Guten Morgen {{vorname}}
Ich hoffe dein Wochenende war so friedlich und schön wie die Polarlichter, die man am Samstag vereinzelt am Schweizer Nachthimmel beobachten konnte. Wir starten hier nämlich mit dem Gegenteil von schön und friedlich in die Woche: In Zürich wurde eine illegale Party aufgelöst und eskalierte komplett – mehr dazu liest du weiter unten.

Ausserdem widmen wir uns heute mal wieder Guy Parmelins Nachfolge und den F-35-Kampfjets. 😬

Schweiz · Kostenfalle

Ärger wegen teurem Nachrüsten der
F-35-Kampfjets: Schweiz droht gleiches Problem wie Finnland

Das Nachrüsten der F-35-Kampfjets dürfte für die Schweiz teuer werden.(Screenshot: NZZ / Chris Hanoch / Lockheed Martin Aeronautics)

Neue Woche, neuer Ärger um die Jets: Finnland erhielt am 1. Oktober die ersten seiner 64 bestellten F-35-Kampfjets. Doch weil die weniger können, als die USA zugesichert haben, muss die finnische Luftwaffe einen erheblichen Teil der fehlenden Funktionen später selbst und auf eigene Kosten installieren. Wie die NZZ am Sonntag berichtet, droht der Schweiz das gleiche Problem.

Die Zeitung «Helsingin Sanomat» hatte in einer Recherche aufgezeigt, dass der Hersteller der Jets zu viel versprochen hat. Grund dafür ist, dass die USA den F-35 laufend weiterentwickeln – und die zugesagte Modernisierung des Modells, der «Block 4», jahrelange Verspätung hat.

Ein «stark abgespecktes» Paket soll bis 2031 fertig sein, also erst nach der Auslieferung der Jets. Heisst: Finnland muss später teuer nachrüsten – und weil die Schweiz den Kaufvertrag für ihre F-35 praktisch gleichzeitig mit Finnland unterschrieben hat, steht sie damit vor derselben Hürde.

Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse bestätigt, dass die neuen Jets bei der Auslieferung noch nicht über alle neuen Funktionen verfügen. Geliefert würden die Jets mit der aktuellen «Block-4-Konfiguration», zusätzliche Fähigkeiten werden schrittweise eingeführt.

Neben technischen Änderungen an den Jets kommen umfassende Software-Updates dazu, schreibt Watson. Gemäss Armasuisse seien solche Updates durch die Unterhaltsverträge mit den USA sichergestellt: «Für deren Einführung entstehen keine zusätzlichen Kosten ausserhalb dieser Verträge.»

Schweiz · Gewalt

Raketen und Sachbeschädigung: Aufgelöste illegale Party in Zürich eskaliert

Unbekannte griffen in Zürich die Polizei mit Pflastersteinen, Glasflaschen und Feuerwerksraketen an.
(Screenshot: Tages-Anzeiger / Stadtpolizei Zürich)

In Zürich ist am frühen Sonntagmorgen die Auflösung einer illegalen Party beim Hardplatz eskaliert: Dabei wurden ein Polizist verletzt und mehrere Einsatzfahrzeuge schwer beschädigt. Gemäss Tages-Anzeiger traf die Stadtpolizei Zürich am Samstagabend nach einer Meldung auf mehr als hundert teils vermummte Personen. Die Beamten hätten den Anlass zunächst geduldet – erst nach Hinweisen auf Sachbeschädigungen, Böllerzündungen und Belästigungen von Anwohnenden wollte man die Party beenden.

Die Situation geriet ausser Kontrolle: Anwesende bewarfen Polizist:innen mit Glasflaschen und Pflastersteinen und beschossen sie mit Feuerwerksraketen, die gemäss Stadtpolizei teilweise auf Kopfhöhe explodierten. Weiter sollen mehrere Gruppen rund zwei Dutzend Abfallcontainer angezündet haben. Die Einsatzkräfte setzten daraufhin Reizstoff, Wasserwerfer sowie Gummischrot ein – erst am frühen Morgen brachte die Stadtpolizei die Lage unter Kontrolle.

