Guten Morgen {{vorname}}
Heute ist der Tag, an dem ich dir das Rezept für meine Vegi-Bolo verrate. Wer bereits am 26. Februar mitgelesen hat, mag sich vielleicht erinnern, was das bedeutet: Für mich ist es Zeit, Abschied zu nehmen vom 6iBrief. Verrückt, wie schnell doch so ein halbes Jahr vergeht!

Wir können uns aber freuen, denn selbstverständlich geht es weiter: Ab nächstem Montag übernimmt hier meine wunderbare Kollegin Vanja Kadic, eine grossartige Journalistin, die frischen Wind in den Newsletter bringen wird. 🚀

Schweiz · 🥇

Oberkirch ist (mutmasslich) die attraktivste Gemeinde der Schweiz

Ländlich und trotzdem am Puls: Oberkirch. (Screenshot: Oberkirch.ch)

Beim Wirtschaftsmagazin Bilanz mögen sie Listen: die reichsten, die erfolgreichsten, die besten – du kennst das. Jedes Jahr küren die Kolleg:innen auch die attraktivste Gemeinde der Schweiz. Heuer kommt das Luzerner Dorf Oberkirch in die Kränze. Die 5000-Einwohner-Gemeinde am Sempachersee verdrängt Vorjahressiegerin Freienbach SZ auf Rang fünf. Auf den weiteren Podestplätzen folgen Horn TG und Maienfeld GR.

«Oberkirch ist am Puls und hat sich trotzdem das Ländliche bewahrt», sagt Gemeindepräsident Raphael Kottmann im Bilanz-Artikel. «Die Gemeinde ist gewachsen, ohne ihre Identität zu verlieren.»

Die vom Beratungsunternehmen Iazi erstellte Studie bewertete knapp 1000 Gemeinden anhand von 56 Kriterien wie Steuern, Sicherheit und Lebensqualität. Die Erfolgsformel der Gewinner lautet: tiefe Steuern, Seenähe und gute Anbindung an städtische Zentren trotz ländlicher Ruhe.

Die Schweizer Grossstädte landen wegen hoher Wohnkosten und Verkehrsbelastung wie immer nur im Mittelfeld. Zürich führt diese Gruppe auf Rang 93 an, während Basel (429) und Bern (431) weit hinten folgen.

Den letzten Platz belegt traditionell eine Gemeinde aus dem Berner Jura. In diesem Jahr trifft es Tavannes BE. Der Kanton Bern stellt insgesamt sechs der zehn am schlechtesten bewerteten Gemeinden, heisst es im Beobachter.

Ich freue mich trotzdem aufs Heimkommen! 🐻

Schweiz · 🧭

Künstliche Intelligenz verschärft Übertourismus

Been there, done that: Tourist:innen in Luzern. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Urs Flüeler)

Algorithmen produzieren Mainstream. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Relativ neu ist, dass immer mehr Reisende den Lonely Planet im Büchergestell lassen und sich von ChatGPT auf den Machu Picchu oder durch die Berner Altstadt führen lassen.

Gemäss einer Umfrage planen bereits 21 Prozent der Schweizer Bevölkerung ihre Reisen mit Künstlicher Intelligenz (KI), bei den unter 45-Jährigen ist es fast ein Drittel.

Für Schweiz Tourismus ist das ein Problem, berichtet der Tages-Anzeiger. Die Organisation hat den Auftrag, Gäste besser im Land zu verteilen, um Hotspots wie Luzern oder das Berner Oberland zu entlasten.

Gängige KI-Tools schlagen bei Anfragen jedoch meist dieselben, ohnehin überlaufenen Sehenswürdigkeiten vor und scheren sich nicht um die Lenkung von Touristenströmen. Zudem fallen die Antworten oft ungenau aus und empfehlen etwa Restaurants, die nur per Luftlinie nah sind.

Um den Anschluss nicht zu verlieren, setzt Schweiz Tourismus nun auf eine eigene, optimierte KI. Diese soll Reisewillige mit fundierten, kuratierten Daten abholen und gezielt auf unbekanntere, weniger ausgelastete Destinationen aufmerksam machen.

