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Sie wollte nur in die Badi. Stattdessen landete sie auf der Polizeiwache: Für eine trans Frau endete der Aufenthalt im Berner Marzilibad mit einem Polizeieinsatz.

Nachdem sich im FKK-Bereich für Frauen einige Besucherinnen von ihrer Anwesenheit gestört fühlten, eskalierte die Situation. Die Stadt entschuldigte sich inzwischen bei der Frau, die vom Vorfall massiv erschüttert sei.

International · Angriff

Sechs Menschen in Jugendeinrichtung getötet

Sechs Menschen starben nach Schüssen in einer Jugendeinrichtung. (Screenshot: The Guardian / Ibrahim Ot / AFP / Getty Images)

In der norddeutschen Stadt Stade, westlich von Hamburg, sind in einer Jugendeinrichtung sechs Personen mit Schüssen getötet worden. Beim Angriff in der Einrichtung, in der Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht sind, starben fünf Personen vor Ort, eine weitere erlag im Spital ihren Verletzungen. Bei den vier Frauen und zwei Männern handelt es sich um Personen, die Mitarbeitende der Jugendhilfeeinrichtung oder des Jugendamts waren.

«Es gibt mehrere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden», sagte eine Polizeisprecherin laut Tages-Anzeiger der Nachrichtenagentur dpa. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Zahl der Todesopfer noch steige.

Der Hintergrund der Tat sei gemäss der Polizei ein Sorgerechtsstreit: Wie der Spiegel berichtet, handelt es sich beim Tatverdächtigen um einen 45-jährigen Mann aus Hannover. Der mutmassliche Schütze, der bislang «nicht als absolut gewalttätig» aufgefallen sei, wurde festgenommen.

Der Mann erschien gestern in der Einrichtung zu einem Sorgerechtstermin für seine drei Monate alte Tochter. Das Baby und die Kindsmutter leben dort in der Wohngruppe und blieben beide unverletzt. Neben dem mutmasslichen Schützen wurden zwei weitere Personen festgenommen: Eine davon ist eine 65-jährige Frau, die am Steuer des Autos sass, in dem der mutmassliche Täter flüchtete.

Die Ermittelnden gehen laut einem Polizeisprecher davon aus, dass «es sich weder um einen Femizid noch um eine Tat mit politischem Hintergrund oder Ähnlichem handelt», berichtet The Guardian. «Vielmehr handelt es sich um eine erweiterte Familientragödie.»

Schweiz · Polizeieinsatz

Berner Polizei führt trans Frau aus Marzilibad ab

Eine trans Frau wurde fälschlicherweise aus dem Frauenbereich des Marzilibades abgeführt. (Screenshot: Watson / Keystone)

Eine trans Frau wurde am Sonntagabend aus dem Berner Marzilibad abgeführt. Wie die Stadt Bern laut SRF mitteilt, sei die Frau im «Paradiesli», dem FKK-Bereich für Frauen, aufgrund einiger körperlicher Merkmale von anderen Badegästen nicht weiblich gelesen worden. Manche der Besucherinnen fühlten sich durch ihre Anwesenheit gestört. Als auch Gespräche die Situation nicht beruhigen konnten, entschied sich der Badebetrieb zur polizeilichen Wegweisung.

Die Stadt Bern räumte in einer Medienmitteilung ein, dass dies falsch war: Die Direktion für Bildung, Soziales und Sport bedauere den Entscheid ausdrücklich und entschuldige sich bei der betroffenen Person. Das Sportamt werde die Zugangsregeln künftig klarer kommunizieren. «Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, haben Zugang zum Paradiesli», teilte die Stadt mit. Eine interne Orientierungshilfe unterstütze das Personal vor Ort bei der Frage des Zutritts und im Härtefall gelte das im Ausweis festgehaltene amtliche Geschlecht. Die betroffene Person habe diese Zutrittsregelung erfüllt.

«Der Polizeieinsatz war unverhältnismässig.»

Person aus dem Umfeld der Betroffenen

In einer Mitteilung äussert das Umfeld der betroffenen Frau Kritik: «Der Polizeieinsatz war unverhältnismässig.» Demnach hätten sechs Polizeiangestellte die Person unter grobem Körpereinsatz zu Boden gebracht und mit Handschellen abgeführt. Wie das Umfeld der Frau gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt, sei die Betroffene zwei Stunden auf einer Polizeiwache festgehalten worden und habe die Nacht in einem Spital verbracht. Die Polizei gibt an, dass sie sich weigerte, das Freibad zu verlassen, und sich unkooperativ zeigte.

Bei der betroffenen Frau hat der Polizeieinsatz Spuren hinterlassen: Wie Nahestehende gegenüber Watson berichten, sei sie nach dem Vorfall «psychisch stark belastet», «massiv am Boden zerstört» und in ihrer Existenz erschüttert. «Das war transfeindliche Gewalt», sagt eine Bekannte der Frau zu 20 Minuten.

Schweiz · Temperaturen

Längste Hitzewelle seit Messbeginn

Ein Temperaturrekord jagt den nächsten, in Basel zum Beispiel mit 39 Grad. (Foto: Unsplash / Alain Rouiller)

Kaum ein Rekord, über den es sich jubeln lässt: Noch nie gab es so viele Hitzetage am Stück. Mehrere Schweizer Wetterstationen haben am Montag laut der Nachrichtenagentur SDA neue Rekorde für die Dauer einer Hitzewelle erreicht.

