Guten Morgen {{vorname}}
Vor einem Vierteljahrhundert, nach dem Absturz einer Crossair-Maschine bei Bassersdorf ZH, äusserte der damalige Bundespräsident Moritz Leuenberger den berühmten Satz: «Hört das denn nie auf?»
Zuvor kam es im Gotthard-Strassentunnel zu einem Brand mit elf Toten, im Zuger Kantonsparlament tötete ein Attentäter 14 Menschen und in New York stürzten nach Terroranschlägen durch die Al-Qaida die Twin Towers ein.
Wenn man sich in diesen Tagen und Wochen durch die News liest, kommt einem unweigerlich der «Katastrophenherbst» 2001 in den Sinn. In Crans-Montana sterben Dutzende mehrheitlich junge Menschen bei einem Brand in einer Bar; bei einem Minenunglück im Kongo werden Hunderte lebendig begraben, viele davon Kinder; im Iran oder im Sudan toben Kriege.
Und nun dieser fürchterliche Postautobrand in Kerzers FR. Bundespräsident ist heute Guy Parmelin. Auf Twitter teilt er mit: «Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der Schweiz bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind. Die Hintergründe werden geklärt. Den Angehörigen der Verstorbenen spreche ich mein Beileid aus. Und ich denke an die Verletzten und die Rettungskräfte.»
Schweiz · Katastrophe
Sechs Tote bei Postautobrand in Kerzers

Ausgebrannter Bus in Kerzers. (Screenshot: Tamedia)
Bei einem Brand eines Postautos in Kerzers FR sind gestern Abend mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Kantonspolizei Freiburg bestätigte zudem fünf Verletzte, darunter drei Personen mit schweren Verbrennungen sowie eine Einsatzkraft. Die Identität der Opfer ist gemäss der Zeitung Der Bund noch ungeklärt.
Die Behörden vermuten ein Verbrechen. Es gebe Hinweise darauf, dass eine Person den Brand mutwillig ausgelöst habe. Ob sich der mutmassliche Täter unter den Opfern befindet, ist derzeit ungewiss. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet. Das Fahrzeug war von Düdingen FR nach Kerzers unterwegs, als das Feuer gegen 18.25 Uhr ausbrach.
Der Freiburger Staatsrat sprach den Familien der Opfer seine tiefe Solidarität aus. In einer Mitteilung würdigt er zudem «das Engagement und die Professionalität der Rettungsdienste und Sicherheitskräfte» bei diesem aussergewöhnlichen Einsatz. Auch die Post reagierte erschüttert: «Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Angehörigen der Verstorbenen.»
Heute Nachmittag um 14 Uhr zieht die Kantonspolizei in Granges-Paccot FR an einer Pressekonferenz Bilanz zur aktuellen Lage. Dabei werden gemäss Blick neue Details zu den Hintergründen des Brandes und zum Stand der Ermittlungen erwartet.
Für Angehörige wurde eine Hotline unter der Nummer 0800 261 700 eingerichtet. Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zum Geschehen im Bus machen können.
Schweiz · Naturgefahren
Erdrutschgefahr im Wallis: Chippis bereitet Evakuierung vor

250 Meter lange Bruchlinie. (Screenshot: SRF/Laura Juliano/Keystone)
Der menschengemachte Klimawandel führt auch zu mehr extremen Niederschlägen und Hochwassern. Das hat Folgen. «Naturgefahren werden häufiger und intensiver», sagte im vergangenen Sommer Katrin Schneeberger, die Direktorin des Bundesamts für Umwelt, im SonntagsBlick.
Jetzt droht im Wallis der nächste Hangrutsch. Im Val d’Anniviers wächst ein Erdspalt täglich um bis zu vier Millimeter. Die 250 Meter lange Bruchlinie bedroht das Dorf Chippis, weshalb die Behörden gemäss SRF Evakuierungspläne aktiviert und Zivilschutzräume reserviert haben. Geolog:innen überwachen die instabile Masse von rund 500'000 Kubikmetern kontinuierlich.
Ein Hangrutsch könnte den Fluss Navizence verstopfen und das Wasser aufstauen. Falls dieser natürliche Damm plötzlich nachgibt, droht Chippis durch das angestaute Wasser eine gefährliche Flutwelle. «Das Katastrophenszenario wäre, dass die gesamte instabile Masse auf einmal abrutscht», warnen Expert:innen, auch wenn derzeit ein etappenweiser Abgang wahrscheinlicher scheint.
An einer Informationsveranstaltung zeigten sich die Bewohner:innen am Montagabend beunruhigt über die Vorwarnzeit. Gemeindepräsident Olivier Perruchoud erklärte gestern, die grösste Sorge sei gewesen, «wie viel Zeit sie für eine Evakuierung hätten und ob sie evakuiert werden müssten».
Seit der Entdeckung der Bruchstelle im Oktober 2025 wird das Gebiet per Drohne und Laserscanner überwacht.
Schweiz · E-Voting
Verdacht auf Wahlfälschung in Basel

