Guten Morgen {{vorname}}
Von einer unsicheren, bedrückten Stimmung in der Stadt berichtete mir eine gute Freundin aus Aarau nach den Ereignissen am Wochenende. Auch, weil sich der oder die Täter noch auf der Flucht befanden. Nun wurde ein Tatverdächtiger gefasst. Und die Ermittelnden wissen hoffentlich in Kürze mehr zum Hintergrund der verstörenden Tat.

Schweiz · Gewalt

Nach Schüssen in Aarau: Tatverdächtiger 43-jähriger Mann verhaftet

Nach tödlichen Schüssen in Aarau wurde ein Tatverdächtiger gefasst. (Screenshot: NZZ / Michael Buholzer / EPA)

Nachdem in Aarau in der Nacht auf Sonntag nach einem Techno-Rave eine 22-jährige Frau erschossen und fünf Personen verletzt wurden, hat die Polizei nun einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 43-jährige Mann sei laut Tages-Anzeiger in der Nacht auf Montag kurz vor 1 Uhr angehalten und unter «dringendem Tatverdacht» festgenommen worden, teilt die Kantonspolizei Aargau mit. Laut Tele M1 geschah dies ausserhalb des Kantons Aargau. Zum aktuellen Zeitpunkt gehe man von einem Einzeltäter aus.

Viele Fragen zum Hintergrund der Tat sind derzeit noch offen. Bekannt ist, dass die Täterschaft mit mindestens zwei Waffen in die Menschenmenge schoss. Bei einer davon handle es sich um ein Sturmgewehr, das andere Kaliber wird unter anderem für Pistolen und Maschinenpistolen verwendet.

In Aarau ist inzwischen die internationale Presse angereist. In der Stadt spreche man über verschiedene Theorien. Die Stimmung ist verständlicherweise gedrückt, schreibt SRF. «Das Sicherheitsgefühl leidet», sagt Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (FDP) zur NZZ. Eine derartige Schiesserei an einer Party habe es in Aarau noch nie gegeben. «Wir müssen überlegen, wie wir kommende Events schützen können.»

Weltweit berichteten Medien über den tragischen Vorfall, der sich bei der Pferderennbahn im Schachen ereignete. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau eröffnete ein Strafverfahren wegen Verdachts auf mehrfache vorsätzliche Tötung. Die Kantonspolizei will laut NZZ am Mittwochnachmittag um 14 Uhr wieder informieren.

Schweiz · Gender Pay Gap

Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen sind kleiner geworden

Frauen verdienen in der Schweiz insgesamt immer noch weniger als Männer. (Foto: Unsplash / The Standing Desk)

Die Good News zuerst: Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen ist in der Schweiz 2024 kleiner geworden. Die Bad News ist: Frauen verdienten in der Gesamtwirtschaft im Durchschnitt laut SRF halt immer noch 15,7 Prozent weniger als Männer. 🫠

Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte, betrug die Differenz 2022 noch 16,2 Prozent. 2020 lag der Lohnunterschied noch bei 18 Prozent, 2018 betrug er 19 Prozent.

Die Auswertung basiert auf standardisierten Bruttomonatslöhnen, die auf ein Vollzeitpensum umgerechnet wurden. Im privaten Sektor verringerte sich die durchschnittliche Lohndifferenz von 17,5 Prozent im Jahr 2022 auf 17,2 Prozent im Jahr 2024. Auch im öffentlichen Sektor ging die Lohndifferenz zurück.

Spannend: Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Branchen. Während die Differenz im Gastgewerbe rund acht Prozent betrug, waren es im Detailhandel und in der Maschinenindustrie rund 17 Prozent und satte fast 31 Prozent im Kredit- und Versicherungsgewerbe. Erklären lässt sich ein Teil der Lohnunterschiede durch strukturelle Faktoren wie Bildungsniveau, Dienstjahre, Führungsfunktion oder Tätigkeitsbereich.

Ein unerklärter Lohnunterschied bleibt aber bestehen, wenn man Frauen und Männer mit dem gleichen Profil vergleicht – und dieser liegt in der Gesamtwirtschaft 2024 bei immerhin 6,5 Prozent. Das macht 640 Franken brutto pro Monat.

