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Vielleicht hat jemand in einem Hinterzimmer des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) einen verstaubten Globus entdeckt. Möglicherweise hat man auch ein Geschichtsbuch aufgeschlagen oder ChatGPT befragt. Man weiss es nicht so recht. Auf jeden Fall ist die offizielle Schweiz nach wochenlanger Recherche zum Schluss gekommen: Grönland gehört zu Dänemark.

Schweiz · Grönland-Krise

Bundesrat findet klare Kante

Nicht zu verkaufen: Protest in Grönland. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Alessandro Rampazzo)

Die offizielle Schweiz bezieht im Grönland-Konflikt erstmals unmissverständlich Stellung. Gemäss Tages-Anzeiger stellt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) klar: «Gemäss Völkerrecht gehört Grönland zu Dänemark mit einem weitreichenden Autonomie-Status.»

Jede Statusänderung bedürfe der Zustimmung Dänemarks und Grönlands. Zudem mahnt Bern zur Einhaltung der Uno-Charta: «Das Gewaltverbot sowie das Interventionsverbot gelten weltweit.»

Hintergrund sind die Bestrebungen von US-Präsident Donald Trump, die Kontrolle über die Arktis-Insel zu übernehmen. Trump droht europäischen Staaten, die seine Pläne ablehnen, mit massiven Strafzöllen von bis zu 25 Prozent.

Grotesk: Weil Trump den Friedensnobelpreis nicht bekommen hatte, fühlt er sich in eigenen Worten: «Nicht mehr dem Frieden verpflichtet.» (Spiegel)

Während EU-Schwergewichte wie Deutschland und Frankreich bereits scharfe Worte fanden, agierte die Schweiz bisher zurückhaltender.

«Das angedachte Handelsabkommen mit den USA ist mausetot.»

Fabian Molina, SP-Aussenpolitiker

Trotz der diplomatischen Spannungen hält der Bundesrat an seinen wirtschaftlichen Zielen fest. Erst am letzten Mittwoch wurde das Mandat für Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen mit den USA beschlossen.

Aussenminister Ignazio Cassis betonte am Rande des WEF in Davos: «In einer Zeit globaler Unsicherheit und mehrfacher Krisen sind Dialog und Zusammenarbeit über Grenzen, Sektoren und Institutionen hinweg wichtiger als je zuvor.»

Kritiker wie SP-Nationalrat Fabian Molina bezeichnen diesen Kurs als «naiv» und warnen davor, die europäische Solidarität zu gefährden. «Das angedachte Handelsabkommen mit den USA ist mausetot.»

Schweiz · Finanzkontrolle

Rüge für Armee: Mangelhaftes Projektmanagement

Für Divisionär Benedikt Roos, den neuen Chef der Armee, gibt es viel zu tun. Packt er es an? (Screenshot: NZZ/Peter Klaunzer)

Die Schweizer Armee hat erhebliche Mängel bei der Steuerung ihrer Rüstungsprojekte. Wie die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) in einem neuen Bericht festhält, weist die Projektsteuerung trotz erster Verbesserungen weiterhin einen «noch zu geringen Reifegrad» auf. Dies berichtet die NZZ.

Besonders beim Rekord-Rüstungskauf Air2030 (Kampfjets und Luftabwehr) gibt es Probleme. Die EFK kritisiert eine «vielfältige und teilweise intransparente Risikolandkarte», da die Armee Hauptrisiken nicht auf Bundesstufe offenlegen wollte. Dies ist besonders heikel, da die Kosten der 36 Jets um bis zu 1,3 Milliarden Franken steigen könnten.

Bereits im vergangenen Sommer lagerte Verteidigungsminister Martin Pfister (Mitte) das Risiko- und Qualitätsmanagement ab 2026 an externe Expert:innen aus. Ziel ist es, dass Bewertungen künftig «frei von internen Interessen» erfolgen und komplexe Vorhaben «von Anfang an professionell begleitet werden». Bei einem Beschaffungsvolumen von insgesamt 19 Milliarden Franken soll dies den Erfolg der Grossprojekte gewährleisten.

