Guten Morgen {{vorname}}
Ich gehöre definitiv nicht dazu, aber rund die Hälfte der Schweizer:innen geht gerne regelmässig wandern. Wer regelmässig in den Bergen unterwegs ist, lebt natürlich auch mit Risiken: Tamedia hat heute eine spannende Datenanalyse zu Wanderunfällen in den Schweizer Bergen veröffentlicht.
Neben diesen Zahlen beschäftigen uns heute Albert Rösti und der kurzfristige Rückzieher seines Entwurfs zum neuen Plattformgesetz, fragwürdige Arbeitsverträge und ein paar Hexen. 🔮
Schweiz · Plattformgesetz
Neues Plattformgesetz: Bundesrat Albert Rösti zieht Entwurf kurzfristig zurück

Kurzfristig vertagt: Albert Rösti verschob die Diskussion zum neuen Schweizer Plattformgesetz. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Keystone)
Eigentlich hätte Medienminister Albert Rösti (SVP) den Bundesrat gestern zum neuen Plattformgesetz informieren wollen. Doch er zog den Entwurf kurzfristig zurück, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Der Grund: Mindestens drei Departemente äusserten Widerstand gegen Röstis Vorschlag zur Regulierung von Plattformen wie TikTok, Instagram und Co. Rösti hat mit der Vorlage «Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen» den Auftrag, Regeln für die Konzerne hinter diesen Plattformen aufzustellen. Darunter fallen etwa Google und Meta.
Der Rückzieher gründet auf zahlreichen offenen Fragen der anderen Mitglieder der Landesregierung. Kontrovers ist unter anderem, ob Social Media für Kinder und Jugendliche verboten werden soll. So soll etwa das Departement des Innern Kritik geübt haben: Für Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) geht es um den Kinder- und Jugendschutz. Für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche sei sie laut SonntagsBlick offen – in Bundesrat Röstis Entwurf sei ein solches Verbot aber nicht vorgesehen.
Die grünen Ständerätinnen Maya Graf und Céline Vara reichten Vorstösse ein, die fordern, die Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen abzuklären. Offenbar wolle Rösti laut Tagi den dazugehörigen Bericht abwarten, bevor er die Plattformregulierung in die Bundesratssitzung einbringt. Aus dem Departement von Verteidigungsminister Martin Pfister (Mitte) sei zu hören, dass Röstis Entwurf Desinformation im Netz zu wenig bekämpfen würde.
Schweiz · Gastro
Gastrounternehmer Michel Péclard: Fragwürdiger Arbeitsvertrag für kranke Mitarbeitende

Wer für Gastrounternehmer Michel Péclard arbeitet und krank wird, muss zu seiner Ex-Frau. (Screenshot: Blick / Linda Käsbohrer)
Eine fragwürdige Klausel im Arbeitsvertrag eines ehemaligen Angestellten von Gastrounternehmer Michel Péclard sorgt für Aufsehen. Péclards Angestellte, die krank sind, müssen bereits am ersten Krankheitstag zum Arzt – und zwar nur zu seiner Ex-Frau Mandana Péclard, die eine eigene Praxis hat.
Dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» liegt so ein Arbeitsvertrag vor. «Der Arbeitgeber akzeptiert nur Arztzeugnisse von Dr. med. Mandana Péclard, Ex-Frau von Michel Péclard …», heisst es im Dokument. Ausserdem wird den Angestellten für jeden Arbeitstag eine Verpflegungspauschale abgezogen.
Ist dies überhaupt erlaubt? Roger Rudolph, langjähriger Anwalt und Rechtsprofessor an der Universität Zürich, spricht von einer «haarsträubenden» Klausel. «Eine solche Klausel ist unüblich und ist mir noch nie unter die Augen gekommen», so der Experte. Selbstverständlich hätten Mitarbeitende das Recht, die Ärztin selbst zu wählen und sich ein Zeugnis ausstellen zu lassen.
«Gastro-König» Michel Péclard selbst sagt: «Seit wir das so machen, haben wir unsere Krankheitsfälle um 70 Prozent reduziert.» In der Gastrobranche würden Mitarbeitende nach der Arbeit häufig noch in den Ausgang gehen und am nächsten Morgen nicht zur Arbeit erscheinen. Zu Blick sagt der Gastronom: «Diese Absenzen haben uns bei 800 Angestellten jährlich mehrere Hunderttausend Franken gekostet.» Er wolle allerdings die Klausel aufgrund der freien Arztwahl nochmals überdenken und allenfalls anpassen.
Schweiz · Risiko
Mehr Männer verunglücken als Frauen: Neue Analyse zu Wanderunfällen in der Schweiz

