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In der Klage gegen den Aargauer Ex-SVP-Politiker Patrick Frei sind neue Erkenntnisse aus der Anklageschrift bekannt geworden. Die Dimension der Missbrauchsfälle macht sprachlos.
Heute ist ausserdem wichtig: Die Grünen-Chefin Lisa Mazzone kritisiert Albert Rösti und hält ihn als Umweltminister nicht mehr tragbar.
Schweiz · Sexualisierte Gewalt
Ex-SVP-Politiker: Neue Erkenntnisse
zeigen extremes Ausmass

Der Ex-SVP-Politiker Patrick Frei wurde vor drei Jahren verhaftet.
(Screenshot Symbolbild: SRF / Keystone / Urs Flueeler)
Im Fall um den angeklagten ehemaligen Aargauer SVP-Grossrat wurden neue Erkenntnisse bekannt. So werden ihm im Zusammenhang mit einem dritten Opfer deutlich mehr Delikte vorgeworfen: Der Ex-SVP-Politiker Patrick Frei soll sein drittes Opfer insgesamt 140 Mal über mehrere Jahre hinweg betäubt und sexuell missbraucht haben, schreibt SRF. Auch diese Taten soll er gemäss Anklageschrift, die SRF vorliegt, gefilmt haben.
Die Staatsanwaltschaft wirft Frei vor, mehrfach Frauen mit K.-o.-Tropfen betäubt und missbraucht haben, wie der Tages-Anzeiger berichtete. Zu den Betroffenen gehören die heute 18-jährige Paula L. (damals 15) und ihre Mutter Iwona L., Freis frühere Partnerin, die ihre Geschichte öffentlich erzählten (hier lest ihr den zweiten Teil der Tagi-Recherche). Innerhalb eines Jahres soll er gegenüber der Minderjährigen insgesamt 44 Übergriffen verübt haben, bis er vor knapp drei Jahren schliesslich verhaftet wurde.
Frei wird unter anderem auch wegen mehrfach versuchten Mordes angeklagt. Wie die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft, soll er die Opfer mit den eingesetzten Betäubungsmitteln in akute Lebensgefahr gebracht haben: Schon bei einer geringen Menge können die K.-o.-Tropfen überdosiert werden und zu Atemstillständen führen. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslängliche Freiheitsstrafe.
Falls du Unterstützung brauchst, findest du diese hier bei der Opferhilfe.
Schweiz · Politik
Grünen-Chefin Lisa Mazzone fordert Röstis Departementswechsel

Grünen-Chefin Lisa Mazzone findet Albert Rösti als Umweltminister nicht mehr tragbar. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Beat Mathys)
«Er fährt die Schweizer Klimapolitik an die Wand»: Die Grünen-Chefin Lisa Mazzone fordert von Albert Rösti, das Umweltdepartement abzugeben. Dies berichtet der Tages-Anzeiger. Angesichts der Hitzekrise sei der Vorsteher des Umwelt-, Verkehrs- und Energiedepartements (Uvek) nicht bereit, seine Politik zu hinterfragen, sagte Mazzone im Interview. «Der Bundesrat muss Albert Rösti das Umweltdepartement wegnehmen», so die Politikerin. Der Umweltminister sei «nicht fähig oder nicht bereit», die Leute vor der Hitze zu schützen.
Unter seiner Führung gebe es Rückschritte bei der Klimapolitik «statt der dringend benötigten Fortschritte». Mazzone spricht ihm die Eignung der Uvek-Leitung ab: «Ich bin überzeugt, dass jeder andere Bundesrat besser wäre als Albert Rösti in diesem Departement.»
«Der Bundesrat muss Albert Rösti das Umweltdepartement wegnehmen»
Bei ihrer Forderung erhält sie von Mitte-links allerdings keine Unterstützung, obwohl andere Parteien ihre Kritik teilen. Der Nationalrat und SP-Umweltpolitiker Hasan Candan kritisiert Röstis Politik, lehnt jedoch eine Departementsneuverteilung ab. Es liege am Gesamtbundesrat, die Departemente zu verteilen. Der trage jedoch auch eine Mitverantwortung «und muss handeln», so Candan.
Wenig überraschend bezeichnet SVP-Präsident Marcel Dettling Rösti als «goldrichtig» im Uvek-Departement, während GLP-Präsident Jürg Grossen inhaltlich einen Teil von Mazzones Kritik teilt. Die Forderung, Rösti müsse sein Departement abgeben, unterstützt er aber nicht. Wie sich der Bundesrat organisiere, sei Sache der Regierung.
Schweiz · Littering und Einbürgerung
Was sich im August in der Schweiz alles ändert

