Guten Morgen {{vorname}}
Das Brandenburger Tor leuchtete in Regenbogenfarben: Hunderte Menschen versammelten sich gestern in Berlin, um nach dem Anschlag auf den CSD den Opfern zu gedenken, einander Trost zu spenden und füreinander da zu sein.
«Gestern war ein Angriff auf uns alle, auf alle unsere Identitäten, auf unsere Existenzen, auf unsere Gemeinschaft und unsere Demokratie», hiess es in einer der Reden auf einer Bühne. Und: «Wir lassen uns davon nicht unterkriegen.» 🤍
International · Terroranschlag
Solidarität aus der Schweiz nach
Anschlag auf den Berliner CSD

Der mutmassliche Täter Abdul B. fuhr am Berliner CSD mit einem Van in die Menschenmenge (Screenshot: Spiegel / Annegret Hilse / Reuters)
Hunderttausende Menschen feierten am Samstag an der bislang grössten Berliner Pride Parade, ehe um kurz vor 22 Uhr ein Transporter in eine Menschenmenge im Tiergarten fuhr. Dies berichtet die Taz. Dabei wurden mehrere Menschen erfasst, eine Person wurde getötet. 29 weitere Menschen wurden verletzt, teilweise schwer.
Der Täter griff nach dem Aufprall weitere Menschen mit einer Machete an, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) laut SRF sagte. Die Ermittler:innen gehen von einem islamistischen Terroranschlag aus.
Beim mutmasslichen Attentäter handelt es sich um den 21-jährigen Abdul B. Er wurde im Mai wegen Vorbereitung einer terroristischen Straftat auf Bewährung verurteilt und versuchte sich laut Tagi mehrfach, der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschliessen. Die Polizei erschoss ihn laut Spiegel. Wegen möglicher Mittäter wird ermittelt.
Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem «Angriff auf unsere Gesellschaft». Auch Schweizer Politiker:innen und Vertretende der queeren Community bekunden ihre Solidarität. Die Veranstaltenden der Bern Pride schrieben laut Nau: «Gerade in solchen Momenten zeigt sich, was Community bedeutet: Wir tragen einander und lassen niemanden allein.»
Die Zürcher SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser verwies auf die LGBTIQ-Helpline: «Bleibt bitte nicht alleine mit dieser Nachricht. Meldet euch bei euren LGBTQ-Mitmenschen.» Und SP-Nationalrätin Tamara Funiciello schrieb: «Wie kann man nur hassen, dass Menschen sich lieben? Unsere Gedanken sind bei unserer queeren Familie in Berlin.»
Schweiz · Klima
Die nächste Hitzewelle steht bevor

Die Trockenheit bleibt bestehen und die nächste Hitzewelle kommt auf die Schweiz zu. (Screenshot: SRF / Keystone/ Christian Beutler)
Diese Woche wird es wieder richtig heiss – die Schweiz steht vor der nächsten Hitzewelle, berichtet SRF. Bereits Mitte nächster Woche steigen die Temperaturen nach den Prognosen von SRF Meteo voraussichtlich auf 35 bis maximal 38 Grad. «Ab Dienstag haben wir wieder Temperaturen über 30 Grad, ab Donnerstag 35 bis 38 Grad. Und es gibt einige Modelle, die zeigen sogar, dass der Rekord in Basel von 39 Grad geknackt werden könnte. 40 Grad oder 41 wären möglich», sagt SRF-Meteorologe Jan Eitel.
Auch die Trockenheit, unter der die Schweiz seit Wochen leidet, bleibt bestehen. In ihrem aktuellen Trockenheitsbulletin schreibt das Bundesamt für Umwelt (Bafu), dass es weiterhin keine Anzeichen für eine länger anhaltende, flächige Niederschlagsperiode gibt. Auch für die zweite Augusthälfte wird nicht mit ergiebigen Niederschlägen gerechnet, berichtet Watson.
Wegen der Trockenheit sind die Wasserstände weiter gesunken. Nicht nur Flüsse in der ganzen Schweiz führen wenig Wasser, auch mehrere Seen wie der Walensee, Vierwaldstättersee oder der Zürichsee, haben für die Jahreszeit einen ungewöhnlich tiefen Wasserstand.
Schweiz · Gewalt
Ex-SVP-Politiker soll Therapeut
von Tat erzählt haben

Andreas Hill, Leitender Arzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, spricht über die Schweigepflicht von Therapeut:innen.
(Screenshot: Tages-Anzeiger / Julia Knop (Laif))
Die mutmasslichen Missbrauchsfälle des ehemaligen Aargauer SVP-Grossrats Patrick Frei sorgten vergangene Woche für Entsetzen (der Tages-Anzeiger berichtete). Wie die SonntagsZeitung schreibt, gibt es Hinweise, dass er schon vor Jahren seinem Psychotherapeuten gegenüber sexualisierte Übergriffe beschrieben haben soll.
Nun stellt sich die Frage, wann Therapeut:innen trotz Schweigepflicht eine mögliche Bedrohung melden sollen. Müssen sie eingreifen, wenn sie von möglichen Delikten erfahren? Sandra Sommer, Psychotherapeutin und Rechtspsychologin in der Forensik Praxis Bern, spricht von einer Gratwanderung: «Die Schweigepflicht müssen wir extrem hoch gewichten, denn sonst kommen die Leute nicht zu uns.» Es sei wichtig, Personen zu therapieren, auch wenn diese eine sexuelle Neigung ansprächen, die potenziell zu Übergriffen führen könnte. Ansonsten würden diese Patient:innen keine Hilfe mehr holen.
Laut Andreas Hill, Leitender Arzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, gibt es für Psychotherapeut:innen keine Pflicht, vergangene Delikte zu melden: «Ich muss die Schweigepflicht nicht brechen, wenn mir jemand in der Therapie zum Beispiel erzählt, er habe vor fünf Jahren jemanden umgebracht.» Er könne mit dem Betreffenden besprechen, ob es nicht besser wäre, sich anzuzeigen. Selbst bei zukünftig drohenden schweren Delikten könne er als Therapeut zwar die Schweigepflicht brechen, müsse aber nicht.
Falls du Unterstützung brauchst, findest du diese hier bei der Opferhilfe.
Kurioses
Wir gehen nicht gerne geradeaus

