Guten Morgen {{vorname}}

«A vote for Kamala is a vote for war», sagte Tulsi Gabbard, bevor sie Trumps Geheimdienstchefin wurde. Eine Stimme für Kamala Harris sei eine Stimme für den Krieg. «Kamala will send your sons to war», sagte Stephen Miller, bevor er Trumps stellvertretender Stabschef im Weissen Haus wurde. Kamala Harris werde die Söhne Amerikas in den Krieg schicken.

Seit letztem Samstag wissen wir nun, weshalb die USA nicht mehr militärische Hilfe in die Ukraine schicken wollen: Trump benötigt die Raketen, um im Nahen Osten einen Flächenbrand zu entfachen.

Und Kamala Harris? Die sagte nach Trumps Angriff auf den Iran: «Ich lehne diesen Krieg entschieden ab.»

Schweiz · Krieg in Nahost

Schweiz bietet sich als Vermittlerin an

Flächenbrand: Eine iranische Rakete traf ein Hotel in Bahrain. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Fadhel Madan)

Am Samstag haben die USA und Israel den Iran angegriffen und dabei Ayatollah Ali Khamenei getötet. Seither herrscht Krieg in der Region.

Die Schweizer Botschaft in Teheran bleibt gemäss NZZ trotzdem in Betrieb. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) betonte, dass der diplomatische Kanal für die USA offen stehe. Die Schweiz sei «zutiefst besorgt» über die Eskalation und biete sich «jederzeit als Vermittlerin» an, falls die Parteien an einem Dialog interessiert seien.

Bei einem mutmasslichen amerikanisch-israelischen Luftangriff auf die Shajarah-Tayyebeh-Mädchenschule in Minab sind mindestens 115 Menschen ums Leben gekommen, berichtet die New York Times. Nach Angaben iranischer Behörden handelt es sich bei den Opfern überwiegend um Kinder. Videos zeigen eine halb zerstörte Primarschule und Rettungskräfte, die in Trümmern zwischen Schulbüchern nach Überlebenden suchen. Die UNESCO verurteilte den Angriff als schweren Bruch des humanitären Völkerrechts.

Die Schule liegt direkt neben einem Stützpunkt der Revolutionsgarden, war laut Satellitenbildern jedoch seit 2016 baulich von der Militärbasis getrennt. Insgesamt forderte die aktuelle Angriffswelle in 24 Provinzen bereits über 200 Todesopfer und rund 750 Verletzte.

Das EDA fordert nun die «uneingeschränkte Einhaltung des Völkerrechts» und ruft alle Akteur:innen zur «grösstmöglichen Zurückhaltung» auf.

Für Schweizer Staatsangehörige vor Ort wurde die Helpline verstärkt, organisierte Rückreisen finden jedoch nicht statt. Zudem verschärfte das Aussendepartement die Reisewarnungen für die gesamte Region, nachdem Iran zahlreiche Raketen und Drohnen auf Nachbarländer abgefeuert hatte.

Irans Vergeltungsschläge gegen zivile Einrichtungen verfolgen gemäss Tages-Anzeiger ein Ziel: das Geschäftsmodell der Golfmonarchien zum Erliegen zu bringen. Mit über 300 Geschossen auf die Emirate sowie Angriffen auf Katar und Bahrain wurden Flughäfen und Hotels unter Beschuss genommen. Auch bei Expats und Tourist:innen herrscht seither grosse Unsicherheit.

In einem Kommentar schreibt das Editorial Board der New York Times: «Niemand sollte um einen Diktator trauern.» Doch das nun entstandene Machtvakuum birge enorme Risiken. Die Zeitung übt scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trumps impulsivem Vorgehen. Es drohten Bürgerkrieg oder eine Machtübernahme durch Hardliner der Revolutionsgarden. Da Trump keine Erklärung für seine Strategie liefere, bleibe die Sorge vor einer «blutigen Hinterlassenschaft» wie im Irak.

🪑 Schweiz · Frühlingssession

Generationenstau im Bundeshaus

Begehrte Sitze: Ab heute füllt sich der Nationalratssaal wieder. (Foto: Unsplash/Alin Andersen)

Heute beginnt die Frühlingssession in Bundesbern. Es geht in den nächsten Wochen ums Sparen und um Wirtschaftspolitik, um digitale Infrastrukturen oder die Rechte von Auslandsschweizer:innen.

Die Limmattaler Zeitung widmet sich in einem Artikel zum Sessionsauftakt indes den «Sesselklebern» im Bundeshaus. Viele Nationalrät:innen klammerten sich an ihre Mandate, oft länger, als es ihren Parteien lieb sei.

Während Rücktritte wie jener von Eric Nussbaumer (SP) als «leuchtende Beispiele» für gekonntes Loslassen gelten würden, verharrten andere seit über 20 Jahren auf ihren Sitzen. Prominente Beispiele seien Martin Bäumle (GLP) oder Gerhard Pfister (Mitte), beide seit 2003 im Amt.