«Es schien, als spielten sie ein Spiel mit der Polizei. Ich hatte wirklich Angst», erzählt ein Anwohner. Eine Anwohnerin wurde laut 20 Min durch den Lärm und den «starken Geruch von verbranntem Plastik» geweckt.

Gestern äusserte sich Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) zu den Vorfällen. «Ich verurteile es aufs Schärfste, dass die Angreifenden bewusst in Kauf nahmen, dass Polizistinnen und Polizisten schwer verletzt werden und dass sie offensichtlich auf Konfrontation aus waren», so Rykart. Stand gestern Abend gab es noch keine Verhaftungen.

Schweiz · Politik

Nachfolge von Guy Parmelin: Favoritin Esther Friedli nimmt sich aus dem Rennen

In den Bundesrat? Nein, danke: Esther Friedli konzentriert sich lieber auf ihr aktuelles Amt und ihr Unternehmen.
(Screenshot: Watson / Keystone)

Die St. Galler SVP-Ständerätin Esther Friedli galt bislang als eine der drei grossen Favoritinnen bei der Nachfolge von Guy Parmelin. Doch wie sie am Wochenende mitteilte, will sie nicht kandidieren. «Es ehrt mich, dass man mich als Kandidatin in Betracht zieht. Doch ich kann mir nicht vorstellen, die Arbeit als Ständerätin bereits nach dreieinhalb Jahren wieder abzugeben», so Friedli zur Plattform «Toggenburg24». Sie strebt 2027 eine Wiederwahl in den Ständerat an.

Die SVP-Politikerin erläuterte ihre Entscheidung bei «SonnTalk» auf TeleZüri, schreiben Watson und Schweiz Heute. Es gebe im Ständerat «noch viel zu machen», ausserdem sei sie auch Unternehmerin und habe in den letzten zehn Jahren mit ihrem Ehemann einen Landgasthof aufgebaut.

Friedli will zwar nicht Bundesrätin werden, nennt aber dafür andere SVP-Politiker, denen sie das Amt zutraut. Mit dem Walliser Staatsrat Franz Ruppen bringt sie einen neuen Namen auf. Er politisierte zwischen 2015 und 2021 als Nationalrat. Esther Friedli sagt richtigerweise: «Mit meiner Absage kommt Bewegung ins Kandidatenkarussell.»

Im Fokus stehen nach Friedlis Absage nun die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz und die Zürcher Regierungsrätin Nathalie Rickli. Und: Wie SRF berichtet, haben sich bis jetzt auch Personen mit einer Kandidatur zurückgehalten, weil sie sich gegen Friedli geringe Chancen ausgerechnet haben. Es bleibt also spannend.

Aufgeschnappt

Der Papst wird operiert

Bei Papst Leo XIV. wurde ein Knoten in der Lunge entdeckt.
(Screenshot: Guardian / Elisabetta Trevisan / Reuters)

Mit 71 Jahren gehört Papst Leo XIV. in der Geschichte der katholischen Kirche noch zu den verhältnismässig jungen Päpsten und hat eigentlich keine gesundheitlichen Probleme. Das Oberhaupt der katholischen Kirche spielt regelmässig Tennis und schwimmt laut The Guardian gerne in der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo. Gestern teilte er in seinem Sonntagsgebet auf dem Petersplatz allerdings mit, dass er sich einer Operation an der Lunge unterziehen müsse: Ihm werde ein Knoten in der Lunge entfernt, der kürzlich bei einer Untersuchung entdeckt wurde, schreibt die Tagesschau.

Der Papst erklärte, dass der Knoten in einem «sehr frühen Stadium» entdeckt wurde. Wie der Vatikan später mitteilte, werde der Eingriff in den kommenden Tagen stattfinden und die Genesungszeit voraussichtlich eine Woche betragen.

Eigentlich sollte Papst Leo, der im Mai vergangenen Jahres als Nachfolger von Papst Franziskus nachrückte, im November eine Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru antreten. Ob das sein Gesundheitszustand zulässt, ist unklar – allerdings erklärte er in seiner gestrigen Rede, dass er die Reise antreten wolle.

