Guten Morgen {{vorname}}
«Zürich, wir haben ein Problem», funkte ich vor ein paar Tagen ans HQ. Spielbegeisterte 6iBrief-Leser:innen ahnen, wovon die Rede ist: In unserem Worträtsel steckt der Wurm.

Seither arbeiteten mehrere Kolleg:innen Tag und Nacht fieberhaft an einer Lösung – bislang ohne Erfolg. Was die Sache nicht einfacher macht: Unser Wordle-Ingenieur weilt derzeit in den Ferien. Und obwohl er natürlich über die Krise in der Heimat im Bilde ist, lässt sich das Problem aus der Ferne nicht auf die Schnelle beheben.

Trotzdem konnte nun eine «Notlösung» gefunden werden. Wer aufs Worträtsel klickt, landet vorübergehend auf der Seite des Puzzle-Entwicklers. Alles wird gut!

Schweiz · Kaufkraft

Millionensaläre trotz Prämienschock

Hat gut lachen: CSS-Chefin Philomena Colatrella. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Marco Zangger)

Während die Krankenkassenprämien in drei Jahren um rund 20 Prozent gestiegen sind, haben die Löhne der Versicherungschef:innen abermals zugelegt. Eine Auswertung der Geschäftsberichte 2025 zeigt, dass die CEOs von CSS, Helsana und Sanitas nun alle rund eine Million Franken verdienen.

Spitzenreiterin ist die CSS-Chefin Philomena Colatrella mit 998’611 Franken (+17 Prozent). Den stärksten Sprung machte Helsana-Chef Roman Sonderegger, dessen Vergütung um 25 Prozent auf fast eine Million stieg.

Die CSS rechtfertigt den Lohnsprung mit einem der «besten Jahresergebnisse in der Geschichte». Im Parlament stossen die hohen Saläre indes auf heftigen Widerstand, berichtet der Tages-Anzeiger. Eine Initiative fordert, die Löhne bei rund 400’000 Franken zu deckeln – analog zum Bundespersonal.

Doch Expert:innen bezweifeln die Wirkung. Denn der Deckel soll nur für die Grundversicherung gelten. Die Kassen könnten Löhne einfach in den Bereich der Zusatzversicherungen verschieben. Zudem hätte eine solche Massnahme kaum Einfluss auf die Versicherten. Selbst wenn die gesamte Führung gratis arbeiten würde, sänken die Prämien um weniger als 0,1 Prozent. Dennoch wollen Politiker:innen ein Zeichen gegen «masslose Entschädigungen» setzen.

Schweiz · Bildung

Kinder können nicht mehr lesen und rechnen

Zu oft überfordert: Zweitklässler. (Foto: Unsplash/Vitaly Gariev)

Eine neue Überprüfung der Grundkompetenzen bei Zweitklässler:innen liefert alarmierende Ergebnisse. Trotz sehr niedriger Anforderungen erreichen viele Schüler:innen in der Schweiz das Mindestniveau nicht. In der Mathematik scheitern 24 Prozent an einfachsten Aufgaben, beim Lesen sind es 21 Prozent. Besonders dramatisch ist die Situation bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien oder jenen, die zu Hause kein Deutsch sprechen.

Obwohl EDK-Präsident Christophe Darbellay die Resultate als «gut» bezeichnet, offenbart der Blick auf den Leistungsvergleich ernüchternde Befunde, berichtet die NZZ. Aufgaben wie das Erkennen eines gemalten Engels überfordern jede:n fünfte:n Schüler:in. Bei Kindern aus benachteiligten Haushalten erreicht in Mathematik sogar nur jede:r Sechste das Minimalziel.

Expert:innen kritisieren eine zunehmende Zweiklassengesellschaft im Bildungswesen. Während privilegierte Kinder stabil bleiben, geht die Schere bei Migrationshintergrund und fremdsprachigem Elternhaus immer weiter auf. Bildungsforscher Stefan Wolter warnt vor einer «Aversion gegen das Testen» in der Politik: «Man kann dahindümpeln, weil man sich den Spiegel so selten vorhält.» Da der Test für Zweitklässler:innen vorerst nicht wiederholt werden soll, fehlen künftig Vergleichswerte, um auf den Leistungsabfall zu reagieren.

Schweiz · Biodiversität

Bundesrat unter Zugzwang

Biene rackert, Artenvielfalt schrumpft trotzdem. (Foto: Unsplash/Scotty Turner)

Trotz bisheriger Bemühungen schrumpft die Artenvielfalt in der Schweiz. Die Geschäftsprüfungskommission des Ständerates (GPK-S) fordert nun vom Bundesrat deutlich mehr Engagement. Aktuell sind 35 Prozent aller Arten gefährdet oder bereits ausgestorben; knapp die Hälfte aller Lebensräume gilt als bedroht.

Zwar wuchs die Fläche der Schutzgebiete bis 2023 auf 13,4 Prozent an, doch dies reicht laut der Kommission nicht aus, um nationale und internationale Ziele zu erreichen. Die Aufsicht kritisiert insbesondere, dass eine Vision für die Zeit nach 2030 fehlt. Mit einem Postulat verlangt die GPK-S nun ein Gesamtkonzept für die Jahre 2030 bis 2050.