Schweiz · Wirtschaft

Tierschützer bekämpfen Lachsfabrik am Walensee

Ein mutmasslich glücklicher Lachs springt flussaufwärts. (Foto: Unsplash/Drew Farwell)

Das geplante 180-Millionen-Projekt «Swiss Blue Salmon» in Weesen, auf einer Wiese direkt an der A3, stösst gemäss Tages-Anzeiger auf heftigen Widerstand.

Der Verein Fair-Fish hat Einsprache gegen das Baugesuch der geplanten Lachszucht erhoben, während die NGO Campax knapp 7'900 Unterschriften gegen das Vorhaben sammelte.

Die Tierschützer:innen kritisieren etwa die Besatzdichte und die Futterproblematik. Laut Fair-Fish-Geschäftsführerin Fausta Borsani erwecke die landbasierte Zucht nur den «Anschein einer nachhaltigen Lösung, die sie nicht ist».

Geplant ist eine Hightech-Anlage, die ab 2029 jährlich 4'000 Tonnen Lachs produzieren soll – rund zehn Prozent der Schweizer Importmenge.

Ruedi Ryf, CEO von Swiss Blue Salmon, weist die Kritik der Tierschützer:innen entschieden zurück: «Das Wohl der Fische liegt uns am Herzen.» Er betont, dass die Anlage durch kontinuierliche Aufbereitung eine «stressfreie Umgebung für die Lachse» gewährleiste.

Während die Tierschützer:innen ein Massensterben bei Technikdefekten befürchten, versucht Ryf die Gemüter zu beruhigen: In der geschlossenen Anlage seien die Fische, anders als in Netzen im offenen Meer, stets vor Parasiten, Mikroplastik und Antibiotika geschützt. «Wir investieren viel in die Sicherheit der Anlage.»

Aufgeschnappt

Seltene Polarlichter verzücken die Schweiz

Ach, wie schön ist Aurora borealis: Farbenpracht am Zürcher Nachthimmel. (Screenshot: Watson/Leserreporter)

Vergangene Nacht erlebte die Schweiz ein seltenes Naturphänomen: Ein starker Sonnensturm tauchte den Himmel in leuchtende Farben.

Besonders eindrücklich war das Spektakel gemäss Watson über Davos GR zu beobachten, wo zeitgleich das Weltwirtschaftsforum (WEF) stattfindet. Ein Wink von oben, damit den Teilnehmer:innen ein Licht aufgeht?

Während Polarlichter in unseren Breitengraden meist nur als rötlicher Schimmer am Nordhorizont erscheinen, bot sich diesmal ein dynamisches Bild. Der Himmel veränderte sich stetig; tiefes Rot wurde immer wieder von leuchtendem Grün ergänzt. Expert:innen erklären dies mit der Intensität des geomagnetischen Sturms, der die zweithöchste Stufe erreichte und laut Meteonews der stärkste seit 20 Jahren ist.

Normalerweise sind Nordlichter in der Schweiz nur in etwa einer von hundert Nächten zu sehen. Doch nach der Show im vergangenen November ist es bereits das zweite Mal innert kurzer Zeit, dass die Schweiz in den Genuss dieser magischen Atmosphäre kommt.

Kurz-News

Ausschreitungen bei WEF-Demo · In Zürich protestierten gestern Abend über 2’000 Menschen gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) und den Besuch von Donald Trump. Während sich der Grossteil der Teilnehmenden friedlich verhielt, kam es am Rande zu Gewalt. Vermummte blockierten gemäss NZZ eine Kreuzung beim Kasernenareal, zündeten Container an und demolierten Schaufenster. Die Polizei räumte die Blockade mit Wasserwerfern und Tränengas. Bis zum späten Abend beruhigte sich die Lage wieder.

Beschwerde gutgeheissen · Nationalrätinnen und Nationalräte müssen sich vor Neuwahlen nicht vorsorglich um einen neuen Job bemühen. Das Bundesgericht gab der ehemaligen Genfer Nationalrätin Isabelle Pasquier (Grüne) recht, schreibt Blick. Die Arbeitslosenkasse hatte ihr Taggelder gestrichen, weil sie während des Wahlkampfs keine Stellen suchte. Die Richter stellten nun klar: Ein politisches Mandat ist kein befristeter Vertrag. Wer kandidiert, darf seine politischen Rechte ohne Nachteil wahrnehmen.