Eine neue Analyse zeigt: Die nicht tödlichen Wanderunfälle haben sich im Zeitraum von 2012 bis 2022 verdoppelt. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Alamy)
Schweizer:innen lieben es, zu wandern. Das Daten- und Interaktivteam von Tamedia hat sich die Daten zu Wanderunfällen in der Schweiz der vergangenen Jahre genauer angeschaut und liefert in seiner Analyse spannende Erkenntnisse: So sind zwei Drittel aller tödlich verunglückten Menschen beim Bergwandern in der Schweiz Männer, schreibt der Tages-Anzeiger (Artikel noch nicht online). Dies, obwohl Wandern bei Frauen beliebter ist als bei Männern. Der Grund dafür ist laut Experten Selbstüberschätzung.
Zudem verunfallen deutlich mehr ältere Menschen tödlich. Besonders gefährlich wirds beim Abstieg: In 16 Jahren ereigneten sich 282 tödliche Unfälle beim Abstieg und weniger als halb so viele beim Aufstieg. Im Schnitt gibt es basierend auf der Datenbank des Schweizer Alpen-Clubs jedes Jahr 46 Tote beim Berg- und Alpinwandern. Der Höchstwert lag im Jahr 2020 bei 68 Todesfällen. Das Risiko, beim Wandern tödlich zu verunfallen, ist in den vergangenen Jahren aber nicht grösser geworden. Am meisten Todesfälle gibt es übrigens in der Zentralschweiz.
Die nicht tödlichen Wanderunfälle haben sich im Zeitraum von 2012 bis 2022 mehr als verdoppelt. Warum? Susanne Baumann, Expertin für Sport- und Bewegungsprävention bei der BFU, geht davon aus, «dass immer mehr Personen ohne ausreichende Erfahrung im Umgang mit alpinen Gefahren in den Bergen unterwegs sind» oder Leute teilweise bewusst höhere Risiken eingehen.
Meinung der Community
Gestern wollte ich von dir wissen, was du zum Ende des Sommers sagst. Und so wie es aussieht, ist die 6iBrief-Community damit eigentlich ganz zufrieden: 1099 von euch haben abgestimmt – die Mehrheit (498 Stimmen) ist froh, dass die warmen Tage vorbei sind. 320 finden, dass der Sommer noch etwas länger andauern dürfte, und 228 Personen macht das Sommerende traurig. Einige Meinungen liest du unten. (Und falls du vom Herbstanfang noch nicht ganz überzeugt bist: Der Tagi hat ein erheiterndes Herbst-Vorfreuden-ABC.)

«Der viel zu heisse Sommer war schwer zu ertragen.»
«Wenn ich an die kommenden dunklen Monate denke, wäre es mir schon recht, wenn der Sommer doch noch etwas länger dauern würde, es muss ja nicht mehr gleich sooo heiss sein, wie in den vergangenen Monaten.»
«Als Brasilianerin in der Schweiz begrüsse ich die kalten Jahreszeiten immer mit einem schweren Herzen. Die kurzen Tage und das fehlende Sonnenlicht sind für mich das Schwierigste.»
Zahl des Tages
88 Stunden