Die Gründe für die überlange Amtsdauer sind gemäss der Zeitung: Macht, Einkommen und die Überzeugung, unersetzbar zu sein. Dieses Sesselkleben blockiere jedoch aufstrebende Talente, die oft jahrelang auf eine Chance warten müssten.

Wer von den Nationalrät:innen heute den Weg nach Bern findet, «Sesselkleber» oder nicht, wird etwa über die Abschaffung der Verjährung bei Mord befinden müssen. Die Idee stammt von SVP-Nationalrat Mike Egger. Wenn das Parlament sie ablehnt, droht er gemäss Tages-Anzeiger mit einer Volksinitiative.

Während der Ständerat der Aufhebung der 30-Jahre-Frist bereits zustimmte, empfiehlt die Rechtskommission des Nationalrats ein Nein. Sie befürchtet falsche Hoffnungen bei Angehörigen. Egger sagt hingegen, dass moderne Ermittlungsmethoden wie DNA-Analysen späte Aufklärungen ermöglichen.

Schweiz · Sozialprojekt

Ein «Bijou» für Randständige

Helfen Menschen: Silvia Hostettler, Ivan Lanz und Michel Theiss vom Verein City-Träff. (Screenshot: SRF/Christoph Studer)

Olten SO erhält einen neuen Anlaufpunkt für Menschen am Rande der Gesellschaft. Heute öffnet der City-Träff in der Nähe des Bahnhofs Hammer seine Türen.

Hinter dem Projekt steht Ivan Lanz, der seine eigene Vergangenheit in der Drogenszene als Motivation nutzt. «Ich habe gute Leute im Rücken, und da haben wir uns gesagt: Komm, wir nehmen das in Angriff», sagt er bei SRF.

«Viele sind nicht gerne bei der Stadtkirche. Sie möchten sich nicht zur Schau stellen.»

Ivan Lanz, Präsident City-Träff

Bisher trifft sich die Szene vor allem am Kirchensockel in der Innenstadt. Das führe oft zu Konflikten mit dem Gewerbe, heisst es im Artikel.

Lanz ist überzeugt, dass die Betroffenen den weniger zentralen Standort annehmen werden: «Viele sind nicht gerne bei der Stadtkirche. Sie möchten sich nicht zur Schau stellen.»

Der Treffpunkt bietet zwei Räume, die Lanz als sein «Bijou» bezeichnet, auch wenn sie eher praktisch als hübsch eingerichtet sind.

Vor Ort herrscht eine strenge Hausordnung: Harte Drogen und harter Alkohol sind verboten. Ziel sei es laut Lanz, den Menschen Anreize zu geben, etwas aus ihrem Leben zu machen.

🤓 Zitat des Tages

«Vom Standpunkt des Glücks aus beurteilt ist die Technik abzulehnen»

Als Gymeler war Max Frisch offenbar Kulturpessimist. (Screenshot: SRF/ETH)

Ein verschollen geglaubtes Frühwerk des Schweizer Schriftstellers Max Frisch sorgt für Begeisterung in der Fachwelt. Der 1930 verfasste Maturaufsatz über die «Licht- und Schattenseiten der modernen Technik» wurde nach Jahrzehnten in Privatbesitz dem Max Frisch-Archiv übergeben.

Für Stiftungspräsident Thomas Strässle ist das achtseitige Manuskript eine «kleine literaturgeschichtliche Sensation», da Frisch spätere Jugendwerke fast vollständig vernichtet hatte.

Der Text offenbart gemäss SRF bereits das enorme Selbstbewusstsein des damals 19-Jährigen. Frisch schreibt visionär: «Wäre ich eine Autorität, hätte mein Name schon den Klang, der die Leute aufhorchen lässt, hätten meine Worte die suggestive Kraft einer ernstgenommenen Persönlichkeit.»

Inhaltlich zeigt sich der Gymnasiast äusserst technikskeptisch: «Vom Standpunkt des Glücks aus beurteilt ist die Technik abzulehnen.» Frisch vertritt die Ansicht, die Technik werde von «Vollblutdummköpfen mit Kultur identifiziert», führe aber letztlich zur Leere.

Technik schenke zwar Zeit, mit dieser wisse der moderne Mensch aber nichts anderes anzufangen, als «über allen Teufelskram nachzudenken». Sein pessimistisches Fazit: «Je klarer und logischer wir denken, desto rascher erkennen wir die bodenlose Stumpfsinnigkeit unseres Daseins.»

Die Rettung des Dokuments gleicht einem Krimi: Ein ehemaliger Schüler entwendete den Aufsatz 1954 aus Sorge vor dessen Verlust aus dem Archiv des Gymnasiums Rämibühl. Erst kurz vor seinem Tod im Jahr 2024 gab er das Diebesgut zurück.

