über erkrankte Rinder steht nun die Ursache fest: Grund ist ein neues Virus, schreibt der Tagi. Das Institut für Virologie und Immunologie hat in Proben ein neues Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe entdeckt. Die Viren stellen nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko für Menschen dar.

UBS muss Strafe zahlen · Die UBS muss in den USA eine Busse von 125 Millionen Dollar wegen Mängeln in der Geldwäschereiprävention zahlen. Dies berichtet die NZZ. Weil die amerikanischen Aufsichtsbehörden die Grossbank als Wiederholungstäterin sehen, fällt die Busse höher aus als üblich.

International

EU fordert stärkeren Grenzschutz · Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, fordert nach dem Ansturm von 69’500 Migrant:innen in Ceuta ein gemeinsames europäisches Vorgehen beim Grenzschutz. Dies berichtet BBC. Während Italien das Schengen-Abkommen mit Spanien aussetzt, ruft die EU zu mehr Zusammenarbeit und stärkeren Aussengrenzen auf.

UEFA droht mit rechtlichen Schritten · Die FIFA hat ihr Vorhaben zurückgezogen, einen Teil der kommerziellen Rechte an den Turnieren an private Investoren abzugeben. Der Europäische Fussballverband droht dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino laut NZZ mit rechtlichen Schritten. Laut The Guardian ziehen immer mehr Fussballverbände ihre Unterstützung für Infantino zurück.

🔧 Nützliches des Tages

Akustische Weiterbildung

Von «Bardcore» über «Brazilian Ska» bis zu «Thai Shoegaze»: Auf Every Noise at Once entdeckst du über Tausende Musikgenres.

Wolltest du schon immer wissen, wie «Electronica Peruana», «Groove Room» oder «Cumbia 420» klingt? Ich ehrlicherweise eigentlich nicht und trotzdem bin ich auf Every Noise at Once ewig hängen geblieben und habe mich einmal quer durchgeklickt.

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🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Bis morgen 🙃

Vanja

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