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Als einen «Hort der Glückseligkeit» beschreibt Tsüri-Chefredaktor Simon Jacoby in diesem Text die Schlagersängerin Helene Fischer, die heute im Zürcher Letzi auftritt. Mich macht die Sängerin zwar nicht so atemlos (hehe). Aber ich finde es immer sehr toll, wenn man sich an Kunst erfreut, die andere als nicht genug anspruchsvoll verschmähen oder als Guilty Pleasure abtun. Und du, gehst du heute auch ans Konzert?

Was du heute sonst noch wissen musst: Die Schweiz und Grossbritannien haben sich auf ein neues Freihandelsabkommen geeinigt und die Schweiz teilt ihre Schulkinder im internationalen Vergleich früh ein.

Schweiz · Wirtschaft

Schweiz und Grossbritannien einigen sich auf neues Freihandelsabkommen

Einigung auf ein neues Freihandelsabkommen: Der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle mit Bundespräsident Guy Parmelin in Bern. (Screenshot: NZZ / Denis Balibouse / Reuters)

Drei Jahre lang dauerten die Verhandlungen, nun einigten sich die Schweiz und Grossbritannien auf ein neues Freihandelsabkommen. Dies gaben Bundespräsident Guy Parmelin und der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle am Montag in Bern bekannt. Vom neuen Abkommen sollen insbesondere der Dienstleistungssektor und die Digitalwirtschaft profitieren, wie die NZZ berichtet. Auch bei der Mobilität von Geschäftsleuten und beim Patentschutz im Pharmabereich sind Verbesserungen zu erwarten. «Das geistige Eigentum war einer der Punkte, auf denen die Schweiz besonders stark bestanden hat», sagte Parmelin. 

Nach zehn Verhandlungsrunden einigten sich beide Länder auf eine formalisierte Vertiefung ihrer Beziehungen, die in 20 Kapiteln festgehalten ist. Das Freihandelsabkommen soll noch vor Ende Jahr endgültig unterzeichnet werden – dann liegt auch der genaue Vertragstext vor.

Während es auf dem Papier vor allem um Handelspolitik geht, sehen Parmelin und Kyle das Abkommen auch als geopolitisches Signal, schreibt SRF. Beide Staaten sind nicht in der EU und setzen sich für offene Märkte ein. Und das Abkommen führe zu mehr Stabilität, sagte Peter Kyle. «Das ist ein echter Grund zum Feiern», so der britische Wirtschaftsminister. «Wenn Länder ihren Handel vertiefen und solche Abkommen abschliessen, schafft das Stabilität – für unsere beiden Länder, ihre Regierungen und ihre Bevölkerung.»

Schweiz · Bildungssystem

Schweiz stuft ihre Schulkinder vergleichsweise früh ein

Eine frühe Einstufung im Schulsystem kann zu Fehleinschätzungen führen. (Foto: Unsplash / Jason Sung)

Schon vor oder während der Pubertät wird in der Schweiz über die weitere Bildungslaufbahn von Schulkindern entschieden. Im Vergleich mit anderen Ländern passiert das so früh wie kaum in einem anderen Land, berichtet der Tages-Anzeiger (noch nicht online). Im Schweizer Bildungssystem kommt es schon in der sechsten Klasse, also im Alter von 12 oder 13 Jahren, zur ersten formalen Einstufung. Im Ländervergleich, den der Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz (VSLCH) erstellt hat, sind wir damit ganz weit vorne.

Andere Länder, die genauso früh oder noch früher aussortieren, sind etwa Deutschland, Belgien und die Niederlande. Andere Länder stufen erst im Alter von 14 bis 16 ein. Australien, die USA, Kanada oder Neuseeland verzichten gar ganz auf eine formale Einteilung.

«Erhebliche Risiken für Fehleinschätzungen und soziale Ungleichheit»

Thomas Minder, Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz

Dieses frühe Selektieren kann zu Fehleinschätzungen führen. «Es gibt keine wissenschaftliche Begründung für die Selektionen», sagt Rolf Becker, Professor für Bildungssoziologie an der Universität Bern. Auch der Zürcher Entwicklungspädiater und Professor Oskar Jenni findet, dass die Schule «zu früh» sortiere.

Thomas Minder, Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz, ist ebenfalls kritisch: «Die frühe Selektion bereits mit 12 oder 13 Jahren birgt erhebliche Risiken für Fehleinschätzungen und soziale Ungleichheit.» Er sagt, dass die Schweiz durch die frühe Einstufung viele Talente verschenke. So absolvieren Kids, die später oder gar nicht eingeteilt werden, bis zu 15 Prozent häufiger einen MINT-Beruf – dies belegt eine Studie der Universität Genf 2023. Der Grund: Talente liessen sich dank späterer Bildungsentscheidungen breiter fördern.

Schweiz · Politik

Wie gross ist das Potenzial der eigenen App des Bundesrats?

Die App des Bundesrats dürfte vor allem in Krisenzeiten relevant werden. (Foto: Unsplash / Robin Worrall)

Sicher, schnell und unabhängig soll der Informationsweg des Bundesrats zur Bevölkerung sein. Dafür will man wichtige Informationen künftig via eigener App vermitteln: Der Bundesrat plant bis 2027 eine App für amtliche Regierungsinfos, der Kanal dürfte vor allem im Krisenfall relevant werden. Doch wie gross ist das Potenzial der App wirklich?