Mässig beeindruckt zeigte sich übrigens Frischs Deutschlehrer. Er bewertete die Arbeit damals nur mit der Note 4–5.

Kurz-News

Gefallener Influencer · Wegen rechtsextremer Propaganda haben Migros und Coop die Zusammenarbeit mit Influencer Joung Gustav beendet. «Sei links oder sei ruhig», stänkerte dieser danach. Doch ging es nicht bloss um Asyl-Kritik. Gemäss SonntagsBlick verbreitete der TikTok-Star mit 5,5 Millionen Follower:innen völkische Verschwörungstheorien und lobte in einem Livestream die militante Gruppierung Junge Tat: «Sie kämpfen für die richtige Seite.» Trotz Rausschmiss selbst zeigt sich Gustav uneinsichtig. Er bereue nichts.

Angespanntes Verhältnis · Ein neuer Steuerstreit verschlechtert die infolge der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS bereits belasteten Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien. Die Regierung Meloni plant eine Gesundheitsabgabe von bis zu sechs Prozent auf das Einkommen italienischer Grenzgänger:innen. Das Tessin droht nun gemäss Watson mit einer Retourkutsche: Die Rückerstattung der Quellensteuern an Italien soll blockiert werden. Während das Tessin eine Verletzung des Grenzgängerabkommens sieht, warnt Bern vor einer Eskalation und hält die Rechtslage für ungeklärt.

Fake News auf X · Eine Datenanalyse entlarvt gemäss Tages-Anzeiger eine gezielte Desinformationskampagne zur EU-Debatte auf der Plattform X. Rund sieben Prozent der untersuchten Profile waren gefälschte Konten, die SVP-Narrative verbreiteten. Unter dem Hashtag #Unterwerfungsvertrag infiltrierten die Bots Diskussionen, um Verwirrung zu stiften und das Vertrauen in das EU-Paket zu untergraben. Laut Forschenden spielen klassische Medien eine wichtige Rolle, um Falschinformationen einzuordnen und die Bevölkerung zu sensibilisieren.

International

Ölpreis steigt · Der Krieg im Nahen Osten treibt die Energie- und Rohstoffpreise in die Höhe. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg gestern Sonntag um fast zehn Prozent, berichtet der Spiegel. Da der Transport durch die Strasse von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen ist, befürchten Expert:innen einen weiteren Preissprung auf über 100 Dollar. Die Opec plus reagierte lediglich mit einer minimalen Fördermengenerhöhung. Auch Edelmetalle verteuerten sich: Der Goldpreis stieg auf über 5390 Dollar.

Polizist adoptiert Hund · Ein am Flughafen von Las Vegas ausgesetzter Goldendoodle hat ein neues Zuhause gefunden: Er wurde vom Polizeibeamten Skeeter Black adoptiert – genau jenem Mann also, der ihn in der Abflughalle rettete. Die Vorbesitzerin hatte den Hund, der jetzt den Namen «Jet Blue» trägt, an einen Ticketschalter gebunden, da sie nicht über die nötigen Papiere für den Flug verfügte. Nach einer zehntägigen Frist durfte der Polizist das Tier schliesslich offiziell in seine Familie aufnehmen, berichtet NBC.

🦉 Nützliches des Tages

Kunststoff­manschetten

Good News für den Uhu: Sein Jagdrevier wird sicherer. (Foto: Unsplash/Danny Rienecker)

Stromschläge gelten als häufigste unnatürliche Todesursache für Uhus. Da die imposanten Eulen Fahrleitungsmasten gern als Aussichtsplattform für die Jagd nutzen, enden Landung oder Abflug oft tödlich. Damit soll aber bald Schluss sein: Eine seit August 2025 geltende Verordnung verpflichtet Netzbetreiber landesweit, gefährliche Masten vogelsicher zu machen.

Eine zentrale Rolle spielen dabei spezielle Kunststoffmanschetten. Diese isolieren die kritischen Stellen am Mast und verhindern, dass die Vögel beim Berühren der Leitungen einen tödlichen Schlag erleiden. Die Rhätische Bahn (RhB) leistet gemäss Schweizer Familie Pionierarbeit und hat bereits rund 600 Masten entsprechend nachgerüstet.

Das Projekt nützt nicht nur dem Artenschutz. Laut der RhB profitieren auch Fahrgäste, da kurzschlussbedingte Störungen im Bahnbetrieb durch Tierkollisionen deutlich abnehmen. Dank der neuen Sicherheitsmassnahmen und der Zuwanderung von Beständen aus dem Norden blickt die grösste Eule Europas in der Schweiz einer sichereren Zukunft entgegen.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

PS: WAR IS OVER! (If You Want It)

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