Sust kritisiert Swiss · Ein Wartungsfehler führte zum «Mayday»-Notruf eines Swiss-Airbus im September 2024. Laut Abschlussbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) versagte kurz nach dem Start in Zürich das Kabinendrucksystem. Ursache war ein defektes Ventil, dessen Austausch der Hersteller bereits 2016 empfohlen hatte. Die Swiss setzte dies jedoch nicht um, berichtet Blue News. Die Sust kritisiert dies scharf und ordnete verschärfte Kontrollen für die A330-Flotte an.

International

Aufstand niedergeschlagen · Nach zweiwöchigen Massenprotesten herrscht im Iran eine gespenstische Ruhe. Das Mullah-Regime hat die Aufstände mit extremer Gewalt niedergeschlagen, um ein Exempel zu statuieren. Während der Oberste Führer Khamenei von tausenden Toten spricht, schätzen Aktivist:innen die Opferzahl auf mindestens 16’000. Strategie des Nationalen Sicherheitsrats war offenbar ein Massaker als Warnung, schreibt der Tages-Anzeiger, ähnlich wie 1989 in Peking. Das Land stehe unter Schock, weitere Proteste scheiterten derzeit an der massiven Angst vor Hinrichtungen.

Valentino verstorben · Die Modewelt trauert um einen ihrer grössten Designer: Valentino Garavani ist im Alter von 93 Jahren in Rom verstorben. Dies berichtet der Guardian. Bekannt wurde er durch seine opulente und elegante Frauenmode, insbesondere durch das legendäre «Valentino-Rot». Seit der Gründung seines Modehauses 1959 kleidete er Stilikonen wie Jackie Kennedy und Elizabeth Taylor ein. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni würdigte Valentino als «ewiges Symbol italienischer Haute Couture».

🔧 Nützliches des Tages

Diese Maschine bringt Ordnung ins Lego-Chaos

Nicht nur für faule Baumeister:innen: Lego-Sortiermaschine. (Screenshot: SRF)

Ich kann mich gut an die Gespräche im gemeinsamen Kinderzimmer mit meinem Bruder erinnern. Oft ging es um Lego. «Wir benötigen ein weisses, flaches Zweierli», sagte er etwa. Wer auch mit den Plastikbausteinen spielt oder gespielt hat, weiss, was das bedeutet: minutenlanges Wühlen. Zweierli sind winzig. Ich ächzte – und durchpflügte mit meinen kleinen Fingern die Kiste oder den bunten Haufen auf dem Spannteppich.

Natürlich hatte das etwas Meditatives. Die rieselnden Geräusche, die diese Suchexpeditionen jeweils verursachten, klingen heute noch in meinen Ohren nach.

Trotzdem hätten wir uns damals wohl über die Erfindung dreier Freunde aus Thalwil (ZH) gefreut. Die konstruierten nämlich jetzt, so berichtet es SRF, eine Maschine, die Legosteine erkennt und sortieren kann!

«In den ersten zwei Jahren funktionierte die Maschine überhaupt nicht.»

Yanick Solomir, Tech-Gründer

Das Prinzip: Ein Laufband befördert jedes Teil an vier Kameras vorbei. Eine Software erkennt Form und Farbe und gleicht sie mit einer Datenbank von fast 90’000 Elementen ab. Mechanische Greifarme lenken die Steine anschliessend in eine von 50 Holzboxen – sortiert nach Kategorien wie «Minifiguren», «Fenster» oder nach spezifischen Bausätzen.

«In den ersten zwei Jahren funktionierte die Maschine überhaupt nicht», sagt Yanick Solomir, Mitgründer des Start-ups Brickmachine. Die Teile verhakten sich ständig. Heute läuft das System.

Nach ersten privaten Aufträgen in der Schweiz wollen sie den Service bald auch in Deutschland und den USA anbieten.

Nur eine Frage habe ich: Warum haben die drei Erfinder ihre Maschine nicht aus Lego Technic gebaut?

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

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