Laut einer von der Bundeskanzlei extern in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage mit 2324 Personen gaben 70 Prozent der Befragten an, sich persönlich für die App zu interessieren. Knapp 75 Prozent finden sie sinnvoll für die Schweiz. Wie Nau berichtet, lasse sich die tatsächliche Nutzung gemäss Peter Stücheli-Herlach allerdings kaum vorhersagen. Er ist Professor für Organisationskommunikation an der ZHAW. «Voraussichtlich wird die Nutzungshäufigkeit stark schwanken, je nach Aktualitäten, wichtigen Ereignissen und besonderen Situationen», sagt er. So habe sich in der Corona-Zeit gezeigt, dass Menschen in unsicheren Zeiten in grosser Zahl auf direkte Behördeninformationen zugreifen.

Der Experte sagt: «Das Potenzial besonders in Krisenzeiten ist also sehr hoch, der Normalfall dürfte sich in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Zumal die App ja keine Inhalte bieten wird, die nicht auch sonst auffindbar wären.»

Mit der eigenen App will der Bundesrat einen von externen Techfirmen unabhängigen Kanal schaffen. «Die Umfrage zeigt, dass die App einem Bedürfnis entspricht», sagt Urs Bruderer von der Bundeskanzlei. «In einer Welt, in der KI, Fakes/Deepfakes und Desinformation zunehmen, ist sie ein vertrauenswürdiger Kanal zur offiziellen Information der Regierung.»

Zahl des Tages

1500 Liter

Spielt heute in Zürich: Helene Fischer. (Foto: Instagram / helenefischer)

Einen Fun Fact zu Helene Fischer habe ich nicht im Köcher, dafür einen zu ihrer heutigen Show im Zürcher Letzigrund. Die ist nämlich ganz schön energieintensiv: 1500 Liter Diesel werden bei ihrem Konzert verbrannt, berichtet der Tages-Anzeiger. Da der Stromanschluss für grosse Konzerte im Letzigrund nicht ausreicht, liefern lastwagengrosse Dieselgeneratoren die Energie. Klimafreundliche Alternativen fehlen bislang.

Das liegt aber nicht daran, dass ausgerechnet Fischers Konzert viel Strom frisst – der Einsatz von Dieselgeneratoren sei für die Bühne im Letzigrund üblich, für den normalen Betrieb nutzt das Stadion im Alltag Ökostrom. Für den optimalen Sound im Stadion reicht dieser aber nicht aus: Je nach Konzert würden zwischen 1500 und 3000 Liter Diesel verbrannt.

Kurz-News

Abkühlung in Sicht · Nach der Hitzewelle kühlt es in der Schweiz im Verlauf der Woche spürbar ab. In der zweiten Wochenhälfte liegen die Temperaturen meist bei 22 bis 27 Grad. Dazu werden landesweit Schauer und Gewitter erwartet. Diese lindern die anhaltende Trockenheit jedoch nur minimal, wie Watson berichtet.

Schweiz stiess weniger CO₂ aus · Die CO₂-Emissionen in der Schweiz sind 2025 gesunken, wie SRF berichtet. Gründe sind effizientere Gebäude, der vermehrte Einsatz von erneuerbaren Energien beim Heizen sowie mehr E-Autos und Biotreibstoffe. Die Treibhausgasemissionen aus Brennstoffen wie Heizöl und Gas sanken um rund fünf Prozent.

Tödlicher Unfall am Matterhorn · Zwei Bergsteiger sind am Matterhorn beim Abstieg über den Hörnligrat auf rund 4’030 Metern aus ungeklärten Gründen in die Tiefe gestürzt. Dies berichtet die NZZ. Rettungskräfte konnten nur noch ihren Tod feststellen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet.

International

Parlament setzt Ungarns Präsident ab · Das ungarische Parlament hat mit der Zweidrittelmehrheit der Tisza-Partei Staatspräsident Tamás Sulyok per Verfassungsänderung abgesetzt, wie die NZZ berichtet. Die umstrittene Reform sieht zudem Amtszeitbegrenzungen für Parlamentarier vor, was die Fidesz-Partei laut SRF personell enthaupte.

Erneute Seeblockade gegen Iran · Nach US-Angriffen auf Ziele im Iran hat US-Präsident Donald Trump die Seeblockade gegen Schiffe mit Ziel oder Herkunft iranischer Häfen wieder eingeführt. Trump bezeichnete die USA als die «Hüter der Strasse von Hormus». Als Kompensation wollen die USA von durchfahrenden Schiffen Gebühren erheben, wie der Spiegel berichtet.

🔧 Nützliches des Tages

In fremde Leben reinhören

Wer People Watching liebt, wird diesen Podcast wohl auch mögen. (Foto: Strangers on a Bench)

Setzt du dich manchmal auch in ein Café oder so und überlegst, was wohl die Lebensgeschichte der Menschen um dich herum ist? Oder hörst du gerne heimlich das Gespräch am Nebentisch mit? Dann sind wir schon zwei. Ich schau auch so gerne in fremde Leben, auch wenn's nur ganz kurz ist.

Dementsprechend gut gefällt mir das Konzept des Podcasts «Strangers on a Bench», den ich vor kurzem entdeckt habe. Der englische Musiker Tom Rosenthal geht in jeder Folge in einen Park und setzt sich zu einer fremden Person auf ein Bänkli.

Daraus entstehen meist richtig gute Gespräche, die von banal bis berührend reichen. Auf einer Parkbank erzählt eine Frau vom Verlust ihrer Partnerin, die an Krebs gestorben ist. Auf einer anderen spricht eine Person über ihr neues Hüftgelenk, ihre Enkelkinder und billige Flugtickets.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Habt einen schönen Tag, okay? Okay bye 🌞

Vanja

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