Kleiner USB-Stick führt zu grossen Problemen (Symbolbild). (Foto: Unsplash/Sara Kurfeß)
Eine Panne beim E-Voting erschüttert den Kanton Basel-Stadt. Weil sich eine elektronische Urne nicht öffnen lässt, bleiben 2048 Stimmen vom vergangenen Wochenende vorerst ungezählt. Die Staatsanwaltschaft hat nun gemäss NZZ ein Verfahren wegen des Verdachts auf Wahlfälschung eröffnet, nachdem Kriminaltechniker:innen Hinweise auf mögliche Manipulationen fanden.
Ursprung der Probleme sind technische Defekte an drei verschlüsselten USB-Sticks aus dem Jahr 2018, die den notwendigen Sicherheitsschlüssel enthalten. Obwohl Tests vorab erfolgreich verliefen, scheiterte der Zugriff kurz vor dem Wahltermin endgültig. «Ein menschliches Fehlverhalten werde nicht ausgeschlossen», teilte die Staatskanzlei mit.
Der Vorfall offenbart gravierende Mängel in der Redundanz des Systems. Als Konsequenz setzt der Regierungsrat den Versuchsbetrieb bis Ende 2026 aus. Sollte der Zugriff auf die Daten in den nächsten zwei Wochen nicht gelingen, müssen die betroffenen Stimmen als ungültig gewertet werden. Die geplante Ausweitung des E-Votings auf 30 Prozent der Stimmberechtigten liegt damit vorerst auf Eis.
Eine Community kann man nicht kaufen.*
*Kooperation mit dem Community Summit
Reichweite auf Social Media wird immer teurer, der Algorithmus immer unberechenbarer. Wer als Marke oder Organisation langfristig überleben will, braucht keine passiven Follower, sondern eine Community. Man muss aus Kund:innen und Mitarbeitenden loyale Fans machen.
Genau deshalb braucht es den 1. Community Summit am 7. Mai. Tsüri.ch, Herausgeberin des 6iBriefs, hat spannende Gäste eingeladen, die ihr Praxiswissen teilen: Wie bauen Brands wie On, Digitec Galaxus oder starke NGOs wie der WWF echte Netzwerke auf, die auch Krisen überstehen?
Bevor das ganze Line-up veröffentlicht wird, sind die letzten Early Bird Tickets im Verkauf.
Zitat des Tages
«Die Iraner:innen wissen, dass sie sich selbst überlassen sind»