PS: Auf welche Schweizreise dich die KI schickt, liest du ebenfalls im Tages-Anzeiger.

🇻🇪 · Naturkatastrophe

Erdbeben in Venezuela: Zehntausende vermisst

Unfassbare Zerstörung nach den Beben in Venezuela. (Screenshot: SRF/Reuters)

Bei den schweren Erdbeben in Venezuela kamen mindestens 235 Menschen ums Leben, mehr als 1500 wurden verletzt, und Zehntausende werden noch unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst. Die Behörden haben den Notstand ausgerufen, Rettungskräfte suchen fieberhaft nach Überlebenden.

Die kurz aufeinanderfolgenden Beben der Stärken 7.2 und 7.5 ereigneten sich am Mittwochabend während eines Feiertags. Besonders betroffen sind gemäss BBC die Hauptstadt Caracas und die Küstenstadt La Guaira. Laut Behörden wurden mindestens 250 Gebäude beschädigt oder komplett zerstört, darunter mehrere Hotels. Der internationale Flughafen in Maiquetía musste wegen schwerer Schäden geschlossen werden.

Die US-Erdbebenwarte USGS stuft die Katastrophe als das schwerste Beben in Venezuela seit über einem Jahrhundert ein. Nachbeben sowie Strom- und Internetausfälle erschweren die Bergungsarbeiten in dem ohnehin von einer Wirtschaftskrise geprägten Land. Mehrere Staaten, darunter die USA mit einer Soforthilfe von 150 Millionen Dollar, haben Unterstützung zugesagt und Rettungsteams entsandt.

Auch die Schweiz beteiligt sich: Ein Airbus mit 80 Fachleuten, acht Suchhunden und 18 Tonnen Rettungsmaterial ist gestern von Zürich nach Caracas gestartet, heisst es im SRF-Ticker.

👉 Die Glückskette sammelt für die von der Katastrophe betroffenen Menschen.

😎 Schlagzeile des Tages

Klauen Sie den Look von Guy Parmelin!

Hipster mit Hut: Bundespräsident Guy Parmelin. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Keystone)

Guy Parmelin (SVP) habe es sich zur Angewohnheit gemacht, seine Kolleginnen und Kollegen auf dem «Bundesratsreisli» modisch in den Schatten zu stellen, schreibt mein Kollege Philipp Loser in einer grossartigen Stilkolumne im Tages-Anzeiger.

Auch gestern habe er es, voll der Profi eben, wieder getan: Parmelin trug ein Kurzarmhemd mit Paisley-Muster, beige Chinos, einen schwarzen Gürtel mit Silberschnalle und eine klassische Kopfbedeckung.

Es sei gut möglich, schreibt Loser, «dass der Bundespräsident nach seinem Rücktritt, den viele Ende Jahr erwarten, irgendwo in einer waadtländischen Agglo-Industriebrache einen Concept-Store für den Hipster von Welt eröffnen wird. Ausgewählte Stücke, guter Kolben-Espresso, Naturweine von den eigenen Reben, Lounge-Musik».

Für alle, die ebenfalls «endlich cool» wie Parmelin werden möchten, hat der Tagi auch noch ein paar Shopping-Tipps parat. Den Panama-Hut gibt es zum Beispiel bei Raceu Hats zu kaufen («zum Preis eines Fünferpacks Blumenhemden bei C&A»). Marineblaue Chino-Shorts (Sommer 2016) führen ebenfalls C&A, H&M oder Coop City im Sortiment. Und Parmelins kultigen Safari-Hut («optional mit Nackenschutz») von der Bundesratsreise 2023 fand Fashion-Scout Loser bei Globetrotter.

Kurz-News

Verbot für Zürcher Business Apartments · Das Bundesgericht gibt Zürich im Kampf gegen die Wohnungsnot recht: Die Stadt darf temporäre Apartments in Wohnzonen verbieten. Rekurse von vier Firmen scheiterten gemäss Tages-Anzeiger. Bestehende Objekte müssen wieder in Langzeitmietwohnungen umgewandelt werden. Während Links-Grün eine rasche Umsetzung fordert, kritisieren FDP und SVP die Massnahme als reine Scheinlösung.