Payerne, Pully, Schaffhausen, Bern-Zollikofen und Buchs-Aarau verzeichneten erstmals 13 Tage in Folge mit Temperaturen von mindestens 30 Grad. Zwölf Hitzetage am Stück haben Zürich-Fluntern, Delsberg, Freiburg und Altdorf hinter sich. Das Thermometer kletterte am Montag an diesen Messstationen nicht erneut über die 30-Grad-Marke.

Gemessen wird die Dauer einer Hitzewelle anhand der Anzahl aufeinanderfolgender Tage, an denen die Höchsttemperatur diesen Schwellenwert erreicht.

Am vergangenen Wochenende wurden die bisherigen Temperatur-Allzeitrekorde an zahlreichen Stationen gebrochen: In Basel zum Beispiel mit toasty 39 Grad. Ein Temperaturrekord wurde am Montag auch in San Bernardino GR auf 1639 Metern über Meer mit 24,2 Grad gemessen. Immerhin: Die Hitzewarnungen wurden mittlerweile für grosse Teile der Schweiz aufgehoben.

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Zahl des Tages

1300 Tote durch Hitze

Frankreich ist besonders von der Hitzewelle betroffen.
(Screenshot: SRF / Keystone / AP / Aurelien Morissard)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet mit über 1300 Hitzetoten in Europa alarmierende Zahlen. Der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus schrieb auf der Plattform X: «Seit dem 21. Juni wurden in Europa mehr als 1300 zusätzliche Todesfälle verzeichnet, die im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen stehen.»

Er schreibt, dass derzeit 150 Millionen Menschen unter extremer Hitze leiden, und europäische Wohnungen, Arbeitsplätze und Schulen für solche Temperaturen nicht ausgelegt seien: «Hitzestress wird oft als der stille Killer bezeichnet.» Die Hitzewelle trifft besonders Frankreich hart. Rund 1000 Todesfälle mehr als üblich meldet das Land seit dem letzten Mittwoch laut SRF.

Laut WHO hat die Häufigkeit von Hitzewellen in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen – was früher etwa einmal pro Generation auftrat, kommt heute nahezu jährlich vor. Ein treibender Faktor sei der Klimawandel.

Kurz-News

Museen geben Benin-Bronzen zurück · Drei Schweizer Museen haben in Lagos in Anwesenheit von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider 18 Kulturobjekte, sogenannte Benin-Bronzen, offiziell an Nigeria zurückgegeben. Damit kehren diese Kulturgüter nach 130 Jahren dorthin zurück, wo britische Kolonialtruppen sie einst geraubt hatten.

Kanti greift durch · Die Kantonsschule Baden hat mehrere Wochen nach den Ausschreitungen rund um die «Uselütete» 17 Jugendliche sanktioniert. Sie gehörten zu der Gruppe, die an der Nachbarschule in Wettingen AG für Chaos sorgte. Die Massnahmen reichen von Arbeitseinsätzen bis zum Ausschluss mehrerer Schüler:innen von der Maturfeier.

20-Jährige tot aufgefunden · In Bern wurde eine 20-jährige Frau leblos vor einer Liegenschaft aufgefunden. Die Frau konnte identifiziert werden. Im Zuge der Ermittlungen wurden zwei Männer festgenommen. Ein 35-Jähriger befindet sich in Untersuchungshaft. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt.

International

Explosion in Monaco· Drei Menschen wurden bei einer Explosion am Eingang eines Wohngebäudes in Monaco schwer verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich. Unter den Verletzten soll laut Blick der Oligarch Vadim Ermolaev sein. Medienberichten zufolge flog ein Sprengstoffpaket in die Luft. Ein Verdächtiger ist auf der Flucht.

Zahl der Toten steigt · Die offizielle Zahl der Toten nach dem Doppel-Erdbeben in Venezuela ist auf 1719 gestiegen. Wie der Präsident der Nationalversammlung Jorge Rodríguez mitteilte, wurden zudem mehr als 5000 Menschen verletzt. Seit den Beben habe es mehr als 500 Nachbeben gegeben.

🔧 Nützliches des Tages

Skurrile Ferien-Attraktionen

Eine Halle voller Neon-Lichter in London oder eine Traumwelt in New York: Auf Atlas Obscura gibts Reise-Inspo. (Screenshot: Atlas Obscura)

Planst du deine Sommerferien und überlegst, welche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten sich lohnen und nicht schon in absolut jedem Reiseführer angepriesen werden? Mir löscht es meistens ab, wenn man auf Reisen bei abgefrühstückten Ausflugszielen landet, nur um dann ewig Schlange zu stehen, gelangweilt ein obligatorisches Foto zu machen und uninspiriert wieder zu gehen.

Für interessante Tipps und ungewöhnliche Orte auf der ganzen Welt kann ich Atlas Obscura empfehlen. Mich führte der etwas andere Tourguide schon zu besonderen Destinationen, auf die ich wahrscheinlich sonst kaum gestossen wäre.

Zum Beispiel entdeckte ich so das «House of Eternal Return» in Santa Fe, eine immersive Kunstinstallation in einer riesigen Halle, die Star-Autor George R. R. Martin gehört. Oder das äusserst seltsame Museum «The Freakybuttrue Peculiarium» in Portland, eine Art Kuriositätensammlung in einem Wohnquartier. Einmal durchscrollen lohnt sich!

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Merci fürs Lesen und hoffentlich bis morgen,

Vanja

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