Abfall liegen zu lassen, kann dich ab 1. August bis 250 Franken kosten. (Foto: Unsplash / Samuel Regan-Asante)
Von Müll über Einbürgerung bis zu Abo-Preisen: Im August stehen in der Schweiz einige Änderungen an. Blick hat die wichtigsten zusammengefasst. Unter anderem droht dir bei Littering eine hohe Busse. Wenn du deinen Abfall nicht richtig entsorgst, kann dich das per 1. August je nachdem bis zu 250 Franken kosten (wenn du dabei erwischt wirst 😬).
Der Bundesrat will gleichzeitig Recycling stärken. Per 1. August tritt dazu eine neue Verordnung für alle Verpackungen in Kraft, welche festlegt, dass Verpackungen möglichst gut recyclebar sind und vermehrt aus entsprechendem Material hergestellt werden.
Per 1. August digitalisiert der Bundesrat die Prozesse im Zusammenhang mit Gesuchen um ordentliche Einbürgerung. Mit dem Digitalisierungsprojekt will der Bundesrat den Austausch und die Übermittlung von Einbürgerungsgesuchen optimieren. Dieser erfolgt künftig über eine neue Schnittstelle des Zentralen Migrationsinformationssystems (ZEMIS).
Ab dem 1. August verlängert der Bundesrat ausserdem erneut die maximale Bezugsdauer für Kurzarbeitsentschädigung (KAE), die derzeit bei 24 Monaten liegt. Die entsprechende Regelung gilt nun bis zum 31. Januar 2027.
Ebenfalls ab 1. August erhöht Sunrise seine Preise für Mobil- und Internet-Abos für alle Privat- sowie Geschäftskunden. Auch die Nebenmarken Yallo und Lebara sind von Preiserhöhungen betroffen.
Zahl des Tages
74 Jahre

Wegen der «Clipper Endeavor» gibt es heute Sicherheitsanweisungen vor jedem Flug. (Screenshot: BBC / Pan Am Historical Foundation)
Das Wrack einer Maschine der Pan American Airways wurde 74 Jahre nach ihrem Absturz in den Atlantik gefunden, wie BBC berichtet. Die «Clipper Endeavor» war am 11. April 1952 nach einem Ausfall mehrerer Triebwerke kurz nach dem Start abgestürzt. Vor der Küste von Puerto Rico wurde das Wrack nun mit einer mit Sonar ausgestatteten Drohne in einer Tiefe von 2000 Fuss unter dem Meeresspiegel entdeckt.
Alle Passagier:innen überlebten den Aufprall, konnten aber Rettungswesten und -flösse nicht finden, während das Flugzeug zügig sank. Aus diesem traurigen Grund überlebten von den 69 Passagier:innen und Besatzungsmitgliedern nur 17 Menschen. Der Absturz des Pan-Am-Flugzeugs war es schliesslich, der zur Einführung von Sicherheitsanweisungen bei Fluggesellschaften vor dem Start jedes kommerziellen Flugs führte.
«Wir sind alle fassungslos und begeistert von dieser Entdeckung, fühlen uns aber auch demütig, wenn wir daran denken, was an diesem Ort vor so langer Zeit geschehen ist», sagte Russ Matthews, Präsident der Air/Sea Heritage Foundation.
Meinung der Community
Frankreich führte ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige ein. Ich wollte wissen, was ihr dazu sagt. Insgesamt haben 1650 Personen abgestimmt. Die Mehrheit (807 Stimmen) stimmte für «Ich finde das eine gute Sache». 611 von euch glauben: «In der Schweiz sollten wir dieses Verbot auch einführen.» 198 Personen halten ein Verbot für unnötig.