Schweiz · Verbot

Zürcher Kantonsrat fordert Kopftuchverbot an Schulen

Der Zürcher Kantonsrat fordert ein Verbot von religiösen Kopfbedeckungen an Bildungsstätten.
(Screenshot: Tages-Anzeiger / Getty Images)

Religiöse Kopfbedeckungen für Schülerinnen und Lehrerinnen an Bildungsstätten sollen verboten werden: Der Zürcher Kantonsrat hat eine SVP-Motion für ein Kopftuchverbot an Schulen überwiesen, wie Nau berichtet. Am Montagnachmittag stimmte das Parlament der Überweisung der Motion nach langer Debatte mit 87 zu 82 Stimmen bei sechs Enthaltungen zu.

Laut Tages-Anzeiger befürworteten das Verbot SVP, FDP, EDU und Teile von EVP (4 von 7), GLP (4 von 23), der Grünen (2 von 19) und, nach eigenen Aussagen aus Versehen (?), ein SP-Mitglied. Dagegen waren SP, Mitte, AL, die grosse Mehrheit der Grünen und die EVP-Minderheit. Frappant: Hätte die SP-Person wie ihre Fraktion gestimmt und die beiden Grünen ebenfalls, hätte ein Nein resultiert.

Die Befürworter:innen argumentieren, dass die muslimische Kopfbedeckung den demokratischen Werten der Volksschule widerspreche und die Gleichberechtigung der Schülerinnen verhindere. Die Gegner:innen lehnten ein pauschales Kopftuchverbot ab, weil es eine ganze Religionsgemeinschaft stigmatisiere. Mandy Abou Shoak (SP) bezeichnete die Debatte etwa als «respektlos» und sagte zu Tsüri: «Der SVP macht es nichts aus, wenn eine Frau mit Kopftuch das Schulzimmer putzt. Steht sie als Autorität vor einer Klasse, dann schon.»

Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) befürwortet eine gesetzliche Regelung für Lehrpersonen, bei Schülerinnen brauche es aber Zurückhaltung. Sie versprach, eine «verfassungskonforme Vorlage» auszuarbeiten.

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Sich aufzuregen bringt wenig. Investigativer Journalismus schon. Seit 2019 recherchiert das Team von REFLEKT dort, wo es unbequem wird: von Wohnungsnot über Machtmissbrauch bis hin zu Machenschaften Schweizer Konzerne. Ihre Recherchen nehmen Mächtige in die Verantwortung, lösen politische Vorstösse aus oder führen zu juristischen Verfahren.  

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Zahl des Tages

200 Millionen Franken

Nach Schäden durch die Unwetter am Freitag haben Versicherungen alle Hände voll zu tun.
(Screenshot: SRF / Keystone / Claudio Thoma)

Wenn dein Auto oder dein Haus am Freitag beim Gewitter beschädigt wurde, musst du dich jetzt leider auf längere Wartezeiten einstellen: Versicherungen sind nämlich nach den Sturmböen mit Hagel und Starkregen vom vergangenen Freitag überlastet.

Nachdem vor allem in der Nordostschweiz zahlreiche Häuser und Autos beschädigt wurden, berichten Betroffene laut SRF von langen Wartezeiten bei den Autoversicherungen.

Mehrere Versicherungen bestätigen, mit Schadensmeldungen überhäuft zu werden. «Das Ausmass ist aussergewöhnlich, es gab sehr viele Schäden in kurzer Zeit», sagt Simona Meili von der AXA Versicherung. So rechnet die Allianz mit über 10'000 Schadensfällen. Die Mobiliar erwartet eine hohe zweistellige Millionensumme. Und bei der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich sind bis Montag 11'600 Schadensmeldungen eingegangen, gerechnet wird mit einer Schadenssumme von rund 200 Millionen Franken.