Fordert einen Kurswechsel von der Schweiz: Neda Amani. (Screenshot: Watson)
Trumps Krieg gegen den Iran bremst auch die Widerstandsbewegung aus. In einem lesenswerten Interview mit Watson zeichnet die schweizerisch-iranische Menschenrechtsaktivistin Neda Amani ein düsteres Bild der Lage: «Ich denke, die Iraner:innen wissen, dass sie sich selbst überlassen sind.» Das Regime schütze sein Volk nicht vor den Angriffen Israels und der USA. Darum hätten die Menschen im Iran berechtigterweise Angst um ihr Leben.
Die 35-jährige Gründerin des Vereins «Iranian Youth Association in Switzerland» und Mitglied des «Women’s Network for Change» übt scharfe Kritik an der Rolle der Schweiz. Durch ihre langjährigen diplomatischen Beziehungen habe sie dem Regime internationale Legitimität verliehen und es am Leben erhalten: «Trotz der Hinrichtungen, trotz der Verhaftungen von Gegenstimmen, trotz der Unterdrückung der Frauen und aller Minderheiten.»
Derweil habe das Regime in den 47 Jahren seines Bestehens gelernt, wie es mit demokratischen Tools umgehen könne, so Amani. «Es hat den Westen glauben lassen, dass es reformierbar und moderat ist. Gleichzeitig sind die Hinrichtungsraten gestiegen und die Menschen im Iran waren wirtschaftlich am Ende. Seit den breiten Aufständen 2022 kann sich aber auch der Hinterletzte nicht mehr schönreden, was im Iran passiert.»
Amani fordert nun einen Kurswechsel: Die Schweiz müsse das Selbstbestimmungsrecht des Volkes respektieren und den organisierten Widerstand anerkennen. Nur so könne eine Befreiung von innen gelingen. Trotz des Todes von Ajatollah Ali Khamenei bleibe die Lage instabil. Sein Sohn Mojtaba, der die Macht übernommen habe, gelte als Architekt der Repression.
Kurz-News
Medikamentenmangel · In der Schweiz sind über 550 Medikamente nicht lieferbar, berichtet der Tages-Anzeiger. Betroffen sind vor allem lebenswichtige Infusionslösungen und Psychopharmaka. Um Engpässe bei Schmerzmitteln zu verhindern, schieben hiesige Firmen wie Streuli Pharma bereits Nachtschichten. Da die Produktion kaum noch kostendeckend ist, fordern Hersteller und Apotheker nun finanzielle Sicherheiten vom Bund.
Schutz für Schwangere · Der Nationalrat will die finanzielle Absicherung arbeitsloser Schwangerer stärken. Mit 103 zu 87 Stimmen nahm er gestern eine Motion von Ständerätin Flavia Wasserfallen (SP) an, die zusätzliche Taggelder und einen Schutz vor Aussteuerung vorsieht. Da Schwangere als schwer vermittelbar gelten, sei die aktuelle Deckung ungenügend, so die Mehrheit. Gegen den Widerstand von SVP, FDP und Bundesrat muss nun eine Vorlage ausgearbeitet werden. Hier gehts zum Sessionsticker des SRF.
Es rosat so rosa · Warum in die Ferne schweifen? Gemäss Watson geht es «lo-oos!» mit der zauberhaften Kirschblütenzeit in der Schweiz. Der schön bebilderte Artikel verrät dir die Hotspots, zum Beispiel beim Espace des Remparts in Sion VS oder im Park des Olympischen Museums in Lausanne VD. Die Stadt Zürich betreibt sogar eine eigene Cherry Blossom Map. Happy Hanami! 🌸
International
Fussballerinnen in Sicherheit · Während im Nahen Osten der Krieg wütet, gewährt Australien zwei weiteren Frauen der iranischen Fussball-Nati Asyl. Damit seien nun insgesamt sieben Delegationsmitglieder nach dem Asian Cup in Sicherheit, berichtet PBS. Vor dem Abflug des Rests des Teams wurden alle Spielerinnen einzeln und ohne Aufseher befragt. Die Asylsuchenden erhalten humanitäre Visa mit Aussicht auf dauerhaften Aufenthalt.
Es gibt sie doch noch · Zwei Beuteltierarten, die seit über 7000 Jahren als ausgestorben galten, wurden gemäss NBC auf Neuguinea lebend gefunden. Die Zwerglangfingerbeutelratte und der Ringelschwanzbeutler waren bisher nur durch Fossilien bekannt. Die Entdeckung gelang durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen, indigenen Gemeinschaften und Bürgerforscher:innen, die Fotos der Tiere auf Online-Plattformen identifizierten.
🪕 Nützliches des Tages
Kilbi-Tickets

Highlight im Festivalkalender: Bad Bonn Kilbi. (Foto: Privat)
Im Kanton Freiburg passiert auch Erfreuliches. Die Bad Bonn Kilbi in Düdingen nämlich, vom 3. bis 5. September. Ausgerechnet heute, an diesem Trauertag nach dem schrecklichen Busbrand, gehen die Tickets in den Verkauf.
Abwarten geht nicht. Die Kilbi-Pässe gehen ähnlich schnell weg wie die Tickets fürs nicht minder legendäre Glastonbury Festival in England. Wenn du deshalb heuer an diesem Bijou von einem Musikfest teilnehmen möchtest, lohnt es sich, pünktlich um 10.30 Uhr vor dem Compi zu sitzen und die Finger zu kreuzen.
Aus eigener Erfahrung weiss ich: Das kann mitunter frustrierend sein. Wenn es aber klappt, kannst du dich freuen. Auf ein Programm mit Bands, von denen du vermutlich noch nie gehört hast, die du aber unbedingt kennenlernen möchtest.
In all den Jahren habe man Neugierde und den Mut bewahrt, selbst die besten Freund:innen des Hauses vor den Kopf zu stossen, heisst es in einer Ode an die Kilbi auf der Seite des Bad Bonn Clubs. «Damit auch wir den Blick und die Ohren ausweiten.»
Wenn du also Musik liebst und an diesem Septemberwochenende noch nichts vorhast, versuch heute dein Glück. Ich wünsche gutes Gelingen – und falls es klappt: viel Spass! 🤞
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Und bis morgen, wenn du magst.
Peter 🖤🤍
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