Eine neue Studie hat das Gehverhalten von Menschen untersucht.
(Foto: Unsplash / Ryoji Iwata)
Ein Fun Fact für dich, falls dir beim Büro-Zmittag die Smalltalk-Themen ausgehen: Strikt geradeaus gehen liegt uns Menschen offenbar nicht. Dies zeigt eine aktuelle Studie. Wissenschaftler:innen der Universitäten Madrid, Shanghai, Waseda und Tokio stellten fest, dass die meisten Leute leicht dazu tendieren, nach links abzudriften, berichtet Watson.
Dabei spielt die soziale Herkunft oder das Alter keine Rolle. Genauso wenig wie die Grösse der Menschenmenge oder ob eine Person Links- oder Rechtshänder:in ist. Auch wenn Menschen alleine gingen, bogen sie leicht nach links.
Für die Untersuchung haben die Forschenden die Laufwege von 573 Personen in verschiedenen Situationen beobachtet und liessen diese von Drohnen aufzeichnen. Spannend ist auch, dass die Tendenz bei kleinen Kindern besonders ausgeprägt ist. Die Forscher:innen schliessen daraus, dass dieses Verhalten nicht angelernt, sondern bereits von kleinauf zu beobachten ist.
Die Studie soll dazu beitragen, dass öffentliche Räume wie Museen oder Flughäfen sicherer und effizienter gestaltet werden.
Kurz-News
Mehr Unfälle mit E-Trottis · Die Zahl verletzter Minderjähriger auf E-Trottinetten steigt, wie der Tages-Anzeiger (noch nicht online) schreibt. Gemäss der Unfallstatistik des Bundesamts für Strassen hat sich die Zahl der Verletzten bei Unfällen auf E-Trottis von 2019 (91 Fälle) bis 2025 (790 Fälle) verachtfacht. Bei den Minderjährigen gab es 32-mal so viele Unfälle.
Tödlicher Sturz in Gletscherspalte · Eine Seilschaft von zwei Männern ist beim Abstieg vom Blüemlisalphorn bei Kandersteg BE in eine Gletscherspalte gestürzt. Ein 49-jähriger Mann starb dabei, sein Begleiter wurde leicht verletzt, wie Watson berichtet.
Staat zieht für Bauernverband Gelder ein · Die Mitgliederbeiträge der Bauern für ihren Verband zieht der Staat in vielen Kantonen von den Direktzahlungen ab, schreibt der Tages-Anzeiger. Dies teils kostenlos und ohne eine gesetzliche Grundlage, die es eigentlich dafür bräuchte.
International
220’000 wegen Waldbrand evakuiert · Wegen des grössten Waldbrands in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Region Bordeaux über 220’000 Menschen evakuiert. Rund 42’000 Hektaren Fläche sind verbrannt, schreibt die NZZ. Feuerwehrleute aus der Schweiz und Ländern wie Rumänien sowie Helikopter aus mehreren europäischen Ländern unterstützen die französischen Einsatzkräfte.
Öltanker explodiert · Nach Berichten iranischer Medien soll in der Strasse von Hormuz ein Öltanker auf eine Seemine aufgelaufen und explodiert sein. Wie der Tagi schreibt, sei der Tanker von einer vorgeschriebenen Route abgewichen und habe sein Radarsystem ausgeschaltet. Eine Bestätigung der Behörden steht aus.
🔧 Nützliches des Tages
How Dip Is Your Love

Ein Traum in Weiss: Der Pickle Dip. (Foto: Instagram / Dinah Fluorescent-Beige)
Seit mir das Bild von diesem Gewürzgurkenglas in meinen Insta-Feed geschwemmt wurde, muss ich daran denken. Der Pickle Dip macht auf Social Media schon länger die Runde – zur grossen Begeisterung aller Gewürzgurken-Fans.
Food Editor Dinah Fluorescent-Beige hat nun dieses Rezept geteilt, das köstlich klingt (und aussieht). Der Dip ist easy zubereitet und passt zu Chips, Gemüse und angeblich sogar zu Pasta. Ein guter Tipp, falls du neue Snack-Ideen (und Gewürzgurken) magst oder noch ein Rezept suchst, um deinen Gästen am 1. August eine Freude zu machen.
Zusatzempfehlung: Dinahs Newsletter «unguilty pleasure» abonnieren, der sich rund ums Thema Essen dreht.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Hab einen guten Wochenstart ❤️
Vanja
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