«Ich finde es schade, dass Kids reguliert werden, anstatt der Konzerne. Im Endeffekt trifft es die Eltern, das Verbot umzusetzen. (…) Ich hoffe, die Schweiz geht einen anderen Weg.»
«Als Lehrperson von Jugendlichen habe ich diese Frage intensiv mit den Schüler:innen besprochen. Viele SuS wären froh um so ein Verbot. Sie sagen offen, dass sie von Social Media abhängig sind und viel zu viele Stunden damit verschwenden.»
«Ist nur die Frage, inwiefern es kontrolliert werden kann. Ich bin sicher, die Jungen werden einen Weg finden, diese Regel zu umgehen.»
Kurz-News
Pflegerinnen verabreichten Überdosis · In einem Winterthurer Alterszentrum erhielt ein 88-jähriger Mann von zwei Pflegefachfrauen zweimal versehentlich die zehnfache Morphindosis. Der Palliativpatient starb laut Tagi und NZZ kurz darauf. Durch Personalmangel wurde die Gegenkontrolle bei der Medikamentenabgabe nicht durchgeführt. Ein rechtsmedizinisches Gutachten entlastete die Frauen vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung.
Durchfallerkrankungen bei Kühen · In mehreren Milchbetrieben in den Kantonen Bern und Luzern litten Kühe laut «Bauernzeitung» vermehrt unter Durchfall. Dies berichtet Nau. Die Tiere zeigen auch häufig Fieber und eine deutlich verminderte Milchleistung. Als mögliche Ursachen gelten Hitzestress und mögliche Infektionen wie das bovine Coronavirus. Hinweise auf eine Tierseuche oder Salmonellen gibt es bisher nicht.
Gewitter am Wochenende · Zwischen Samstagnachmittag und Montag bringen Schauer oder Gewitter stellenweise kühlere Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad. Ab Anfang nächster Woche wird es voraussichtlich wieder über 30 Grad heiss, berichten der Tages-Anzeiger und SRF. Trotz Regen bleibt die Trockenheit bestehen.
International
USA unterzeichnet Atomabkommen · Die USA und Saudi-Arabien haben ein Atomabkommen unterzeichnet, wie BBC berichtet. Dieses ermöglicht dem Golfstaat Berichten zufolge den Aufbau eines zivilen Atomprogramms. Einzelheiten wurden noch nicht bekannt gegeben, das Abkommen muss noch vom US-Kongress geprüft werden.
Sicherheitslücke bei KI-Modellen · KI-Modelle von OpenAI hackten sich bei einem internen Testlauf neuer KI-Modelle ins System einer anderen KI-Firma. Dies berichtet der Spiegel. Die Software brach dabei eigenständig aus der Testumgebung aus, verschaffte sich Zugang zum Internet und drang in Computersysteme ein, um an «geheime Informationen» zu gelangen.
🔧 Nützliches des Tages
Thai Food, bitte

Bald öffnet das Soi Thai in Zürich wieder seine Türen.
(Foto: Instagram / soithai_zh)
Als jemand, der aktuell Street Food in rauen Mengen konsumiert, freut es mich, euch Folgendes zu verkünden: Richtig gutes Thai Food gibt es glücklicherweise auch in der Schweiz, zum Beispiel in Zürich. Das Soi Thai öffnet vom 3. August bis 13. September wieder seine Türen.
«Hot. Loud. Wild», lautet die Ansage – wenn das kein Argument ist, jetzt schon einen Platz im «längsten, schmälsten und lebendigsten Restaurant der Stadt» an der Rämistrasse 24 zu reservieren, weiss ich halt auch nicht.
Serviert werden Gerichte wie Som Tam Thai (Grüner Papayasalat, Chili, Limette), Gaeng Khiao Wan Pla (Green Curry mit Wels) oder Nam Prik Ong Tofu (Würzige Tomatensauce, Tofu, Kräuter).
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Machs gut und bis morgen :)
Vanja
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