Eine KI hat eines der schwierigsten mathematischen Rätsel gelöst.(Screenshot: SRF / Getty Images)
Das ist kein Anfang eines Witzes, sondern eine Frage: Wie viele KI-Agenten braucht es, um das Navier-Stokes-Problem zu lösen? Die Antwort ist: Tausend. Und ein paar Tage Zeit. Denn eine künstliche Intelligenz von OpenAI hat in 88 Stunden eines der sieben sogenannten Millennium-Probleme gelöst, das als eines der schwierigsten mathematischen Rätsel gilt.
Unter Mathematiker:innen sorgt die Meldung vom gelösten Rätsel für Aufruhr, wie Mathematik-Professor Joachim Escher dem SRF sagt. In der Community sei es «eine grosse Schlagzeile», so der Experte: «Das Problem ist sehr prominent. Seit fast 100 Jahren wird daran gearbeitet und es wurden auch Fortschritte erzielt», sagt Escher. Dass KI das Problem lösen konnte, sei für ihn eine Überraschung gewesen.
Das Navier-Stokes-Problem ist in der physikalischen Theorie angesiedelt, die beschreibt, wie sich eine Flüssigkeit oder ein Gas bewegt. Falls du dich fragst, inwiefern das Problem oder die Lösung des Rätsels, die übrigens 90 Millionen Euro (!) verschlungen hat, deinen Alltag beeinflusst: Naja, kaum. «Eine direkte Anwendung im Alltag sehe ich nicht. Das sind mathematische Probleme», sagt Escher. Aber dass KI innerhalb weniger Tage etwas schafft, was Menschen in 100 Jahren nicht lösen konnten, habe einen Impact.
Kurz-News
Ringier stellt «SonntagsBlick» ein · Der «SonntagsBlick», die älteste Sonntagszeitung der Deutschschweiz, ist nach fast 58 Jahren Geschichte. Laut Persönlich gab Ringier gestern bekannt, dass stattdessen am 9. Januar 2027 der «Blick fürs Wochenende» lanciert wird. Die Zeitung erscheint neu am Samstag und ersetzt damit auch die bisherige separate Blick-Samstagsausgabe. Ein Stellenabbau ist nicht vorgesehen.
Neue Strafanzeige gegen Valérie Dittli · Die Waadtländer Mitte-Partei will heute laut SRF eine Strafanzeige gegen die Staatsrätin Valérie Dittli einreichen. Dabei geht es um ein Bankkonto der Sektion Lavaux-Oron bei der Waadtländer Kantonalbank. Die Sektion wirft Dittli vor, versucht zu haben, das Konto mit einem Guthaben von 22'000 Franken zu schliessen und das Geld zu überweisen. Sie wies die Vorwürfe zurück. Gegen Dittli liegen zwei weitere Strafanzeigen vor, unter anderem wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs.
Schmelzender Gletscher gibt Flugzeugwrack frei · Auf dem Hüfifirngletscher bei Unterschächen UR wurden Teile eines vor rund 60 Jahren abgestürzten Flugzeugs geborgen, wie Watson berichtet. Ein Berggänger hatte zuvor die Kantonspolizei informiert, dass mehrere Wrackteile freigelegt worden waren. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handle es sich um ein Flugzeug, welches im Jahr 1963 dort abgestürzt war. Eine genaue Identifizierung ist nicht möglich, da wichtige Teile wie der Motor noch nicht vom Gletscher freigegeben sind.
International
Apple stellt faltbares iPhone vor · Apple hat am Mittwochabend im kalifornischen Cupertino seine neuen iPhone-Modelle vorgestellt. Mit dem iPhone Duo lanciert das Unternehmen sein erstes faltbares Smartphone. Aufgeklappt bietet das Gerät laut Nau einen 7,6-Zoll-Bildschirm. Mit einem Preis ab 2166 Franken ist es das bisher teuerste iPhone-Modell. Das faltbare iPhone gilt laut The Guardian als Bewährungsprobe für Apple-CEO John Ternus, der am 1. September die Nachfolge von Tim Cook antrat.
Drohne traf beinahe Selenskis Flugzeug · Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski flog am Dienstag für die Beerdigung von König Harald von Moldau nach Oslo. Dabei soll sein Flugzeug beim Start beinahe von einer Drohne getroffen worden sein. Dies teilte Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre dem Sender NRK mit, schreibt 20 Minuten.
🔧 Nützliches des Tages
Zwei Kinotipps pour toi

Nicole Kidman spielt in «Zauberhafte Schwestern 2» wieder die Hexe Gillian Owens. (Foto: Warner Bros. Ent. All Rights Reserved)
Heute möchte ich dir gleich zwei Filme ans Herz legen, die ich interessant finde und die heute im Kino starten. Auf «Zauberhafte Schwestern 2» (oder im Original: «Practical Magic 2») freue ich mich seit Monaten!
Ich habe die Fortsetzung der romantischen Fantasy-Komödie noch nicht gesehen, bin aber grosser Fan des ersten Teils von 1998: Darin geht es um die Schwestern Sally (Sandra Bullock) und Gillian Owens (Nicole Kidman), die in Massachusetts leben. Die beiden sind Hexen und auf ihnen lastet ein unheimlicher Fluch – jeder Mann, der sich in sie verliebt, stirbt eines frühzeitigen, unnatürlichen Todes. Im neuen Teil geht es wieder um die verzauberte Familiengeschichte der Schwestern.
Ausserdem kannst du ab heute im Kino «Sie glauben an Engel, Herr Drowak?» mit der grossartigen Luna Wedler in der Hauptrolle sehen. In der Tragikomödie spielt sie eine Studentin, die im Rahmen eines sozialen Projekts als Schreibtrainerin zu einem schlechtgelaunten einsamen Mann geschickt wird.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Bis morgen 💫
Vanja
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