Hitzerekord gebrochen · In der Schweiz ist gestern der Allzeit-Hitzerekord für den Monat Juni gefallen. In Basel kletterte das Thermometer auf 38 Grad und pulverisierte den bisherigen Höchstwert von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947. Laut MeteoNews brachen gleich sechs Schweizer Gemeinden den alten Rekord. Über alle Monate hinweg war es der neuntheisseste je gemessene Tag. Heute und morgen könnte es noch heisser werden; im ganzen Land steigt die Waldbrandgefahr.

Forschungs-Rekordausgaben beim Bund · Der Bund hat 2025 mit 3,2 Milliarden Franken so viel Geld für die Forschung ausgegeben wie noch nie. Laut Bundesamt für Statistik stiegen die Ausgaben um ein Viertel (+644 Millionen). Hauptgrund ist die Wiederassoziierung beim EU-Programm «Horizon Europe», berichtet die SDA via Nau. Der Grossteil der Mittel (2,9 Milliarden) floss in Forschungsbeiträge. Trotz des Finanzrekords sank das Bundespersonal im Forschungsbereich leicht auf 2219 Personen.

International

UN stoppen Evakuierung in Strasse von Hormus · Nach dem Angriff auf das Frachtschiff «Ever Lovely» hat die UNO die Evakuierung von über 11'000 feststeckenden Seeleuten in der Strasse von Hormus gestoppt. Die Schifffahrtsorganisation IMO verlangt vor der Fortsetzung klare Sicherheitsgarantien. Das Schiff war gestern vor Oman von einem Projektil getroffen worden; die USA machen gemäss BBC den Iran dafür verantwortlich. Teheran droht, Routen ausserhalb seiner Vorgaben nicht mehr zu sichern.

Apple erhöht Preise wegen Chip-Krise · Apple schlägt wegen explodierender Chipkosten per sofort bei iPads und MacBooks auf. Der KI-Boom führt bei Speicherchips weltweit zu Engpässen, weshalb der Tech-Konzern die Teuerung nun an die Kundschaft weitergibt. Betroffen ist unter anderem das Notebook «Neo», das 100 Dollar teurer wird; auch bei teureren Macs steigen die Preise deutlich. Beim iPhone blieb der Preis vorerst stabil, Analyst:innen erwarten gemäss Guardian jedoch auch dort bald Aufschläge.

🍝 Nützliches des Tages

Vegi-Bolo

Basta Fleisch! (Foto: Unsplash/Homescreenify)

Und jetzt also Pasta zum Dessert. Du weisst bestimmt am besten, wie man eine feine Bolo zubereitet. Die Geheimzutat in meinem Sugo ist ziemlich banal: ein veganes Burger-Patty, gerne von Beyond Meat. Aber der Reihe nach:

  • Eine Zwiebel, eine Chili-Schote und eine halbe Knoblauchzehe fein hacken, in Olivenöl anbraten.

  • 2 Burger-Pattys dazugeben, sofort mit einer Holzkelle zermantschen, weiterbraten.

  • Reichlich würzen mit Salz, Pfeffer, italienischen Kräutern, Paprika, Aromat und etwas Balsamico.

  • Eine grosse Dose Pelati in die Pfanne mit dem Vegi-Hack schütten, einkochen, köcheln lassen, am besten mehrere Stunden lang (die Sauce schmeckt am besten am nächsten oder übernächsten Tag).

  • Wasser mit reichlich Salz kochen. Spaghetti (nicht die ultradünnen!) hinzugeben, al dente kochen. Abgiessen, mit Bolo vermengen, basta!

Buon appetito! 🇮🇹

🫠 Witziges zum Schluss

Hitziges der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

Abonniere den unsinnigsten Newsletter der Schweiz von der Petarde.

🎲 Rätsel

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Deine Anwesenheit hat mich sehr gefreut.

Arrivederci, Peter

Reply

Avatar

or to participate

Keep Reading