Kurz-News

Gestrige Demo in Bern ohne Zwischenfälle · In Bern haben gestern rund tausend Personen an einer unbewilligten Demonstration gegen den Kapitalismus und Imperialismus protestiert, schreibt Nau. Ausserdem forderten Teilnehmende ein Ende militärischer Besatzungen und staatlicher Repression. Die Kundgebung verlief im Gegensatz zum vergangenen Jahr ohne grössere Zwischenfälle. Allerdings sei eine Person angehalten und abgeführt worden, die sich von der Demo gestört gefühlt und mehrere Messer bei sich getragen habe.

Crans-Montana: Untersuchung von Brand dauert länger · Wie die SonntagsZeitung berichtet, dauert die wissenschaftliche Abklärung der Brandursache in Crans-Montana mindestens bis nächstes Jahr. Eigentlich hätte Ende August klar sein sollen, was tatsächlich zum Brand in der Bar «Le Constellation» geführt hat. Die Erstellung des Gutachtens nehme «aufgrund des Umfangs und der Komplexität des Auftrags» mehr Zeit in Anspruch, als bisher vorgesehen. Der Abschluss sei bestenfalls Ende des ersten Quartals 2027 zu erwarten.

Erleichterte Spurensicherung bei Opfern häuslicher Gewalt · Der Kanton Luzern setzt ab 2027 im Rahmen eines Pilotprojekts auf Forensic Nurses: An drei Standorten im Kanton sollen diese spezialisierten Pflegefachkräfte auch ohne Strafanzeige Spuren von häuslicher Gewalt sichern dürfen, schreiben 20 Min und die Luzerner Zeitung. Bislang ist der Zugang zur Spurensicherung in Fällen häuslicher Gewalt in der Regel an eine Anzeige gekoppelt. Für dieses Projekt wolle der Kanton rund 600 Stellenprozente schaffen.

International

Erneute Angriffe der Huthis auf Flughäfen · Die jemenitische Huthi-Miliz hat einen Tag nach dem Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad mit zwölf Toten erneut Angriffe verübt. Wie der Spiegel schreibt, berichtet die saudische Luftfahrtbehörde von einer Attacke auf den King-Fahd-Flughafen in Dammam. Bei einem zweiten Angriff auf den Flughafen King Khalid in Riad gab es laut BBC elf Verletzte und ein Todesopfer. Die Huthi-Miliz meldete, sie habe in den vergangenen 24 Stunden vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt. (Mehr zur Huthi-Miliz etwa bei der Republik.)

Russische Angriffe trotz «Energie-Waffenruhe» · US-Präsident Donald Trump vermeldete gestern überraschend eine «Energie-Waffenruhe» mit «sofortiger Wirkung» zwischen der Ukraine und Russland, wie ZDFheute berichtet. Doch laut Wolodimir Selenski hält sich Russland nicht daran: Gemäss dem ukrainischen Präsidenten habe Russland Energieanlagen in der Region Charkiw im Nordosten der Ukraine angegriffen.

🔧 Nützliches des Tages

Gumo, Zeit für Grusel

Spooky ooky: Die neue Mini-Serie «Carrie» von Mike Flanagan.
(Foto: Robert Falconer / Prime - Amazon Content Services LLC)

So sicher wie das Amen in der Kirche ist das Erscheinen irgendeiner neuen Produktion von Mike Flanagan pünktlich zur Spooky Season: Als Fan des gelegentlichen Grusel-Spasses schätze ich die Serien des US-Regisseurs sehr («Spuk in Hill House» von 2018 oder «Spuk in Bly Manor» von 2020 kann ich Liebhaber:innen des Horrorgenres wärmstens empfehlen). Jetzt erscheint Flanagans Neuauflage von Stephen Kings Filmklassiker «Carrie».

Darin wird ein Teenie-Mädchen, das von ihrer wahnhaften Mutter von der Aussenwelt abgeschottet wird, in der Schule gemobbt. Und das endet äusserst blutig. In der Schweiz ist «Carrie» nun auf Amazon Prime zu sehen. Der Trailer verspricht Gutes, vielleicht ist die Serie auch was für dich. 🦇

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Hab einen guten Start in die Woche 🌞

Vanja

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