Als Hauptursachen für das Artensterben gelten gemäss SRF die Zersplitterung von Lebensräumen, übermässiges Düngen und der Klimawandel. Die Kommission nimmt dabei auch die Agrarsubventionen ins Visier: Der Bundesrat soll aufzeigen, wie staatliche Beihilfen die Vielfalt der Lebensräume negativ beeinflussen. Da das Parlament in der Vergangenheit massgebliche Massnahmen ablehnte, sei nun eine klare gesetzliche Anpassung nötig, um die «biologische Substanz» des Landes zu sichern.

🤕 Zahl des Tages

200 Millionen Franken

Fussball macht meistens Spass. (Foto: Unsplash/Giero Saaski)

Kaiserwetter, ab ans «Grümpi». Doch diese Fussballturniere für ehrgeizige Amateure und teambildende Angestellte sind nicht ganz ohne. So mahnt die Suva gemäss CH Media zur Vorsicht: Fussball fordert jährlich 40'000 Verletzte. Ein Unfall verursacht im Schnitt 15 Ausfalltage und kostet bis zu 1000 Franken täglich – insgesamt über 200 Millionen Franken pro Jahr.

«Das Ziel ist nicht weniger Fussball, sondern sicherer Fussball», schreibt die Suva. Risiken wie fehlendes Aufwärmen, ungeeignetes Schuhwerk und fehlende Schienbeinschoner müssten minimiert werden. Zudem sei Fairplay entscheidend, da ein Drittel der Verletzungen auf Fouls zurückzuführen ist.

Kurioserweise ist die Unfallgefahr bei Plauschturnieren laut Suva fünfmal tiefer als im organisierten Vereinsfussball. Dennoch bleibt das Motto für Hobby-Kicker:innen: Wer fair spielt, schützt sich und andere – und schont die Versicherungskasse.

Kurz-News

Bauern fordern Entschädigung · Wegen der Rinderkrankheit «Lumpy Skin Disease» dürfen rund 6000 Schweizer Rinder diesen Sommer nicht auf französische Alpen. Der Bundesrat erliess das Verbot, um ein Einschleppen der Seuche zu verhindern. Betroffene Landwirt:innen kämpfen nun gemäss CH Media mit hohen Kosten für Ersatzfutter und Transporte im Inland. Während das Parlament finanzielle Hilfen befürwortet, fehlt noch die gesetzliche Basis.

Bund schliesst Asylzentren · Das Staatssekretariat für Migration (SEM) legt ab Mitte Juni sechs Bundesasylzentren vorübergehend still. Betroffen sind Standorte in den Kantonen GE, BE, BL, TG und TI. Grund ist der Rückgang der Asylgesuche um knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit der Schliessung von rund 700 Plätzen sollen Kosten gespart und Unterhaltsarbeiten durchgeführt werden, schreibt der Tages-Anzeiger. Nach den Sommerferien wird die Lage aufgrund neuer Prognosen neu bewertet.

Zum Sport · Die Schweizer Eishockeynati gewinnt an der Heim-WM auch das fünfte Spiel: 4:1 gegen die Briten. GC schafft dank eines 2:1 (nach Verlängerung) gegen den FC Aarau den Klassenerhalt. Ebenfalls aufatmen können Fans der Tischtennis-Mannschaft aus Rapperswil-Jona. Diese konnte den Abstieg mit einem Triumph über Vevey gerade noch verhindern.

International

Eklat um Gaza-Flotille · Das EDA fordert von Israel die Einhaltung der Grundrechte für Schweizer Aktivist:innen, die nach dem Stopp der Gaza-Hilfsflotte festgenommen wurden. Weltweite Empörung löste ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir aus, das Gefangene auf demütigende Weise zeigt. Das EDA bezeichnete die Behandlung als «inakzeptabel». Israelische Regierungsmitglieder distanzierten sich gemäss Watson bereits von der «beschämenden» Darstellung Ben-Gvirs.

Geheimnis gelüftet · Die Grosse Pyramide von Gizeh übersteht seit fast 5000 Jahren Erdbeben dank ihrer einzigartigen Bauweise. Laut einer neuen Studie vibriert das Bauwerk in einer anderen Frequenz als der umliegende Boden. Dies verhindert gefährliche Resonanzen, die das Gebäude zerstören könnten. Zudem verteilen interne Entlastungskammern das massive Gewicht so geschickt, dass Erschütterungen im Inneren abgedämpft werden.

🏋️ Nützliches des Tages

Schwingbesen

Fit mit Spargel. (Foto: Unsplash/Alisa Golovinska)

Da wir keine Kenwood-Küchenmaschine haben, benötige ich auch kein Fitness-Abo. Um einigermassen fit zu bleiben, reicht es, ab und zu einen Teig zu kneten.

Besonders ins Schwitzen komme ich jeweils in der Spargelsaison. Ich mag dieses Gemüse gerne an einer selbstgemachten Mayonnaise. Wäre die Küche ein Gym, hiesse diese Übung dann wohl: Besen schwingen.

Wenn du also gerne etwas Leckeres isst über Pfingsten und dabei noch etwas Workout betreiben möchtest, empfehle ich dir dieses Mayo-Rezept von Betty Bossi:

«Eigelb, Senf und Zitronensaft in einer Schüssel mit dem Schwingbesen gut verrühren, würzen. Sonnenblumenöl unter ständigem Rühren anfangs tropfenweise, dann nach und nach im Faden dazugiessen, bis eine dickflüssige Mayonnaise entsteht.» 💪

🥳 Witziges zum Schluss

Frage der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Schönes Pfingstwochenende!

Peter

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