Aufgrund der geschätzten Schadenssumme sei von einem Grossereignis auszugehen. «Aber die Schadenssummen steigen, weil wir es mit höheren Versicherungssummen und einer grösseren Schadenempfindlichkeit der Gebäude und Fahrzeuge zu tun haben», sagt Diego Meuli vom Schweizerischen Versicherungsverband SVV. Heisst: Weil Häuser und Autos heute wertvoller sind, steigt auch die versicherte Summe und kostet die Versicherungen mehr als früher.

Kurz-News

Notreserven für Tierfutter freigegeben · Der Bund öffnet das Pflichtlager für Futtermittel zeitlich und mengenmässig begrenzt, wie SRF berichtet. Der Import dieser Futtermittel sei wegen des Niedrigwassers auf Rhein und Donau seit Wochen stark eingeschränkt, schreibt der Bund in einer Mitteilung. Dazu sei wegen der anhaltenden Trockenheit weniger Raufutter verfügbar. Mit den Bezügen aus den Pflichtlagern soll die Versorgung mit Futtermitteln sichergestellt werden.

27-Jähriger wollte helfen und starb bei Badeunfall · Am Caumasee in Flims GR ist am Sonntagabend ein 27-jähriger Mann ertrunken. Er wollte im Wasser einem Kollegen in Not zur Rettung kommen und starb schliesslich trotz Reanimationsmassnahmen noch vor Ort, schreibt 20 Minuten. Nun ermittelt die Kantonspolizei Graubünden zu den genauen Umständen des Unfalls.

Kurze und heftige Regenfälle nehmen zu · In der Schweiz werden die Sommer aufgrund der globalen Erwärmung immer trockener und die Winter nasser. Wie Nau berichtet, zeigen Messdaten, dass die jährliche Niederschlagsmenge gleich bleibt, sich aber die Verteilung und die Intensität der Regenfälle verändert. Wenn Regen fällt, ist er heftiger als früher. Dadurch steigt das Risiko für Hochwasser oder Erdrutsche.

International

Zwei Tote und Vermisste nach Sturzflut im Grand Canyon · Nach Sturzfluten im Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona sind nach Angaben des National Park Service zwei Menschen ums Leben gekommen, 14 werden weiterhin vermisst. Die Flut traf am Samstagnachmittag laut BBC den Bright Angel Canyon und das Gebiet um die Phantom Ranch. Am Sonntagabend wurde die Leiche eines 46-jährigen Mannes gefunden. Bislang wurden 62 Menschen aus dem Gebiet ausgeflogen.

Oberster Gerichtshof bewilligt Weiterbau von Trumps Ballsaal · US-Präsident Donald Trump darf den Bau des geplanten 400 Millionen Dollar teuren Ballsaals am Weissen Haus weiterführen. Dies erlaubte der Oberste Gerichtshof der USA am Montag vorerst mit knapper Mehrheit, wie 20 Minuten berichtet. Der Entscheid ersetzt eine vorläufige Anordnung des Vorsitzenden Richters John Roberts, der Rechtsstreit geht nun vor den unteren Gerichten weiter.

🔧 Nützliches des Tages

Das digitale Kunstarchiv of your dreams

Für Kunstliebhaber:innen oder die, die es noch werden wollen: UbuWeb.
(Screenshot: Ubuweb / Pipilotti Rist)

Wie gut ist bitte dieses digitale Archiv: Die Seite UbuWeb ist eine Art Netflix für Kunst und sammelt frei zugängliche Videos, Texte und Material von Künstler:innen aus der ganzen Welt.

Zu finden sind zum Beispiel Arbeiten von Marina Abramović, Andy Warhol, Yayoi Kusama, Laurie Anderson oder Pipilotti Rist. Zum Teil gibts ganze Dokumentarfilme (wie zum Beispiel einen zu Zaha Hadid oder diesen hier zu Max Bill), die du dir anschauen kannst.

Gegründet wurde UbuWeb 1996 vom Künstler Kenneth Goldsmith. Das finde ich toll. So kann ich mir bei Bedarf Pipilotti Rists Werk «I’m a Victim of this Song (1995)», das ich so mag, immer wieder ansehen. Lass dich inspirieren – Stöbern und Entdecken lohnt sich.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Bis morn!

Vanja

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